Die Verteidigungsminister der 28 Nato-Staaten haben sich auf tief greifende Reformen in der Organisation des Nordatlantischen Bündnisses geeinigt. Sie stimmten einem Vorschlag von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen zur Abschaffung von Nato-Hauptquartieren und der Zusammenlegung von Nato-Agenturen zu. Dies sagten Nato-Diplomaten.

Künftig soll es statt bisher elf nur noch maximal sieben Hauptquartiere geben. Die Zahl der dort Beschäftigten soll von 12.500 auf unter 9000 sinken. Auch soll die Zahl der Nato-Agenturen von 14 auf drei verringert werden. Die Frage, welche Standorte von den Kürzungen betroffen sein werden, soll erst später entschieden werden.

Diplomaten sagten, obwohl die Standortfrage ausdrücklich ausgeklammert wurde, habe Frankreichs Verteidigungsminister Hervé Morin sich für die Beibehaltung des Nato-Oberkommandos für Transformation in Norfolk/Virginia (USA) ausgesprochen. US-Verteidigungsminister Robert Gates habe gesagt, auch er wolle Standortfragen nicht vorgreifen – er sei aber dafür, dass aus politischen Gründen die Nato auch künftig in der Türkei mit einem Hauptquartier vertreten sein müsse.

In Deutschland gibt es mit dem Headquarters Allied Force Command Heidelberg und dem Headquarters Allied Air Command Ramstein zwei Hauptquartiere der Nato. Die Zentrale der Awacs-Flotte der Nato in Geilenkirchen zählt offiziell nicht als Hauptquartier.