Ungeachtet des Streits um den Ausgang der Wahl in Elfenbeinküste ist der Amtsinhaber und Wahlverlierer Laurent Gbagbo erneut zum Präsidenten ernannt worden.

In einer im Fernsehen übertragenen Zeremonie legte Gbagbo, der die westafrikanische Republik seit zehn Jahren regiert, seinen Amtseid im Präsidentenpalast von Abidjan ab. "Dass mir das Volk das Vertrauen entziehe und dass ich die volle Härte des Gesetzes erfahre, wenn ich meinen Eid verletze", sagte Gbagbo vor zahlreichen Anwesenden und unter dem Applaus seiner Anhänger.

Der Verfassungsrat des afrikanischen Landes hatte erst am Vortag dem Oppositionskandidaten Alassane Ouattara den Wahlsieg aberkannt, in dem es das von der Wahlkommission veröffentlichte Resultat für ungültig erklärt hatte. Die Opposition warnt seitdem vor einem Bürgerkrieg in der ehemaligen französischen Kolonie.

Angesichts wachsender Spannungen hatte die Armee in der Nacht zum Freitag alle Grenzen des Landes gesperrt . In der Nacht zu Samstag seien im Norden und Süden des Regierungssitzes, der Hafenstadt Abidjan, lange heftige Schusswechsel zu hören gewesen, berichteten Anwohner. Aus Militärkreisen verlautete, es habe gegen 4.00 Uhr Ortszeit einen Schusswechsel zwischen einer Patrouille der Gendarmerie und unbekannten Bewaffneten gegeben. Der Vorfall ereignete sich demnach im südlichen Viertel Port-Bouët, in dem sich ein französischer Armeestützpunkt sowie der Flughafen der Stadt befinden.

Im Viertel Koumassi errichteten wütende Jugendliche am Samstagmorgen Barrikaden und zündeten Autoreifen an. Nach Angaben aus Armeekreisen wurden auch auf dem Boulevard Giscard d'Estaing, einer Hauptverkehrsstraße von Abidjan, Barrikaden errichtet. Die seit dem regulären Ende der Amtszeit Gbagbos mehrfach verschobene Wahl hatte das Land nach einem 2003 beendeten Bürgerkrieg ursprünglich einen sollen.

Die Streitkräfte sicherten Gbagbo ihre Unterstützung zu. Dagegen erklärten Politiker aus aller Welt wie US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, sie hielten Ouattara für den Sieger. Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton gratulierte dem Oppositionskandidaten Ouattara zum Wahlsieg. Das Wahlergebnis sei vom Sondergesandten des UN-Generalsekretärs bestätigt worden und sollte von den Beteiligten akzeptiert werden, teilte Ashton in Brüssel mit.