Dass die Friedensgespräche im Nahen Osten wieder ins Stocken geraten sind, liegt zuvorderst an der ungeklärten Siedlungsfrage – die jüdischen Siedler wollen weiter bauen, die Palästinenser fordern dagegen vor weiteren Verhandlungen einen Stopp. Um offenbar ihre Ansprüche in dem Streit zu unterstreichen, haben jüdische Siedler im Westjordanland nun erneut einen Brand in einer Moschee gelegt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Jedoch sei ein gutes Dutzend Koran-Bücher sowie der Teppich des Gotteshauses verbrannt, sagte ein Sprecher der palästinensischen Regierung in dem Dorf Beit Fadschar nahe Bethlehem.

Eine Mitarbeiterin der Dorfverwaltung teilte mit, mehrere Siedler seien vor Morgengrauen mit einem Auto in den Ort gekommen, laut Augenzeugen aus der benachbarten Siedlung Gush Etzion. Sie hätten Feuer in dem örtlichen Gebetshaus gelegt und sich dann wieder entfernt. Israelischen Medienberichten zufolge sprühten die Täter auch hebräische Schmäh-Parolen gegen Muslime und den Propheten Mohammed an die Wände.

Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die Tat als "ernsthafte Eskalation der Gewalt vonseiten der Siedler" gegen Palästinenser. Auch von der israelischen Armeesprecherin Avital Leibovich kam heftige Kritik. "Wir sehen dies als sehr schwerwiegenden Zwischenfall", sagte Leibovich. "Die Polizei versucht gemeinsam mit anderen Sicherheitskräften, die Gesetzesbrecher zu finden, die für diese Zerstörung verantwortlich sind. Wir gehen nicht zur Tagesordnung über."

Es ist der vierte Angriff auf eine Moschee seit Dezember, der israelischen Siedlern zur Last gelegt wurde. Palästinenser warfen den Siedlern vor, sie wollten einen "Religionskrieg" anzetteln. Israel kontrolliert das Westjordanland seit 1967, wo etwa eine halbe Million jüdische Siedler wohnen.