Terrorabwehr Al-Qaida testete Frachtrouten schon im September

US-Sicherheitsleute haben schon vor Wochen Pakete abgefangen, deren Absender offenbar das Terrornetzwerk war. Ziel war auch hier Chicago.

Bereits Mitte September sind die USA auf Frachtpakete aus dem Jemen gestoßen, die an Einrichtungen in Chicago adressiert waren. "Vor einigen Wochen identifizierten wir Sendungen, bei denen es offenbar eine Verbindung zu al-Qaida gab", zitierte Al Dschasira einen Regierungsvertreter. "Wir untersuchten sie genau, aber sie enthielten nichts Explosives", sagte er. Die Fachleute fanden unter anderem religiöse Bücher und eine Festplatte.

Bei der Aktion habe es sich offenbar um eine Art Testlauf gehandelt für den Bombenplan, der vergangene Woche aufflog, sagte der Regierungsvertreter. Laut BBC wollten die Absender vor allem wissen, wie lange die Pakete unterwegs sind.

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Die Bundesregierung hat als Reaktion auf den Fund von zwei Paketbomben aus dem Jemen auf dem mittelenglischen Flughafen East Midlands und in Dubai am Freitag die deutschen Landebahnen für Maschinen aus dem Jemen gesperrt. Die Flugsicherung ist angewiesen, direkte und indirekte Flüge aus dem Jemen abzuweisen. Die Sprengsätze waren in Computerdruckern versteckt.

In Sanaa äußerte sich die Regierung verärgert über das Landeverbot. Ein Regierungssprecher sagte, Jemen bedauere diese "kollektive Bestrafung" und sei enttäuscht über die "überstürzte und übertriebenen Entscheidung", die den Interessen der Terroristen diene. Statt die Flüge abzuweisen, sollten die Partner des Jemen dem Land vielmehr im "Kampf gegen den Terrorismus zur Seite stehen", zitierte die Nachrichtenagentur Saba den Sprecher.

Der für die Sicherheit des Frachtflugverkehrs zuständige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte, die Bundesregierung habe schnell und angemessen reagiert. Sein Ministerium hatte das Logistikunternehmen DHL aufgefordert, jede Fracht aus dem Jemen auf seinem Umschlagplatz in Leipzig streng zu kontrollieren. Der Paketdienst überprüft seitdem bis auf weiteres solche Fracht, gleichermaßen wie die Firmen UPS und FedEx.

Auch andere Länder verschärften die Sicherheitsmaßnahmen. Großbritannien untersagte sowohl Frachtflüge aus dem Jemen als auch aus Somalia, die Niederlande erließen ein Landeverbot für Frachtflugzeuge und Maschinen mit Post aus dem arabischen Land. Auch Kanada veränderte seine Regeln.

In der Nacht zum Freitag waren nach einem Hinweis von einem ehemaligen Al-Qaida-Kämpfer zwei aus dem Jemen abgeschickte Pakete mit funktionsfähigen Sprengsätzen in Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Pakete waren an jüdische Einrichtungen im Raum Chicago adressiert. Die in East Midlands beschlagnahmte Sendung war zuvor auf dem Flughafen Köln/Bonn umgeladen worden.

Die USA kündigten an, Mitarbeiter der Transportsicherheitsbehörde TSA nach Jemen zu schicken. Sie sollen nach der Aufhebung des Verbots für Luftfracht aus dem Jemen dafür sorgen, dass Sendungen in die USA genauer geprüft werden.

Die Bundesregierung will die Kontrolle des Luftfrachtverkehrs nun offenbar auf die Bundespolizei übertragen und damit verschärfen. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, die Luftfracht werde in Deutschland "bislang nur unzureichend kontrolliert". Uhl kündigte an, künftig werde die Bundespolizei neben der Kontrolle von Passagieren auch den Frachtverkehr überwachen. Zugleich gelte es, flächendeckend modernere Frachtscanner einzusetzen, sagte Uhl der Zeitung.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigte eine intensivere europäische Zusammenarbeit für mehr Flugsicherheit an. "Die Zuverlässigkeit der Drittstaaten und deren Kontrolle werden wir zu überprüfen haben", sagte er in einem Paketumschlagzentrum im Frachtflughafen Köln/Bonn. Jedes Paket, das Deutschland verlasse, werde geröntgt. Der Minister sieht aber vor allem die Herkunftsländer gefordert. Deutschland sei auch Umschlagplatz für Pakete aus dem Ausland, die in andere Länder weitergeflogen würden. Würde man diese in Deutschland auch noch alle genau kontrollieren, "dann würde der internationale Frachtverkehr zusammenbrechen". 

 
Leser-Kommentare
  1. Welcher Journalist glaubt denn diesen dick aufgetragenen Schmarren mit den Bombenpäckchen aus dem Jemen, adressiert an Synagogen in den USA überhaupt?

    Das ist ja wohl nur noch lächerlich für jeden denkenden Menschen. Ein offenkundiger Dummenfang, wie es dreister nicht geht. Das glauben vermutlich nicht mal mehr die Leser der Bildzeitung, weil selbst denen die Geschichte zu dick aufgetragen sein dürfte.

  2. Dabei ist der Plott so dämlich gemacht, dass wohl leider nicht mal die Tea Potties darauf reinfallen.
    Unterwegs über Hochhäusern explodieren, oder in jüdischen Synagogen, oder in Obamas Chikago... honi soit qui mal y pense, auch wenn man überm Teich eher Don't cry "wolf" schryhe.

    • carol
    • 02.11.2010 um 9:06 Uhr

    toll, jetzt ist also der Jemen vom frachtflug ausgenommen. morgen ist dann Afghanistan dran, übermorgen Iran, Irak, Türkei, Korea, Sowjetunion und zuletzt die USA.

    und was wurde erreicht? nur blödsinniges gelaber das irgendetwas getan werden müsse. wenn was getan werden soll, dann die globale ungerechtigkeit aus der welt schaffen, aber da hört der spass in der ersten welt auch auf.

  3. Der Jemen ist verärgert, dass er vom Luftfrachtverkehr ausgeschlossen wurde. Meiner Meinung nach kann das nur der Anfang sein. Sollten die arabischen Länder und die Führer des Islam sich weiterhin zu wenig für die Aufklärung und Verhinderung von Terror gegen den Westen engagieren, sollten sie zukünftig nur noch innerhalb ihres Kulturkreises fliegen und flugtechnisch vom Flugverkehr der restlichen Welt ausgeschlossen werden. Man kann ja die Grenzen zur westlichen Welt auch wieder per Kamel überqueren!

  4. Na - da bin ich einmal gespannt, ob sich die Reaktion der schwarz-gel(d) -ben Bundesregierung nicht als reiner Populismus erweist. Laut Handelsblatt laufen die deutsche Wirtschaft und auch das Bundesverkehrsministerium inzwischen Sturm gegen weitere Kontrollen und mögliche Flugverbote. Man befürchtet dramatische wirtschaftliche Verluste... Es dürfte also erfahrungsgemäß nur eine Frage der Zeit sein, bis Innenminister de Maizière und Herr Bosbach ganz ganz schnell zurück rudern. In der FDP ist man ja schon aufgeschreckt.

    Quelle: http://www.handelsblatt.c...

    Im Zweifel wird man sich für den Mammon entscheiden. Das gibt satt Schotter und hinterher das eine oder andere gut dotierte Vorstands- und Aufsichtsratspöstchen. Wenn die Sache schief geht, hat man leider nichts gewusst, nichts geahnt und alles so nicht gewollt - gleichzeitig macht man klar, dass man Sekundenkleber auf die Sitzfläche des eigenen Ministersessels geschmiert hat. Leider, Leider...

  5. .... um Geld für den republinaischen Wahlkampf zu finanzieren und die Zeit beteiligt sich. Kaum ein Beitrag ohne UPS im Bild.....Im Fernsehen werden wenigstens auch mal Wettbewerber gezeigt.

    • chamsi
    • 02.11.2010 um 9:40 Uhr

    ...erwägen die USA einen Militärschlag gegen den Yemen.
    Na, da haben sich ja die ganzen Vorbereitungen der CIA,
    Mossad und MI5 seit September gelohnt.
    Und da das "Päckchen" auch in der BRD zwischengelandet
    ist, muß die (bislang) vernünfig agierende deutsche
    Regierung wohl mitziehen.
    Bei den Terrorwarnungen vor einigen Wochen hatte das
    noch nicht geklappt, da brach hier niemand in wilden
    Aktionismus aus.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • carol
    • 02.11.2010 um 10:40 Uhr

    tur mir leid dir das sagen zu müssen, aber du bist hier total falsch. politische inhalte werden von ZEIT lesern in der BILD leider nicht verfolgt. nach dem epileptischen schock der grossbuchstaben auf seite eins, schaut man sich nur die nackte frau auf der ersten, letzten und manchmal auf der dritten seite an. wenn man dann noch lust hat werden die gewerblichen anzeigen (augenzwinker) studiert.

    grüsse
    Carol

    • carol
    • 02.11.2010 um 10:40 Uhr

    tur mir leid dir das sagen zu müssen, aber du bist hier total falsch. politische inhalte werden von ZEIT lesern in der BILD leider nicht verfolgt. nach dem epileptischen schock der grossbuchstaben auf seite eins, schaut man sich nur die nackte frau auf der ersten, letzten und manchmal auf der dritten seite an. wenn man dann noch lust hat werden die gewerblichen anzeigen (augenzwinker) studiert.

    grüsse
    Carol

  6. Erstens einmal dürften etwa fünf von je zwei Mitarbeitern der UPS-Filiale im Jemen erfahrene Amiagenten sein.

    Zweitens ist ein Päckchen an eine Synagoge in den USA ja soo unauffällig, gell? Da schöpft doch sicher niemand Verdacht, vor allem bei den vielen Päckchen, die jeden Tag aus dem Jemen an Synagogen in den USA verschickt werden, gell.

    Drittens sind die Bewohner von Ländern Arabiens auch nicht doof, auch wenn sie nicht unsere technischen Möglichkeiten haben. Aber wenn da ein Unbekannter im Postamt ein Päckchen aufgibt, selbst wenn es an seine Oma in Kairo statt an eine Synagoge adressiert wäre, schleichen dem zehn Straßenjungen nach, um mehr über den herauszufinden, wer es ist und was bei dem noch zu holen wäre.

    Und das Päckchen ist offen, bevor er die Filiale verlassen hat. Wenn er keine Beziehungen zu einem einflussreichen Clanchef hat, wird das Päckchen sowieso im Postamt schon geplündert, und wenn er von der Al-CIAda ist, weiß das auch jeder im Dorf.

    Aber ein "ehemaliger AlKaida-Kämpfer" hätte von den Päckchen gewusst und die westlichen Dienste gewarnt. Und wie hat der das erfahren?

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    es ist völlig ausreichend erstmal den tatsächlichen Sachverhalt zu klären. Schon die technische Seite wimmelt von widersprüchlichen Angaben deren Aufklärung die konventionelle Presse schuldig bleibt!

    s.a.:http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-11/terror-ziel-usa?commentstart=9#cid-962284

    MfG Karl Müller

    es ist völlig ausreichend erstmal den tatsächlichen Sachverhalt zu klären. Schon die technische Seite wimmelt von widersprüchlichen Angaben deren Aufklärung die konventionelle Presse schuldig bleibt!

    s.a.:http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-11/terror-ziel-usa?commentstart=9#cid-962284

    MfG Karl Müller

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