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Bagdad 1991 – Menschen im Krieg

Im Krankenhaus konnten die Ärzte ihrer bei einem Bombenangriff schwerverletzten Tochter nicht mehr helfen. Als die Mutter die Todesnachricht erhält, klammert sie sich an die Schultern ihres Mannes.

Im Krankenhaus konnten die Ärzte ihrer bei einem Bombenangriff schwerverletzten Tochter nicht mehr helfen. Als die Mutter die Todesnachricht erhält, klammert sie sich an die Schultern ihres Mannes.  |  © Gerhard Kromschröder/Agentur Focus

Als 1991 die Bomben auf Bagdad fielen, war die Kamera alles, was ihn vom Grauen trennte. Der Journalist Gerhard Kromschröder war zu diesem Zeitpunkt der einzige Fotoreporter in Bagdad. Die Bilder des ehemaligen stern-Reporters erschütterten die Welt. Es sind Momentaufnahmen, geprägt von unmittelbarer Nähe, Empathie und respektvoller Distanz. Der Journalist dachte lange Zeit, diese Art zu fotografieren und seine Kamera hätten ihn vor dem Leid, dem Elend und der Trauer der Kriegsopfer schützen können.

Doch als der Krieg am Golf 2003 ausbrach, kamen die Bilder aus dem Golfkrieg von 1991 wieder hoch. Sie vermischten sich mit den aktuellen Kriegsbildern, die Kromschröder diesmal nur als Fernsehzuschauer und Zeitungsleser sah. Und er entschied, diese Bilderflut aufzuarbeiten. Daraus ist das Buch Bilder aus Bagdad – Mein Tagebuch entstanden, in dem Kromschröder seine Fotos aus dem ersten Golfkrieg neben aktuelle Medienberichte stellt und die Rolle des Kriegsberichterstatters kritisch infrage stellt.

Für ZEIT ONLINE hat Gerhard Kromschröder anlässlich des 20. Jahrestags seine Kriegsbilder noch einmal zur Verfügung gestellt. Seine nüchternen Bildunterschriften sollen mahnen, das Grauen und Leid nicht zu vergessen.