Pakistan & Afghanistan Freies Geleit für Extremisten am Hindukusch
Die USA wollen raus aus Afghanistan. Daher sind nun Verhandlungen mit Taliban möglich, selbst deren Anführer Baradar soll dafür wieder freigekommen sein.
© ASIF HASSAN/AFP/Getty Images

Karatschi: Taliban-Führer Mullah Baradar wurde hier verhaftet - und ist angeblich wieder freigelassen worden
Noch im Februar hatten Pakistan und die USA seine Festnahme als spektakulären Schlag gegen die Taliban bejubelt. Nun, acht Monate später, hat Islamabad den Taliban-Kommandeur Mullah Abdul Ghani Baradar angeblich klammheimlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Und Washington hat dies offenbar ebenso klammheimlich gebilligt. Dies berichtet zumindest der Internet-Dienst Asia Times online, der über gute Drähte nach Pakistan verfügt.
Die Freilassung Baradars, sofern die Nachricht stimmt, zeigt, dass man das Endspiel in Afghanistan einläuten will. Sowohl Pakistan als auch die USA hoffen offenbar, dass Baradar, der als vergleichsweise moderat gilt, eine Schlüsselrolle im Friedensprozess am Hindukusch spielen könnte. Er gilt als Nummer zwei hinter Taliban-Chef Mullah Omar, der sich in Pakistan versteckt hält.
Afghanistans Präsident Hamid Karsai hatte jüngst offiziell bestätigt, dass es Gespräche mit den Taliban gibt. Das war weder neu noch ein Geheimnis, wie US-Medien weismachen wollten. Das Neue ist, dass die USA diesmal offenbar hinter Karsais Bemühungen stehen. Isaf-Kommandeur David Petraeus erklärte, man habe "hochrangigen Taliban-Vertretern" sogar freie Fahrt gewährt, um nach Kabul zu kommen. Ob diese Vertreter von Mullah Omar autorisiert waren, ließ der US-General unbeantwortet. Auch Afghanistans Nachbarland Pakistan gab grünes Licht: Man unterstützte die Gespräche zwischen Karsai und den Taliban, hieß es.
Karsais Spielraum ist aber begrenzter, als es den Anschein hat. Formal überlassen die USA und Pakistan zwar Karsai und dem von ihm einberufenen "Friedensrat" die Kontakte, aber im Hintergrund beanspruchen beide Länder das letzte Wort bei einem möglichen Friedensdeal. Mit der Festnahme Baradars hatten sie Karsai unmissverständlich klargemacht, dass es keine Gespräche ohne ihren Segen geben wird.
So hatten Pakistans Geheimdienst ISI und sein US-Pendant CIA Baradar am 8. Februar in der pakistanischen Hafenstadt Karachi festgenommen – nur wenige Wochen vor Karsais Friedensjirga. Damit hatten sie Karsais bereits seit Monaten laufende Vorgespräche kurzerhand blockiert. Dies hatte zu schweren Verwerfungen geführt.
Angeblich soll Pakistan Baradar die vergangenen Monate über pfleglich behandelt haben. Unklar ist, ob durch die Festnahme Baradars Glaubwürdigkeit gelitten hat und er die Rolle als Unterhändler von Mullah Omar spielen kann. Laut Asia Times online haben die Taliban bestätigt, dass Baradar "sicher bei seinen Leuten" eingetroffen sei. Petraeus tönte derweil, dass "sehr hochrangige" Taliban-Anführer auf die afghanische Regierung und andere Länder zugekommen seien. Damit wollen die USA offenbar den Eindruck erwecken, die Taliban seien kriegsmüde.
Es scheint aber eher umgekehrt, dass die USA fast verzweifelt bemüht sind, die Taliban an den Verhandlungstisch zu holen – einerseits, indem sie den militärischen Druck verstärken. Andererseits haben sie angeblich Saudi-Arabien gebeten, bei den Rebellen anzuklopfen. Die Obama-Regierung will so schnell wie möglich raus aus dem Hexenkessel am Hindukusch. Der Krieg wird immer unpopulärer, teurer und blutiger: Obgleich nunmehr 150 000 ausländische Soldaten im Einsatz sind, werden sie der Taliban nicht Herr. Die im Februar laut angekündigte "Großoffensive" im Süden kommt kaum voran, bereits jetzt ist 2010 das mit Abstand verlustreichste Jahr für die Nato-geführte Truppe Isaf. Insgesamt kamen seit Jahresanfang mindestens 580 ausländische Soldaten ums Leben.
- Datum 18.10.2010 - 15:30 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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"Obama selbst hat den Eindruck geschürt, dass der Westen Afghanistan verloren gibt, als er ankündigte, die USA würden Mitte 2011 mit dem Abzug ihrer Truppen beginnen. Dies raubte auch seiner Strategie viel an Glaubwürdigkeit. Die Taliban können nun versuchen, den Westen einfach auszusitzen."
Dieser Absatz trifft es ganz gut.
Ich hoffe, dass noch etwas Gutes aus der Sache hervorkommt.
Weningstens für die Menschen, die unter den Taliban leiden->
http://www.welt.de/multim...
Es sei denn, sie sind auf der Siegerstraße. Und was interessiert uns unser Geschwätz von gestern. Schließlich sind wir auch nicht viel besser.
Vielleicht werden sie einen Grossteil ihrer Truppen werbewirksam abziehen,ganz so wie im Irak,wo sie sich mit einer Truppe von 50 000 Soldaten auf Stützpunkte im ganzen Land niedergelassen haben.Unterstützt von
100 000 weiteren privaten Söldnern.So behält man weiterhin die Kontrolle mit Hilfe einer Vasallenregierung.Vielleicht glauben die Machthaber in den USA an ein 2.Wunder.
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