Ausländische und afghanische Soldaten haben einen Angriff von islamistischen Selbstmordattentätern auf einen Nato-Stützpunkt auf dem Flughafen in Dschalalabad im Osten Afghanistans abgewehrt. Afghanische und Nato-Soldaten hätten am Samstag acht Angreifer erschossen, sagte ein Sprecher der Nato. Zu der Tat bekannten sich die Taliban, die von 14 Selbstmordattentätern sprachen.

Nachdem die Angreifer geortet worden seien, hätten die afghanische Armee und die Nato-Truppe Isaf "schnell reagiert" und die Aufständischen zurückgedrängt, erklärte die Nato. Acht Aufständische seien getötet worden. Einer von ihnen habe eine Sprengstoffweste getragen. Von den afghanischen und den ausländischen Soldaten sei niemand zu Schaden gekommen.

Der Sprecher der Provinzregierung, Ahmad Sia Abdilsoi, hatte zuvor erklärt, es habe einen Angriff auf einen Sicherheitsposten auf dem Flughafen gegeben. Nach seinen Angaben wurden vier Angreifer erschossen, zwei weitere seien durch die Zündung ihrer Sprengstoffwesten gestorben.

Zu dem Angriff bekannten sich die Taliban. "14 Selbstmordattentäter drangen auf den Flughafen vor, einige zündeten ihre Bomben, die anderen kämpfen noch immer", sagte der Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid drei Stunden nach Beginn der Attacke der Nachrichtenagentur AFP.

Der Flughafen von Dschalalabad, der Hauptstadt der Provinz Nangarhar, ist der drittgrößte Nato-Stützpunkt in Afghanistan. 2500 ausländische Soldaten sind dort stationiert. Außerdem befinden sich auf dem von einem großen Sicherheitsaufgebot bewachten Stützpunkt zahlreiche Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen der US-Armee. Bereits im Juni hatten Taliban den Nato-Stützpunkt in Dschalalabad am hellichten Tag mit einer Rakete und einer Autobombe angegriffen. Mehrere Angreifer wurden getötet und zwei Nato-Soldaten verletzt.

In der nordafghanischen Provinz Kundus sind bei einem Anschlag auf einem Markt mindestens acht Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden. Zwei der Toten seien Polizisten, sagte der lokale Verwaltungschef im Bezirk Imam Saheb, Mohammed Ajub Hakjar. Demnach detonierte mitten auf einem Markt eine Bombe. Der Sprengsatz sei in einem Motorrad versteckt gewesen und ähnele früheren Anschlägen der radikalislamischen Taliban.

In Afghanistan sind derzeit 150.000 ausländische Soldaten stationiert. Dennoch haben die Taliban und andere islamistische Aufständische ihren Kampf in den vergangenen Jahren verstärkt.