Rechtspopulismus : Israels falsche Freunde

Europas Rechtspopulisten feiern Israel als Bollwerk gegen den Islam. Kürzlich besuchten einige von ihnen das Land – zum Schaden von Israels Ansehen.

Israel hat neue Freunde. In der vergangenen Woche bereiste ein Stoßtrupp von Rechtspopulisten das Land und erklärte ihre "uneingeschränkte Solidarität". Bei dieser Nachricht muss man sich erst einmal die Augen reiben. Hier preisen Leute den israelischen Staat, von denen einige schon mit Holocaust-Leugnern sympathisiert haben und die Sprachenvielfalt, Multikulturalität und internationale Einwandererkultur israelischer Art rundheraus ablehnen. Was treibt sie nach Jerusalem und Tel-Aviv? Und was bedeutet das für Israel?

Der Bus aus Europa, der das kleine Land durchfuhr, hatte Figuren an Bord wie den FPÖ-Chef Heinz Strache, den Berliner Ex-CDU-Mann und Rechts-Irrwisch René Stadtkewitz und Philip Dewinter vom rechtsextremen Flams Belang aus Belgien. Sie trafen sich mit Knesset-Abgeordneten, besuchten pflichtgemäß die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, nahmen an einer Konferenz am akademischen College Ashkelon teil. Alles, wie es sich gehört auf so einer Reise. Aber eine Absicht war noch nicht erkennbar.

Die wurde erst klar, als gesprochen wurde. Der Wiener Rechtsausleger Strache sagte, er teile viel mit dem "Burschenschaftler Theodor Herzl", einem der Väter des Zionismus. Dann setzte er sich für das Existenzrecht Israels ein und kam zur Sache: Auch Israel sehe sich einer "islamischen Terrorbedrohung ausgesetzt, die mitten ins Herz unserer Gesellschaft zielt". Anschließend besuchte man eine Siedlung im Westjordanland, um die Bedrohung durch die islamischen Palästinenser rundherum schaudernd nachzufühlen.

Da kommt die ideologische Absicht zum Vorschein. Als Grund auf der Reiseabrechnung ist hier einzutragen: Bildung und Stärkung einer internationalen anti-islamischen Front. Israel gilt den rechtsextremen Politikern heute als Vorposten des Abendlandes, der gegen den gemeinsamen Feind kämpft. Gern beschwört der Berliner Moscheenbekämpfer Stadtkewitz die "christlich-jüdische Tradition" Europas. Eine Standardformel auch in diesen Kreisen.

Die europäische Rechte sieht Israel zunehmend als Gegen-Mekka. So eine Reise ins Heilige Land ist aus ihrer Sicht die Fortsetzung des Moscheenkampfes mit anderen Mitteln. Genau das brachte auch Geert Wilders jüngst wieder nach Israel. Dort rief er Israel auf, mehr, viel mehr Siedlungen zu bauen. "Unsere Zivilisation ist in Gefahr!" Er warnte dringend davor, den Palästinensern Land zurückzugeben: "Sie werden dann mehr verlangen." Die Palästinenser im Westjordanland sollten nach Jordanien vertrieben werden.

 Europas Rechtspopulisten haben ihre Fans in Israel

Die europäischen Rechten haben in Israel ihre Fans: unter Siedlern, religiösen Extremisten, Rechtsparteien – kurz: unter den Ideologen der Ausgrenzung und Vertreibung. Während Wilders zu einer kleinen rechten Partei sprach, haben viele Israelis in Tel-Aviv laut protestiert. Ihnen ist unheimlich zumute angesichts dieser neuen Freunde ihres Landes. Sehr zu Recht.

Die Gefahr für Israel auf der internationalen Bühne – daran hat Präsident Perez jüngst noch einmal erinnert – ist eine zunehmende Isolierung und Delegitimierung. Sie ist eine Folge der jüngsten Kriege gegen Libanon 2006 und im Gaza-Streifen 2009 sowie der Blockade gegen Gaza. Ministerpräsident Netanjahus Torpedierung der Friedensgespräche mit den Palästinensern trägt dazu bei. Delegitimierung wird aber vor allem auch als Kampfstrategie gegen Israel eingesetzt: von afrikanischen und arabischen Staaten, von Iran, auch von einigen internationalen Nichtregierungsorganisationen.

Die Besuche der Rechtspopulisten sind die neueste und vielleicht hinterlistigste Attacke auf Israels Ansehen in jüngster Zeit. Rechte europäische Politiker, die von israelischem Boden zum Kampf gegen den Islam aufrufen: Nichts delegitimiert mehr als diese falschen Freunde. Der jüdisch-amerikanische Linksintellektuelle Noam Chomsky wurde im Mai dieses Jahres von israelischen Grenzposten an der Allenby-Brücke zu Jordanien zurückgewiesen. Es schadet Israel, wenn dieser Mann draußen bleibt, während Wilders & Co. solche Reden halten.

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Kommentare

281 Kommentare Seite 1 von 37
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Kreuzzug gegen den Islam

Wer sind Sie, dass Sie sich erlauben können, den Islam als "nicht gesellschaftsfähig" zu klassifizieren? Das klingt ungeheuer arrogant wenn nicht gar "herrenrassenmäßig". Ich glaube nicht, dass Sie vom Islam, einer der größten Weltreligionen, die geringste Ahnung haben. Vielmehr verwechseln Sie ihn - als Deutscher Nationalist - mit arabischem bzw. panarabischem Nationalismus.

darthmax, infos zur 18. knesset.

die knesset ansich:
http://www.knesset.gov.il...

wikipedia (ich will immer wikileaks schreiben...)

letzten parlamentswahlen 10. Februar 2009

-liberale Regierungspartei Kadima (Vorwärts)-Partei.
28 Sitzen
-rechtsgerichteten Likud (27 Mandate)
-ultranationalistische Partei Israel Beitenu (15)
-linke Arbeitspartei Awoda (13)
-die religiöse Schas-Partei (11)
-die Vereinigte Thora-Partei (4)
-die Nationale Union (4)
-Vereinigte Arabische Liste (4)
-Habajit Hajehudi (Jüdisches Heim,(3)
-Meretz-Jachad (3)
-Chadasch (3)
-Balad (3)

Soweit ich noch weiss, gibt es in israel keine 5% hürde. das bedeutet, das derjenige regiert, der die meisten kleinen parteien um sich schaaren kann. diese kleinen, oft radikalen pareien wissen um ihre macht und fordern kompromisse. oft reicht der austritt einer splitterpartei, um die ganze regierung aus dem rennen zu werfen.

man sollte meinen, dass 90% aller israelis radikale siedler sind.dem ist bei weitem nicht so.

Was ich nicht richtig finde

Ich finde es nicht ok, dass hier immer auf denen herumgehackt wird, die den Islam ablehnen. Mir ist klar, dass jede Islamablehnung auch immmer als Provokation für manche Menschen aufgefasst wird, aber sehen wir es doch realisisch:

Gekürzt. Bitte vermeiden Sie Pauschalurteile oder belegen Sie die genannten Aussagen mit Quellen. Danke. Die Redaktion/er

wie man es eben sieht

Meiner Meinung nach, ist Ihre Darstellung eine Verdrehung der Tatsachen. Ja, wir haben Probleme mit der Integratgion in Deutschland, was berechtigt SIe jedoch diese Tatsache, den Muslimen zu unterstellen, dass diese die westliche Welt zerstören wollen, oder auch nur in diesen Ländern leben wollen? Diese Terrorgefahr speist sich hauptsächlich aus der Tatsache, dass die westliche Welt die Ressourcen in der Welt unter Kontrolle bringen will, und den Ländern die Gewähr auf die Wahl von eigenen Regierungen verbaut oder unterdrückt. Man mag Theokratien verabscheuen, aber wie ich aus Ihren Ausführungen meine lesen zu können, sind sie mit Menschenrechtsverletzungen und staatsrechtlich illegaler Okkupation einverstanden, solange es diese gefährlichen Muslime gibt und diesen Einhalt gebietet. Aber warum es diese terroristisch veranlagten Muslime überhaupt gibt, ist wohl nicht evident. Die USA, und zukünftig auch die EU (dafür wird die Bundeswehr umgebaut) wolen sich in jegliche Belange einmischen, die Handelswege und die Verfügbarkeit von Ressourcen gefährdet- dann werden Invasionskriege geführt, und dann verwenden Sie die Gegenwehr dagegen (Terror ist ja das einzige Mittel die diese Personen haben) dazu, diese Art der Geopolitik als legitim anzuerkennen und weiterzuführen. Für mich eine Umdrehung der Tatsache zur Begründung des eigenen Tuns. Und diese Art des Tuns ist übrigens auch höchst undemokratisch, denn man muss ja andere Ansicht auch respektieren in einer Demokratie, oder?

wo sie gerade von Ewiggestrigen sprechen...

Diese Prophezeiung von den Enkeln die uns irgendwann dankbar gegen über stehen weil unsere Gesellschaft "Islamfeinde" hervorgebracht hat... ich bin mir sicher, nein, ich weiß genau das es zahlreiche Menschen Anfang des letzten Jahrhunderts gab, die haben das gleiche von den Nazis gefaselt. Lieber Autor, wer die Geschichte nicht versteht, ist dazu verdammt sie zu wiederholen. Zum Glück gibt es dafür derzeit keine Mehrheit. Zum Glück gibt es dagegen einen breiten Widerstand! Denn wenn sie tatsächlich meinen dass sich aus diesem stumpfen Hass dem sie da fröhnen irgendwann mal eine Frucht reift, seien sie sich sicher, die wird bitter schmecken, und zwar besonders für ihre Enkel. Guten Abend

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