Don't ask, don't tell (Frage nicht, sage nichts) – so lautet die Regel, nach der das amerikanische Militär bislang mit Schwulen verfährt. Homosexuelle dürfen demnach nur dann in der Armee dienen, wenn sich sich nicht outen. Vorgesetzte dürfen im Gegenzug den Soldaten keine Fragen nach ihren sexuellen Neigungen stellen.

Nun hat sich der Oberste amerikanische Gerichtshof für eine Verlängerung der Regelung ausgesprochen. Das gab das Gericht am Freitagabend bekannt.

Mit der Entscheidung schlägt sich der Supreme Court auf die Seite von Präsident Barack Obama. Ein kalifornisches Gericht hatte im Oktober die Regelung als verfassungswidrige Diskriminierung verworfen und einen sofortigen Stopp der Praxis verfügt . Die Regierung legte Berufung ein, worauf ein Gericht die Verfügung vorläufig wieder aufhob – und zwar solange bis eine Grundsatzentscheidung über den Berufungsantrag aus Washington gefallen ist. Das Urteil stützt diese Position.

 Der Streit um die Behandlung Homosexueller in der Armee macht seit Monaten in den USA Schlagzeilen. Präsident Obama betont zwar immer wieder, er wolle den Schwulen-Bann abschaffen. Das bisherige Urteil aus Kalifornien lehnte er dennoch ab. Lieber wolle man im Pentagon eigene Regeln erarbeiten. Verteidigungsminister Robert Gates hatte solche neuen Vorgaben bereits angekündigt. Die Regierung will außerdem, dass die Verfahrensweise per Gesetzesänderung geändert wird und nicht durch Gerichtsbeschluss.

Nach Angaben von Homosexuellen-Gruppen wurden seit 1993 rund 10.000 bekennende Schwule aus der Armee entlassen. Gegner einer Änderung führen ins Feld, "bekennende Schwule" könnten der Disziplin unter den Soldaten schaden.