Noch nie war er dem Staat Israel so nah. Nur vier Kilometer von der israelischen Grenze entfernt, in der Ortschaft Bint Dschbeil, in der sich israelische Soldaten und die Milizionäre der von Iran aufgerüsteten Hisbollah im Sommer 2006 erbitterte Kämpfe geliefert hatten, ließ sich der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad feiern.

Im Stadion des Ortes sagte Ahmadineschad vor rund 15.000 Menschen, Iran bleibe "bis zum Ende" an der Seite des libanesischen Volkes. Ahmadineschad wurde mit Freudenrufen begrüßt, die Menschen schwenkten libanesische und iranische Fahnen. Aus Lautsprechern liefen extra für den iranischen Staatschef komponierte Lieder. "Bint Dschbeil ist sehr lebendig", sagte Ahmadineschad und bezeichnete die Menschen der Region als "Volk des Widerstandes".

Israelische Medien hatten sich zuvor alarmiert über den angekündigten Besuch Ahmadineschads an der Grenze geäußert. "Provokativ und destabilisierend" sei das, hieß es aus dem Außenministerium. Auch die USA hatten Iran davor gewarnt, die Spannungen im Libanon anzuheizen.

Ahmadineschad hatte Israel in der Vergangenheit vielfach provoziert , indem er etwa den Holocaust und das Existenzrecht des Staates infrage stellte. Auch bei seiner Rede in Bint Dschbeil sagte er in Anspielung auf Israel, "die Zionisten" würden "verschwinden".

Iran unterstützt seit rund drei Jahrzehnten traditionell die Hisbollah-Miliz, die gegen Israel kämpft, inzwischen im Libanon aber auch an der Regierung beteiligt ist. Die Regierung in Teheran sichert Hisbollah politische Durchschlagskraft im Libanon und Rückhalt im Kampf gegen Israel. Im Gegenzug ist die "Partei Gottes" für Iran eine Trumpfkarte im Ringen um Einfluss und Macht im Nahen Osten.