Wikileaks-Veröffentlichung Golfstaaten verlangen Aufklärung über Irak-Einsatz

Die USA geraten wegen der von Wikileaks veröffentlichten Geheimakten zum Irak-Krieg in Bedrängnis. Die Golfstaaten und China gehen mit Washington hart ins Gericht.

Die Veröffentlichung geheimer Akten zum Irak-Krieg durch die Internetplattform Wikileaks hat den Golfkooperationsrat veranlasst, von den USA eine Untersuchung möglicher Verbrechen ihrer Armee gegen die Menschlichkeit zu fordern. Die USA seien für "alle Übergriffe und Verbrechen ihrer Soldaten im Irak verantwortlich", heißt es in einer Erklärung des Generalsekretärs der Organisation, Abdulrahman bin Hamad el Attija, aus der mehrere arabische Medien zitierten. Zum Golfkooperationsrat gehören Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Wikileaks hatte trotz vehementen Protests der US-Regierung am Wochenende etwa 400.000 Dokumente zum Irak-Einsatz veröffentlicht . Die Unterlagen stammen laut der Internetplattform aus "einer Datenbank des Pentagon" aus der Zeit vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2009. Darin seien " zahlreiche Fälle von Kriegsverbrechen " belegt. Aus den Unterlagen geht unter anderem hervor, dass die Armee nicht gegen Folterungen und Misshandlungen von Gefangenen durch irakische Sicherheitskräfte eingeschritten ist, obwohl sie davon wusste.

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In China reagierten die Staatsmedien auf die Veröffentlichung zum Teil mit deutlicher Kritik an den USA. Die Glaubwürdigkeit der Regierung in Washington als Verteidigerin der Menschenrechte sei dadurch befleckt, kommentierte die Zeitung China Daily . "Das Ausmaß der Verbrechen sollte jeden rechtschaffenen Menschen wütend machen", schrieb die englischsprachige Zeitung weiter. Es setze "wieder einmal ein großes Fragezeichen hinter das von den USA selbst verbreitete Bild als Weltmeister der Menschenrechte". Die Papiere ließen durchschauen, wie die USA zweierlei Maß anlegten.

Eher analytisch war der Ton hingegen auf der Website des Parteiorgans Renmin Ribao ("Volkszeitung"). Die Veröffentlichung komme zu einer "heiklen Zeit" und werde in der gegenwärtigen Situation im Irak "Öl ins Feuer gießen", schreibt das Blatt. Außerdem werde es vor den Wahlen in den USA im November sicherlich "in einem gewissen Grad negative Auswirkungen" auf die Regierung von Präsident Barack Obama haben.

Ein Wikileaks-Sprecher wies derweil den Vorwurf zurück, die Plattform sei anti-amerikanisch. Vielen Aktivisten der Plattform lägen die Prinzipien und das Gedankengut der Verfassung der USA, die im ersten Zusatzartikel unter anderem die Meinungsfreiheit garantiert, "wirklich am Herzen", sagte Kristinn Hrafnsson der britischen BBC. Auch den Vorwurf, das Internetportal diene mit seinen Enthüllungen der Propaganda von Islamisten wies Hrafnsson als "völlig falsch" zurück.

Wegen der Kritik vor allem aus den USA sieht sich Wikileaks-Gründer Julian Assange bedroht. Nach der Veröffentlichung der Irak-Akten habe er "zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen" getroffen, sagte Assange. Er fürchte jedoch nicht um sein Leben, rechne aber damit, dass die USA versuchen könnten, ihn und andere Wikileaks-Mitarbeiter zu ergreifen und der US-Gerichtsbarkeit zu unterstellen. Erst am Samstag habe ein ranghoher ehemaliger CIA-Vertreter wieder diese Möglichkeit in Erwägung gezogen, sagte Assange, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Ähnlich habe sich zuvor bereits das US-Verteidigungsministerium in einer Erklärung geäußert.

 
Leser-Kommentare
  1. "It again puts a big question mark against the US self-proclaimed image as the world human rights champion."

    Soweit China Daily im Original.

    Champion heißt in diesem Zusammenhang "Verfechter", und nicht "Weltmeister"

    Es sollte eigentlich nicht nötig sein, eine Zeitung wie diese zur korrekten Übersetzung zu ermahnen, wenn Zitate wiedergegeben werden. Leider gibt es solche Fehler hier immer wieder.

  2. ...vertriebene und gefolterte ging wäre das der beste Witz seit Jahren.
    China und die Golfstaaten, ein Konglomerat aus Diktaturen in denen Mann als Frau nicht mal alleine das Haus verlassen darf oder gar sagen was man denkt zeigen mit dem Finger auf die USA.
    Da treibt man den Teufel wirklich mit dem Belzebub aus.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    liegt für die westlichen Staaten darin, dass sie sich mit der Proklamation der Menschenrechte auch tatsächlich mit einem Maß messen müssen, das die betreffenden Diktaturen sich selbst nicht auferlegen.

    Falls die USA bereit sind, die Konsequenzen für das eigene Handeln zu ziehen, erkennen sie die Menschenrechte nicht nur de jure, sondern auch de facto an und können so trotz der eigenen Verfehlungen (weiterhin) die Geltung der Menschenrechte von den Regimes einfordern, die sie tagtäglich verletzen.

    Umgekehrt sagt der traurige Umstand, dass die Verfechter der Menschenrechte selber an ihnen scheitern, in der Tat nicht das Geringste über die Geltung der Rechte an sich aus, sondern nur über die Anstrengungen, die nach wie vor in der gesamten Welt erforderlich sind.

    • Oogie
    • 26.10.2010 um 1:02 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf einen höflichen Ton. Die Redaktion/cs

    • Oogie
    • 26.10.2010 um 1:10 Uhr

    Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar sind eine Monarchie egal in welcher Form aber das was sie hier über frauen in den gennanten staaten behaupten stimmt keineswegs. Und was hier verblödete Medien berichten schon gar nicht. Habe dort oft Frauen ohne Kopftuch gesehen und keiner hat mit dem Finger auf diese gezeigt. Und wie gesagt von Diktatur kein Anzeichen. Wenn sie die Geschichte von diesen Staaten kennen würden wüssten sie auch wieso Monarchie.

    liegt für die westlichen Staaten darin, dass sie sich mit der Proklamation der Menschenrechte auch tatsächlich mit einem Maß messen müssen, das die betreffenden Diktaturen sich selbst nicht auferlegen.

    Falls die USA bereit sind, die Konsequenzen für das eigene Handeln zu ziehen, erkennen sie die Menschenrechte nicht nur de jure, sondern auch de facto an und können so trotz der eigenen Verfehlungen (weiterhin) die Geltung der Menschenrechte von den Regimes einfordern, die sie tagtäglich verletzen.

    Umgekehrt sagt der traurige Umstand, dass die Verfechter der Menschenrechte selber an ihnen scheitern, in der Tat nicht das Geringste über die Geltung der Rechte an sich aus, sondern nur über die Anstrengungen, die nach wie vor in der gesamten Welt erforderlich sind.

    • Oogie
    • 26.10.2010 um 1:02 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf einen höflichen Ton. Die Redaktion/cs

    • Oogie
    • 26.10.2010 um 1:10 Uhr

    Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Oman, Katar sind eine Monarchie egal in welcher Form aber das was sie hier über frauen in den gennanten staaten behaupten stimmt keineswegs. Und was hier verblödete Medien berichten schon gar nicht. Habe dort oft Frauen ohne Kopftuch gesehen und keiner hat mit dem Finger auf diese gezeigt. Und wie gesagt von Diktatur kein Anzeichen. Wenn sie die Geschichte von diesen Staaten kennen würden wüssten sie auch wieso Monarchie.

    • TDU
    • 25.10.2010 um 13:35 Uhr

    Der Initiator kann sich freuen. Hat er jetzt die Kritiker an den USA wie China und manche Golfstatten auf seiner Seite unter deren Herrschaft er niemals seinen Dienst hätte aufbauen können.

    Der Unterscheid zu den Ellsberg-Pentagon-Papieren liegt darin, dass es diesem Menschen um die USA und den Frieden gegangen ist. Ellsberg hat 100 Jahre Gefängnis riskiert. Die Folge seines Tuns war die Stärkung der Pressefreiheit und mittelbar die Beendigung des Vietnam Kriegs.

    Wikileaks ist wie ein Schnüffler, der in einen Schrank greift wo "Geheimnis" drauf steht und nach dem Motto "Sensation", alles auf die Strasse wirft.

    Ändern tut sowas nichts. Im Gegenteil, es stärkt die Pharisäer. Oder gibt es in China und den Golfstaaten keine Folterungen? Erstens verhindern diese Veröffentlichungen keinen Krieg und zweitens gibt es auch keinen sauberen Krieg. Selbst die Einheimischen kann man nicht für ihr Tun verurteilen. Waren sie so etwas doch gewohnt. Oder ist Saddam besser mit seinen Gefangenen umgegangen?.

    Will man wirklich etwas verändern, muss man Mechanismen aufdecken. Du böse, ich gut ist keine taugliche Kategorie.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es gab Stimmen, die felsenfest überzeugt waren, dass es die Bilder der Atompilze waren, dass es die Bilder der real eingesetzten Waffe und die Bilder seiner Verwüstung waren, die einen breiteren Atomkrieg verhindert haben.

    Es waren damals Bilder, die - obwohl von den Militärs gerne unter Verschluss gehalten - frei in die Welt entlassen wurden.

    Heute sind es Dokumente, die - wieder vom Militär unter Verschluss gehalten - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

    Nun wird für jeden ersichtlich, dass auch Krieg, den man von staatlicher Seite das Etikett "für Freiheit und so Zeug" aufpappt, trotz allem ein Krieg bleibt und für Tod, Verwüstung und am Ende Chaos sorgt.

    Möglicherweise verhindert genau diese Offenlegung, dass der moderne Krieg nicht wie gerne behauptet klinisch sauber, sondern nach wie vor unmenschlich dreckig ist, dass in Zukunft andere Kriege geführt werden.

    Man stelle sich nur vor, die Schrecken der Atombombe wären erst nach deren flächendeckendem Einsatz bekannt geworden.

    "Der Initiator kann sich freuen. Hat er jetzt die Kritiker an den USA wie China und manche Golfstatten auf seiner Seite unter deren Herrschaft er niemals seinen Dienst hätte aufbauen können."

    Typisches Schützengrabendenken. Wikileaks steht aber zwischen den Fronten, das wird spätestens augenfällig werden, wenn Dokumente aus Staaten wie China auftauchen. Wobei zu China eine gewisse, ähm, Sprachbarriere existiert.

    "Ellsberg hat 100 Jahre Gefängnis riskiert."

    Wie heldenhaft, ich wette heutzutage würde er Wikileaks bemühen, das bedroht die eigene Existent nicht so unmittelbar, da Leute wie Assange dafür gerade stehen und ihr Leben davon ruinieren lassen.

    "Wikileaks ist wie ein Schnüffler, der in einen Schrank greift wo "Geheimnis" drauf steht und nach dem Motto "Sensation", alles auf die Strasse wirft."

    Zu Recht, in einer Demokratie dürfte es sowas wie Staatsgeheimnisse ebensowenig geben, wie außerhalb des Rechts agierende Geheimdienste.

    "Ändern tut sowas nichts."

    Natürlich tut es das, tut es immer wenn öffentliche Aufmerksamkeit dazukommt.

    "Selbst die Einheimischen kann man nicht für ihr Tun verurteilen. Waren sie so etwas doch gewohnt."

    Gewohnheitsrecht auf Folter? Wie bist du denn drauf? Würdest du auch so argumentieren, wenn du das Opfer wärest und die allmächtige Besatzungsmacht das nicht die Bohne interessiert?

    "Will man ... etwas verändern, muss man Mechanismen aufdecken."

    Zuerst muss man den die Unmenschlichkeit des existierenden Mechanismus entlarven...

    • jagu
    • 25.10.2010 um 14:12 Uhr

    Unter US-Herrschaft wäre die Offenlegung trotz angeblicher Meinungsfreiheut auch nicht möglich gewesen, "er" wird jetzt von den USA genauso verfolgt wie es die Chinesen auch tun würden, allerdings entführen die Chinesen "Querköpfe" nicht aus fremden, souveränen Staaten.

    Wenn im Irak von oben gedeckte Kriegsverbrechen durch die USA begangen wurden, müsste es im Interesse der USA liegen, dass diese aufgeklärt werden.

    Wikileaks ist kein Schnüffler sondern lediglich eine Plattform, wo das veröffentlicht wird, was in "freiheitlichen" Ländern mit Meinungs- und Pressefreiheit ja denn doch nicht veröffentlicht werden kann.

    Wenn man sich schon die Frage stellt, ob Sadam besser mit Gefangenen umgegangen ist, muss an sich die Frage stellen, wo die USA bereits angekommen sind. Tatsache ist, dass dieser Waffengang mehr zivile Opfer gefordert hat als Sadam es in der kurzen Zeit je hinbekommen hätte.

    Die Amerikaner sollten froh sein, dass es Wikileaks gibt, denn nur mit solchen Informationen können eventuelle Kriegsverbrecher in den USA dingfest gemacht werden und das System dazu gebracht werden, dass solche Verbrechen zukünftig "systemisch" nicht mehr vorkommen können.

    Wenn die USA tatsächlich sind was sie vorgeben, wieso wehren sie sich so dagegen, dass Weltgerichte ihr Handeln untersuchen. Ich erinnere mich an einen Bush, der mit Bomben auf Brüssel drohte, wenn nur ein Amerikaner vor ein internationales Kiegsverbrecher-Tribunal gestellt wird.

    • voxs
    • 25.10.2010 um 23:23 Uhr

    "Oder gibt es in China und den Golfstaaten keine Folterungen?........
    Waren sie so etwas doch gewohnt. Oder ist Saddam besser mit seinen Gefangenen umgegangen?."

    Also, wenn wir unter Frau Merkel gefolter würden, stünde es auch anderen zu uns zu foltern?

    Es gab Stimmen, die felsenfest überzeugt waren, dass es die Bilder der Atompilze waren, dass es die Bilder der real eingesetzten Waffe und die Bilder seiner Verwüstung waren, die einen breiteren Atomkrieg verhindert haben.

    Es waren damals Bilder, die - obwohl von den Militärs gerne unter Verschluss gehalten - frei in die Welt entlassen wurden.

    Heute sind es Dokumente, die - wieder vom Militär unter Verschluss gehalten - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

    Nun wird für jeden ersichtlich, dass auch Krieg, den man von staatlicher Seite das Etikett "für Freiheit und so Zeug" aufpappt, trotz allem ein Krieg bleibt und für Tod, Verwüstung und am Ende Chaos sorgt.

    Möglicherweise verhindert genau diese Offenlegung, dass der moderne Krieg nicht wie gerne behauptet klinisch sauber, sondern nach wie vor unmenschlich dreckig ist, dass in Zukunft andere Kriege geführt werden.

    Man stelle sich nur vor, die Schrecken der Atombombe wären erst nach deren flächendeckendem Einsatz bekannt geworden.

    "Der Initiator kann sich freuen. Hat er jetzt die Kritiker an den USA wie China und manche Golfstatten auf seiner Seite unter deren Herrschaft er niemals seinen Dienst hätte aufbauen können."

    Typisches Schützengrabendenken. Wikileaks steht aber zwischen den Fronten, das wird spätestens augenfällig werden, wenn Dokumente aus Staaten wie China auftauchen. Wobei zu China eine gewisse, ähm, Sprachbarriere existiert.

    "Ellsberg hat 100 Jahre Gefängnis riskiert."

    Wie heldenhaft, ich wette heutzutage würde er Wikileaks bemühen, das bedroht die eigene Existent nicht so unmittelbar, da Leute wie Assange dafür gerade stehen und ihr Leben davon ruinieren lassen.

    "Wikileaks ist wie ein Schnüffler, der in einen Schrank greift wo "Geheimnis" drauf steht und nach dem Motto "Sensation", alles auf die Strasse wirft."

    Zu Recht, in einer Demokratie dürfte es sowas wie Staatsgeheimnisse ebensowenig geben, wie außerhalb des Rechts agierende Geheimdienste.

    "Ändern tut sowas nichts."

    Natürlich tut es das, tut es immer wenn öffentliche Aufmerksamkeit dazukommt.

    "Selbst die Einheimischen kann man nicht für ihr Tun verurteilen. Waren sie so etwas doch gewohnt."

    Gewohnheitsrecht auf Folter? Wie bist du denn drauf? Würdest du auch so argumentieren, wenn du das Opfer wärest und die allmächtige Besatzungsmacht das nicht die Bohne interessiert?

    "Will man ... etwas verändern, muss man Mechanismen aufdecken."

    Zuerst muss man den die Unmenschlichkeit des existierenden Mechanismus entlarven...

    • jagu
    • 25.10.2010 um 14:12 Uhr

    Unter US-Herrschaft wäre die Offenlegung trotz angeblicher Meinungsfreiheut auch nicht möglich gewesen, "er" wird jetzt von den USA genauso verfolgt wie es die Chinesen auch tun würden, allerdings entführen die Chinesen "Querköpfe" nicht aus fremden, souveränen Staaten.

    Wenn im Irak von oben gedeckte Kriegsverbrechen durch die USA begangen wurden, müsste es im Interesse der USA liegen, dass diese aufgeklärt werden.

    Wikileaks ist kein Schnüffler sondern lediglich eine Plattform, wo das veröffentlicht wird, was in "freiheitlichen" Ländern mit Meinungs- und Pressefreiheit ja denn doch nicht veröffentlicht werden kann.

    Wenn man sich schon die Frage stellt, ob Sadam besser mit Gefangenen umgegangen ist, muss an sich die Frage stellen, wo die USA bereits angekommen sind. Tatsache ist, dass dieser Waffengang mehr zivile Opfer gefordert hat als Sadam es in der kurzen Zeit je hinbekommen hätte.

    Die Amerikaner sollten froh sein, dass es Wikileaks gibt, denn nur mit solchen Informationen können eventuelle Kriegsverbrecher in den USA dingfest gemacht werden und das System dazu gebracht werden, dass solche Verbrechen zukünftig "systemisch" nicht mehr vorkommen können.

    Wenn die USA tatsächlich sind was sie vorgeben, wieso wehren sie sich so dagegen, dass Weltgerichte ihr Handeln untersuchen. Ich erinnere mich an einen Bush, der mit Bomben auf Brüssel drohte, wenn nur ein Amerikaner vor ein internationales Kiegsverbrecher-Tribunal gestellt wird.

    • voxs
    • 25.10.2010 um 23:23 Uhr

    "Oder gibt es in China und den Golfstaaten keine Folterungen?........
    Waren sie so etwas doch gewohnt. Oder ist Saddam besser mit seinen Gefangenen umgegangen?."

    Also, wenn wir unter Frau Merkel gefolter würden, stünde es auch anderen zu uns zu foltern?

  3. liegt für die westlichen Staaten darin, dass sie sich mit der Proklamation der Menschenrechte auch tatsächlich mit einem Maß messen müssen, das die betreffenden Diktaturen sich selbst nicht auferlegen.

    Falls die USA bereit sind, die Konsequenzen für das eigene Handeln zu ziehen, erkennen sie die Menschenrechte nicht nur de jure, sondern auch de facto an und können so trotz der eigenen Verfehlungen (weiterhin) die Geltung der Menschenrechte von den Regimes einfordern, die sie tagtäglich verletzen.

    Umgekehrt sagt der traurige Umstand, dass die Verfechter der Menschenrechte selber an ihnen scheitern, in der Tat nicht das Geringste über die Geltung der Rechte an sich aus, sondern nur über die Anstrengungen, die nach wie vor in der gesamten Welt erforderlich sind.

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    • X-Wing
    • 25.10.2010 um 16:15 Uhr

    Das heißt im Umkehrschluss, dass man sich nur nicht als Verfechter der Menschenrechte deklarieren braucht, und schon ist man moralisch fein raus. Wer sich Diktator nennt, braucht Strafe und Kritik also nicht fürchten.

    Der Vorwurf von Gerry10 hat also durchaus seine Berechtigung, denn dass ausgerechnet diese Staaten über die Menschenrechte Stimmung gegen die USA machen, ist einfach eine Frechheit.

    • X-Wing
    • 25.10.2010 um 16:15 Uhr

    Das heißt im Umkehrschluss, dass man sich nur nicht als Verfechter der Menschenrechte deklarieren braucht, und schon ist man moralisch fein raus. Wer sich Diktator nennt, braucht Strafe und Kritik also nicht fürchten.

    Der Vorwurf von Gerry10 hat also durchaus seine Berechtigung, denn dass ausgerechnet diese Staaten über die Menschenrechte Stimmung gegen die USA machen, ist einfach eine Frechheit.

    • Jenss
    • 25.10.2010 um 13:41 Uhr

    Nicht erst diese Enthüllung bereits seit AbuGhraib, Guantanamo ist die USA nicht merh der Hüter der Menschenrechte. Zumindest nicht Amerikaner werden als Menschen 2ter Klasse behandelt. Der deutsche ElMasri wurde entführt, gefoltert und später in einem anderen land einfach ausgestzt, nachdem der CIA gemerkt hatte, dass sie den falschen ElMasri entführt hatten.

    Den Gipfel der Ungerechtigkeit bildete später das oberste amerikanische Gericht, das eine Klage ElMasris letztinstanzlich abschmetterte.

    Damit bestätigt, das höchste amerikanische Gericht, dass die US regierung und die CIA Menschen anderer Nation wie Untermenschen behandeln darf.

    Unsere Regierung sagt dazu nichts!

    China tritt die Menschenrecht im eigenen Land mit Füßen, die USA außerhalb des eigenen Landes.

    Deutschland kann weder die USA noch China bremsen in ihrem Tun. Sie kann ja nicht mal verhindern oder dagegen protestieren, dass die USA Deutsche entführt und foltert, dies zeigt Deutschland ist nur ein Papiertiger. Was hat Deutschland dann im Sicherheitsrat der UNO zu suchen? Die Politik der Schweiz die auf Neutralität setzt scheint mir da wesentlich gelungener.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Nicht erst diese Enthüllung bereits seit AbuGhraib, Guantanamo ist die USA nicht merh der Hüter der Menschenrechte."

    ... mir ist kein Krieg bekannt, den die USA aus anderen als strategischen Gründen geführt hätten (oder um ihren militärisch industriellen Komplex zu füttern).

    Die Menschenrechte und Demokratie vorschieben werden sie noch in hundert Jahren, so sie dann noch die Macht haben und das Imperium noch existiert.

    "Unsere Regierung sagt dazu nichts!"

    Bedingungslose Freundschaft macht halt sprachlos. Aber wen wundert das bei den rückgratlosen Berufsopportunisten die uns regieren?

    "Die Politik der Schweiz die auf Neutralität setzt scheint mir da wesentlich gelungener."

    Zustimmung, wobei die Schweizer wiederrum auch ökonomisch verstrickt sind mit allen möglichen Diktaturen, wie sich z.B. bei der Lybien-Affäre gezeigt hat:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Libyen-Affäre_(Schweiz)#Wirtschaftlich

    Immerhin haben die was geschafft, was in Untertanen-Deutschland undenkbar wäre.

    "Nicht erst diese Enthüllung bereits seit AbuGhraib, Guantanamo ist die USA nicht merh der Hüter der Menschenrechte."

    ... mir ist kein Krieg bekannt, den die USA aus anderen als strategischen Gründen geführt hätten (oder um ihren militärisch industriellen Komplex zu füttern).

    Die Menschenrechte und Demokratie vorschieben werden sie noch in hundert Jahren, so sie dann noch die Macht haben und das Imperium noch existiert.

    "Unsere Regierung sagt dazu nichts!"

    Bedingungslose Freundschaft macht halt sprachlos. Aber wen wundert das bei den rückgratlosen Berufsopportunisten die uns regieren?

    "Die Politik der Schweiz die auf Neutralität setzt scheint mir da wesentlich gelungener."

    Zustimmung, wobei die Schweizer wiederrum auch ökonomisch verstrickt sind mit allen möglichen Diktaturen, wie sich z.B. bei der Lybien-Affäre gezeigt hat:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Libyen-Affäre_(Schweiz)#Wirtschaftlich

    Immerhin haben die was geschafft, was in Untertanen-Deutschland undenkbar wäre.

  4. Es gab Stimmen, die felsenfest überzeugt waren, dass es die Bilder der Atompilze waren, dass es die Bilder der real eingesetzten Waffe und die Bilder seiner Verwüstung waren, die einen breiteren Atomkrieg verhindert haben.

    Es waren damals Bilder, die - obwohl von den Militärs gerne unter Verschluss gehalten - frei in die Welt entlassen wurden.

    Heute sind es Dokumente, die - wieder vom Militär unter Verschluss gehalten - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

    Nun wird für jeden ersichtlich, dass auch Krieg, den man von staatlicher Seite das Etikett "für Freiheit und so Zeug" aufpappt, trotz allem ein Krieg bleibt und für Tod, Verwüstung und am Ende Chaos sorgt.

    Möglicherweise verhindert genau diese Offenlegung, dass der moderne Krieg nicht wie gerne behauptet klinisch sauber, sondern nach wie vor unmenschlich dreckig ist, dass in Zukunft andere Kriege geführt werden.

    Man stelle sich nur vor, die Schrecken der Atombombe wären erst nach deren flächendeckendem Einsatz bekannt geworden.

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    • TDU
    • 25.10.2010 um 14:26 Uhr

    Fakten allein tuns eben nicht. Über Hiroshima und Nagaski ist die Empörung groß, aber Hirohito hätte bis zum Tod des letzten Japaners Krieg befohlen.

    Dieser Aspekt ist zwar nie Thema, aber er relativiert politisch.

    Sonst hätte man sicher energischer dagegen protestiert, dass die Atombombenversuche der Amerikaner nach dem Krieg eine ganze Kultur weggebombt haben - Das Bikini Atoll und seine friedlichen Bewohner.

    Klar man kann die Fakten bekannt machen aber nicht so, dass das eigene Lager blöde aussieht und es möglich macht, westliche Werte zum Spielball autoritärer Regime zu machen.

    Denn die deutsche und auch die amerikanische Verfassung wird nicht dadurch relativiert, das Verstösse vorkommen. Was wäre denn dann erst ohne diese Verfassungen, ist doch die entscheidende Frage.

    Da hat natürlich Wikileaks nichts mit zu tun, denn die meinen scheinbar, sie könnten überall.

    China braucht unsere Menschenrechte nicht zu relativieren, wenn es nicht mal Sicherstandards im Bergbau hat, wie bei uns seit den 1960iger Jahren üblich.

    Es wird einfach vergessen, dass oft Vorwände genutzt werden, die man freiwillig gewährt. Die Ignoranz zugunsten des eigenen Vorteils und Image der Leute von Wikileaks ist es, was mich stört.

    • TDU
    • 25.10.2010 um 14:26 Uhr

    Fakten allein tuns eben nicht. Über Hiroshima und Nagaski ist die Empörung groß, aber Hirohito hätte bis zum Tod des letzten Japaners Krieg befohlen.

    Dieser Aspekt ist zwar nie Thema, aber er relativiert politisch.

    Sonst hätte man sicher energischer dagegen protestiert, dass die Atombombenversuche der Amerikaner nach dem Krieg eine ganze Kultur weggebombt haben - Das Bikini Atoll und seine friedlichen Bewohner.

    Klar man kann die Fakten bekannt machen aber nicht so, dass das eigene Lager blöde aussieht und es möglich macht, westliche Werte zum Spielball autoritärer Regime zu machen.

    Denn die deutsche und auch die amerikanische Verfassung wird nicht dadurch relativiert, das Verstösse vorkommen. Was wäre denn dann erst ohne diese Verfassungen, ist doch die entscheidende Frage.

    Da hat natürlich Wikileaks nichts mit zu tun, denn die meinen scheinbar, sie könnten überall.

    China braucht unsere Menschenrechte nicht zu relativieren, wenn es nicht mal Sicherstandards im Bergbau hat, wie bei uns seit den 1960iger Jahren üblich.

    Es wird einfach vergessen, dass oft Vorwände genutzt werden, die man freiwillig gewährt. Die Ignoranz zugunsten des eigenen Vorteils und Image der Leute von Wikileaks ist es, was mich stört.

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