Wikileaks-Chef Assanges Versteck in London enttarnt
Der Wikileaks-Gründer hat einen Londoner Journalistentreff monatelang als Unterschlupf genutzt. Nach seiner Verhaftung kann er auf die Unterstützung Australiens zählen.
© Peter Macdiarmid/Getty Images

Unterstützer von Julian Assange in London
Die Regierenden in Canberra sicherten ihrem Landsmann zu, das Hochkommissariat in London werde Julian Assange "jede angemessene konsularische Hilfe" leisten.
Die britische Polizei hatte den 39-Jährigen am Dienstag in London mittels eines von Schweden angestrengten Internationalen Haftbefehls verhaftet. Das hatte jedoch angeblich nichts mit der Veröffentlichung Hunderttausender Papiere geheimer amerikanischer Regierungskorrespondenz auf der Online-Plattform Wikileaks zu tun. Ermittler in Schweden verfolgten Assange wegen des Verdachts sexueller Vergehen.
Eine Haftprüfung ergab, dass er mindestens bis kommende Woche in Gewahrsam bleiben muss . Schweden wartet darauf, dass die Briten ihn ausliefern.
Wie britische und amerikanische Regierungsstellen verurteilte auch Australiens Regierungschefin Julia Gillard den Wikileaks-Gründer wegen der Enthüllungen auf seiner Website scharf. Die Veröffentlichung der geheimen Papiere sei unverantwortlich und illegal, sagte sie. Der 39-Jährige wiederum warf Gillard vor, sich bei den Amerikanern anbiedern zu wollen. In einem Beitrag für die australische Zeitung The Australien verteidigte sich Assange, nicht Wikileaks allein habe die Dokumente veröffentlicht. Man solle nicht den Botschafter für die Botschaft bestrafen.
Australiens Außenminister Kevin Rudd sagte in einem Interview mit Reuters, nicht Assange sei zu belangen. Diejenigen, die ursprünglich die Weitergabe der rund 250.000 Nachrichten aus dem US-Außenministerium ermöglicht hätten, seien rechtlich zur Verantwortung zu ziehen. "Herr Assange ist nicht selbst für die Veröffentlichung verantwortlich", sagte Rudd.
Die US-Regierung fürchtet wegen der Veröffentlichung der Dokumente um Leib und Leben von Informanten und Gesprächspartnern. Assanges Anwälte sehen in der Kritik eine Verleumdung. Sie wollen sich auch gegen eine Auslieferung Assanges nach Schweden wehren.
Eine Gruppe von Republikanern um den Senator Joe Lieberman treibt in den USA eine Gesetzesinitiative voran , wonach das Veröffentlichen von Dokumenten, wie die jüngst auf Wikileaks bereitgestellten, strafbar werden soll. Aber auch in den bereits vorhandenen Gesetzen sucht die Justiz nach Paragrafen, mit denen man Assange bestrafen könnte. Lieberman attackierte erstmals auch die New York Times, die wie Guardian , Spiegel und weitere Medien die Botschaftsdokumente auswertet. Es müsse untersucht werden, inwiefern sich auch die Zeitung schuldig gemacht habe, sagte er dem Nachrichtensender Fox News.
Der Londoner Frontline Club gab bekannt , dass Assange vor seiner Verhaftung monatelang in dem Journalistentreff untergeschlüpft war. "Die meiste Zeit der letzten Monate hat er sich hier aufgehalten, um von hier aus zu arbeiten", sagte der Gründer des Medienclubs, Vaughan Smith. Er habe Assange auch geholfen, unterzutauchen.
Er sei vor allem dahin gekommen, weil der Club unabhängig sei und Assange ihn als einen sicheren Ort betrachtet habe.
- Datum 08.12.2010 - 08:46 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 69
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wir lieben den Verrat, den Verraeter jedoch hassen wir, besonders wenn es uns persoenlich ans Leder geht.
Lieben oder hassen wir ihn? Die Überschrift und die Redensart stehen im Widerspruch.
Lieben oder hassen wir ihn? Die Überschrift und die Redensart stehen im Widerspruch.
http://frontlineclub.com/...
“In the face of a concerted attempt to shut him down and after a decade since 9/11 that has been characterised by manipulation of the media by the authorities, the information released by Wikileaks is a refreshing glimpse into an increasingly opaque world.”
diese CLUB kannte ich nicht....gut zu wissen das es sowas gibt..
'manipulation of the media by the authorities'
sowas....!!
Klingt ja reißerisch. Aber Assange hatte seinen Aufenthaltsort bei Einreise nach Großbritannien den lokalen Sicherheitsbehörden bekannt gegeben. Samt Kontakttelefonnummer. Wenn man "untertaucht" macht man das nicht.
Es heisst "Denn eine Gruppe von Republikanern um den Senator Joe Lieberman treibt dort eine Gesetzesinitiative voran, wonach das Veröffentlichen von Dokumenten wie die jüngst auf Wikileaks bereitgestellten strafbar werden soll."
Habe ich das richtig verstanden, dass die Gesetze post-hoc -also nach der Tat - erlassen werden, die dann zur Anwendung gebracht werden sollen. So jenseits allen geltenden Rechtprinzipien können die Amerikaner, pardon, die Initiatoren doch nicht sein? Oder doch?
Und ausserdem...wer will das bemessen, ob durch die Veröffentlichungen "Leib und Leben von Informanten gefährdet" werden oder aber von anderen Menschen gar geretet oder verschont werden? Oder Beides. Rechnet man dann auf und bewertet den Nettoeffekt. An diesem Argument erkennt man nach meinem Dafürhalten zweierlei. Zum einen, dass es sich um ein kein kluges, belastbares Argument handelt (eher um Marketing) handelt. Zum anderen, wie die USA über die Möglichkeit derv Gefährdung von Informanten denkt. Also auch um diejenige von Assange, der ja selbst auch ein Informant ist. Ich höre nicht vom Wert der Pressefreiheit. Nichts von Soveränität.
-- Und ausserdem...wer will das bemessen, ob durch die Veröffentlichungen "Leib und Leben von Informanten gefährdet" werden [...] ---
Ein erzkonservatischer, amerikanischer Richter mit texanischen Wurzeln!
....mit dem "post hoc" so verstanden haben, weil der Artikel das nahe legt. Das liegt aber am Bericht und nicht an der Wirklichkeit. Die Diskussion zum Thema Pressefreiheit in den USA ist im Übrigen momentan richtig spannend und sehr differenziert. Es lohnt sich ihr zu folgen.
den Kommentatoren gehen die Gäule durch: Wo steht, daß in den USA r ü c k w i r k e n d e Gesetze gemacht werden sollen? Laut Herrn Assange ist bisher ja nur der kleinste Teil seiner "Munition" verschossen, das meiste kommt noch, er droht sogar damit, ein Ende ist nicht abzusehen! Jede weitere Veröffentlichung wäre freilich eine weitere Tat, es gäbe also später noch reichlich Gelegenheit, ein neues Gesetz in USA anzuwenden. Ob es so ein Gesetz allerdings geben wird ist noch nicht ausgemacht, oder?
Noch was: "Die Nürnberger hängen keinen, es sei sie hätten ihn denn". Und die Amis haben Herrn A. ja nicht, bisher noch nicht einmal die Schweden. Allerdings kann man darauf wetten, daß Letztere ihn dank Europäischem Haftbefehl sehr schnell kriegen, ihn ein bißchen dort behalten und dann ziehen lassen wohin er will.
Das haben Sie absolut richtig verstanden, sollte ja auch nicht die erste "Hinbiegung" des Gesetzestextes sein. Beobachtet man doch in unserem "Freiem" Deutschland eine ähnliche Vorgehensweise.
-- Und ausserdem...wer will das bemessen, ob durch die Veröffentlichungen "Leib und Leben von Informanten gefährdet" werden [...] ---
Ein erzkonservatischer, amerikanischer Richter mit texanischen Wurzeln!
....mit dem "post hoc" so verstanden haben, weil der Artikel das nahe legt. Das liegt aber am Bericht und nicht an der Wirklichkeit. Die Diskussion zum Thema Pressefreiheit in den USA ist im Übrigen momentan richtig spannend und sehr differenziert. Es lohnt sich ihr zu folgen.
den Kommentatoren gehen die Gäule durch: Wo steht, daß in den USA r ü c k w i r k e n d e Gesetze gemacht werden sollen? Laut Herrn Assange ist bisher ja nur der kleinste Teil seiner "Munition" verschossen, das meiste kommt noch, er droht sogar damit, ein Ende ist nicht abzusehen! Jede weitere Veröffentlichung wäre freilich eine weitere Tat, es gäbe also später noch reichlich Gelegenheit, ein neues Gesetz in USA anzuwenden. Ob es so ein Gesetz allerdings geben wird ist noch nicht ausgemacht, oder?
Noch was: "Die Nürnberger hängen keinen, es sei sie hätten ihn denn". Und die Amis haben Herrn A. ja nicht, bisher noch nicht einmal die Schweden. Allerdings kann man darauf wetten, daß Letztere ihn dank Europäischem Haftbefehl sehr schnell kriegen, ihn ein bißchen dort behalten und dann ziehen lassen wohin er will.
Das haben Sie absolut richtig verstanden, sollte ja auch nicht die erste "Hinbiegung" des Gesetzestextes sein. Beobachtet man doch in unserem "Freiem" Deutschland eine ähnliche Vorgehensweise.
Die Zeitung heißt "The Australian", nicht "The Australien".
Assange hatte sich auch nicht "versteckt", er hatte seinen Aufenthaltsort der britischen Polizei von vornherein bekannt gegeben.
Dass Assange nicht nach Schweden ausgeliefert werden will, hat gute Gründe. Es besteht durchaus die Gefahr, dass Schweden ihn an die USA ausliefert, denn Schweden ist da mehr als willfährig.
Aus einer der von Wikileaks veröffentlichten Depeschen:
"Swedish military and civilian intelligence organizations are strong and reliable partners on a range of key issues … The good cooperation on counterterrorism, both domestically and internationally, has helped Swedish authorities carry out their mandate to protect Swedish citizens and national interests. Due to domestic political considerations, the extent of this cooperation in not widely known within the Swedish government and it would be useful to acknowledge this cooperation privately, as public mention of the cooperation would open up the government to domestic criticism."
(Quelle: http://213.251.145.96/cab...)
Dieses seltsame Gerangel um angebliche Vergewaltigungen nach einer zuerst fallengelassenen und dann nach einem Personalwechsel wieder aufgenommenen Anklage paßt da nur zu gut ins Bild.
Liebe ZEIT-Redaktion, betreibt doch bitte mal Journalismus und kopiert nicht immer nur dpa- und AFP-Meldungen. "Vierte Macht" bleibt man so nicht.
sind die Lobbyisten, die fünfte ist Wikileaks, die sechste ist die freie Presse, so steht es im Gemeinschaftskunde-Buch, wortwörtlich (hihi).
sind die Lobbyisten, die fünfte ist Wikileaks, die sechste ist die freie Presse, so steht es im Gemeinschaftskunde-Buch, wortwörtlich (hihi).
was soll denn das für ein title sein?
wie andere schon sagen..es war nie ein geheimnis für die polizei wo er war..
Mir schaudert davon, wie diese “konsularische Hilfe” aussehen wird. Das ganze ist schon so ekelhaft. Und die schwedische Justiz!?
-- Und ausserdem...wer will das bemessen, ob durch die Veröffentlichungen "Leib und Leben von Informanten gefährdet" werden [...] ---
Ein erzkonservatischer, amerikanischer Richter mit texanischen Wurzeln!
Bislang ist dahingehend nichts vorgekommen, und WL hat es als Fehler eingestanden, daß Namen nicht geschwärzt wurden, und holt das nun anscheinend nach.
Gefährdet sind bislang nur Trillerpfeifen wie Assange.
Bislang ist dahingehend nichts vorgekommen, und WL hat es als Fehler eingestanden, daß Namen nicht geschwärzt wurden, und holt das nun anscheinend nach.
Gefährdet sind bislang nur Trillerpfeifen wie Assange.
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