Die spanische Zentralregierung und die Regionalregierung des Baskenlands haben die "Waffenruhe" der Eta einhellig als unzureichend zurückgewiesen. Die baskische Untergrundorganisation müsse die Waffen ein für alle Mal niederlegen, sagte der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba in einem Fernsehinterview. Die Führung in Madrid werde keine Verhandlungen mit der Eta aufnehmen. "Die Regierung wird an ihrer Anti-Terror-Politik unverändert festhalten."

Die Separatistenorganisation hatte am Sonntag mitgeteilt, dass sie bis auf weiteres keine Terroranschläge mehr verüben werde und stattdessen einen "demokratischen Prozess" in Gang bringen wolle. Offen blieb jedoch, ob die Waffenruhe zeitlich begrenzt ist. Zuvor hatten die verbotene Batasuna-Partei, der politische Arm der Eta im Baskenland, und die ihr verbundene Partei Eusko Alkartasuna die Separatisten in einer Art "Friedensfahrplan" zu einer "dauerhaften Waffenruhe unter internationaler Beobachtung" aufgefordert.

Der baskische Ministerpräsident Patxi López reagierte ebenfalls zurückhaltend auf die Ankündigung. "Wir fordern von der Eta viel mehr. Wir wollen, dass sie verschwindet. Solange dies nicht geschieht, werden wir im Kampf gegen den Terror hart bleiben", sagte er in einem Radiointerview.

Die Eta kämpft seit vier Jahrzehnten mit Gewalt für ein unabhängiges Baskenland in Nordspanien und Südfrankreich, mehr als 800 Tote gehen auf ihr Konto. Die Europäische Union (EU) und Spanien betrachten die Gruppe als terroristische Organisation.

Durch zahlreiche Festnahmen wichtiger Mitglieder galt die Eta zuletzt als deutlich geschwächt, ihre letzten Terroranschläge liegen mehr als ein Jahr zurück. Die Gruppe hatte bereits im März 2006 eine dauerhafte Waffenruhe verkündet. Da der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero den Friedensprozess nach einem tödlichen Anschlag noch im selben Jahr für beendet erklärte, kündigte die Eta den Waffenstillstand auf.