Karatschi-Gate Eine schwindelerregende Affäre
Geldkoffer in Wahlkampfbüros und ein Präsident, der Journalisten pädophil nennt. Eine Staatsaffäre wird zum Karriererisiko für Nicolas Sarkozy.
© ERIC FEFERBERG/AFP/Getty Images

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auf einer Konferenz Ende November in Paris
Staatsaffären sind Fortsetzungsromane. In Frankreich spielen sich derzeit mehrere zugleich ab, und sie offenbaren allesamt, wie erbittert die Machtkämpfe in der Regierungsrechten geführt werden. Kaum dass Staatspräsident Nicolas Sarkozy meinte, sich mit dem Arbeitsminister Eric Woerth auch der gleichnamigen Affären entledigt haben, in denen es um Parteienfinanzierung und Interessenkonflikte ging, erhob eine andere wieder ihr Haupt. Sie heißt Karatschi-Gate.
Ihr Name rührt von der pakistanischen Metropole her, wo vor acht Jahren 14 Menschen einem Attentat zum Opfer fielen; unter ihnen waren elf Franzosen: Ingenieure und Techniker, die an U-Booten gearbeitet hatten, die Frankreich an Pakistan verkauft hatte.
Die Theorie, die Täter seien islamistische Terroristen gewesen, erwies sich als unfruchtbar . Widerlegt ist sie ebenso wenig, doch zwei französische Ermittlungsrichter verfolgen mittlerweile eine interessantere Spur. Die Auftraggeber könnten pakistanische Militärs gewesen sein, und zwar, um sich an Frankreichs Regierung zu rächen. Jacques Chirac, damals Präsident, hatte nach seiner Amtsübernahme 1995 angeordnet, Schmiergeldzahlungen (Kommissionen) zu stoppen, die damals an die Pakistanis flossen – eine bis 2000 legale Praxis.
Die Ermittlungen untersuchen auch eine These, nach der bis 1995 der damalige Premierminister Edouard Balladur, der mit Chirac um die Präsidentschaft konkurrierte, Mittelsmänner in die Schmiergeldzahlungen eingeschleust habe. Ihre Aufgabe sei es gewesen, einen Geldfluss von Islamabad nach Paris zu organisieren, um Balladurs Wahlkampagne zu finanzieren.
Dafür gibt es immerhin ein paar Anhaltspunkte. Und Nicolas Sarkozy war damals Balladurs Sprecher und einer der Kampagnenchefs. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Sarkozy dieses aus Tarngesellschaften und zwielichtigen Figuren gestrickte Finanzsystem abgesegnet, teils sogar selbst errichtet haben könnte. Aber eben nur Hinweise, keine Beweise. Belegt ist, dass in Balladurs Wahlkampfbüro kofferweise Geld angeschleppt wurde – nicht freilich, dass es sich um die sogenannten Retrokommissionen handelte.
Dieser Tage nun sickern neuerliche Dokumente sowie Informationen über die Aussagen von Beteiligten und Zeugen des U-Boot-Deals durch, die zu bestätigen scheinen, dass Sarkozy von den Schmiergeldzahlungen nach Pakistan zumindest gewusst hatte – und dass die Vertrauten Chiracs sich sehr sicher waren, es habe auch Rückflüsse gegeben. Frankreichs ehemaliger Präsident Giscard d'Estaing behauptet gar die Existenz einer Liste, in der die Zahlungsflüsse nach Frankreich verzeichnet gewesen seien.
Der böse Verdacht wird durch das Verhalten der Betroffenen nur erhärtet. Beteiligte von damals sowie die jetzige Regierung zögern mit der Herausgabe von Dokumenten, und Nicolas Sarkozy reagiert nicht etwa gelassen, sondern geradezu wie angestochen. Am vergangenen Freitag wollte er einen Journalisten, der ihn dazu befragte, dumm dastehen lassen und behandelte ihn in ironischer Absicht als "Pädophilen" – auch das, sagte Sarkozy, sei ja ein unbelegter Verdacht, der, einmal ausgesprochen, kleben bleibe. Von den Journalisten verabschiedete er sich sodann mit "bis morgen, meine pädophilen Freunde". So ist eben sein Humor, bissig, aggressiv, unelegant.
Beliebt macht Sarkozy sich mit solchen Entgleisungen bei den Franzosen nicht, sie wollen sich von ihrem Präsidenten doch repräsentiert sehen. Dass er beispielsweise auf einer Pressekonferenz sagte, bei dem Attentat gehe es nicht um eine Staatsaffäre sondern um "die Trauer der Familien und sone Dinger", das ist ihnen peinlich und kostet den Präsidenten Sympathiewerte.
- Datum 24.11.2010 - 17:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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.... Andreotti usw, so darf man sich eigentlich nicht wundern über Sarkozy. Wir befinden uns im Alten Europa und da gelten Regeln, die man in der Kinderstube lernt. So hackt eine Krähe der anderen das Auge besser nicht aus und in manchen Ländern selbst dann nicht, wenn die alte Krähe nur noch Altkanzler ist.
einen Finanzminister vor die Nase gesetzt, der nach der CDU-Spendenaffäre im normalen Management aufgrund charakterlicher Defizite wohl kaum eine höhere Managementposition mehr besetzt hätte.
einen Finanzminister vor die Nase gesetzt, der nach der CDU-Spendenaffäre im normalen Management aufgrund charakterlicher Defizite wohl kaum eine höhere Managementposition mehr besetzt hätte.
Tja, Sarkotzy, womit haben die Franzosen diesen Mann bloss verdient...?
Ich habe gut Freunde und Geschäftspartner in Paris, denen ich folgenden Link geschickt habe...
http://www.zeit-fragen.ch...
...unabhängige, aufgeklärte, echte Franzosen. Die hatten "Angst", diesen Link am Telefon zu kommentieren!
Tja, nicht alle haben den Mut, auszusagen. Da ich nicht in Frankreich lebe muss ich nichts fürchten. Es ist aber sicher keine Frage des Mutes. Sarko nervt, gewaltig. Er strapaziert uns (d.h. eine grosse Mehrheit der Franzosen) und spielt sich auf, als kleinen, nervösen Herrscher. Minister, Offiziere, Präfekten, bekannte TV-Moderatoren die Seinem Gusto nicht entsprechen, ihn widersprechen oder eine unabhängige Meinung vertreten, werden umgehend geschasst. Er gibt sich gerne staatsmännisch, ist's aber nicht. Alle in Frankreich können dies feststellen. Das ist sogar für die politische Rechte bitter. Nie in der 4. oder 5. Republik wurden wir so "schlecht" vertreten. Sogar in der eigenen Partei ist er umstritten. Zur Stilfrage kommen seine Herrschsucht, der Nepotismus, Willkür, die "Distanzlosigkeit" anderen Staatschefs gegenüber, seine leere Versprechungen, die Finanzaffären und "Skandälchen", die Beleidigungen und die unverfrorene Arroganz... All dies hat er an den Tag gelegt. Das findet keine Gnade vor dem Volk. Vielen Franzosen ist das Warten auf die Wahlen 2012 schier endlos. Also, sind wir nicht überrascht, wenn ihn immer weniger zu kommentieren vermögen.
Tja, nicht alle haben den Mut, auszusagen. Da ich nicht in Frankreich lebe muss ich nichts fürchten. Es ist aber sicher keine Frage des Mutes. Sarko nervt, gewaltig. Er strapaziert uns (d.h. eine grosse Mehrheit der Franzosen) und spielt sich auf, als kleinen, nervösen Herrscher. Minister, Offiziere, Präfekten, bekannte TV-Moderatoren die Seinem Gusto nicht entsprechen, ihn widersprechen oder eine unabhängige Meinung vertreten, werden umgehend geschasst. Er gibt sich gerne staatsmännisch, ist's aber nicht. Alle in Frankreich können dies feststellen. Das ist sogar für die politische Rechte bitter. Nie in der 4. oder 5. Republik wurden wir so "schlecht" vertreten. Sogar in der eigenen Partei ist er umstritten. Zur Stilfrage kommen seine Herrschsucht, der Nepotismus, Willkür, die "Distanzlosigkeit" anderen Staatschefs gegenüber, seine leere Versprechungen, die Finanzaffären und "Skandälchen", die Beleidigungen und die unverfrorene Arroganz... All dies hat er an den Tag gelegt. Das findet keine Gnade vor dem Volk. Vielen Franzosen ist das Warten auf die Wahlen 2012 schier endlos. Also, sind wir nicht überrascht, wenn ihn immer weniger zu kommentieren vermögen.
Steckt ebenso in diesem braunem Sumpf wie ein Haufen anderer Politiker.
Es war klar, dass jetzt so etwas folgen muss vor allem nach den Blamagen der letzten Wochen und Monate. Zuerst die Schande mit der Rente, gefolgt von Ohrfeigen seitens der EU bis hin zu einer unfassbaren Inkompetenz. Es ist kein Wunder, dass jetzt eine solche Sache herauskommt, denn offensichtlich hat man an Frankreichs "wahrer" Spitze beschlossen, die Marionette Sarkozy abzusägen.
Tja, nicht alle haben den Mut, auszusagen. Da ich nicht in Frankreich lebe muss ich nichts fürchten. Es ist aber sicher keine Frage des Mutes. Sarko nervt, gewaltig. Er strapaziert uns (d.h. eine grosse Mehrheit der Franzosen) und spielt sich auf, als kleinen, nervösen Herrscher. Minister, Offiziere, Präfekten, bekannte TV-Moderatoren die Seinem Gusto nicht entsprechen, ihn widersprechen oder eine unabhängige Meinung vertreten, werden umgehend geschasst. Er gibt sich gerne staatsmännisch, ist's aber nicht. Alle in Frankreich können dies feststellen. Das ist sogar für die politische Rechte bitter. Nie in der 4. oder 5. Republik wurden wir so "schlecht" vertreten. Sogar in der eigenen Partei ist er umstritten. Zur Stilfrage kommen seine Herrschsucht, der Nepotismus, Willkür, die "Distanzlosigkeit" anderen Staatschefs gegenüber, seine leere Versprechungen, die Finanzaffären und "Skandälchen", die Beleidigungen und die unverfrorene Arroganz... All dies hat er an den Tag gelegt. Das findet keine Gnade vor dem Volk. Vielen Franzosen ist das Warten auf die Wahlen 2012 schier endlos. Also, sind wir nicht überrascht, wenn ihn immer weniger zu kommentieren vermögen.
"Karriererisiko" ???
Nicolas Sarkozy ist ein Risiko für Frankreich, nur eine Frage der Zeit, wie lange Frankreich dieses Risiko tragen will.
Klein, profilierungssuechtig, letztlich unhaltbar fuer sein Land - wer da keine Parallelen sieht...
Deutschland, wo millionen Leute diese skandalösen Hungerlöhne verdienen, sollte,
statt auf die Nachbar Länder zu fokussieren, an der eigenen Tür kehren.
Bitte hier lesen. http://community.zeit.de/user/jean-pierre-aussant/beitrag/2010/03/21/die-hungerlöhne-die-wirtschaft-und-die-menschliche-würde
was hat denn Ihre Antwort mit dem Artikel zu tun?
Haben wir, les Allemands, uns mal wieder von unsere aggressiven, kritischen Seite gezeigt und am Lack der „Grand Nation“ gekratzt? Als überwiegend in Frankreich lebender Ausländer kenne ich diese (Über)Empfindlichkeit nur zu gut.
Aber kommen wir zum Artikel. Unglaublich, wie Ihr Land sich seit gut 4 Jahren verändert hat. Selbst frankophilien Ausländern fällt das „Wohlfühlen“ schwer. Bei Besuchen in der früheren DDR habe ich mich fast genauso „wohlgefühlt“.
Wie soll es weiter gehen? Die Sozialisten zerstritten, welche Alternativen auf der rechten Seite?
Mit einem Dominique de Villepin stände das Land anders da. Vielleicht nicht wirtschaftlich, aber politisch.
Wir haben im letzten Jahrhundert ganz schlechte Erfahrungen mit zwei „handicapés“ gemacht. Diese Charaktere, der Eine mit einem verkrüppelten Arm, der Andere ein abgelehnter Künstler und der Ihre zu kurz geraten, sind krankhaft egozentrisch und verfügten/verfügen nicht über den für einen Staatsmann und guten Diener seines Volkes dringend erforderlichen Habitus.
Mit Sorge beobachte ich das Abgleiten Ihres Landes - in dem sich „tout le monde“ wohl und frei fühlte – in einen Stall voll ängstlicher Kaninchen. Es ist bereits soweit! Sehen Sie oben den Beitrag von „Tillmann Palma“. Die Angst hat Ihr Land doch schon heimgesucht.
Ich kann nur hoffen, aus Sympathie für Ihr Land und Volk, dass bald ein Schiff nach Elba fährt.
"Ich kann nur hoffen, aus Sympathie für Ihr Land und Volk, dass bald ein Schiff nach Elba fährt."
Elba war schon einmal keine gute Wahl! LOL
"Ich kann nur hoffen, aus Sympathie für Ihr Land und Volk, dass bald ein Schiff nach Elba fährt."
Elba war schon einmal keine gute Wahl! LOL
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