Euro Warum die Währungskrise Europa voranbringen könnte

Sollten wir Irland und Griechenland dankbar sein? Sie stürzten den Euro in eine tiefe Krise – doch diese ist eine Chance für mehr Zusammenhalt in der EU. Ein Gastbeitrag

Der Euro ist derzeit unter Druck

Der Euro ist derzeit unter Druck

"PIIGS" ante Portas – mit der Bankenkrise in Irland ist nach der Rettungsaktion für die Griechen die Angst um die Existenz des Euro zurückgekehrt: Portugal gilt als nächster Kandidat, in Spanien ist eine gigantische Immobilienblase bis zum Platzen gespannt.

Die gute Nachricht ist, dass wir auf die Krise besser vorbereitet sind als noch vor einem Jahr. Im Mai haben sich die EU-Staaten auf einen 750 Milliarden Euro schweren Rettungsschirm geeinigt, um die Finanzmärkte zu beruhigen.

Anzeige
Jorgo Chatzimarkakis

ist seit 2004 FDP-Europaabgeordneter in Brüssel. Er wurde in Duisburg geboren und hat die deutsche und die griechische Staatsbürgerschaft.

Chatzimarkakis ist unter anderem Mitglied im EU- Haushaltskontrollausschuss.

Die schlechte Nachricht ist, dass es die EU-Regierungschefs bislang nicht geschafft haben, uns schlüssig zu erklären, wie es mit der Eurozone weitergehen soll, und wie sie die europäische Einigung voranbringen werden.

Niemand hat im Rat ein überzeugendes Konzept, was nach dem Auslaufen des Rettungsschirms im Jahr 2013 kommen soll. Niemand scheint zu wissen, wie die gigantischen Schuldenberge der EU-Staaten jemals wieder abgebaut werden: Die 16 Euro-Länder haben rund sieben Billionen Euro Miese. Der Fairness halber muss man hier anführen, dass der explosionsartige Anstieg der Schulden in einigen Ländern auf die Rettung der Banken zurückzuführen ist, die sich am Markt verzockt haben.

Historisch ist Europa durch jede Krise stärker geworden. Sollten wir den Griechen vielleicht dankbar sein, dass sie den Euro unabsichtlich in Gefahr gebracht haben? Dank ihnen haben wir immerhin einen halbwegs funktionierenden Krisenmechanismus.

Sollten wir vielleicht auch den Iren dankbar sein? Wir könnten jetzt beweisen, dass Europa die richtigen Lehren aus vergangenen Krisen gezogen hat.

Natürlich meine ich mit diesen Thesen nicht, dass Griechenland oder Irland in der Vergangenheit korrekt gehandelt haben. Doch Europa ist nicht ganz unschuldig. Alle haben weggeschaut, als sich die Hellenen mit falschen Zahlen in den Euro mogelten und riesige Schuldenberge anhäuften. Niemand hat den Iren auf die Finger geklopft, als die ihren Banksenktor in völlige Anarchie abgleiten ließen. Und Europas Banken haben weiter kräftig Geld in Länder gebuttert, die erkennbar in einer desaströsen Lage waren.

Im Jahr eins nach dem Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon steht Europa also am Scheideweg: Entweder schaffen wir jetzt mehr Europa gegen den Zeitgeist der nationalstaatlichen Renaissance, oder Europa zerfällt in einen losen Club, in dem der kleinste Nenner Arbeitsgrundlage ist.

Vom Europäischen Rat, also der Vertretung der europäischen Regierungen, sind nennenswerte Impulse nicht zu erwarten. Der Rat ist nicht in der Lage, angesichts der großen Herausforderungen mit einer Stimme zu sprechen, und verabschiedet sich zunehmend von der Gemeinschaftsmethode, also der gleichberechtigten Entscheidung aller EU-Mitglieder.

Und Ratspräsident Herman van Rompuy? Er ergeht sich in Untergangsszenarien, anstatt den Mitgliedsstaaten zu vermitteln, dass sie jetzt an einem Strang ziehen müssen.

Leser-Kommentare
  1. Soll uns darauf vorbereiten, dass wir demnächst für alle Bürgen und zahlen! Lohn auf HarzIV-Niveau und Rente ab 75
    werden Standard! Natürlich nur für die Steuerzahler!

    20 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Herr Steiger ist der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats. Herr Steiger hält die Rente mit 67 lediglich für einen Zwischenschritt. „Um die Beiträge senken zu können und die gegenwärtige Rentenhöhe zu garantieren, müssen wir über die Rente mit 69 nachdenken“, sagte der CDU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“."

    Soll uns darauf vorbereiten, dass wir demnächst für alle Bürgen und zahlen!

    Ja, und? Ein Grund zu jammern wäre das nur, wenn es bessere Alternativen gäbe...

    Die Alternativen sind folgende:
    1) Die Länder pleite gehen zu lassen
    2) Die Länder aus der Eurozone ausscheren zu lassen
    3) Einen sog. Haircut zu vollziehen

    Das alles läuft faktisch darauf hinaus, dass die betroffenen Länder als Kunden vornehmlich Deutscher Waren ausfallen. Im Falle eines Wechsels auf eine nationalstaatliche Währung, z.B. zurück zur Peseta, ist zudem mit einem verstärkten Wettbewerbsfähigkeit der Länder per notorischer Inflation zu rechnen. Beides schwächt die Deutsche Wirtschaft, kostet hier Arbeitsplätze, kostet hier Geld. D.h. rein vom finanziellen Aspekt her kann es uns schlicht egal sein, ob wir nun Griechenland & co. retten oder nicht.

    Nur politisch sollte es uns das nicht sein. Das retten schwächerer bietet immer auch die Chance Brücken zu bauen die ansonsten wegen pseudo-souveränem pochen auf Eigenständigkeit nicht baubar wären. Es bietet sich just heute die vermutlich einmalige Chance endlich ein geeintes Europa herbeizuführen und den Notnagel EU zu beerdigen.

    Gerade die vielzitierten Schwächen der EU lassen diese mir sympathisch erscheinen. Denn es sind diese Schwächen die den Weg für einen europäischen Nationalstaat frei machen, in dem alle bisherigen Nationalstaaten aufgehen.

    ...rechts oben steht immer, wer den Artikel geschrieben hat, diesmal wars der Herr Jorgo Chatzimarkakis (rechts oben falsch geschrieben):
    http://jorgo-chatzimarkak...

    Mitglied des Europa-Parlaments, für die FDP. Er tingelt schon seit geraumer Zeit durch diverse Talkshows, wo er offenbar die Griechen repräsentieren soll, weil er doppelte Staatsbürgerschaft hat (obwohl in Duisburg geboren und in D studiert und gelebt). Ich meine ich habe versehentlich mal eine Talkshow mit ihm gesehen, da bestätigte er freimütig wie träge usw. doch die Griechen seien und dass ihnen das jetzt mal gut tun würde usw. was halt gutbürgerliche (neo)liberale Bessermenschen so von sich geben, wenn man sie aus Versehen mal fragt, ich wette über H4-Empfänger usw. denkt er genauso...

    "Herr Steiger ist der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats. Herr Steiger hält die Rente mit 67 lediglich für einen Zwischenschritt. „Um die Beiträge senken zu können und die gegenwärtige Rentenhöhe zu garantieren, müssen wir über die Rente mit 69 nachdenken“, sagte der CDU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“."

    Soll uns darauf vorbereiten, dass wir demnächst für alle Bürgen und zahlen!

    Ja, und? Ein Grund zu jammern wäre das nur, wenn es bessere Alternativen gäbe...

    Die Alternativen sind folgende:
    1) Die Länder pleite gehen zu lassen
    2) Die Länder aus der Eurozone ausscheren zu lassen
    3) Einen sog. Haircut zu vollziehen

    Das alles läuft faktisch darauf hinaus, dass die betroffenen Länder als Kunden vornehmlich Deutscher Waren ausfallen. Im Falle eines Wechsels auf eine nationalstaatliche Währung, z.B. zurück zur Peseta, ist zudem mit einem verstärkten Wettbewerbsfähigkeit der Länder per notorischer Inflation zu rechnen. Beides schwächt die Deutsche Wirtschaft, kostet hier Arbeitsplätze, kostet hier Geld. D.h. rein vom finanziellen Aspekt her kann es uns schlicht egal sein, ob wir nun Griechenland & co. retten oder nicht.

    Nur politisch sollte es uns das nicht sein. Das retten schwächerer bietet immer auch die Chance Brücken zu bauen die ansonsten wegen pseudo-souveränem pochen auf Eigenständigkeit nicht baubar wären. Es bietet sich just heute die vermutlich einmalige Chance endlich ein geeintes Europa herbeizuführen und den Notnagel EU zu beerdigen.

    Gerade die vielzitierten Schwächen der EU lassen diese mir sympathisch erscheinen. Denn es sind diese Schwächen die den Weg für einen europäischen Nationalstaat frei machen, in dem alle bisherigen Nationalstaaten aufgehen.

    ...rechts oben steht immer, wer den Artikel geschrieben hat, diesmal wars der Herr Jorgo Chatzimarkakis (rechts oben falsch geschrieben):
    http://jorgo-chatzimarkak...

    Mitglied des Europa-Parlaments, für die FDP. Er tingelt schon seit geraumer Zeit durch diverse Talkshows, wo er offenbar die Griechen repräsentieren soll, weil er doppelte Staatsbürgerschaft hat (obwohl in Duisburg geboren und in D studiert und gelebt). Ich meine ich habe versehentlich mal eine Talkshow mit ihm gesehen, da bestätigte er freimütig wie träge usw. doch die Griechen seien und dass ihnen das jetzt mal gut tun würde usw. was halt gutbürgerliche (neo)liberale Bessermenschen so von sich geben, wenn man sie aus Versehen mal fragt, ich wette über H4-Empfänger usw. denkt er genauso...

  2. "Herr Steiger ist der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats. Herr Steiger hält die Rente mit 67 lediglich für einen Zwischenschritt. „Um die Beiträge senken zu können und die gegenwärtige Rentenhöhe zu garantieren, müssen wir über die Rente mit 69 nachdenken“, sagte der CDU-Politiker der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“."

    11 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "DPA-Propagandaartikel!"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    funktioniert nur so lange die Jungen zahlen.
    Darum sollten wir aus auf laengeres Arbeiten einstellen. Nicht ohne Grund verlieren wir viele junge hervoragend ausgebildete Menschen, die sich einfach denken, dass sie lieber fuer sich arbeiten

    funktioniert nur so lange die Jungen zahlen.
    Darum sollten wir aus auf laengeres Arbeiten einstellen. Nicht ohne Grund verlieren wir viele junge hervoragend ausgebildete Menschen, die sich einfach denken, dass sie lieber fuer sich arbeiten

    • Profit
    • 04.12.2010 um 20:16 Uhr

    Als Grieche würde ich genau so schreiben. Solidarität einfordern, wenn es gerade paßt. Tatsache ist, daß Griechenland, Irland und die anderen unsoliden Staaten einen Preis zahlen müssen. Damit behaupte ich nicht, daß Deutschland solide gewirtschaftet hat, aber zumindest nicht ganz so schlimm wie die anderen Länder. Da der Autor auch noch Abgeordneter des Europa-Parlaments ist, kann er ja auch mal erklären für was das eigentlich "da" ist. Meine Meinung ist ganz klar: Für Deutschland wäre eine Politik nach dem Vorbild der Schweiz oder von mir aus Schwedens das Beste für das Land. Es gibt kein Europäisches Volk und keine Europäische Nation. Daraus leitet sich vieles ab: U.a. das der Euro ein Fehler von Anfang an war. Der Stammtisch hatte mal wieder Recht, indem er der Währung das Menetekel "TEURO" zuschrieb.

    10 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Teuro?! - welcher Teuro? Kein Mensch der sich jemals mit tiefer mit den entsprechenden Statistiken auseinandergesetzt hat, kann diesen Schwachsinn ernst nehmen.

    Teuro?! - welcher Teuro? Kein Mensch der sich jemals mit tiefer mit den entsprechenden Statistiken auseinandergesetzt hat, kann diesen Schwachsinn ernst nehmen.

    • ddkddk
    • 04.12.2010 um 20:20 Uhr

    "Historisch ist Europa durch jede Krise stärker geworden."

    Aber hatten wir jemals eine vergleichbare Krise?

    Und selbst wenn: Aus diesem Schluss kann wohl kaum zwingend geschlossen werden, dass dies auch für die Zukunft gilt.

    Der Ausspruch klingt wie ein verzweifelter Ruf aus dem Chaos.

    Dies entspricht dem gesamten Beitrag. Dass es schlimm ist, haben wir schon gewusst. Etwas Neues wird nicht dargelegt.

    Jetzt rächt sich die völlig überstürzte Osterweiterung, offenbar lediglich durch das Motto gerechtfertigt, etwas Größeres ist irgendwie aus irgendwelchen Gründen besser als etwas stabiles Kleineres.

    Es rächt sich auch die überstürzte und nicht ausreichend durchdachte Einführung des Euro. Die überstürzte Einführung ist schon deshalb offenkundig, weil dies zwar die Währung der EU sein soll, aber nicht EU-weit gilt.

    Mit der Osterweiterung und der partiellen Einführung des Euro wurde, die an sich verfehlte, jedoch in Ausnahmefällen mögliche, Idee des Europas der zwei Geschwindigkeiten verhängnisvoll ausgebaut.

    Die Lösung kann nur sein, das was begonnen wurde, konsequent fortzusetzen also die EU weiter partiell zu spalten und unterschiedliche Währungsräume in der EU einzuführen. Einzelne Staaten müssen die EU-Währungszone verlassen und bei Bedarf eine eigene bilden.

    Wir dürfen nicht warten, bis das Kartenhaus zusammenfällt und alle Karten natürlich auf die untersten stützenden fallen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Voellig ueberstuerzte Osterweiterung? Welches Osteuropaische Land hat Probleme?

    Voellig ueberstuerzte Osterweiterung? Welches Osteuropaische Land hat Probleme?

  3. Spanien baut für alle.

    Irland zockt für alle.

    Frankreich denkt für alle.

    Italien liebt für alle.

    England säuft für alle.

    Deutschland zahlt für alle.

    10 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    unter der Ausblendung aller Fakten kann man das so sehen.

    • nosfoe
    • 05.12.2010 um 16:03 Uhr

    Um das noch einmal zu sagen: Die ewige Überheblichkeit des "wir zahlen am meisten" nervt! Einige kleinere Länder wie die Niederlande, Denemark und Schweden und zahlen pro Kopf deutlich MEHR als Deutschland an die EU, nur hat Deutschland eben viel mehr Einwohner und ist damit in absoluten Zahlen Grosszahler. Siehe:

    http://en.wikipedia.org/w...

    ...aber lustisch

    gms

    unter der Ausblendung aller Fakten kann man das so sehen.

    • nosfoe
    • 05.12.2010 um 16:03 Uhr

    Um das noch einmal zu sagen: Die ewige Überheblichkeit des "wir zahlen am meisten" nervt! Einige kleinere Länder wie die Niederlande, Denemark und Schweden und zahlen pro Kopf deutlich MEHR als Deutschland an die EU, nur hat Deutschland eben viel mehr Einwohner und ist damit in absoluten Zahlen Grosszahler. Siehe:

    http://en.wikipedia.org/w...

    ...aber lustisch

    gms

  4. Sehr geehrte Zeit-Redaktion, vielen Dank für diesen substanziell visionären Kommentar! Ich kann nur zustimmen: die Europäer setzen sich zunehmend einem reaktionären Nationalismus ausgeliefert, der leider von den Medien getragen und entfacht wird.

    Der Euro muss verteidigt werden. Das geht nur durch Aufgabe der Nationalstaaten als solche und Schaffung einer europäischen Föderation. Dieser neue Nationalstaat würde alle Probleme der kontinentalen Wettbewerbsverzerrungen beseitigen. Außerdem würde das unbestrittene Demokratiedefizit der EU beseitigt! Arbeitet in einer verfassungsgebenden Kommission bestehend aus vom jetzigen politisch-medialen Komplex unbefangenen, aber in der europäischen Öffentlichkeit respektierten BÜRGERN endlich eine echte Verfassung aus und lasst sie europaweit legitimieren! Wandelt die Nationalstaaten in Provinzen um! Vereinheitlicht, was immer zu vereinheitlichen geht in Europa!

    Wenn aus allen 27 europäischen Verfassungen die besten Ideen und Prinzipien in ein solches neues Gemeinwesen einfließen und die Bürger eine Stärkung der Demokratie klar erkennen können, dann wird sich kein Land in Europa gegen einen europäischen Nationalstaat stellen!

    Wenn die europäischen Nationalisten jetzt die Deutungshoheit über die Währungskrise behalten, sehe ich schwarz für Liberalismus und Humanismus auf diesem Kontinent!

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Von der Idee her ist das wirklich etwas wirklich wunderbares.

    Doch wie so offt liegen Traum und Realität weit auseinander.

    Wollen sie wirklich von inkompetenten korrupten Politikern regiert werden, wollen sie wirklich noch länger arbeiten ? Wie gesagt die Idee ist schön, die Menschen müssen nur erst mal aufwachen und vor allem muss es ein Europa der Menschen sein, nicht der Lobbyisten und nicht von den Politikern die einen scheiß auf uns geben.

    Willkommen im Dezember 2010. Zu ihrem euphorischen Kommentar einige Anmerkungen.

    Wir reden jetzt über 27 EU-Staaten mit 24 offiziellen EU-Sprachen. Nehmen wir die 4 Beitrittskanidaten und die 5 potentiellen Südost-Kanidaten (3 haben den Beitritt bereits beantragt) dazu und antizipieren die gewünschte Hinwendung der Ukraine zu Europa, dann sind es in der mittelfristigen Ausbaustufe 37 Länder und ungefähr 33 Sprachen. Mit Syrien, Iran und Aserbaidschan bestehen Außengrenzen., die durch EU-Soldaten 8freiwillig, Pflicht, irgendwas dazwischen) gesichert werden.

    Zwischen Island und dem Iran wird also vereinheitlicht, was vereinheitlicht werden kann, m.a.W. gleichgeschaltet. Wenn Sie sich etwas mit der bereits bestehenden Regelungswut Brüssels beschäftigen können Sie einen Vorgeschmack darauf bekommen. Da geht es von der Farbe der Pflastersteine auf EU-Bahnhöfen bis zur Vorgabe des Lohnniveaus für den öffentlichen Dienst durch Brüssler Kommissare (vgl. zum Letzteren die Vorschläge zur Economic Governance).

    Dieses Konglomerat wird (nach Wahlen) von einer Regierung vertreten, die idR nur mittels Dolmetscher mit dem Wahlvolk kommunizieren kann u.s.w., u.s.w. und das wird demokratisch von wem kontrolliert?

    Hatten Sie wirklich Europa im Sinn, oder redeten Sie über China?

    Grüße

    "Der Euro muss verteidigt werden."

    Wohl eher gestützt *g*

    "Das geht nur durch Aufgabe der Nationalstaaten als solche und Schaffung einer europäischen Föderation."

    So? Warum schaffen wir den Euro nicht ab und machen statt Bundesstaat lieber Staatenbund? Weils dir nicht gefällt?

    "kontinentalen Wettbewerbsverzerrungen"

    *lol* und die weltweiten? Dafür brauchen wir dann die Weltregierung? Mich gruselt allein bei dem Gedanken.

    "Demokratiedefizit der EU"

    Wunschdenken? Wir sind ja nichtmal in der Lage das D-Defizit in D zu beseitigen.

    "lasst sie europaweit legitimieren"

    Und wenn die Leute sie nicht wollen? Ich will keine USEU, Größe ist nicht gut, sondern schlecht. Wenn du es nicht glaubst, schau in die USA und sieh dir deren Gebahren an, oder nach China, Indien, Russland... in kleinen Staaten gehts demokratischer zu, der Wohlstand ist höher und gewalttätige Konflikte sind seltener, weil man sie sich schlicht nicht leisten kann.

    "aus allen 27 europäischen Verfassungen die besten Ideen und Prinzipien"

    Schon wieder Wunschdenken. Es gibt kein Optimum, sonst bräuchte man keine Politik, Politik ist ständiges Schlichten von (Interessen-)Konflikten. Und die gehen nicht von selbst weg.

    "sehe ich schwarz für Liberalismus und Humanismus auf diesem Kontinent"

    Europa bestand immer aus Nationalstaaten, die EU wurde auf deren Basis gebaut! Dein Pessimismus ist vollkommen unangebracht.

    das von Ihnen, #6 alibaba, beschriebene Supermonster möchte ich nicht erleben. Grauenhaft!

    Dass der Autor des Artikels als Grieche sich eine Dauersolidarität wünscht, die ähnlich der dem Solidaritätszuschlag Ost zur Dauersubvention für griechische Renten ab 55 wird, kann ich mir denken. Das Trapsen der Nachtigall ist nicht zu überhören. Reden Sie nicht um den heißen Brei herum! Abgeordnete wie Sie brauchen wir nicht, sie würgen jeden Zusammenhalt ab.

    das muss das Ziel sein, aber wie weit wir noch davon enfernt sind zeigt die dominierende Meinung auf solche Aussagen wie deine. Ich kann mich nur wiederholen, der erste Schritt in diese Richtung ist die Etablierung einer gemeinsamen Sprache, Englisch bzw. ein simples Basisenglisch. Wenn es in Europa noch aktive Politiker gaebe die selbst die Resultate der nationalen Spaltungen erlebt hatten also die Kriege, dann waere dies angesichts der heutigen Realitaet (USA + Indien kommunizieren auf Englisch, plus Commonwealth Rest macht das in etwa 1,5 Milliarden Menschen, etwas mehr als Chinesisch sprechende) sicher bereits in die Wege geleitet worden. Damals als Deutschland, Frankreich, Italien, BeNeLux die grundsteine legten war das Frankreich wegen nicht machbar, spaeter als GBR dazukahm wohl noch weniger, heute ist es anders und ein Muss, da muss sich Frankreich beugen. Nur fehlen die Figuren die sowas wirklich realisieren koennten... wenn man staendig nur an die naechsten kleinen Wahlen denkt bei sich zuhause und die damit verbundenen Posten, da muss man wohl erst mal wieder richtig auf die Fresse fallen bevor was weiter geht.

    Das Hauptargument sollte es eigentlich jedem Bürger einleuchten, dass unter Einbeziehung der Geschichte der letzten 200 Jahre die Zeit der Nationalstaaten die schlimmste für den einzelnen Menschen war. Erst durch den europäischen Einungsprozess haben wir seit über 60 Jahren Frieden. Da allerdings fast niemand dieses Zeit erlebt hat, zählt dieses Argument einfach nicht mehr.

    Der Autor des Artikel hat aber auch eindeutig auf Misstände in Brüssel hingewiesen. Das Demokratiedefizit, das Europa für den Menschen da sein muss und nicht umgekehrt wurde doch deutlich hervorgehoben. Deswegen ist an der Idee aber nichts verkehrt. Die Umsetzung ist das Problem. Deswegen braucht Europa eine Reform hin zu mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz. Das wird schon seit Jahren gepredigt, scheitert aber oft an lokalen Politikern, die Brüssel für ihren eigenen Probleme als Sündenbock missbrauchen.

    Dann zu dem Thema Größe und Sprachprobleme:
    Wenn man sich beispielsweise Indien oder China anschaut, sollte der gebildete Zeitleser wissen, dass auch diese Staaten aus vielen Völkern zusammengesetzt sind. In China beispielsweise gibt es ein unmenge lokaler Sprachen, die sich so sehr unterscheiden wie in Europa Englisch und Deutsch. Verschiedene Sprachen und Kulturen sind kein Hindernis, sondern eine Bereicherung, die z.B. die USA nicht hat.
    Niemand will ein Europäisches Imperium sondern eine Wertegemeindschaft, die für soziale Sicherheit und Toleranz steht.

    Von der Idee her ist das wirklich etwas wirklich wunderbares.

    Doch wie so offt liegen Traum und Realität weit auseinander.

    Wollen sie wirklich von inkompetenten korrupten Politikern regiert werden, wollen sie wirklich noch länger arbeiten ? Wie gesagt die Idee ist schön, die Menschen müssen nur erst mal aufwachen und vor allem muss es ein Europa der Menschen sein, nicht der Lobbyisten und nicht von den Politikern die einen scheiß auf uns geben.

    Willkommen im Dezember 2010. Zu ihrem euphorischen Kommentar einige Anmerkungen.

    Wir reden jetzt über 27 EU-Staaten mit 24 offiziellen EU-Sprachen. Nehmen wir die 4 Beitrittskanidaten und die 5 potentiellen Südost-Kanidaten (3 haben den Beitritt bereits beantragt) dazu und antizipieren die gewünschte Hinwendung der Ukraine zu Europa, dann sind es in der mittelfristigen Ausbaustufe 37 Länder und ungefähr 33 Sprachen. Mit Syrien, Iran und Aserbaidschan bestehen Außengrenzen., die durch EU-Soldaten 8freiwillig, Pflicht, irgendwas dazwischen) gesichert werden.

    Zwischen Island und dem Iran wird also vereinheitlicht, was vereinheitlicht werden kann, m.a.W. gleichgeschaltet. Wenn Sie sich etwas mit der bereits bestehenden Regelungswut Brüssels beschäftigen können Sie einen Vorgeschmack darauf bekommen. Da geht es von der Farbe der Pflastersteine auf EU-Bahnhöfen bis zur Vorgabe des Lohnniveaus für den öffentlichen Dienst durch Brüssler Kommissare (vgl. zum Letzteren die Vorschläge zur Economic Governance).

    Dieses Konglomerat wird (nach Wahlen) von einer Regierung vertreten, die idR nur mittels Dolmetscher mit dem Wahlvolk kommunizieren kann u.s.w., u.s.w. und das wird demokratisch von wem kontrolliert?

    Hatten Sie wirklich Europa im Sinn, oder redeten Sie über China?

    Grüße

    "Der Euro muss verteidigt werden."

    Wohl eher gestützt *g*

    "Das geht nur durch Aufgabe der Nationalstaaten als solche und Schaffung einer europäischen Föderation."

    So? Warum schaffen wir den Euro nicht ab und machen statt Bundesstaat lieber Staatenbund? Weils dir nicht gefällt?

    "kontinentalen Wettbewerbsverzerrungen"

    *lol* und die weltweiten? Dafür brauchen wir dann die Weltregierung? Mich gruselt allein bei dem Gedanken.

    "Demokratiedefizit der EU"

    Wunschdenken? Wir sind ja nichtmal in der Lage das D-Defizit in D zu beseitigen.

    "lasst sie europaweit legitimieren"

    Und wenn die Leute sie nicht wollen? Ich will keine USEU, Größe ist nicht gut, sondern schlecht. Wenn du es nicht glaubst, schau in die USA und sieh dir deren Gebahren an, oder nach China, Indien, Russland... in kleinen Staaten gehts demokratischer zu, der Wohlstand ist höher und gewalttätige Konflikte sind seltener, weil man sie sich schlicht nicht leisten kann.

    "aus allen 27 europäischen Verfassungen die besten Ideen und Prinzipien"

    Schon wieder Wunschdenken. Es gibt kein Optimum, sonst bräuchte man keine Politik, Politik ist ständiges Schlichten von (Interessen-)Konflikten. Und die gehen nicht von selbst weg.

    "sehe ich schwarz für Liberalismus und Humanismus auf diesem Kontinent"

    Europa bestand immer aus Nationalstaaten, die EU wurde auf deren Basis gebaut! Dein Pessimismus ist vollkommen unangebracht.

    das von Ihnen, #6 alibaba, beschriebene Supermonster möchte ich nicht erleben. Grauenhaft!

    Dass der Autor des Artikels als Grieche sich eine Dauersolidarität wünscht, die ähnlich der dem Solidaritätszuschlag Ost zur Dauersubvention für griechische Renten ab 55 wird, kann ich mir denken. Das Trapsen der Nachtigall ist nicht zu überhören. Reden Sie nicht um den heißen Brei herum! Abgeordnete wie Sie brauchen wir nicht, sie würgen jeden Zusammenhalt ab.

    das muss das Ziel sein, aber wie weit wir noch davon enfernt sind zeigt die dominierende Meinung auf solche Aussagen wie deine. Ich kann mich nur wiederholen, der erste Schritt in diese Richtung ist die Etablierung einer gemeinsamen Sprache, Englisch bzw. ein simples Basisenglisch. Wenn es in Europa noch aktive Politiker gaebe die selbst die Resultate der nationalen Spaltungen erlebt hatten also die Kriege, dann waere dies angesichts der heutigen Realitaet (USA + Indien kommunizieren auf Englisch, plus Commonwealth Rest macht das in etwa 1,5 Milliarden Menschen, etwas mehr als Chinesisch sprechende) sicher bereits in die Wege geleitet worden. Damals als Deutschland, Frankreich, Italien, BeNeLux die grundsteine legten war das Frankreich wegen nicht machbar, spaeter als GBR dazukahm wohl noch weniger, heute ist es anders und ein Muss, da muss sich Frankreich beugen. Nur fehlen die Figuren die sowas wirklich realisieren koennten... wenn man staendig nur an die naechsten kleinen Wahlen denkt bei sich zuhause und die damit verbundenen Posten, da muss man wohl erst mal wieder richtig auf die Fresse fallen bevor was weiter geht.

    Das Hauptargument sollte es eigentlich jedem Bürger einleuchten, dass unter Einbeziehung der Geschichte der letzten 200 Jahre die Zeit der Nationalstaaten die schlimmste für den einzelnen Menschen war. Erst durch den europäischen Einungsprozess haben wir seit über 60 Jahren Frieden. Da allerdings fast niemand dieses Zeit erlebt hat, zählt dieses Argument einfach nicht mehr.

    Der Autor des Artikel hat aber auch eindeutig auf Misstände in Brüssel hingewiesen. Das Demokratiedefizit, das Europa für den Menschen da sein muss und nicht umgekehrt wurde doch deutlich hervorgehoben. Deswegen ist an der Idee aber nichts verkehrt. Die Umsetzung ist das Problem. Deswegen braucht Europa eine Reform hin zu mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz. Das wird schon seit Jahren gepredigt, scheitert aber oft an lokalen Politikern, die Brüssel für ihren eigenen Probleme als Sündenbock missbrauchen.

    Dann zu dem Thema Größe und Sprachprobleme:
    Wenn man sich beispielsweise Indien oder China anschaut, sollte der gebildete Zeitleser wissen, dass auch diese Staaten aus vielen Völkern zusammengesetzt sind. In China beispielsweise gibt es ein unmenge lokaler Sprachen, die sich so sehr unterscheiden wie in Europa Englisch und Deutsch. Verschiedene Sprachen und Kulturen sind kein Hindernis, sondern eine Bereicherung, die z.B. die USA nicht hat.
    Niemand will ein Europäisches Imperium sondern eine Wertegemeindschaft, die für soziale Sicherheit und Toleranz steht.

  5. ... und das EU-Parlament als Gralshüter der Freiheit. Ein netter Artikel, sozusagen live aus dem Endlager der politischen Kaste. Mit welcher Berechtigung redet ein MdEP ständig davon, was "die Menschen" wollen? Hat der Herr mal ausgerechnet, für wie viel Prozent der Wähler er eigentlich spricht?

    Grüße

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Als MdEP wuerde redet er fuer uns alle. Nur weil sich viele daran nicht beteiligen wollen, sollte wir nicht auf das Gegenteil schliessen.

    • hthswa
    • 05.12.2010 um 2:09 Uhr

    "
    """Hat der Herr mal ausgerechnet, für wie viel Prozent der Wähler er eigentlich spricht?"""

    Er ist Vorstandsmitglied der "Mövenpicks". Reicht diese Angabe?

    Gruß
    hthswa

    Als MdEP wuerde redet er fuer uns alle. Nur weil sich viele daran nicht beteiligen wollen, sollte wir nicht auf das Gegenteil schliessen.

    • hthswa
    • 05.12.2010 um 2:09 Uhr

    "
    """Hat der Herr mal ausgerechnet, für wie viel Prozent der Wähler er eigentlich spricht?"""

    Er ist Vorstandsmitglied der "Mövenpicks". Reicht diese Angabe?

    Gruß
    hthswa

  6. ...solange das nicht bedeutet, dass Deutschland für alle anderen zahlen muss.

    Außerdem bin ich für Föderalismus statt Ordres de Mufti von der EU-Kommission.

    Weniger Brüssel, mehr Freiheit.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wir sollten in unserer eigenen Politik anfangen, darauf zu draengen, dass die Prozesse transparenter werden, was aber eine Einschraenkung nationaler Macht waere auf die alle nationalen Politiker gerne Verzichten - zum Schaden aller.

    Wir sollten in unserer eigenen Politik anfangen, darauf zu draengen, dass die Prozesse transparenter werden, was aber eine Einschraenkung nationaler Macht waere auf die alle nationalen Politiker gerne Verzichten - zum Schaden aller.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service