Nordkorea Ein Diktator bestellt sein ErbeSeite 2/2

Pak war einst für vorsichtige Wirtschaftsreformen verantwortlich und könnte in die erstarrte Staatswirtschaft Nordkoreas etwas Bewegung bringen. Ob das wirklich geschehen wird, steht jedoch in den Sternen. Bislang wurden wirtschaftliche Lockerungen immer wieder rückgängig gemacht. Das Regime in Pjöngjang kann sein Volk nicht mal richtig ernähren und ist abhängig von Hilfslieferungen aus dem Ausland.

Wirtschaftlich ist Pjöngjang vor allem abhängig von Peking. Kim Jong Il versucht daher die Neuordnung der Macht vom großen Nachbarn flankieren zu lassen, dem einzigen politischen Verbündeten. Kurz vor dem Parteikongress reiste er nach China, wohl um nach Wirtschaftshilfen zu fragen und um sich der Unterstützung für den Führungsumbau zu versichern. Zu Kims Entourage gehörte sein Schwager Jang Song Taek, manche Experten vermuteten, auch Sohn Jong Un sei mitgekommen. Zu Kims großer Freude sagte Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao die Unterstützung seiner Regierung zu.

Um Hilfe bat Pjöngjang inzwischen selbst beim verfeindeten Südkorea, denn nach schweren, Regen bedingten Überschwemmungen soll die Ernährungslage noch angespannter sein, als sie ohnehin schon ist. Eine Notlage, die schlecht mit einer demnächst wohl pompös verkündeten Neuordnung des Führungszirkels zusammengeht, denn in Diktaturen muss so etwas immer auch mit den großen wirtschaftlichen Erfolgen des Systems verkauft werden. In den kommenden Tagen wird man mehr erfahren aus der verschlossenen Diktatur der merkwürdigen Familie Kim.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich stelle mir vor, das die Regelung der Nachfolge in einer Diktatur
    wesentlich schwieriger abläuft, als eine demokratische Wahl.
    Im Grunde habe ich gar keine Vorstellung, würfeln oder Lose ziehen?

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    es ist genau wie in einer erblichen monarchie: der monarch zuechtet seinen faehigsten (und vorzugsweise) aeltesten sohn zum nachfolger heran. der junge wird systematisch zum manager, guten soldaten und sicherheitsexperten geformt. wichtig ist, dass er sich unter der obhut des noch maechtigen vaters den respekt und die loyalitaet der wichtigsten gefolgsleute sichert. dazu muss er sich auf raenkespiele verstehen und zu beginn seiner karriere bereits erste exempel statuieren. sobald die vasallen des vaters den aufstieg des kronprinzen abgenickt haben und der sproessling zur fuehrungspersoenlichkeit gereift ist, kann der vater abtreten. bis dahin muss das netzwerk reissfest sein, sonst treten ambitionierte neffen und cousins auf den plan.

    es ist genau wie in einer erblichen monarchie: der monarch zuechtet seinen faehigsten (und vorzugsweise) aeltesten sohn zum nachfolger heran. der junge wird systematisch zum manager, guten soldaten und sicherheitsexperten geformt. wichtig ist, dass er sich unter der obhut des noch maechtigen vaters den respekt und die loyalitaet der wichtigsten gefolgsleute sichert. dazu muss er sich auf raenkespiele verstehen und zu beginn seiner karriere bereits erste exempel statuieren. sobald die vasallen des vaters den aufstieg des kronprinzen abgenickt haben und der sproessling zur fuehrungspersoenlichkeit gereift ist, kann der vater abtreten. bis dahin muss das netzwerk reissfest sein, sonst treten ambitionierte neffen und cousins auf den plan.

  2. es ist genau wie in einer erblichen monarchie: der monarch zuechtet seinen faehigsten (und vorzugsweise) aeltesten sohn zum nachfolger heran. der junge wird systematisch zum manager, guten soldaten und sicherheitsexperten geformt. wichtig ist, dass er sich unter der obhut des noch maechtigen vaters den respekt und die loyalitaet der wichtigsten gefolgsleute sichert. dazu muss er sich auf raenkespiele verstehen und zu beginn seiner karriere bereits erste exempel statuieren. sobald die vasallen des vaters den aufstieg des kronprinzen abgenickt haben und der sproessling zur fuehrungspersoenlichkeit gereift ist, kann der vater abtreten. bis dahin muss das netzwerk reissfest sein, sonst treten ambitionierte neffen und cousins auf den plan.

    Antwort auf "Erbe einer Diktatur."
  3. Gut, man kennt das Gehabe von NSDAP und KPdSU als auch allen anderen Einparteiensystemen, aber dass nach 44 Jahren überhaupt wieder ein Parteitag stattfindet ist schon interessant. Bei der letzten Machtübergabe von Vater zu Sohn gab es keinen. Zu hoffen bleibt, dass der Einfluss des Militärs etwas zurückgedrängt wird, denn aus Kreisen der Partei ist eher zu erwarten, dass sie zarte Pflänzchen zur langsamen Öffnung des Landes hervorbringen (siehe Beispiel KPdSU und Gorbatschow).

    Zum Thema hochgerüstetes Land. Ja, Nordkorea hat die viertgrößte Armee im Bezug auf Mannstärke, aber die Existenz von verwendungsfähigen Atomwaffen ist zweifelhaft und die Armee ist mehrheitlich schlecht gerüstet und der Zustand des Großteils der Ausrüstung ist mangelhaft. Es herrscht Treibstoffmangel und Rückgrat der Truppenmobilität sind Eisenbahn mit japanischen Dampflokomotiven aus den 30ern (Aufgrund des häufigen Stromausfalls). Lediglich ein kleiner Teil, Elitetruppen, dürften auf einem hohen Stand sein.
    Was allerdings unzweifelhaft ist, ist die hohe Moral unter den Soldaten, wenn das Land angegriffen würde.

    MfG
    AoM

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