WikileaksUSA kontaktieren vorsorglich ihre Bündnispartner

"Embassy Files", diplomatische Akten – die Internetplattform Wikileaks hat die Veröffentlichung neuer Geheimdokumente angekündigt. Die Folgen sind nicht absehbar.

Weisses Haus, Washington D.C.

Das Weiße Haus in Washington, D.C.  |  © Tim Solan/AFP/Getty Images

Es scheint sich zu bestätigen, was seit einigen Tagen vermutet wird: dass Wikileaks plant, einen Teil der diplomatischen Korrespondenz der USA zu veröffentlichen. Die amerikanische Regierung habe begonnen, die Verbündeten schon im Vorhinein zu beruhigen – berichtet zumindest Wikileaks.

Via Twitter verbreitet das Enthüllungsnetzwerk, die US-Regierung habe verschiedene Staaten kontaktiert und über die bevorstehende Veröffentlichung unterrichtet.

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Namentlich genannt wurden die Länder Großbritannien, Australien, Kanada, Dänemark, Norwegen und Israel. Dabei bezieht sich das Netzwerk auf Presseveröffentlichungen in den einzelnen Ländern, wie diese in Kanada.

Das deutsche Auswärtige Amt wollte eine solche Kontaktaufnahme am Freitag nicht bestätigen oder dementieren. Auf die Frage eines
Journalisten antwortete Andreas Peschke, Sprecher des Ministeriums: "Ich werde hier keine Einzelaspekte der breit gefächerten Gespräche mit unseren US-amerikanischen Partnern herausgreifen."

Der Beginn des Reigens war demnach eine Unterrichtung der New York Times. Die gehörte auch bei den vorherigen Veröffentlichungen aus Irak und aus Afghanistan zum Kreis der Medien, die zuvor Zugang zu dem Material hatten.

Die Zeitung habe dem Weißen Haus von den "Embassy Files" berichtet, heißt es in Wikileaks' Twittertimeline. Dann folgte der Nachsatz: "Now we see every tinpot dictator in the world briefed prior to release." Übersetzt heißt das so viel wie: "Nun wird wohl jeder Westentaschendiktator der Welt vorgewarnt."

Ein Sprecher des amerikanischen State Department bestätigte das indem er erklärte, die Regierung warne ausländische Regierungen vor. Das State Department wisse "nicht exakt, was Wikileaks hat oder was sie planen", sagte der Sprecher Philip Crowley. Aber der außenpolitische Schaden des Geheimnisverrats könne beträchtlich sein.

"Die typischen Mitteilungen beschreiben Zusammenfassungen von Treffen, Analysen von Ereignissen in anderen Ländern und Protokolle vertraulicher Gespräche mit Mitgliedern anderer Regierungen", sagte Crowley der Washington Post. Eine Hauptsorge der USA sei, dass sie wegen der Veröffentlichung künftig nicht mehr an solche Informationen komme. US-Medien berichteten, dass zudem strategische Geheimnisse der amerikanischen Außenpolitik publik werden könnten, oder auch bislang unbekannte internationale Korruptionsfälle.

Leserkommentare
    • Haunebu
    • 26. November 2010 16:24 Uhr

    wir hören wir ständig von unsere leader....wer nichts zu verbergen hat hat nichts zu befurchten..

    15 Leserempfehlungen
  1. Nun wird sich wohl herausstellen, das die "Schurkenstaaten" gleich neben an sind und man im Glashaus nicht mit Steinen werfen sollte.

    10 Leserempfehlungen
  2. Es wird wieder mal spannend. Mal sehen, was diesmal wieder zutage kommen wird und welche Anschuldigungen jetzt als nächstes gegen Assange vorgebracht werden. Ich tippe auf besitz von Kinderpornographie.

    9 Leserempfehlungen
  3. Nichts wird passieren, denn diese Leute, deren schmutzige Wäsche öffentlich gewaschen werden soll,sind es gewohnt, in stinkenden Kleidern herumzulaufen. Sie werden dementieren auf Teufel komm raus. Die Spießgesellen werden sich mit Lichtgeschwindigkeit gegenseitig Alibis geben, alles abstreiten und relativieren, bis der normale Bürger nicht mehr weiß, was nun Wahrheit und was Lüge ist. Zugespitzt kann man sagen, dass eine solche Enthüllungen genau jene Situationen schaffen, die dem Charakter eines Politikers optimal entsprächen. Einschließlich der Tatsache, dass man zur "Beruhigung" ein paar Bauernopfer über jenen Wall werfen würde, der die politische Klasse vom gemeinen Volk trennt, damit dieses die Rolle spielen kann, die bei Caesar die Löwen innehatten. Eben panem et circenses.

    7 Leserempfehlungen
    • Kr.M.
    • 26. November 2010 16:59 Uhr

    Da bin ich mal gespannt, wie die USA mit Ihren Verbündeten kommuniziert hat...

    5 Leserempfehlungen
    • Odine
    • 26. November 2010 17:00 Uhr

    dass ein gebildeter Mensch mit so vielen Worten so wenig sagen kann.

    • oooo
    • 26. November 2010 17:14 Uhr

    Ein Sprecher des amerikanischen State Department bestätigte das indem er erklärte, die Regierung warne ausländische Regierungen vor.

    Der Satz ist irgendwie...komisch.

    Eine Leserempfehlung
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    Kein Komma ohne Regel. In diesem Satz fehlt kein Komma.

  4. Die Korrespondenz zwischen USA/Israel über die Palästinänser dürfte am interessantesten sein. Gaza-Feldzug, Marvin Marmara, Goldstonereport, Blockade etc.

    Auch wie die USA im geheimen nun wirklich zur illegalen Siedlungspolitik steht^^

    Überhaupt mal an diesen Unterlagen, die gesammte ständige Provokations-Strategie Israels um den Terror nie beenden zu lassen, diesen geheimen Schriftverkehr zu analysieren. WOW

    Hat die Waage der Gerechtigkeit, nun das Gewicht der Wahrheit aufgelegt bekommen? Jetzt wird mal fair gemessen und neu geeicht?!?

    Hurra!

    7 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte USA | PKK | Auswärtiges Amt | Außenpolitik | Irak-Krieg | Post
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