Nahost Der Frieden bleibt eine Hoffnung
Die erste Runde der Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern brachte keinen Durchbruch. Die USA wollen vor allem Ansehen gewinnen. Martin Gehlen kommentiert.
Ein bisschen Politdrama, ein bisschen Hollywood-Glamour – aus der Rolle gefallen ist jedenfalls niemand bei der jüngsten Nahost-Vorstellung in Washington . Mahmud Abbas und Benjamin Netanjahu lasen sich zum Auftakt ihre Standpunkte noch einmal vor, eine lächelnde Hillary Clinton führte beide zum Händedruck für die Kameras zusammen und entließ sie dann mit gut gemeinten Mahnungen.
Friedensgespräche mag man den jüngsten Auftritt schon gar nicht mehr nennen – das Wort hat sich in dem Endloskonflikt längst verschlissen. Weder durch die arabischen Nationen noch durch Israels Öffentlichkeit geht ein erwartungsfroher Ruck. Die meisten warten nur achselzuckend darauf, dass sich der altbekannte Karren erneut in dem immer tieferen Morast festfährt.
Denn nicht nur seit Netanjahu, bereits seit dem Krieg 1967 existieren in Israel starke politische Kräfte, die sich einer Rückgabe von Westbank und Ost-Jerusalem widersetzen. Sie waren bereit und sind es auch für die nächste Generation, einen kalkulierbaren Preis an Spannungen und chronischer Gewalt dafür zu zahlen. Der einzige Premier, Jitzhak Rabin, der dieses Paradigma aufzugeben bereit war, hat das mit seinem Leben bezahlt . Parteifreund Ehud Barak dagegen kam im Juli 2000 bereits mit zerrütteter Koalition in Camp David an und gilt inzwischen auf amerikanischer Seite in der kritisch-analytischen Rückschau als politischer Hochstapler, dem das Weiße Haus zu stark auf den Leim gegangen ist.
Der gegenwärtige Akteur Netanjahu ist in den Annalen des Nahostkonflikts bereits als Mann verzeichnet, der vor gut zehn Jahren auf israelischer Seite den Oslo-Vertrag zerstörte und mit Har Homa den Siedlungsring um Ostjerusalem schloss. Heute hilft ihm zusätzlich die monströse Trennmauer, den gesellschaftlichen Aufwand für Israels territorialen Appetit und Siedlungsexpansion überschaubar zu halten. Sie erlaubt seiner Bevölkerung ein relativ ungestörtes Alltagsleben, auch wenn ihre Armee die Palästinenser weiter nach Gutdünken schikaniert.
Israels Bewohner wünschen sich Frieden, das zeigen alle Umfragen. Aber das Land will den Preis für entsprechende Abkommen nicht mehr entrichten. Denn der Charme der Verträge mit Jordanien und Ägypten ist längst verblasst. Mit beiden Nachbarn besteht bestenfalls eine kalte Koexistenz, die sich noch nicht einmal mehr in der Handelsbilanz niederschlägt.
Der palästinensischen Seite fällt es schwer, Netanjahus Strategie der wortreichen Bewegungslosigkeit zu durchkreuzen. Denn Mahmud Abbas verhandelt nur mit halbem Mandat, die Gräben zur Hamas im Gazastreifen sind unüberwindbar geworden.
Auch muss er als der schwächere der beiden ungleichen Partner auf Hilfe von außen setzen, die Weltmeinung für sich gewinnen und politisch-moralischen Druck erzeugen. Sein Gegenspieler Hamas dagegen setzt auf Zeit und auf Gewalt – und besitzt mit Raketen und Attentätern eine ständige Vetomacht über Kompromiss und Vernunft.
Und so scheinen diesmal vor allem die Vereinigten Staaten die treibende Kraft zu sein. Die Zeiten politischer Blankoschecks an Tel Aviv sind vorbei, heißt es aus der Umgebung von Hillary Clinton. Präsident Barack Obama steht seit der Kairo-Rede mit seiner Kritik an jüdischen Siedlungen bei der arabischen Bevölkerung im Wort. Und hohe Militärs wie General Petraeus beklagen, die USA erzeugten immer mehr anti-amerikanische Ressentiments, weil sie als zu einseitig Israel-freundlich wahrgenommen würden.
Angesichts von Irak, Iran und Afghanistan will die Supermacht ihr nationales Interesse im Nahen und Mittleren Osten neu definieren, weil sie dort immer mehr an Einfluss und Ansehen verliert. Welche Konsequenzen das für das Verhältnis zu Israel hat, das werden die nächsten Monate zeigen.
- Datum 05.09.2010 - 16:33 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle Tagesspiegel, ZEIT ONLINE
- Kommentare 54
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Argumenten. Die Redaktion/sh
"Die Palästinenser Konvertieren zum Judentum.
Aufgrund gemeinsamer Gene kann man sich dann nicht mehr gegenseitig ausrotten."
Zynisch, aber nicht schlecht.. ;)
"Die Palästinenser Konvertieren zum Judentum.
Aufgrund gemeinsamer Gene kann man sich dann nicht mehr gegenseitig ausrotten."
Zynisch, aber nicht schlecht.. ;)
Die Bibel sagt :
Zacharias 12, 2-3 " Siehe, ich mache Jerusalem zum Taumelbecher für alle Völker im Umkreis. ... Ich mache Jerusalem zu einem schweren Hebestein für alle Völker, wer immer ihn heben will, reißt sich wund.
Diese Aussage Gottes wird durch die vielen gescheiterten "Friedensgespräche" eindrucksvoll bestätigt.
Das Palästinenserproblem ist unlösbar, diese Tatsache ist Netanjahu und Anderen längst bekannt.
Eine mögliche Lösung des Problems wäre die Bildung eines säkularen neuen Staates in dem die Länder Israel, Jordanien und Libanon aufgehen und in dem auch die vertriebenen und in Lagern lebenden Palästinenser ein neue Heimat finden könnten.
Aber, so, wie sich die Interessen gegenüberstehen, ist jeglicher Lösungsvorschlag unrealistisch und reines Wunschdenken.
eine Zwangslage, eine Wahl zwischen zwei unangenehmen Dingen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass beide Parteien den Frieden nicht mehr lernen werden und möglicherweise erst aus der "Asche" ein neuer Anfang kreiert wird mit der Folge, dass Palästinenser und Israelis furchtbar leiden müssten.
Wird dem Handeln (Siedlungsbau) nicht Einhalt geboten, wird der Hass der arabischen Bevölkerung auf Israel noch wachsen. Doch „der Krug geht so lange zu Wasser, bis das er bricht.“
Israel wird um die Zweistaatenlösung wohl nicht herumkommen. Warum nicht den Beschluss der UN-Vollversammlung von 1947 befolgen, der die Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat (Palästinenser) beinhaltet? Ist Hebron als palästinensische Hauptstadt und Jerusalem als Hauptstadt Israels eine Utopie?
Einer gegen Alle hilft letztendlich nicht. Gilt doch auch für beide Seiten, Rücksicht zu nehmen auf die Kinder und die leidgeprüften Frauen.
Und suchet den Frieden ...; denn in ihrem Frieden werdet ihr Frieden haben (Jeremia 29:7), so ein altes Leitmotiv aus der Kultur beider Völker.
Was soll diese ganze Geschichte? Das ist doch das reinste Kasperle-Theater. Sowohl die Palästineser als auch die Israelis wollen keinen Frieden. Die Palästinenser können nicht, da ihnen das gesamte Land gstohlen wurde und die Israelis wollen nicht, da sie immer noch auf einen rein jüdischen (nicht israelischen) Staat Groß-Israel hoffen. Einzig und allein dazu dient die kontinuierliche Vertreibung und Vernichtung der Palestinenser durch Siedlungsbau, Bombardierung und Großrazzien (mit entsprechend vielen Toten).
Also laßt lieber diese lästige, teure Show.
1. Eine Vernichtung der Palästinenser findet nicht statt. Unterlassen Sie bitte die Benutzung solcher historisch belasteter Vokabeln.
2. Von einem "rein jüdischen" Staat Israel kann die Rede nicht sein:
http://www.zeit.de/politi...
..mit vorhersehbarem Ende. Was sollen die Herren denn machen? Sie wurden einbestellt, also müssen sie erscheinen und so tun, als ob sie ernsthaft verhandeln, um den großen Gönner nicht zu enttäuschen.
Das Drehbuch ist alt, das Ende des Remake wohl absehbar. Abbas wartet darauf, dass der Baustopp ausläuft, um beleidigt die Verhandlungen abzubrechen. Israel freut sich über jede Gelegenheit, mit Luftangriffen auf die Provokationen der Hamas reagieren zu können, da diese ja den Friedensunwillen der Palästinenser zeigen.
Clinton und Obama hoffen, mit dieser Showveranstaltung und Aktivismus über die Wahlen im November zu kommen.
Also,in Nahost nichts Neues.
1. Eine Vernichtung der Palästinenser findet nicht statt. Unterlassen Sie bitte die Benutzung solcher historisch belasteter Vokabeln.
2. Von einem "rein jüdischen" Staat Israel kann die Rede nicht sein:
http://www.zeit.de/politi...
..mit vorhersehbarem Ende. Was sollen die Herren denn machen? Sie wurden einbestellt, also müssen sie erscheinen und so tun, als ob sie ernsthaft verhandeln, um den großen Gönner nicht zu enttäuschen.
Das Drehbuch ist alt, das Ende des Remake wohl absehbar. Abbas wartet darauf, dass der Baustopp ausläuft, um beleidigt die Verhandlungen abzubrechen. Israel freut sich über jede Gelegenheit, mit Luftangriffen auf die Provokationen der Hamas reagieren zu können, da diese ja den Friedensunwillen der Palästinenser zeigen.
Clinton und Obama hoffen, mit dieser Showveranstaltung und Aktivismus über die Wahlen im November zu kommen.
Also,in Nahost nichts Neues.
1. Eine Vernichtung der Palästinenser findet nicht statt. Unterlassen Sie bitte die Benutzung solcher historisch belasteter Vokabeln.
2. Von einem "rein jüdischen" Staat Israel kann die Rede nicht sein:
http://www.zeit.de/politi...
Kasperletheater.....Wo sind denn nun die Bemerkungen der Redaktion, wie: "bleiben Sie sachlich,geben Sie Quellen fuer Ihre Behauptungen an..."?
Oder gibt es entsprechende Bemerkungen nur, wenn man die "falsche" Meinung hat?
Vielleicht trägt das etwas zu ihrer Objektivität bei und Quellen gibt es dort auch reichlich:
http://www.opiar.com/news...
Vielleicht trägt das etwas zu ihrer Objektivität bei und Quellen gibt es dort auch reichlich:
http://www.opiar.com/news...
Vielleicht trägt das etwas zu ihrer Objektivität bei und Quellen gibt es dort auch reichlich:
http://www.opiar.com/news...
..mit vorhersehbarem Ende. Was sollen die Herren denn machen? Sie wurden einbestellt, also müssen sie erscheinen und so tun, als ob sie ernsthaft verhandeln, um den großen Gönner nicht zu enttäuschen.
Das Drehbuch ist alt, das Ende des Remake wohl absehbar. Abbas wartet darauf, dass der Baustopp ausläuft, um beleidigt die Verhandlungen abzubrechen. Israel freut sich über jede Gelegenheit, mit Luftangriffen auf die Provokationen der Hamas reagieren zu können, da diese ja den Friedensunwillen der Palästinenser zeigen.
Clinton und Obama hoffen, mit dieser Showveranstaltung und Aktivismus über die Wahlen im November zu kommen.
Also,in Nahost nichts Neues.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren