Irak : Tödliches Ende eines Gottesdienstes

Bei der Befreiung von Geiseln in einer Kirche in Bagdad sind mehr als 50 Menschen getötet worden. Zu dem Überfall bekannte sich eine Al-Qaida-Untergruppe.

Die Zahl der Todesopfer nach einer Geiselbefreiung in Bagdad steigt weiter: Wie das irakische Innenministerium mitteilte, starben 52 Geiseln und Polizisten, als die Polizei die Kirche erstürmte. Ersten Angaben nach waren auch bis zu acht Geiselnehmer und bis zu sieben Sicherheitskräfte unter den Toten. Laut Berichten sollen die Täter Araber gewesen sein. Iraks Verteidigungsminister Abdul-Qadr al-Obeidi sagte laut BBC, alle Terroristen seien getötet. Man habe andere Verdächtige in Gewahrsam.

70 Menschen hätten Verletzungen erlitten, meldete die Agentur Sumeria News. Bewaffnete mit Sprengstoffgürteln hatten die Kirche während der Sonntagsmesse gestürmt und als erstes den Pfarrer erschossen. Sie trieben die etwa 100 Gottesdienstbesucher in einen weiter innen gelegenen Raum, hielten sie mehrere Stunden lang fest und drohten, sie zu erschießen. Sie zündeten Granaten und feuerten um sich, wie Ohrenzeugen außerhalb der Kirche schilderten.

Begonnen hatte der Angriff laut Polizei an der Bagdader Börse, später griffen die Extremisten dann die Kirche an. Schon außerhalb des Gebäudes lieferten sie sich Gefechte mit Sicherheitsleuten.

Zu der Attacke bekannte sich in einem Anruf bei einem Lokalsender die Extremistengruppe Islamischer Staat Irak – ein Ableger des islamistischen Terrornetzwerkes al-Qaida. Ziel der Aktion sei es gewesen, "unseren schwachen, gefangenen muslimischen Schwestern" in Ägypten zu helfen, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. Die Gruppe forderte, Al-Qaida-Mitglieder aus Gefängnissen zu entlassen, darunter die Witwe des früheren Chefs der Extremistengruppe Islamischer Staat Irak, Abu Omar Al-Baghdadi.

In dem Bekennerschreiben gab die Terrorgruppe zudem der koptischen Kirche in Ägypten eine 48-stündige Frist, um den Status muslimischer Frauen offenzulegen, die "in Klöstern des Unglaubens und Kirchen des Götzendienstes gefangen" seien, und diese freizulassen.

Im Irak leben etwa 1,5 Millionen Christen. Die Kirche ist eine der größten in Bagdad. Sie war schon 2004 Ziel eines Angriffs gewesen. Sie liegt in der Nähe der hoch gesicherten Grünen Zone der Hauptstadt, wo sich viele Botschaften und irakische Regierungsgebäude befinden. Im überwiegend muslimischen Irak gibt es eine christliche Minderheit von etwa 1,5 Millionen Menschen.

Die Gewalt im Irak hatte zuletzt nachgelassen. Extremisten versuchen allerdings nach wie vor, die Lage zu destabilisieren. Seit der Parlamentswahl im März ist es den führenden Parteien nicht gelungen, sich auf eine Regierungskoalition zu verständigen. 

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Kommentare

62 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Ueberfall auf christliche Kirche

Und das soll die Religion des Friedens sein? Ob in der Türkei, im Irak, in Ägypten oder in Fernost, überall verstärkt der ISLAM seine gewalttätigen Ausschreitungen vor allem gegenüber Christen. Es wird gemordet, unterdrückt, bedroht und alles im Namen ALLAHS.
Aber hier in Europa tun die Politiker und die hier lebenden Msulime so, als ob das alles auf einem anderen Stern passieren würde und überhaupt nichts mit dem in Deutschland oder anderen eurpäischen Ländern praktizierten Islam zutun hätte. Wieviel verschiedene Islams
gibt es eigentlich? [...]

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf grobe Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/ew

@florlexa:

Es mag erschütternd anmuten, welcher Behandlung Christen in der muslimischen Welt unterzogen werden. Aber ich möchte Sie trotzdem fragen, welche Bilder hinter den Bildern von gewalttätigen Muslimen, von brennenden Fahnen usw. versteckt werden.

Die Brücke, die Sie aber anschließend nach Europa schlagen wollen, ist vollends absurd.
1. Dass diese sog. Mainstream-Presse, die bei ihnen anklingt, die Muslime in Deutschland und Europa unter Generalschutz stellt, ihnen quasi einen Freifahrtschein ausstellt, ist doch eine einzige Lüge. Jedem Zeitungsbericht und jeder Fernsehsendung, der sich möglicherweise "pro-muslimisch" äußert, kann man genauso viele antimuslimische Berichte gegenüberstellen. Demnach ist die Erfindung einer Mainstream-Presse, die sich einseitig äußert schlicht eine Erfindung. Der eigentliche Mainstream in dieser (neo-)liberalen Gesellschaft bietet nämlich für fast jede Anschauung etwas – sofern sie nicht ins extreme reicht.
2. Wo man kurz nach den Anschlägen von 2001 und davor sowieso noch Islamismus und den islamistischen Terrorismus vom Islam unterschied, wird das jetzt rigoros über einen Kamm geschoren. Und das ist natürlich verständlich, braucht man im Kampf der Kulturen einen klaren Feind.
3. Welche Reaktion wäre Ihrer Meinung denn jetzt die richtige? Vergeltung? Sollten wir uns jetzt eine europäische Moschee vornehmen? Sollten wir alle Muslime aus Europa ausweisen, weil es – wie Sie sagen – nur einen Islam gibt?

Lächerlich

Hören sie doch auf solch ein Unsinn zu reden! Es war ein Akt des Verbrechens von blind fanatischen Extremisten, oder warum hat überhaupt die irakische Poliziei dann, wenn alle Muslime so bösartig sind, die Geiseln versucht zu befreien? Warum hat man sie einfach nicht umbringen lassen?
Und so recht ich mich erinnere sind im Irak mehr Muslime im "Gerechten Krieg" umgekommen als Christen! Tausende sitzen sogar ohne Gerichtsverhandlung als mutmaßlige Terroristen in den Gefängnissen! Es ist absolut unangebracht diese Geiselnahmen mit einer Weltreligion in Verbindung zu bringen. Wenn sie so Argumentieren dann schauen sie mal den Hinduismus in Indien an, da gibt es auch einige Fanatiker die Christen und Muslime verfolgen, ist deshalb der Hinduismus eine gewaltbereite Religion?

Religion und Struktur

[...]

Das ist eine recht naive Darstellung.
Eine kleine Auswahl christlicher Gewalt:
Kreuzzüge, 30 Jähriger Krieg, Spanische Inquisition, Salem Witch trials, Ausschreitungen zwischen Katholiken und Protestanten in Irland, Mordanschläge auf Abtreibungsärzte in den USA, christiliche Ausschreitungen gegen Homosexuelle in Belgrad.

Alles keine Christen? Spannend, denn die meisten Muslime distanzieren sich auch von Gewalttätern. Akzeptiert wird das nicht.

Es ist eben nicht der Inhalt einer Religion, der zu Gewalt führt. Es ist eher so, dass religiöse Glaubenskosntrukte sich strukturell gut dazu eignen, Machtbestrebungen und Gewaltanwendung zu rechtfertigen, da Religion Rationalität und weltliche Legitimation umgeht. Verantwortung, Moral und Wahrheit werden aus der empirischen Realität entfernt und in die Black Box des jeweiligen Gottes (oder der Götter) ausgelagert. Der Zugriff auf diese Black Box ist aber nicht gleich verteilt, sondern gewisse Schichten und Gruppen haben Zugriff auf diese "göttliche Wahrheit" während andere sich dann an diese Personen (Priester, Prediger, Gurus, Päpste usw.) wenden müssen.

Inkonsistenzen? Gottes Wege sind unergründlich!
Kritik? Ketzer!
Bedenken? Fürchte um dein Seelenheil!
Mitbestimmung? Duch nicht durch Laien!
Einwände von Aussen? Sind doch Ungläubige / Unerleuchtete.

Zitat entfernt, da der Originalkommentar bereits moderiert wurde. Die Redaktion/ew

Christen

Ich habe nicht ueber das Leben von Christen geschrieben, sondern ueber das Leben von Jesus Christen und mit Mohammeds Leben verglichen. Während Urchristen den Löwen zu Frass vorgeworfen wurden, und Jesus ans Kreuz genagelt wurde, verbereitete sich der Islam zu Beginn gerade auch durch Eroberungskriege. Das sind geschichtlich allgemein bekannte Unterschiede und keine Polemik (Damit möchte ist auch die Zeitredaktion ansprechen). Natuerlich ist mir auch bekannt, dass die Christen auch nach Mohammeds Tradition unter Schutz stehen, und wahre Moslems keine Christen abschlachten duerfen. Den heiligen Krieg gibt es aber im Islam, und Jesus hat nicht vom heiligen Krieg gesprochen. Christen können enttäuschen und fehler machen, Jesus aber nicht.

Jesus...

...hat seine Feinde aber nicht getötet. Er hat Petrus zurueckgepfiffen, als dieser das Schwert ergreifen wollte, einem Römer das Ohr abgeschlagen hatte! Er heilte diesen römischen Feind sogar. Christen machen viele Fehler, Jesus war aber ohne Fehl und Tadel!
Natuerlich weiss ich, dass im Islam Gewalt nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubt ist, und die Terroristen sich von der Wurzeln des Islams entfernt haben.

frage mich

auf welchen planeten sie leben. wow kaum geht es mal um christen der große aufschrei. schon vergessen das genau die gleichen leute die für den anschlag verantwortlich sind mehrheitlich muslime töten. und wenn sie immer noch glauben das solche terroristen solche akte für den muslimischen glauben tun dann leben sie in einem anderen universum umgeben von hass welcher von den verlogenen medien ihnen beigebracht wurde.

das ist wohl die tolerante Seite....

...des Islams! Natürlich gibt es aber DEN Islam nicht. Es sei denn, es geht um "DEN friedfertigen" Islam. Da ist es erlaubt, von "DEM" Islam zu reden.
Ich bin fassungs-,und sprachlos. Die islamische Christenverfolgung - die es übrigens schon immer gegeben - wird trotz vieler, vieler Verfolgungen zumeist weggeschwiegen. Und unsere Politiker machen sich schuldig, wenn sie aus wirtschaftlich-, wie politischen Gründen, diese Tatsache ausklammern. Einfach nur traurig.