Israel & Palästina Vier Gründe für erfolgreiche Nahostverhandlungen
In Washington gibt es mal wieder direkte Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern. Die Aussichten sind gar nicht so schlecht, kommentiert C. v. Marschall
© Uriel Sinai/Getty Images

Ein zentraler Streitpunkt im Nahost-Konflikt: Jüdische Siedler im Westjordanland
Auf der sichersten Seite sind im Nahen Osten immer die Pessimisten. Warum soll ausgerechnet diesmal eine Friedenskonferenz zum Erfolg führen? Seit mehr als 60 Jahren kämpfen Israelis und Palästinenser um ihre Staatlichkeit und das ihnen zustehende Territorium – und das ist nur die jüngste Variante des Nahostkonflikts.
Vor dem Teilungsplan der Vereinten Nationen von 1947 hatten zionistische Einwanderer und Araber jahrzehntelang um die Kontrolle des Gebiets, ihren Einfluss auf die britische Mandatsmacht und die Pläne für die Zeit nach deren Abzug konkurriert. Nach 1947 haben sie mehrere Kriege um Palästina geführt. Und allein seit 1979 sind acht größere Verhandlungen um eine Kompromisslösung, die beiden Völkern einen dauerhaft lebensfähigen Staat garantiert, gescheitert. Da scheint gut beraten, wer auch jetzt keine großen Erwartungen hegt.
Dennoch wagt Barack Obama einen neuen Anlauf. Das Risiko geht ein US-Präsident nur ein, wenn er entweder bereits am Ende seiner zweiten Amtszeit ist: Bill Clinton 2000 in Camp David und George W. Bush 2007 in Annapolis. Oder wenn er keinen schnellen Misserfolg fürchten muss, der ihn in der Öffentlichkeit als schwach erscheinen lässt. Obama nutzt noch vor der Hälfte seiner ersten Amtszeit das Gewicht seiner Funktion.
Er empfängt am Mittwoch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israels Premier Benjamin Netanjahu samt deren Delegationen zunächst zu bilateralen Gesprächen im Weißen Haus und gibt anschließend ein Dinner. Diese ersten direkten Gespräche auf Spitzenebene zwischen Israelis und Palästinensern seit 20 Monaten bilden den Auftakt für einen Verhandlungsprozess, der innerhalb eines Jahres zum Friedensvertrag führen soll. Am Donnerstag folgen die Sachgespräche der Delegationen im US-Außenministerium unter Leitung Hillary Clintons. Abends reisen sie ab, sollen sich aber in den folgenden Wochen im Nahen Osten regelmäßig treffen.
Rundheraus optimistisch möchte sich freilich auch jetzt niemand äußern. Am Dienstag schossen Unbekannte an einer Straßenkreuzung bei Hebron aus einem Versteck auf ein Auto mit israelischen Siedlern und töteten zwei Männer und zwei Frauen. Eine der Frauen war hochschwanger. Ein Mitglied der palästinensischen Sicherheitskräfte machte die radikalislamische Hamas für die Morde verantwortlich. Die Hamas, die die Macht im Gaza-Streifen hat und von Iran unterstützt wird, wolle die Aufnahme der Friedensgespräche verhindern. Trotz der Gewalt geben Insider Hinweise, warum die Erfolgschancen diesmal besser seien als seit vielen Jahren. Dazu gehören sowohl taktische wie strategische Überlegungen.
Erstens folgt bereits nach gut drei Wochen ein Test der Ernsthaftigkeit. Am 26. September läuft Israels Moratorium für den Siedlungsbau aus. Netanjahu steht unter Druck, es zu verlängern. Aber ebenso Abbas, Gegenleistungen zu erbringen, die die Verlängerung rechtfertigen. Keiner von beiden möchte als der Schuldige für einen frühen Abbruch der Gespräche dastehen. Manche Beobachter sagen sogar, aus Rücksicht auf Obama und die Kongresswahl bestehe dieser erhöhte Druck zu konstruktivem Verhalten bis in den November hinein. Wer da als Störer auftrete, werde sich auf lange Zeit den Zorn des Weißen Hauses zuziehen.
- Datum 01.09.2010 - 13:19 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Ich würde mir aus einer Vielzahl von Gründen wünschen, dass Obama Erfolg damit hat.
Erstens wäre es für Obama ein wichtiger Erfolg. Zwar ist bei mir längst die Obamamanie verflogen, aber wenn jetzt in seiner Präsidentschaft die Mehrheit verloren geht, dann ist seine Präsidentschaft praktisch beendet, weil er nichts mehr durchsetzen kann.
Zweitens würde ich mir es natürlich für die Bewohner Palästinas und Israels wünschen, denn diese leiden natürlich am meisten unter den Folgen des Konflikts.
Und drittens würde ich es mir auch für den Rest der Menschheit wünschen, insbesondere im Hinblick auf den immer weiter anschwellenden Konflikt zwischen westlicher und muslimischer Welt.
Viel Schlechtes ist entweder direkt oder indirekt aus dem Konflikt im sogenannten "Heiligen Land" (wie das noch heilig sein soll, bei dem ganzen Blut das die Erde dort im Laufe der Jahrhunderte aufgenommen hat ist mir allerdings schleierhaft) entstanden.
Leider befürchte ich, dass es auch diesmal wieder nicht zu einem beständigen Frieden kommen kann. Selbst wenn Obama das Glanzstück vollbringt und einen vernünftigen Kompromiss zwischen Netanjahu und Abbas erreicht, glaube ich, dass es einfach zu viele Akteure auf beiden Seiten gibt, die aus verschiedensten Gründen keinen Frieden wollen.
Sei es weil sie die Hoffung auf Kontrolle des Ganzen nicht aufgeben wollen, sei es weil sie vom Konflikt profitieren oder sei es einfach weil sie nach Jahrzehnten des Kampfes von Hass erfüllt sind.
wenn sie sagen dass die Israelis unter dem Konflikt zu leiden hätten.
Vielen herzlichen Dank für diesen ausgesprochen sachlichen Kommentar, der mir weitestgehend aus der Seele spricht.
wenn sie sagen dass die Israelis unter dem Konflikt zu leiden hätten.
Vielen herzlichen Dank für diesen ausgesprochen sachlichen Kommentar, der mir weitestgehend aus der Seele spricht.
endlich ein beitrag, wo es keine spekulationen oder schuldzuweisungen gibt.
mehr als 90 prozent der siedler, sehen anders aus. einen siedler kann man nur sehr selten von einem israeli unterscheiden. und 90 prozent der siedlungen kann man nicht von einer israelischer kleinstadt unterscheiden (obwohl die siedlungen meist viel sauberer sind). ich kann deswegen nicht verstehen, wieso man bilder von siedler und siedlungen veroeffentlich, die ueberhaupt nicht representativ sind.
jeder kann es selbst in google herausfinden. hier die liste der groessten oder bekanntesten siedlungen
gush etzion
ariel
maale adumim
kiryat arba
efrat
beitar illit
Ich weiß ja nicht, wie Sie darauf kommen Kiryat Arba als Vorzeige Siedlung anzuführen.
Hier lehrt an der Shavei-Hevron Yeshiva Dov Lior, der als IDF Rabbi sagte:
"There is no such thing as civilians in wartime… A thousand non-Jewish lives are not worth a Jew's fingernail!"
und seinen ehemaligen Nachbarn und Geistesgefährten Baruch Goldstein (Sie erinnern sich vielleicht, das war der Siedler aus Kiryat Arba , welcher 29 betende Palästinenser in einer Moschee erschoss und über 150 weitere verletzte)
verehrt.
"Thanks to Lior's efforts, a shrine to Goldstein was constructed in center of Kiryat Arba so that locals could celebrate the killer's deeds and pass his legacy down to future generations."
http://www.alternet.org/world/148016/how_to_kill_goyim_and_influence_people:_israeli_rabbis_defend_book's_shocking_religious_defense_of_killing_non-jews_(with_video)?page=1
Dagegen sind die, von Ihnen beanstandeten, im Bild portraitierten Siedler lammfromme Schäfchen.
Solange Israelis und Palästinenser nicht die Radikalen in ihren jeweils eigenen Reihen marginalisieren, hat ein dauerhafter friedlicher Frieden, selbst nach Abschluss eines gerechten Friedensvertrages, noch einen langen Weg vor sich.
Sehen Sie es doch einmal vom anderen Standpunkt. Über Jahre wurde hier in den Medien die israelische, meist sekulare, Zivilgesellschaft beschrieben und Bilder zeigten nur vermummte, bewaffnete Palästinenser.
Jetzt differenziert sich das Bild aus. Dazu gehören eben auch Siedler.
Die "Siedler" sind bei uns ein gesellschaftlich akzeptiertes Feindbild. Genauso werden sie auch dargestellt. Das ist die Massenpsychologie des Antizionismus. Reine Manipulation.
Ich weiß ja nicht, wie Sie darauf kommen Kiryat Arba als Vorzeige Siedlung anzuführen.
Hier lehrt an der Shavei-Hevron Yeshiva Dov Lior, der als IDF Rabbi sagte:
"There is no such thing as civilians in wartime… A thousand non-Jewish lives are not worth a Jew's fingernail!"
und seinen ehemaligen Nachbarn und Geistesgefährten Baruch Goldstein (Sie erinnern sich vielleicht, das war der Siedler aus Kiryat Arba , welcher 29 betende Palästinenser in einer Moschee erschoss und über 150 weitere verletzte)
verehrt.
"Thanks to Lior's efforts, a shrine to Goldstein was constructed in center of Kiryat Arba so that locals could celebrate the killer's deeds and pass his legacy down to future generations."
http://www.alternet.org/world/148016/how_to_kill_goyim_and_influence_people:_israeli_rabbis_defend_book's_shocking_religious_defense_of_killing_non-jews_(with_video)?page=1
Dagegen sind die, von Ihnen beanstandeten, im Bild portraitierten Siedler lammfromme Schäfchen.
Solange Israelis und Palästinenser nicht die Radikalen in ihren jeweils eigenen Reihen marginalisieren, hat ein dauerhafter friedlicher Frieden, selbst nach Abschluss eines gerechten Friedensvertrages, noch einen langen Weg vor sich.
Sehen Sie es doch einmal vom anderen Standpunkt. Über Jahre wurde hier in den Medien die israelische, meist sekulare, Zivilgesellschaft beschrieben und Bilder zeigten nur vermummte, bewaffnete Palästinenser.
Jetzt differenziert sich das Bild aus. Dazu gehören eben auch Siedler.
Die "Siedler" sind bei uns ein gesellschaftlich akzeptiertes Feindbild. Genauso werden sie auch dargestellt. Das ist die Massenpsychologie des Antizionismus. Reine Manipulation.
Persönlich wünsche ich mir eine friedliche und gerechte Koexistenz von Israelis und Palästinensern, in welcher Form auch immer.
Aber: Die Nahostverhandlungen sind von byzantinischer Komplexität, und der Artikel geht nur kurz darauf ein. Dagegen ist z.B. die jetzige Regierungsbildung in Belgien ein Pappenstiel.
Wer schon einmal in Jerusalem war, der kennt die Lage vor Ort, samt dem sehr begrenzten Platz, der dort für die Infrastruktur einer Teilung zur Verfügung steht. Einige Gegenden sind einfach schlecht bebaubar, weil es die Topographie kaum zulässt.
Die Sache mit dem Rückkehrrecht ist aber wohl noch schwieriger zu lösen. Eine "Uminterpretation" ist für Abbas politischer Selbstmord. Und ohne "Uminterpretation" ist es für die israelische Führung nicht möglich. Dagegen ist es ein leichtes, einen Vorwand zu finden, warum auch diesmal die Verhandlungen scheitern.
Das einzig beruhigende ist, dass alle Konflikte irgendwann einmal zu ende gehen.
Die Verhandlungen werden leider auch diesmal keinen wirklichen Erfog haben , ausser ,solange man verhandelt schiesst man nicht.
Wo soll ein Kompromiss in der Siedlungsfrage herkommen ?
Die Siedler sind nicht durch Gehorsam gegenüber ihrer Regierung bislang aufgefallen. Die lassen sich nicht vertreiben, Die sind bewaffnet, ein bisschen Siedlungsaufgabe ist leider nicht möglich.-
Rückkehrrecht
Die umliegenden arabischen Staaten haben eine Integration der Flüchtlinge bislang abgelehnt und so brutal das klingt : die UNO hat diese Haltung durch die zahlreichen Hilfen er-
leichtert. Die Israelis können die Flüchtlinge nicht zurücklassen ohne Ihre Identität als jüdischer Staat zu verlieren ( das war der Grund der Gründung ) ein bisschen rückkehren geht nicht -
Jerusalem- heilig- =Tabu,
Fazit eine Lösung ohne Gewalt ( erhebliche Schwächung )einer
der Parteien ist nicht möglich.
Entweder stellt die UNO die Hilfslieferungen ein oder die USA die finanzielle Hilfe an Israel.
Ich bitte un heftigen Widerspruch.
Ich weiß ja nicht, wie Sie darauf kommen Kiryat Arba als Vorzeige Siedlung anzuführen.
Hier lehrt an der Shavei-Hevron Yeshiva Dov Lior, der als IDF Rabbi sagte:
"There is no such thing as civilians in wartime… A thousand non-Jewish lives are not worth a Jew's fingernail!"
und seinen ehemaligen Nachbarn und Geistesgefährten Baruch Goldstein (Sie erinnern sich vielleicht, das war der Siedler aus Kiryat Arba , welcher 29 betende Palästinenser in einer Moschee erschoss und über 150 weitere verletzte)
verehrt.
"Thanks to Lior's efforts, a shrine to Goldstein was constructed in center of Kiryat Arba so that locals could celebrate the killer's deeds and pass his legacy down to future generations."
http://www.alternet.org/world/148016/how_to_kill_goyim_and_influence_people:_israeli_rabbis_defend_book's_shocking_religious_defense_of_killing_non-jews_(with_video)?page=1
Dagegen sind die, von Ihnen beanstandeten, im Bild portraitierten Siedler lammfromme Schäfchen.
Solange Israelis und Palästinenser nicht die Radikalen in ihren jeweils eigenen Reihen marginalisieren, hat ein dauerhafter friedlicher Frieden, selbst nach Abschluss eines gerechten Friedensvertrages, noch einen langen Weg vor sich.
Sehen Sie es doch einmal vom anderen Standpunkt. Über Jahre wurde hier in den Medien die israelische, meist sekulare, Zivilgesellschaft beschrieben und Bilder zeigten nur vermummte, bewaffnete Palästinenser.
Jetzt differenziert sich das Bild aus. Dazu gehören eben auch Siedler.
"Palästinenserpräsident Mahmud Abbas"
euh... nein, nicht wirklich. Er wurde in 2005 für 4 Jahre gewählt, dann wurde sein Posten für ein weiteres Jahr verlängert, aber seit januar 2010 hat er überhaupt keine demokratische Position.
Im Namen von "was" oder "wem" kann er dann verhandeln ?
"Im Namen von "was" oder "wem" kann er dann verhandeln ?"
... kann man aber nicht. Es könnten ja wieder die Falschen gewinnen. ;)
Den Artikel halte ich im Wesentlichen für Gesundbeterei. Die Punkte 1, 2 und 4 sind Kaffeesatzleserei. So wie unter 3. sähe zwar eine gerechte Friedenslösung aus, allerdings sehe ich nicht die israelische Bereitschaft dazu.
"Im Namen von "was" oder "wem" kann er dann verhandeln ?"
... kann man aber nicht. Es könnten ja wieder die Falschen gewinnen. ;)
Den Artikel halte ich im Wesentlichen für Gesundbeterei. Die Punkte 1, 2 und 4 sind Kaffeesatzleserei. So wie unter 3. sähe zwar eine gerechte Friedenslösung aus, allerdings sehe ich nicht die israelische Bereitschaft dazu.
Die "Siedler" sind bei uns ein gesellschaftlich akzeptiertes Feindbild. Genauso werden sie auch dargestellt. Das ist die Massenpsychologie des Antizionismus. Reine Manipulation.
AndyCGN, gestatten Sie mir diese kleine Anmerkung auf Ihren unausgewogenen Hinweis und Ihre Angst ggü. der "Massenpsychologie des Antizionismus", die Sie sogar als manipulativ empfinden, was aber von Ihnen nur plakativ erwähnt und nicht weiter ausgeführt wird. Siedler haben die freie Wahl des Wohnsitzes in Israel (Was den arabischen Staatsbürgern von Israel nicht gestattet ist). Daher kann von einer bewussten Entscheidung für die Besiedelung palästinensischen Bodens ausgegangen werden, was zu diesen gewollten Zerklüftungen des Westjordanlandes geführt hat und führt. Siedler darf man, wenn es um Friedenslösungen im Nahostkonflikt geht, nicht fragen. Sie werden langfristig mit exekutiver Gewalt, wie im Gazastreifen geschehen, zur Umsiedlung gebracht werden müssen, was aber in keinem Verhältnis zu den Vertreibungen und Morden an der arabischen Bevölkerung in den letzten hundert Jahren steht.
AndyCGN, gestatten Sie mir diese kleine Anmerkung auf Ihren unausgewogenen Hinweis und Ihre Angst ggü. der "Massenpsychologie des Antizionismus", die Sie sogar als manipulativ empfinden, was aber von Ihnen nur plakativ erwähnt und nicht weiter ausgeführt wird. Siedler haben die freie Wahl des Wohnsitzes in Israel (Was den arabischen Staatsbürgern von Israel nicht gestattet ist). Daher kann von einer bewussten Entscheidung für die Besiedelung palästinensischen Bodens ausgegangen werden, was zu diesen gewollten Zerklüftungen des Westjordanlandes geführt hat und führt. Siedler darf man, wenn es um Friedenslösungen im Nahostkonflikt geht, nicht fragen. Sie werden langfristig mit exekutiver Gewalt, wie im Gazastreifen geschehen, zur Umsiedlung gebracht werden müssen, was aber in keinem Verhältnis zu den Vertreibungen und Morden an der arabischen Bevölkerung in den letzten hundert Jahren steht.
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