Die israelische Regierung trage die volle Verantwortung für den Stillstand der Gespräche, sagte der palästinensische Unterhändler Jassir Abed Rabbo nach einer Sitzung des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), dem Dachverband mehrerer Palästinenserorganisationen. Solange Israel den Bau weiterer Siedlungen im besetzten Westjordanland nicht beendet, will die PLO die Friedensverhandlungen nicht fortsetzen. 

Nabil Abu Rudeinah, der Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, berichtete, man habe den US-Vermittler George Mitchell darüber informiert, dass es keine weiteren Gespräche mit Israel geben werde. Ohne eine Fortsetzung des Siedlungsstopps seien die Verhandlungen "ohne jede Bedeutung". Alle Anstrengungen Mitchells und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton seien ins Leere gelaufen, sagte er. "Die USA haben versucht, eine Formel zu finden, aber sie sind gescheitert, weil Israel nicht darauf eingegangen ist."

Jetzt wollen die Palästinenser zunächst die Arabische Liga über ihre Position informieren. Das Treffen der Organisation findet am Mittwoch in Kairo statt. Erst danach werde die PLO entscheiden, ob sie den UN-Sicherheitsrat in den Konflikt einschalte, kündigte Rudeinah an.

Mitchell und Ashton hatten Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Freitag in Jerusalem vergeblich dazu aufgefordert, ein am vergangenen Sonntag abgelaufenes Bauverbot im Westjordanland zu verlängern. Netanjahu lehnt das unter anderem mit dem Hinweis auf sein öffentliches Versprechen ab, dass nach Ablauf des zehnmonatigen Baustopps in jüdischen Siedlungen weitergebaut werden könne.