Frieden in NahostPalästinenser lehnen Gespräche mit Israel ab

Die Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern sind vorerst gescheitert. Streitpunkt ist eine mögliche Wiederaufnahme des Siedlungsbaus im Westjordanland. von dpa

Israel, Siedlungen, Abbas, Palästinenser, Netanjahu

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf der Sitzung des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO)  |  © Abbas Momani/Getty Images

Die israelische Regierung trage die volle Verantwortung für den Stillstand der Gespräche, sagte der palästinensische Unterhändler Jassir Abed Rabbo nach einer Sitzung des Exekutivkomitees der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), dem Dachverband mehrerer Palästinenserorganisationen. Solange Israel den Bau weiterer Siedlungen im besetzten Westjordanland nicht beendet, will die PLO die Friedensverhandlungen nicht fortsetzen. 

Nabil Abu Rudeinah, der Sprecher von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, berichtete, man habe den US-Vermittler George Mitchell darüber informiert, dass es keine weiteren Gespräche mit Israel geben werde. Ohne eine Fortsetzung des Siedlungsstopps seien die Verhandlungen "ohne jede Bedeutung". Alle Anstrengungen Mitchells und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton seien ins Leere gelaufen, sagte er. "Die USA haben versucht, eine Formel zu finden, aber sie sind gescheitert, weil Israel nicht darauf eingegangen ist."

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Jetzt wollen die Palästinenser zunächst die Arabische Liga über ihre Position informieren. Das Treffen der Organisation findet am Mittwoch in Kairo statt. Erst danach werde die PLO entscheiden, ob sie den UN-Sicherheitsrat in den Konflikt einschalte, kündigte Rudeinah an.

Mitchell und Ashton hatten Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Freitag in Jerusalem vergeblich dazu aufgefordert, ein am vergangenen Sonntag abgelaufenes Bauverbot im Westjordanland zu verlängern. Netanjahu lehnt das unter anderem mit dem Hinweis auf sein öffentliches Versprechen ab, dass nach Ablauf des zehnmonatigen Baustopps in jüdischen Siedlungen weitergebaut werden könne.

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Leserkommentare
    • chamsi
    • 02. Oktober 2010 18:48 Uhr

    Der Siedlungsbau wurde bereits feierlich vor einer
    Woche wieder gestartet :)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sagen Sie mal, leben Sie eigentlich dort, dass Sie sich anmassen alles was aus der Zeitung lesen, nochmals aus Ihrem Mund preiszugeben?

    Oh ich vergass, Sie sind ja über alles bestens im Bild. Aber sind Sie auch darüber im Bild, dass Abbas Partei, die Fatah, die Aksa - Brigaden beinhaltet, welche sich für den bewaffneten Kampf gegen Israel ausspricht? ...Entweder nein oder Sie haben wohl den gesunden Menschenverstand verloren.

    Santé!

    Bitte argumentieren Sie sachlich und verzichten Sie auf beleidigende Unterstellungen. Die Redaktion/is

    • zd
    • 02. Oktober 2010 19:11 Uhr

    jetzt steht es offiziel fest. es sind die palaestinenser, welche die verhandlungen abbrechen.

    die israelis MUESSEN verhandeln obwohl es immer wieder anschlaege und angriffe mit toten juden gibt, aber wenn die juden haeuser bauen, dann sind sie fuer den ausstieg der palaestinenser schuld.

    die logik bleibt wie immer bei den antizionisten auf der strecke. will mir hier jemand klarmachen, dass wenn die palaestinenser nicht verhandeln, es etwas an dem haeuserbau aendern wird? soll man nicht umgekehrt so schnell wie moeglich verhandeln, damit die israelis so wenig wie moeglich bauen koennen? am ende wird alles zugebaut sein und wenn zu viele fakten geschafen werden, wird nichts mehr helfen. die drohungen der usa werden da auch nicht helfen, da der kongress in nahostpolitik absolut proisraelisch ist.

    die palaestinenser dachten wie immer, dass sie durch gewalt und drohungen zugestaendnise erzwingen koennen. und am ende haben sie sich selbst ins bein geschossen.

    die aussage von golda meir wird immer wieder aufs neue bewiesen "die araber verpassen nie eine chance eine chance zu verpassen."

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ein Traum. Sie glauben wirklich, die Israelis wurden auch nur irgendwas von ihrem Plan, das Westjordanland mittels Siedlungen zu erobern, abrücken?
    Maximal wäre ein befriedetes Ghetto für "Gastarbeiter" zwischen den Siedlungen zustandegekommen. Da diesem kein Palästinenser außer Abbas zugestimmt hätte, wäre halt dann das großzügige Friedensangebot an den pösen Palästinensern gescheitert.
    Das Vorführen Abbas kann man sich wirklich leichten Herzens ersparen. Der Herrscher von Israel soll weitertun und beobachten, wie sich der US Kongress entwickelt. Die Freundschaft mit Israel ist auch nicht in Stein gemeiselt.

    Wie ernst ist wohl jemand zu nehmen, der die Palästinenser kollektiv als Antizionisten diffamiert? Da wundert man sich auch nicht über die Forderung, die Palästinenser mögen bei den Verhandlungen doch bitte schnell, ohne eigene Forderungen und widerstandlos den Israelis nachkommen, damit die Israelis den Palästinenser während der Verhandlungen nicht noch mehr Land stehlen.
    Da kann man nur mitleidig abwinken.

    "Die araber verpassen nie eine chance eine chance zu verpassen."

    Es war nicht Golda Meir, sondern Abba Eban.

    Erstere sagte aber: "Frieden wird es erst geben, wenn die Araber ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen".

    Beide Zitate treffen den Nagel ziemlich genau auf den Kopf.

  1. Ein Traum. Sie glauben wirklich, die Israelis wurden auch nur irgendwas von ihrem Plan, das Westjordanland mittels Siedlungen zu erobern, abrücken?
    Maximal wäre ein befriedetes Ghetto für "Gastarbeiter" zwischen den Siedlungen zustandegekommen. Da diesem kein Palästinenser außer Abbas zugestimmt hätte, wäre halt dann das großzügige Friedensangebot an den pösen Palästinensern gescheitert.
    Das Vorführen Abbas kann man sich wirklich leichten Herzens ersparen. Der Herrscher von Israel soll weitertun und beobachten, wie sich der US Kongress entwickelt. Die Freundschaft mit Israel ist auch nicht in Stein gemeiselt.

    Antwort auf "wunderschoen"
  2. Wie ernst ist wohl jemand zu nehmen, der die Palästinenser kollektiv als Antizionisten diffamiert? Da wundert man sich auch nicht über die Forderung, die Palästinenser mögen bei den Verhandlungen doch bitte schnell, ohne eigene Forderungen und widerstandlos den Israelis nachkommen, damit die Israelis den Palästinenser während der Verhandlungen nicht noch mehr Land stehlen.
    Da kann man nur mitleidig abwinken.

    Antwort auf "wunderschoen"
  3. Sagen Sie mal, leben Sie eigentlich dort, dass Sie sich anmassen alles was aus der Zeitung lesen, nochmals aus Ihrem Mund preiszugeben?

    Oh ich vergass, Sie sind ja über alles bestens im Bild. Aber sind Sie auch darüber im Bild, dass Abbas Partei, die Fatah, die Aksa - Brigaden beinhaltet, welche sich für den bewaffneten Kampf gegen Israel ausspricht? ...Entweder nein oder Sie haben wohl den gesunden Menschenverstand verloren.

    Santé!

    Bitte argumentieren Sie sachlich und verzichten Sie auf beleidigende Unterstellungen. Die Redaktion/is

  4. ... eigenen Staat verzichten und nun zum dynamischen pazifistischen Widerstand übergehen und fleißig weiter Kinder machen. Dann wird man sie für einen eigenen Staat bald anbetteln und die Friedensunfähigen geraten ganz von selbst in die Minderheit. Mit den othodoxen Juden gibt es da keine großen Probleme, eher Gemeinschaftliches. Die Israelis stehen auf dem Höhepunkt ihrer Stärke, das ist der perfekte Moment um Frieden zu schließen, von Stark zu Schwach. Wenn sie aus ihrer kulturellen Dialektik heraus dies erst begreifen, wenn sie völlig isoliert sind, dann ist es halt so.

    • Novaris
    • 02. Oktober 2010 20:20 Uhr

    Die Bibel sagt :
    Zacharias 12, 2-3 " Siehe, ich mache Jerusalem zum Taumelbecher für alle Völker im Umkreis. ... Ich mache Jerusalem zu einem schweren Hebestein für alle Völker, wer immer ihn heben will, reißt sich wund.
    Diese Bibelstelle wird durch die vielen gescheiterten "Friedensgespräche" eindrucksvoll bestätigt.
    Das Palästinenserproblem ist unlösbar.
    Diese Tatsache ist Netanjahu, Abbas und anderen längst bekannt.

    • Leonas3
    • 02. Oktober 2010 20:30 Uhr

    Wie sieht es dann mit einem Baustopp für Palästinenser aus?
    Wenn man von Israel verlangt, den Baustopp in den Siedlungen zu verlängern, damit die Verhandlungen nicht scheitern, dann müsse die Maßnahme über Israelis UND Palästinenser verhängt werden. Da niemand den Ausgang der Gespräche und die abschließende Entscheidung über die Grenzen kennt, muss der Baustopp entweder für keine Seite gelten, oder für beide Seiten.

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    In seinen eigenen Gebieten soll jeder bauen wieviel er will.

    Das Problem sind die israelischen Siedlungen im Westjordanland die auf eigentlich palästinensischen Territorium errichtet werden. Da sollen Fakten geschaffen werden. Das ist illegal und ich kann verstehen dass die Palästinenser vor den Verhandlungen einen Baustopp fordern.

    Sonst kann man die Verhandlungen schön in die Länge ziehen bis die Siedlungen fertig sind.

    Ob die Palästinenser jetzt Verandlungen ablehnen oder nicht, sie können in dieser Hinsicht nur verlieren.

    Und das wird sich nicht ändern solange Israel sich als stärker und im Vorteil fühlt und sich von Verhandlungen und einem Frieden "auf Augenhöhe" nichts verspricht.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Benjamin Netanjahu | Mahmud Abbas | PLO | UN-Sicherheitsrat | Catherine Ashton | Gespräch
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