Rentenreform Anti-Sarkozy-Proteste legen Frankreich lahm

Hunderttausende haben erneut gegen Sarkozys Rentenreform protestiert. Weil Raffinerien bestreikt werden, geht dem Land das Benzin aus – mancherorts kam es zu Panikkäufen.

Französische Schüler demonstrieren gegen die anstehende Rentenreform

Französische Schüler demonstrieren gegen die anstehende Rentenreform

In Frankreich weiten sich die Proteste gegen die Rentenpolitik von Präsident Nicolas Sarkozy weiter aus. Am Samstag gingen nach Angaben der Regierung erneut rund 825.000 Menschen auf die Straße. Insgesamt gab es landesweit 264 Protestversammlungen. Die Gewerkschaft CGT sprach sogar von bis zu drei Millionen Teilnehmern. Allein 310.000 Menschen seien in Paris auf die Straße gegangen, teilte die Gewerkschaft mit.

Die Proteste beeinträchtigen zunehmend auch die Versorgung des Landes mit Benzin. Die Beschäftigten aller zwölf französischen Raffinerien sowie der wichtigen Öl-Häfen streiken seit Dienstag, um die Rentenreform noch zu kippen. Am Morgen räumte die Polizei die Blockaden vor mehreren Öl-Depots des Landes. Zugleich wurde aber eine Reihe neuer Öl-Lager von Streikenden blockiert.

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Wie der Guardian berichtet sind bereits zehn Prozent aller Tankstellen in Frankreich ohne Benzin. In mehreren Regionen kam es der Zeitung zufolge zu Panikkäufen. Weil auch die Hafenarbeiter in Nantes bis Montagmorgen streiken wollen, konnten am Samstag elf Schiffe nicht auslaufen. Ein am Freitag in Nantes gelandeter Gastanker konnte seine Ladung nicht löschen. Währenddessen streikt in Marseille schon seit vier Tagen die Müllabfuhr. Die Feuerwehr musste dort vermehrt wegen in Brand gesetzter Müllberge ausrücken.

Wie das Umweltministerium mitteilte, könnte dem Pariser Großflughafen Roissy-Charles de Gaulle bereits zu Beginn der kommenden Woche das Kerosin ausgehen. Der Vorrat reiche noch bis Montagabend oder Dienstag, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Der Präsident des französischen Kraftstoffverbands, Jean-Louis Schilansky, bezeichnete die Situation als "angespannt".

Aufgrund der Streiks musste zudem die Versorgungsleitung für die Pariser Flughäfen Orly und Roissy-Charles de Gaulle sowie für den Süden der französischen Hauptstadt und die Zentralregion unterbrochen werden. Für die Pipeline fehlte laut Betreibergesellschaft Trapil der Kraftstoff-Nachschub aus einer Raffinerie.

Die Regierung sucht derweil nach Möglichkeiten, um die Treibstoffversorgung der Flughäfen trotz der Blockade zu sichern. Voraussichtlich wird Frankreich verstärkt auf den Import von Treibstoff setzen. Zudem haben Sicherheitskräfte bereits mehrere Blockaden von Treibstoff-Depots wieder aufgehoben.

Seit nun schon fünf Tagen beeinträchtigen die Streiks das öffentliche Leben in Frankreich. Bei den größten Massenprotesten der vergangenen Wochen waren am vergangenen Dienstag nach Angaben der Gewerkschaften rund 3,5 Millionen Menschen auf die Straße gegangen. Die Regierung sprach von 1,2 Millionen Demonstranten. Erstmals hatten sich auch viele Schüler und Studenten an den Protesten beteiligt.

Die Kundgebungen richten sich gegen die geplante Rentenreform der konservativen Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy, mit der das Rentenalter von 60 auf 62 Jahre erhöht werden soll. Die Reform soll am Mittwoch durch den Senat gehen und noch vor Ende des Monats endgültig verabschiedet werden.

Die Polizei war zum behutsamen Umgang mit den Demonstranten aufgerufen. Nachdem bei der Auflösung einer Schul-Blockade bei Paris am Donnerstag ein Schüler schwer verletzt worden war, hatte die Polizeidirektion der Hauptstadt den Einsatz von Gummigeschossen durch die Polizei verboten. Die Oppositionschefin Martine Aubry appellierte an die Regierung, die Beratungen über die Rentenreform einzustellen und einen Runden Tisch zu organisieren. "Wir werden uns an der Suche nach einer Lösung beteiligen", sagte sie dem Sender France 2. Sie erinnerte erneut daran, dass Sarkozy früher mehrfach betont hatte, dass er die Rente mit 60 nicht anrühren werde.

 
Leser-Kommentare
  1. Warum können die Franzosen das und die Deutschen nicht? Grund hätten wir genug, Bank-Manager-Gehälter trotz verzockten Milliarden! Lobbyismus usw. usw. Wir sollten uns mal ein Beispiel an unserem Nachbarland nehmen und den überheblichen Politikern - die denken mit uns können sie alles machen - einen Schlussstrich setzen und das nicht erst zu den nächsten Wahlen, wo die meisten sich eh wieder von falschen versprechen einlullen lassen!

  2. Wenn, wie im artikelbegleitenden Bild zu erkennen, Scharen von 12-15jaehrigen gegen eine Erhoehung des Rentenalters von 60 auf 62 protestieren, dann stellt sich die Frage, ob hier jemand mit Lakritze und Bonbons bestochen wurde, um den Druck auf die Regierung zu erhoehen. Nach dem Motto: viel hilft viel.

    P.S. Wenn CGT mir den Flug nach Paris spendiert, dann komm ich auch gern zur naechsten Demo.

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    man könnte doch auch einfach mal annehmen, daß diese schüler aufgeklärt und engagiert genug sind sich für etwas zu einzusetzen, was sie definitv selbst irgendwann mal betrifft.

    frei nach dem motto: als sie mich holten war keiner mehr zum protestieren da.

    Es ist ja kaum zu erwarten, dass diese jungen Menschen überhaupt noch das Rentenalter erreichen werden, so wie die Entwicklung läuft, nicht wahr?

    • marxo
    • 16.10.2010 um 22:08 Uhr

    Bedenklicher wäre doch, wenn 66-Jährige dagegen demonstrieren würden und keine 15-jährigen. Die wissen ganz gut, dass sie es sind, die in spätestens 40 Jahren bei den nächsten Erhöhungen nochmal dran wären. Und so doof wie die Deutschen sind die Franzosen zum Glück nicht.

    sind ja gerade die Betroffenen.
    Wenn in Frankreich schon heute die Arbeitslosigkeit bei 10% liegt, kann man doch nicht davon ausgehen, dass, nur weil man länger arbeiten lassen will, auch länger gearbeitet werden: kann!
    Für die Mehrheit, die ab 55 Jahre keinen Job mehr haben, heißt das längeres Verweilen in Arbeitslosigkeit, wieder eine Senkung des Lebensstandards und Prekarität.
    Wenn die 33%, die ab 60 noch einen Job haben, noch länger arbeiten, werden auch weniger Posten für die nächste Generation frei und das heißt noch mehr Arbeitslosigkeit und Prekarität bei den Jungen.
    Und die Aussicht, dass sie, wenn sie einmal einen Job bekommen, in ein Rentensystem einzahlen, an dessen Auszahlung, Alter, Bedingungen immer wieder zu ihren Ungunsten herumgedoktert wird.

    So schwer ist es gar nicht zu verstehen: Diese Reform ist keine Lösung, sondern eine Umschichtung von Rente zu Arbeitslosengeld und damit eine Absenkung des Lebensstandards für Alt UND Jung.

    Kleiner Hinweis...
    http://community.zeit.de/user/catrachito/beitrag/2010/09/27/her-mit-dem-schönen-leben

    man könnte doch auch einfach mal annehmen, daß diese schüler aufgeklärt und engagiert genug sind sich für etwas zu einzusetzen, was sie definitv selbst irgendwann mal betrifft.

    frei nach dem motto: als sie mich holten war keiner mehr zum protestieren da.

    Es ist ja kaum zu erwarten, dass diese jungen Menschen überhaupt noch das Rentenalter erreichen werden, so wie die Entwicklung läuft, nicht wahr?

    • marxo
    • 16.10.2010 um 22:08 Uhr

    Bedenklicher wäre doch, wenn 66-Jährige dagegen demonstrieren würden und keine 15-jährigen. Die wissen ganz gut, dass sie es sind, die in spätestens 40 Jahren bei den nächsten Erhöhungen nochmal dran wären. Und so doof wie die Deutschen sind die Franzosen zum Glück nicht.

    sind ja gerade die Betroffenen.
    Wenn in Frankreich schon heute die Arbeitslosigkeit bei 10% liegt, kann man doch nicht davon ausgehen, dass, nur weil man länger arbeiten lassen will, auch länger gearbeitet werden: kann!
    Für die Mehrheit, die ab 55 Jahre keinen Job mehr haben, heißt das längeres Verweilen in Arbeitslosigkeit, wieder eine Senkung des Lebensstandards und Prekarität.
    Wenn die 33%, die ab 60 noch einen Job haben, noch länger arbeiten, werden auch weniger Posten für die nächste Generation frei und das heißt noch mehr Arbeitslosigkeit und Prekarität bei den Jungen.
    Und die Aussicht, dass sie, wenn sie einmal einen Job bekommen, in ein Rentensystem einzahlen, an dessen Auszahlung, Alter, Bedingungen immer wieder zu ihren Ungunsten herumgedoktert wird.

    So schwer ist es gar nicht zu verstehen: Diese Reform ist keine Lösung, sondern eine Umschichtung von Rente zu Arbeitslosengeld und damit eine Absenkung des Lebensstandards für Alt UND Jung.

    Kleiner Hinweis...
    http://community.zeit.de/user/catrachito/beitrag/2010/09/27/her-mit-dem-schönen-leben

  3. Meinen Glückwunsch an die Franzosen und hoffentlich geht es auch bald in Deutschland zur Sache. Aber hier sind die führenden Gewerkschafter wohl noch geistig auf Hartz eingeschworen und hoffen, dass sie das von den Ausbeutern gut belohnt bekommen.

    Eine neue Gewerkschaftsführung braucht das Land. Weg mit den Genossen der Bosse!

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    sicher nur ein Versehen und keine Polemik ;-)

    Richtig ist:

    Die Franzosen bekommen die volle Rente ab 65 Jahren, können aber mit durchaus kräftigen Abschlägen schon ab 60 Jahren in Rente gehen.

    Die Regierung will das jetzt die untere Einstiegsgrenze auf 62 Jahre hochsetzen und die normale ungekürzte Rente auf 67 Jahre.

    Da es offensichtlich auch in Frankreich etlcieh von Arbeitslosigkeit bedrohte Ältere gibt, macht das dagegenhalten schon Sinn.

    Aber sicher kommt bald wieder ein "Monsieur Rainier" mit seinem Standard-Textbaustein und erklärt uns, das es nur 100.000 sind und bald vorbei ist.

    Ich denke, das es diesmal weiter hart zur Sache gehen wird.

    sicher nur ein Versehen und keine Polemik ;-)

    Richtig ist:

    Die Franzosen bekommen die volle Rente ab 65 Jahren, können aber mit durchaus kräftigen Abschlägen schon ab 60 Jahren in Rente gehen.

    Die Regierung will das jetzt die untere Einstiegsgrenze auf 62 Jahre hochsetzen und die normale ungekürzte Rente auf 67 Jahre.

    Da es offensichtlich auch in Frankreich etlcieh von Arbeitslosigkeit bedrohte Ältere gibt, macht das dagegenhalten schon Sinn.

    Aber sicher kommt bald wieder ein "Monsieur Rainier" mit seinem Standard-Textbaustein und erklärt uns, das es nur 100.000 sind und bald vorbei ist.

    Ich denke, das es diesmal weiter hart zur Sache gehen wird.

  4. man könnte doch auch einfach mal annehmen, daß diese schüler aufgeklärt und engagiert genug sind sich für etwas zu einzusetzen, was sie definitv selbst irgendwann mal betrifft.

    frei nach dem motto: als sie mich holten war keiner mehr zum protestieren da.

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    "diese schüler aufgeklärt und engagiert genug sind sich für etwas zu einzusetzen,"
    Selten so gelacht, gehen Sie mal in Frankreich in eine durchschnittliche "Gymnasialklasse", meinetwegen auch an die Uni, die erste 3-4 Jahre wird dort ueberwiegend nachplappern gelehrt. Und ein Blick auf die diversen Fernsehbilder lehrt, da muss zumindest eine Gewerkschaft (CGT) viel Geld haben. Stimmt: Sein 1947 "fuehrt" die CGT etwa das CE (CCAS, http://fr.wikipedia.org/wiki/Caisse_centrale_d'activités_sociales) der Energieversorger, mit Jahresmitteln von 2008 etwa ueber 800 Millionen Euro, dafuer machen sie so alles moegliche, halten sich aber aus den eigentlichen betriebwichtigen Fragen raus, organisiern also Feiencamps u.ae. Sofern bei der CGT ist kann man dann auch in richtig schicke Feriencentren reisen, falls man nicht bei der CGT ist halt in nicht so schoene oder auch gar nicht.

    Ansonsten kann ich zur franz. Verhandlungsfreudigkeit folgendes empfehlen:
    http://www.brandeins.de/a...
    gruesse aus dem Land Voltaire's

    Sie sind hier der unbestrittene Koenig der Interpretation. Wenn Sie denn Recht haetten, wenn dem denn so waere, dann sollten wir vielleicht europaweit das Eintrittsalter zum Arbeitsmarkt auf 12 herabsetzen. Denn die Innovationskraft so vieler kluger, aufgeklaerter Individuen nicht zu nutzen, waere ja ein Unding, und irgendjemand muss ja schliesslich arbeiten um fuer die ganzen 60jaehrigen Rentner zu zahlen.

    Ich bleibe dabei: Bonbons und Lakritze sind die Motivation.

    "diese schüler aufgeklärt und engagiert genug sind sich für etwas zu einzusetzen,"
    Selten so gelacht, gehen Sie mal in Frankreich in eine durchschnittliche "Gymnasialklasse", meinetwegen auch an die Uni, die erste 3-4 Jahre wird dort ueberwiegend nachplappern gelehrt. Und ein Blick auf die diversen Fernsehbilder lehrt, da muss zumindest eine Gewerkschaft (CGT) viel Geld haben. Stimmt: Sein 1947 "fuehrt" die CGT etwa das CE (CCAS, http://fr.wikipedia.org/wiki/Caisse_centrale_d'activités_sociales) der Energieversorger, mit Jahresmitteln von 2008 etwa ueber 800 Millionen Euro, dafuer machen sie so alles moegliche, halten sich aber aus den eigentlichen betriebwichtigen Fragen raus, organisiern also Feiencamps u.ae. Sofern bei der CGT ist kann man dann auch in richtig schicke Feriencentren reisen, falls man nicht bei der CGT ist halt in nicht so schoene oder auch gar nicht.

    Ansonsten kann ich zur franz. Verhandlungsfreudigkeit folgendes empfehlen:
    http://www.brandeins.de/a...
    gruesse aus dem Land Voltaire's

    Sie sind hier der unbestrittene Koenig der Interpretation. Wenn Sie denn Recht haetten, wenn dem denn so waere, dann sollten wir vielleicht europaweit das Eintrittsalter zum Arbeitsmarkt auf 12 herabsetzen. Denn die Innovationskraft so vieler kluger, aufgeklaerter Individuen nicht zu nutzen, waere ja ein Unding, und irgendjemand muss ja schliesslich arbeiten um fuer die ganzen 60jaehrigen Rentner zu zahlen.

    Ich bleibe dabei: Bonbons und Lakritze sind die Motivation.

    • samui
    • 16.10.2010 um 21:01 Uhr

    ...davon koennen Deutsche nur traeumen. Aber finanzieren duerfen wir sie schon, allerdings in F und GR. 750 Mrd. Rettungspaket etc. Mahlzeit,
    Samui

  5. Es geht in Frankreich um die Erhöhung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67, nicht wie in Deutschland immer dargestellt auf 62. Das Eintrittsalter 60 ist meines Wissens nur möglich nach 40 oder 45 Jahren Beitragszahlungen. Dass in Deutschland die Erhöhung sogar ohne Diskussion hingenommen wurde und selbst eine Diskussion auf 70 mit einem Schulterzucken kommentiert wird, ist für mich unerklärlich.

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    Vollkommen unverständlich, wie das in Deutschland läuft ohne echte Proteste.

    Aber schon interessant, wie die ZEIT das Rentenalter der Franzosen manipuliert angibt - und nicht nur in diesem Blatt ist das falsch beschrieben (war auch schon bei den Griechen so beim Rentenalter und der Rentenhöhe).

    Honi soit qui mal y pense ...

    Vollkommen unverständlich, wie das in Deutschland läuft ohne echte Proteste.

    Aber schon interessant, wie die ZEIT das Rentenalter der Franzosen manipuliert angibt - und nicht nur in diesem Blatt ist das falsch beschrieben (war auch schon bei den Griechen so beim Rentenalter und der Rentenhöhe).

    Honi soit qui mal y pense ...

  6. ...ich beneide dich!

    Schade das wir ein Land von Duckmäusern, Radfahrern und A****kriechern geworden sind :-(

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    für das deutsche Duckmäusertum.

    1. Der preußische Obrigkeitsstaat wirkt nach. Die Unterwürfigkeit gegenüber Autoritäten ist beim Deutschen quasi genetisch. Wir verehren und lieben unsere Autoritäten.

    2. In keinem anderen Land Europas ist die tradierte Linke so ausgelöscht worden wie in Deutschland. Nicht nur Juden sind in den KZ's gelandet, sondern auch unzählige Sozialisten und Kommunisten. Das wirkt bis heute nach.

    3. Das Verbot der KPD nach dem 2. Weltkrieg. Welches andere demokratische europäische Land hatte schon so ein Parteienverbot.

    4. Die kurze Zeit der Sozialpartnerschaft. Die Gewerkschaften sind noch nicht aufgewacht.

    5. Das „Verbot“ des politischen Generalstreiks, solche Streiks sind nicht vom Streikrecht gedeckt.

    6. Eine opportunistische Grüne, die einen Teil des Protestpotentials mit ihrer Klientelpolitik gekauft hat. Beamten- und Lehrerpartei. Die Partei für Profiteure des Systems mit dem schlechten Gewissen. Grüne FDP.

    7. Eine neoliberale SPD, die auch bei der Organisation von Streiks fehlt. Ja gut, soll die gegen ihre eigene Politik Streiks organisieren? Aber Parteien haben nun mal Organisationspotential.

    8. Eine Presse mit Hofberichterstattung, die sogar Burkina Faso als Vergleich bemüht, um den Deutschen einzureden, dass sie in der besten aller möglichen Welten leben. Dass es dem Deutschen sehr gut geht und nicht besser gehen könnte, gehört zur unerschütterlichen Gewissheit der Deutschen.

    9. Demonstrationen werden zunehmend kriminalisiert.

    • Varech
    • 18.10.2010 um 21:15 Uhr

    Mutig?! Das ist nur Wadenbeisserei. Die Leute hatten ihren "starken Mann" mit satter Mehrheit selber gewählt. Dank der breiten Krypto-Nazi-Basis. Das hat Tradition wie die nicht rostende Liebe der "Linken" zu Stalin und RDA (DDR).

    Und fange mir keiner von der grossen Revolution früher mal an.
    Da ist das maschinelle Menschenschlachten erfunden worden. Ein Volk von verantwortlichen Einzelnen ist zur Masse verrührt worden. Das wirkt bis heute.
    Sicher gibt es trotzdem immer noch Köpfe, die herausragen, und die bei unmittelbarer Gefahr (auch das hat Tradition) sich nach Preussen retten können.

    Und die vielen Kinder bei den Demos? Die haben einen Grund gefunden, viele zu sein; die finden so den "Mut", den jeder alleine (und mit Grund!) nicht hätte, gegen ihr lausiges Dasein in scholastischen Dressur- und Selektions-Anstalten aufzumucken.

    für das deutsche Duckmäusertum.

    1. Der preußische Obrigkeitsstaat wirkt nach. Die Unterwürfigkeit gegenüber Autoritäten ist beim Deutschen quasi genetisch. Wir verehren und lieben unsere Autoritäten.

    2. In keinem anderen Land Europas ist die tradierte Linke so ausgelöscht worden wie in Deutschland. Nicht nur Juden sind in den KZ's gelandet, sondern auch unzählige Sozialisten und Kommunisten. Das wirkt bis heute nach.

    3. Das Verbot der KPD nach dem 2. Weltkrieg. Welches andere demokratische europäische Land hatte schon so ein Parteienverbot.

    4. Die kurze Zeit der Sozialpartnerschaft. Die Gewerkschaften sind noch nicht aufgewacht.

    5. Das „Verbot“ des politischen Generalstreiks, solche Streiks sind nicht vom Streikrecht gedeckt.

    6. Eine opportunistische Grüne, die einen Teil des Protestpotentials mit ihrer Klientelpolitik gekauft hat. Beamten- und Lehrerpartei. Die Partei für Profiteure des Systems mit dem schlechten Gewissen. Grüne FDP.

    7. Eine neoliberale SPD, die auch bei der Organisation von Streiks fehlt. Ja gut, soll die gegen ihre eigene Politik Streiks organisieren? Aber Parteien haben nun mal Organisationspotential.

    8. Eine Presse mit Hofberichterstattung, die sogar Burkina Faso als Vergleich bemüht, um den Deutschen einzureden, dass sie in der besten aller möglichen Welten leben. Dass es dem Deutschen sehr gut geht und nicht besser gehen könnte, gehört zur unerschütterlichen Gewissheit der Deutschen.

    9. Demonstrationen werden zunehmend kriminalisiert.

    • Varech
    • 18.10.2010 um 21:15 Uhr

    Mutig?! Das ist nur Wadenbeisserei. Die Leute hatten ihren "starken Mann" mit satter Mehrheit selber gewählt. Dank der breiten Krypto-Nazi-Basis. Das hat Tradition wie die nicht rostende Liebe der "Linken" zu Stalin und RDA (DDR).

    Und fange mir keiner von der grossen Revolution früher mal an.
    Da ist das maschinelle Menschenschlachten erfunden worden. Ein Volk von verantwortlichen Einzelnen ist zur Masse verrührt worden. Das wirkt bis heute.
    Sicher gibt es trotzdem immer noch Köpfe, die herausragen, und die bei unmittelbarer Gefahr (auch das hat Tradition) sich nach Preussen retten können.

    Und die vielen Kinder bei den Demos? Die haben einen Grund gefunden, viele zu sein; die finden so den "Mut", den jeder alleine (und mit Grund!) nicht hätte, gegen ihr lausiges Dasein in scholastischen Dressur- und Selektions-Anstalten aufzumucken.

  7. Der Protest in Frankreich gegen die Anhebung des Renteneintrittsalters ist so unvernünftig, wie der Protest der Griechen gegen Sparmaßnahmen der Regierung.
    In Deutschland protestiert man lieber gegen Bahnhofsneubauten.

    Aber dann wird man sich doch wieder einig.
    Vielleicht geht es weniger um die primäre Sache als um einen Protest gegen ignorante untransparente und selbstgenügende Politik in Deutschland, wie in Frankreich.

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