Nuklearwaffen USA besorgt über neue Atomanlagen in Nordkorea
"Eine Provokation": Die Berichte über bislang geheime Anlagen zur Urananreicherung des Regimes in Pjöngjang beunruhigen die US-Regierung.
© Nicolas Kamm/AFP/Getty Images

US-Verteidigungsminister Robert Gates
US-Verteidigungsminister Robert Gates hat sich besorgt über die neue nordkoreanische Anlage zur Urananreicherung gezeigt. Damit habe Pjöngjang das "Potenzial", weitere Atomwaffen herzustellen, sagte er am Rande eines Treffens mit Kollegen aus amerikanischen Ländern in Bolivien. Dies sei "offensichtlich" ein Anlass zur Sorge.
Deutlichere Worte verwandte der US-Sonderbeauftragte für die Nordkorea-Politik, Stephen Bosworth. Nach Gesprächen mit südkoreanischen Regierungsvertretern kritisierte er Nordkoreas Vorgehen als "weiteren Zug in einer Serie von provokativen Zügen". Zugleich beschwichtigte er, dies sei "keine Krise, wir sind nicht überrascht". Die USA hätten mit diesem "sehr schwierigen Problem" bereits seit fast zwanzig Jahren zu tun. Das Streben des kommunistischen Landes, Uran anzureichern, hätten die USA seit Jahren "beobachtet und analysiert".
Erst am Vortag war bekannt geworden, dass das nordkoreanische Atomprogramm weitaus umfangreicher ist als bislang angenommen. Der US-Wissenschaftler Siegfried Hecker, der das Terrain besuchen durfte, sagte der New York Times , er sei "sprachlos" und "verblüfft" gewesen angesichts der ausgeklügelten Anlage, die das Regime schnell und heimlich gebaut habe. Er habe "Hunderte und Aberhunderte" neu installierter Gaszentrifugen und einen "ultramodernen Kontrollraum" gesehen. Nordkoreanischen Angaben zufolge seien dort bereits rund 2000 Zentrifugen im Einsatz.
Das Blatt zitierte Hecker weiter mit den Worten, dass es ihm verboten worden sei, in der Anlage Fotos zu machen. Auch habe er die Angaben der Nordkoreaner nicht überprüfen können, wonach die Anlage bereits niedrig angereichertes Uran produziere. "Es gibt Gründe, sich zu fragen, ob das wahr ist", sagte Hecker der Zeitung. Auch bezweifle er, dass Pjöngjang in der Lage sei, das Projekt fertigzustellen. In dem Bericht hieß es weiter, Nordkorea hätte die Anlage ohne ausländische Hilfe so schnell nicht errichten können.
Nordkorea hatte erstmals im Oktober 2006 und dann im Mai 2009 Atomwaffen getestet. Kurz vor dem zweiten Test war Nordkorea aus den sogenannten Sechser-Gesprächen mit Südkorea, China, den USA, Russland und Japan ausgestiegen. In den vergangenen Monaten signalisierte Pjöngjang wiederholt seine Bereitschaft, unter bestimmten Bedingungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. US-Präsident Barack Obama sagte vergangene Woche in Seoul, der Norden müsse "die Aufrichtigkeit seines Anliegens" unter Beweis stellen.
- Datum 22.11.2010 - 09:29 Uhr
- Quelle dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 8
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Sehr lange lebten wir unter dem Schatten der Bedrohung, als die Sowjets dem Westen die nukleare Rüstung entgegensetzten. Dennoch, so scheint mir, kam mehr Bewegung in die Kriege der Welt, als die Sowjets aufhörten, ein Staat zu sein. Die große Bedrohung war vorbei, die vielen kleinen nahmen zu. Die Arroganz Amerikas nahm zu. Die Skrupel nahmen ab, in der Welt mit Waffen die Interessen Amerikas zu vertreten. Vielleicht ist es mal gut, daß jemand diesem Land wieder die Stirn bietet. Denn mit seiner anfänglichen Politik des Händereichens kann sich Obama offenbar im eigenen Land nicht durchsetzen. Also muß das ganze Amerika (vielleicht auch nach Obama) daran erinnert werden, daß die Politik des Händreichens und des gegenseitigen Respekts alternativlos ist.
Was nun??
Sollen die "verängstigten" Nationen einen Erstschlag riskieren??
Mit der Option, einen verheerenden Flächenbrand aus zu lösen??
Es gibt leider immer mehr Sachverhalte, die dazu geeignet sind, verheerende Flächenbrände aus zu lösen..
Sollten wir nicht so langsam mal zur Besinnung kommen??
Kauft doch den Nord-Koreanern ihr angereichertes Material ab und verwendet es in den eigenen Atomkraftwerken, dann hat die ganze Sache wenigstens EIN Gutes und Nordkorea macht dabei noch ein gutes Geschäft, womit sie sich vielleicht endlich mal "refinanzieren" können und das Volk auch mal was davon hat..
Es führt nun mal leider kein Weg mehr zurück, immer mehr Staaten werden mit Atomtechnologien aufwarten.. Sorgen wir also lieber dafür, das die damit möglichen freisetzbaren Energien wenigstens "vernünftig" ausgegeben und umgesetzt werden...
Angst war schon immer der schlechteste Berater.
Mehr gibt es von meiner Seite nicht dazu zu sagen.
mfg
ist es nicht merkwürdig, daß Nordkorea keine auch nur im Ansatz vergleichbare Kriegspropaganda entgegen schlägt wie dem Iran? Der, anders als Nordkorea, nicht aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgeschieden ist und über keine Atomwaffen verfügt - trotzdem erscheint gefühlt mindestens ein Transatlantiker-Artikel pro Woche, der die Führbarkeit eines Kriegs gegen den Iran erörtert. Sollte ein Autor wie Jörg Lau differenziert über den Iran berichten, übernehmen Kommentatoren die gleiche Funktion. http://www.zeit.de/2010/4...
Vor solcher Propaganda sollte man sich hüten! Sie könnte nämlich als Handlungsempfehlung für x Staaten verstanden werden: verlasst den Atomwaffensperrvertrag, legt die Bombe ins Regal und werdet in Zukunft mit Respekt behandelt.
Doch, natürlich ist es auffällig, dass sich die US-Kriegshetzer hier zurück halten.
Nordkorea ist kein Stachel im Fleisch Israels und es hat keine Ölvorkommen, dafür aber eine ausgeprägt gebirgige Topographie mit Grenzen zu Russland und China und ständig ca. 1,2 Millionen (!) Soldaten unter Waffen, sowie Kernwaffen und Langstreckenraketen.
Vielleicht spielen diese Tatsachen bei den Überlegungen der amerikanischen Rechten eien gewisse Rolle?
Doch, natürlich ist es auffällig, dass sich die US-Kriegshetzer hier zurück halten.
Nordkorea ist kein Stachel im Fleisch Israels und es hat keine Ölvorkommen, dafür aber eine ausgeprägt gebirgige Topographie mit Grenzen zu Russland und China und ständig ca. 1,2 Millionen (!) Soldaten unter Waffen, sowie Kernwaffen und Langstreckenraketen.
Vielleicht spielen diese Tatsachen bei den Überlegungen der amerikanischen Rechten eien gewisse Rolle?
Doch, natürlich ist es auffällig, dass sich die US-Kriegshetzer hier zurück halten.
Nordkorea ist kein Stachel im Fleisch Israels und es hat keine Ölvorkommen, dafür aber eine ausgeprägt gebirgige Topographie mit Grenzen zu Russland und China und ständig ca. 1,2 Millionen (!) Soldaten unter Waffen, sowie Kernwaffen und Langstreckenraketen.
Vielleicht spielen diese Tatsachen bei den Überlegungen der amerikanischen Rechten eien gewisse Rolle?
Sollte sich eines Tages ein absurd überrüsteter, atomar bewaffneter asiatischer Kleinstaat in seiner regionalen Hegemonie durch Nordkorea beeinträchtigt fühlen, dann werden die amerikanischen Kriegstrommeln sofort zu schlagen beginnen...
Außerdem steht N-Korea noch immer unter dem speziellen Schutz Pekings. Wenn der Kim-Clan seine Karten nicht überreizt, werden die Chinesen sen Status Quo so lang wie möglich aufrecht erhalten. Daran wäre auch allen anderen gelegen, insbesondere der Regierung in Seoul.
Hätte Teheran einen solch mächtigen Paten an seiner Seite, würde man die Füße in Washington und Tel Aviv wesentlich ruhiger halten. Und die exportorientierten Europäer würden sich ganz raushalten.
Sollte sich eines Tages ein absurd überrüsteter, atomar bewaffneter asiatischer Kleinstaat in seiner regionalen Hegemonie durch Nordkorea beeinträchtigt fühlen, dann werden die amerikanischen Kriegstrommeln sofort zu schlagen beginnen...
Außerdem steht N-Korea noch immer unter dem speziellen Schutz Pekings. Wenn der Kim-Clan seine Karten nicht überreizt, werden die Chinesen sen Status Quo so lang wie möglich aufrecht erhalten. Daran wäre auch allen anderen gelegen, insbesondere der Regierung in Seoul.
Hätte Teheran einen solch mächtigen Paten an seiner Seite, würde man die Füße in Washington und Tel Aviv wesentlich ruhiger halten. Und die exportorientierten Europäer würden sich ganz raushalten.
>>> Nordkorea ist kein Stachel im Fleisch Israels <<<
Nordkorea hat, anders als Iran, keinem anderen Land damit gedroht, es von der Landkarte zu tilgen.
Immerhin gibt es eine -zumindest tendenziell, dem werden Sie eventuell beipflichten -recht aggressive Haltung gegenüber Südkorea, nicht nur ein wichtiger Bündnispartner der USA, sondern auch eine der wichtigsten Werkbänke der globalisierten Weltwirtschaft.
Sollte sich eines Tages ein absurd überrüsteter, atomar bewaffneter asiatischer Kleinstaat in seiner regionalen Hegemonie durch Nordkorea beeinträchtigt fühlen, dann werden die amerikanischen Kriegstrommeln sofort zu schlagen beginnen...
Außerdem steht N-Korea noch immer unter dem speziellen Schutz Pekings. Wenn der Kim-Clan seine Karten nicht überreizt, werden die Chinesen sen Status Quo so lang wie möglich aufrecht erhalten. Daran wäre auch allen anderen gelegen, insbesondere der Regierung in Seoul.
Hätte Teheran einen solch mächtigen Paten an seiner Seite, würde man die Füße in Washington und Tel Aviv wesentlich ruhiger halten. Und die exportorientierten Europäer würden sich ganz raushalten.
>>> Hätte Teheran einen solch mächtigen Paten an seiner Seite, würde man die Füße in Washington und Tel Aviv wesentlich ruhiger halten. <<<
Ein Glück, dass dies nicht der Fall ist. Das Letzte, was die Menschheit gebrauchen kann, ist ein weiteres atomar bewaffnetes totalitäres Regime, das demokratisch regierte Staaten (wie Israel oder Südkorea) bedroht.
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