Irak Zahl der Zivilopfer im Irak auf Tiefstand

Im Jahr des Abzugs der US-Truppen sind im Irak weniger Zivilisten getötet worden als im Vorjahr. Allerdings werden noch auf Jahre hinaus Gewalt und Tote erwartet.

Weniger Tote, dennoch Grund zur Besorgnis: Die Zahl der im Irak getöteten Zivilisten ist in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit dem Frühling 2003 gesunken, wie die in Großbritannien ansässige Organisation Iraq Body Count (IBC) mitteilte.

In diesem Jahr seien bis zum 23. Dezember 3976 Zivilisten gewaltsam ums Leben gekommen. Dies seien 15 Prozent weniger zivile Todesopfer als im Vorjahr, als laut IBC 4680 Zivilisten getötet worden waren.

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Die Organisation zeigte sich dennoch besorgt. Der Rückgang habe sich im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamt. 2008 lag er demnach noch bei 63 Prozent und 2009 bei 50 Prozent.

"Jede Verringerung des Gewaltniveaus ist zu begrüßen, aber die Verlangsamung dieses Rückgangs weist darauf hin, dass ein unüberwindbares Minimum erreicht werden könnte", schreiben die Autoren der Studie. Die Daten legen nahe, dass es noch auf Jahre hinaus Gewalt und Tote als Teil eins Konflikts niedriger Intensität geben werde.

Außerdem sei es besorgniserregend, dass es 2010 viele Anschläge mit mehr als 50 Toten gegeben habe. Bei neun solcher Taten seien insgesamt 567 Zivilisten getötet und 1633 weitere verletzt worden. Als gefährlichste Städte des Landes machte IBC die Hauptstadt Bagdad und das nordirakische Mossul aus.

Die Organisation stützt sich bei ihrer Opferbilanz auf Angaben der Behörden und Medienberichte. Die Angaben der irakischen Behörden fallen üblicherweise geringer aus. Das Innen- und das Verteidigungsministerium teilten mit, 2010 seien in den ersten elf Monaten 2416 Zivilisten gewaltsam ums Leben gekommen.

Nach Zählung der IBS sind seit dem Einmarsch der amerikanischen Truppen zwischen 100.000 und 110.000 Zivilisten ums Leben gekommen.

 
Leser-Kommentare
  1. ... mit Zahlen vor dem amerikanischen Einmarsch.

    Wenn ab nun, wie der Artikel es andeutet, jährlich rund 3000 Leute durch Attentate sterben, gehen die moralisch natürlich auf das Konto der Bush-Regierung.

    Ich halte das kaum für möglich dass Bush jr. alleine durch beten noch eine Chance aufs Himmelreich hat. Seinem Buch zufolge ist er nicht mal reuig.

  2. "Interessant wäre auch eine Gegenüberstellung ...

    ... mit Zahlen vor dem amerikanischen Einmarsch."

    Vor der US-geführten Intervention zum Sturz des irakischen Saddam-Regimes, waren weit über eine Million Menschen zu Opfern des Terrors dieses extrem brutalen Gewaltregimes geworden.

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