Proteste in Ägypten Mubaraks stoisches Schweigen

Keine Zugeständnisse, keine Erklärungen: Die ägyptische Führung taucht ab. Die Opposition setzt auf weitere Massenproteste und die Ankunft von Hoffnungsträger ElBaradei.

Ägyptische Polizeikräfte stellen sich den Demonstranten entgegen

Ägyptische Polizeikräfte stellen sich den Demonstranten entgegen

Ausgangssperre, Demonstrationsverbot, Festnahmen und Polizeigewalt: Die Machthaber in Ägypten gehen auch weiterhin brutal gegen die anhaltenden Proteste vor. Auch die politischen Forderungen der Demonstranten bleiben unbeantwortet. Das einzige Zugeständnis war eine Meldung der staatlichen Medien, nach der das Parlament am kommenden Sonntag über Maßnahmen zur Armutsbekämpfung debattieren soll, sowie über eine Anhebung des staatlichen Mindestlohnes und eine bessere Gesundheitsversorgung.

Die Führung sieht die Demonstrationen offenbar nicht als politische Herausforderung, sondern als Sicherheitsproblem. Sie warnte deshalb vor neuen Demonstrationen. Weitere Proteste und Kundgebungen würden nicht geduldet, die Teilnehmer würden sofort zur Rechenschaft gezogen, hieß es in einer von der amtlichen Nachrichtenagentur Mena verbreiteten Erklärung des Innenministeriums.

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Das Regime schreckt dabei auch vor Gewalt gegen Journalisten nicht zurück. Wie die Organisation Reporter ohne Grenzen mitteilte, wurden in den vergangenen beiden Tagen rund 15 Journalisten von Polizei- und Sicherheitskräften angegriffen oder zeitweilig festgenommen. So wie die Demonstranten bekamen auch die Mitarbeiter etwa des Nachrichtensenders Al Jazeera, der Tageszeitung El Masri El Jum oder des Satellitendienstes Cairo News Company Polizeiknüppel, Gummigeschosse und Tränengasgranaten zu spüren.

Die Demonstranten wollen sich davon offenbar nicht einschüchtern lassen. Die Anführer der heftigsten Proteste gegen Präsident Hosni Mubarak seit dessen Amtsantritt vor 30 Jahren riefen zu neuen Versammlungen auf. "Geht nicht zur Arbeit, geht nicht in die Schule. Lasst uns alle Hand in Hand für unser Ägypten auf die Straße gehen", schrieb ein Aktivist auf Facebook. "Wir werden Millionen sein", hieß es. Treibende Kraft hinter vielen Kundgebungen ist die pro-demokratische "Bewegung des 6. April". Donnerstag werde "kein Urlaubstag werden", erklärte die Gruppe. "Die Aktion auf den Straßen wird weitergehen."

Politische Situation

Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak ist seit fast dreißig Jahren an der Macht. Er trat sein Amt am 13. Oktober 1981 an. Seit der Parlamentswahl im vergangenen Herbst hat Mubaraks Regierungspartei NDP (Nationaldemokratische Partei) zwei Drittel aller Sitze im Parlament. Damit können die Abgeordneten auch die Verfassung ändern. Die Opposition ist praktisch ausgeschaltet.

Erfahrungen mit Demokratie hat das ägyptische Volk kaum. Nach dem Sturz von König Faruk im Jahr 1952  wurde das Land zwischen 1954 und 1970 von Revolutionsführer Gamal Abdel Nasser regiert. Er machte aus Ägypten einen sozialistischen Staat, der mehrfach in Konflikt mit dem Nachbarn Israel geriet. Nach Nassers Tod regierte Anwar al-Sadat das Land, er setzte sich für Frieden mit Israel ein. 1981 wurde Sadat von Islamisten ermordet.

Notstandsgesetze

Sadats Nachfolger wurde der damalige Vizepräsident Mubarak. Dieser erließ 1982 Notstandsgesetze, die bis heute bestehen und so dem Präsidenten zum autoritären Herrscher machen. Grund für die Notstandsgesetze war der erfolgreiche Anschlag fundamentalistischer Angehöriger der ägyptischen Streitkräfte auf seinen Vorgänger.

2005 versprach Mubarak erstmals eine politische Öffnung des Landes und die Zulassung von unabhängigen Kandidaten zu den Präsidentschaftswahlen. Als die islamistische Muslimbruderschaft bei den Wahlen an Einfluss gewann, wurde der Liberalisierungskurs wieder gekappt.

Ägypten heute

Heute leben 80 Millionen Menschen in dem nordafrikanischen Staat. Über 90 Prozent von ihnen sind nach Angaben des Auswärtigen Amts Muslime, rund sechs Prozent sind Christen.

Ein Anschlag auf koptische Christen in Alexandria mit mehr als 20 Toten schürte Angst vor aufkeimendem Radikalislamismus. Bei den jetzigen Demonstrationen seien aber keine entsprechenden Tendenzen zu bemerken, berichten Beobachter.

Am Vormittag kam es vor allem in der Küstenstadt Suez zu neuen Unruhen. Demonstranten sollen dort eine Polizeiwache angezündet haben. Das Gebäude sei mit Molotow-Cocktails angegriffen worden, berichtete ein Zeuge. Die Beamten hätten die Flucht ergriffen. Dutzende Menschen forderten zudem die Freilassung ihrer bei Demonstrationen festgenommenen Verwandten.

Krisenregion
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Das Augenmerk richtet sich vor allem auf den Freitag. Die Bürger sollten nach dem Freitagsgebet von den Moscheen aus losmarschieren, forderte die Bewegung. Auch die Christen sollten nach dem Kirchgang auf die Straße gehen. Viele in der Opposition und viele Ägypter setzen ihre Hoffnung dabei auf Friedensnobelpreisträger, Mohamed ElBaradei. Der frühere IAEA-Chef und potenzielle Herausforderer von Mubarak bei der geplanten Präsidentenwahl im Herbst will an diesem Donnerstag nach Kairo zurückkehren und den Demonstrationen vorangehen.

In einem Beitrag für die US-Webseite The Daily Beast meldete sich der frühere Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde selbst zu Wort. "Die jungen Menschen in Ägypten haben keine Geduld mehr. Für sie gibt es nur eine Option: Einen Neuanfang", schrieb ElBaradei. In dieser Woche habe das ägyptische Volk die "Mauer der Angst" durchbrochen. "Und ist diese erst einmal zerstört, wird es für sie kein Halten mehr geben." Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hat er Mubarak nun aufgefordert, "sich zur Ruhe zu setzen".

Die westlichen Verbündeten der ägyptischen Führung – allen voran die USA –  fürchten eine Ausweitung der Gewalt in dem Land selbst sowie in der gesamten Region. Sie appellierten deshalb an Mubarak, einen Dialog mit der Opposition zu beginnen. Außenministerin Hillary Clinton äußerte sich in Washington unmissverständlich: "Ägypten hat jetzt eine wichtige Gelegenheit, politische, wirtschaftliche und soziale Reformen umzusetzen, um den legitimen Bedürfnissen und Interessen den ägyptischen Volkes zu entsprechen."

Mit Fundamentalkritik an den innenpolitischen Zuständen in Ägypten hielt sich die internationale Gemeinschaft lange zurück. Für den Westen wurde Mubarak zum wichtigsten Verbündeten in der arabischen Welt. Ägypten – neben Jordanien das einzige Land der Region, das diplomatische Beziehungen mit Israel unterhält – entwickelte sich im Nahen Osten zum einflussreichen Vermittler. Nach fast 30 Jahren Mubarak-Herrschaft ist das Land allerdings kein Modell mehr für die arabische Welt. Auch auf der internationalen Bühne hat der ägyptische Einfluss abgenommen.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich finde es interessant, wie unsere Regierungen in Europa und im Westen zu solchen Ereignissen in unseren lupenreinen Diktaturen in der arabischen Welt schweigen, während man sich 2009 im halbwegs republikanischen Iran zu Rettern der Volksouveränität hochstilisiert hat. Ägypten gehört sogar zu den Ländern der Welt, die die meiste "Entwicklungshilfe" von Deutschland bekommen obwohl dort nicht einmal wirklich gewählt wird. Als in Iran ein nachweislich nicht mit gefälschten Wahlen (vgl. http://tinyurl.com/4utjuu2) gewählter Präsident uns nicht gefallen hat, beriefen man sich schleunigst auf die polarisierte iranische Gesellschaft als einzigen "Beweis", weil sich Millionen von Menschen dort finden, die bereit sind auf die Straße zu gehen.
    Ähnlich Afghanistan: Karsai, unser Bürgermeister von Kabul hält sich nachweislich nur durch Fälschungen an der Macht. Was machen wir? Naja, ist ja unserer...

    10 Leser-Empfehlungen
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    • Sufi
    • 27.01.2011 um 13:12 Uhr

    Geehrter Manfred-M , in Bestätigung Ihrer Aussage zu der 'berühmt berüchtigten' Doppelmoral des Westens :

    Von Nima Shirazi

    http://desertpeace.wordpr...

    ""Unsurprisingly, however, the State Department did not urge protesters and rioters in Iran to show restraint in the wake of President Ahmadinejad’s re-election.

    In his televised interview today, Crowley also repeatedly referred to the Egyptian government as “an ally and friend of the United States,” as well as a “partner” and “stabilizing force in the region.”

    "Carter, speaking at a New Years Eve state dinner in 1977, called the Shah’s Iran “an island of stability” in an otherwise turbulent Middle East. Carter said this at a time when in Iran, under the Shah’s tyrannical rule, “dissent was ruthlessly suppressed, in part by the use of torture in the dungeons of SAVAK, the [US and Israeli-trained] secret police,” as reported by Time magazine article from January 7, 1980...

    Neben dem Demokratieprinzip gibt es noch andere wichtige Prinzipien und Menschenrechte. Wenn es keine Informations- und Redefreiheit gibt, Oppositionelle Repressalien, teilweise gar Folter erleiden, dann ist es ziemlich egal, ob die Herrschenden ihre Macht aufgrund eines demokratischen Votums ausüben können.

    Dass auch westliche Staaten in ihrem außenpolitischen Handeln die im Inneren hochgehaltenen Prinzipien des öfteren interessenorientierter Realpolitik unterwerfen, ist zutreffend, ist aber weder etwas, was „dem Westen“ exklusiv vorzuwerfen wäre, noch wird dadurch die prinzipielle Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte falsch.

    Selbstverständlich hat man im Westen stärker mit der iranischen Opposition sympathisiert, weil man sich abseits aller Prinzipien auch erhoffte, dort dann vielleicht eine politische Führung zu erleben, mit der man weniger Ärger hat als mit der aktuellen.

    Und natürlich weiß und wusste man im Westen, dass Mubarak keine wirkliche demokratische Legitimation hat, man unterstützte ihn aber aufgrund realpolitischer Überlegungen.

    Demokratie ist nicht alles. Wenn das Ergebnis demokratischer Wahlen eine islamistische Herrschaft wäre, die nach innen repressiv gegen alles politisch und kulturell Abweichende vorginge und sich nach außen aggressiv gebärdete, dann stellt sich schon die Frage, ob dies ein Fortschritt gegenüber dem Mubarak-System wäre.

    • dacapo
    • 27.01.2011 um 22:35 Uhr

    Interessant, wie sich die Streiter für Machmoud A. damals so mächtig über die westliche Propaganda aufgeregt hatten, weil die Demonstrationen ja nur deshalb im Iran stattgefunden hatten, weil westliche Kräfte dahintersteckten. Nun aber ist es die Bevölkerung aus eigenem Willen, die aufbegehrt. Den Iranern wollten sie das nicht zugestehen, da waren es "die bösen Kräfte des Westens". Das finde ich in der Tat interessant. Wie ist das nochmal mit den Brillen, bei Fußballanhängern. Das man die Brillen auch aufsetzt, wenn es um mehr geht, ist schon mehr als banal und traurig.

    • Sufi
    • 27.01.2011 um 13:12 Uhr

    Geehrter Manfred-M , in Bestätigung Ihrer Aussage zu der 'berühmt berüchtigten' Doppelmoral des Westens :

    Von Nima Shirazi

    http://desertpeace.wordpr...

    ""Unsurprisingly, however, the State Department did not urge protesters and rioters in Iran to show restraint in the wake of President Ahmadinejad’s re-election.

    In his televised interview today, Crowley also repeatedly referred to the Egyptian government as “an ally and friend of the United States,” as well as a “partner” and “stabilizing force in the region.”

    "Carter, speaking at a New Years Eve state dinner in 1977, called the Shah’s Iran “an island of stability” in an otherwise turbulent Middle East. Carter said this at a time when in Iran, under the Shah’s tyrannical rule, “dissent was ruthlessly suppressed, in part by the use of torture in the dungeons of SAVAK, the [US and Israeli-trained] secret police,” as reported by Time magazine article from January 7, 1980...

    Neben dem Demokratieprinzip gibt es noch andere wichtige Prinzipien und Menschenrechte. Wenn es keine Informations- und Redefreiheit gibt, Oppositionelle Repressalien, teilweise gar Folter erleiden, dann ist es ziemlich egal, ob die Herrschenden ihre Macht aufgrund eines demokratischen Votums ausüben können.

    Dass auch westliche Staaten in ihrem außenpolitischen Handeln die im Inneren hochgehaltenen Prinzipien des öfteren interessenorientierter Realpolitik unterwerfen, ist zutreffend, ist aber weder etwas, was „dem Westen“ exklusiv vorzuwerfen wäre, noch wird dadurch die prinzipielle Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte falsch.

    Selbstverständlich hat man im Westen stärker mit der iranischen Opposition sympathisiert, weil man sich abseits aller Prinzipien auch erhoffte, dort dann vielleicht eine politische Führung zu erleben, mit der man weniger Ärger hat als mit der aktuellen.

    Und natürlich weiß und wusste man im Westen, dass Mubarak keine wirkliche demokratische Legitimation hat, man unterstützte ihn aber aufgrund realpolitischer Überlegungen.

    Demokratie ist nicht alles. Wenn das Ergebnis demokratischer Wahlen eine islamistische Herrschaft wäre, die nach innen repressiv gegen alles politisch und kulturell Abweichende vorginge und sich nach außen aggressiv gebärdete, dann stellt sich schon die Frage, ob dies ein Fortschritt gegenüber dem Mubarak-System wäre.

    • dacapo
    • 27.01.2011 um 22:35 Uhr

    Interessant, wie sich die Streiter für Machmoud A. damals so mächtig über die westliche Propaganda aufgeregt hatten, weil die Demonstrationen ja nur deshalb im Iran stattgefunden hatten, weil westliche Kräfte dahintersteckten. Nun aber ist es die Bevölkerung aus eigenem Willen, die aufbegehrt. Den Iranern wollten sie das nicht zugestehen, da waren es "die bösen Kräfte des Westens". Das finde ich in der Tat interessant. Wie ist das nochmal mit den Brillen, bei Fußballanhängern. Das man die Brillen auch aufsetzt, wenn es um mehr geht, ist schon mehr als banal und traurig.

  2. dass der Diktator Mubark mittels Scheinreformationen und Pseudodialogen an der Macht bleibt.

  3. in sämtlichen muslimischen Ländern nördlich der Sahelzone bis rüber nach Pakistan gibt es momentan keinen Despoten, "Volkschef" oder wie sie sich alle nennen, dem nicht der Allerwerteste sprichwörtlich auf Grundeis geht angesichts der aktuellen Vorfälle.

    Gefällt mir. Die Leute haben es satt wie Vieh behandelt und nur mit ein paar Koranpassagen abgespeist zu werden.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Daran
    • 28.01.2011 um 12:55 Uhr

    Koranpassagen?? Mubarak hat die Fundamentalisten zeitlebens unterdrückt....

    • Daran
    • 28.01.2011 um 12:55 Uhr

    Koranpassagen?? Mubarak hat die Fundamentalisten zeitlebens unterdrückt....

    • Sufi
    • 27.01.2011 um 12:46 Uhr

    In Ägypten findet zZt eine wahre Revolution statt.
    Die Berichterstattung mutet mehr wie ein Spazierausflug in Kairo an , es feht and Hintergrundinforamtionen , insbesondere der Hinweis auf die Moslem-Bruderschaft.
    Es ist schade , dass man in den dt. Leit-Medien nur unzureichend über die wahren Ursachen informiert wird. Im Fall von Ägypten ist diese Zrückhaltung nur damit zu erklären , dass es sich um eine westenfreundliche Diktatur handelt und der Diktator noch an der Macht ist.
    Würde ein Stein in China oder im Iran umfallen , hätte man sich mit martialischen Berichten nur so überschlagen und man würde die gesamte Medienmaschinerie in Gang setzen.
    Deswegen wenden sich viele Menschen den Alternativ-Medien zu.

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    ...Information, auch in unseren Leitmedien. Möglicherweise haben Sie recht - und ich muß mich auf die Suche nach Alternativen begeben. Vielleicht haben Sie einen entsprechenden Hinweis für mich?

    ...Information, auch in unseren Leitmedien. Möglicherweise haben Sie recht - und ich muß mich auf die Suche nach Alternativen begeben. Vielleicht haben Sie einen entsprechenden Hinweis für mich?

  4. Ich finde es erschütternd, was anhand des Umgangs unserer westlichen Regierungen (und Medien!!) mit den Ereignissen in Tunesien und jetzt in Ägypten so deutlich wird: Da begehren die Menschen in diesen Ländern endlich aus eigener Kraft auf gegen ihre diktatorischen Regime und es hat immer mehr den Eindruck, dass dies eigentlich unerwünscht ist. Weil es ja für Europa und die USA so überaus praktisch ist, wenn in den arabischen Ländern "Stabilität" und "Ruhe" herrschen - ganz gleich, wie dies gewährleistet wird.

    Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, Meinungsfreiheit ... all das fordert man nur von den "Bösen" wie z.B. Iran, aber dass nun die Menschen in Ägypten, Tunesien usw. dies einfordern, irritiert und man spricht gar vom "Chaos in den beliebten Urlaubsländern". Es ist eine Schande, welche andere Wahrheit hier deutlich wird und davon nehme ich die Medien nicht aus, die mit diesen möglicherweise umwälzenden Ereignissen nicht umzugehen wissen und nur sehr verhalten berichten.

    Es paßt anscheinend nicht ins Bild, denn "Araber", das sind ja diese islamistischen, ungebildeten, wilden Horden, die Israel an den Kragen wollen und nur Terroristen hervor bringen. Wir werden sehen, was sich noch alles tut. Aber wir hier im Westen haben bereits jetzt auf ganzer Linie versagt und sollten uns nie wieder als Richter aufspielen!!

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    ... kommen sie auch nicht weiter.

    Der Westen spielt sich gar nicht als Richter auf. Eher zeigen wir auf die Mißstände in den arabischen Ländern. Und das Debakel der arabischen Länder ist nicht nur die Schuld der dortigen Despoten oder des Westens. Die Bevölkerung hat einen erheblichen Anteil an diesem Chaos.

    • zd
    • 27.01.2011 um 13:36 Uhr

    " Da begehren die Menschen in diesen Ländern endlich aus eigener Kraft auf gegen ihre diktatorischen Regime und es hat immer mehr den Eindruck, dass dies eigentlich unerwünscht ist"

    weil sie verstehen, dass es keine bessere alternative gibt. diese laender werden nach einem erfolgreichem putsch direkt in die haende der islamisten fallen.
    Anm: Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/km

    Was konkret fehlt Ihnen denn?

    ... kommen sie auch nicht weiter.

    Der Westen spielt sich gar nicht als Richter auf. Eher zeigen wir auf die Mißstände in den arabischen Ländern. Und das Debakel der arabischen Länder ist nicht nur die Schuld der dortigen Despoten oder des Westens. Die Bevölkerung hat einen erheblichen Anteil an diesem Chaos.

    • zd
    • 27.01.2011 um 13:36 Uhr

    " Da begehren die Menschen in diesen Ländern endlich aus eigener Kraft auf gegen ihre diktatorischen Regime und es hat immer mehr den Eindruck, dass dies eigentlich unerwünscht ist"

    weil sie verstehen, dass es keine bessere alternative gibt. diese laender werden nach einem erfolgreichem putsch direkt in die haende der islamisten fallen.
    Anm: Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/km

    Was konkret fehlt Ihnen denn?

  5. ...Information, auch in unseren Leitmedien. Möglicherweise haben Sie recht - und ich muß mich auf die Suche nach Alternativen begeben. Vielleicht haben Sie einen entsprechenden Hinweis für mich?

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    Eine sehr empfehlenswerte Alternative ist "Alles Schall und Rauch". Dort können sie auch nachlesen wieso alle Mainstraem Medien das gleiche schreiben (müssen).

    • Sufi
    • 27.01.2011 um 13:38 Uhr

    Dieser Artikel erschien am 22.Januar 2011 , also vor den Massenunruhen und Toten :

    http://schattenblick.org/...

    "Im Zuge der revolutionären Entwicklung in Tunesien wird deutlicher denn je zuvor, wo el Baradei und die gesamte offizielle ägyptische Opposition stehen. Trotz ihrer teilweise geübten pseudodemokratischen Kritik am ägyptischen Diktator Hosni Mubarak stehen sie eher im Lager der Diktatur als auf der Seite der unterdrückten ägyptischen Massen. So erklärte el Baradei, er hoffe, dass "Wandel" auf "ordentlichem Wege und nicht wie in Tunesien" komme. "Diese Dinge" müssten "organisiert und geplant" werden und am besten mit Mitteln, die das System selbst zur Verfügung stelle....
    "Am Parlament beteiligen sich nahezu alle größeren Oppositionsparteien und Gruppierungen, konservative und liberale bürgerliche Parteien wie Al-Wafd und El-Ghad genauso wie die "linken" Parteien Al-Tagammu und al-Karama und "kommunistische" Strömungen. Des Weiteren sind auch el Baradeis parteiunabhängige National Association for Change, sogenannte Graßwurzelgruppen wie die Kefaya-Bewegung und auch die größte Oppositionsgruppierung das Landes, die Muslimbruderschaft vertreten. Sogar ehemalige Mitglieder der in Ägypten herrschenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) Mubaraks sitzen im Parlament...

    Eine sehr empfehlenswerte Alternative ist "Alles Schall und Rauch". Dort können sie auch nachlesen wieso alle Mainstraem Medien das gleiche schreiben (müssen).

    • Sufi
    • 27.01.2011 um 13:38 Uhr

    Dieser Artikel erschien am 22.Januar 2011 , also vor den Massenunruhen und Toten :

    http://schattenblick.org/...

    "Im Zuge der revolutionären Entwicklung in Tunesien wird deutlicher denn je zuvor, wo el Baradei und die gesamte offizielle ägyptische Opposition stehen. Trotz ihrer teilweise geübten pseudodemokratischen Kritik am ägyptischen Diktator Hosni Mubarak stehen sie eher im Lager der Diktatur als auf der Seite der unterdrückten ägyptischen Massen. So erklärte el Baradei, er hoffe, dass "Wandel" auf "ordentlichem Wege und nicht wie in Tunesien" komme. "Diese Dinge" müssten "organisiert und geplant" werden und am besten mit Mitteln, die das System selbst zur Verfügung stelle....
    "Am Parlament beteiligen sich nahezu alle größeren Oppositionsparteien und Gruppierungen, konservative und liberale bürgerliche Parteien wie Al-Wafd und El-Ghad genauso wie die "linken" Parteien Al-Tagammu und al-Karama und "kommunistische" Strömungen. Des Weiteren sind auch el Baradeis parteiunabhängige National Association for Change, sogenannte Graßwurzelgruppen wie die Kefaya-Bewegung und auch die größte Oppositionsgruppierung das Landes, die Muslimbruderschaft vertreten. Sogar ehemalige Mitglieder der in Ägypten herrschenden Nationaldemokratischen Partei (NDP) Mubaraks sitzen im Parlament...

  6. Es erinnert an wenig an Stuttgart21. Nicht das ich den Kampf der Freiheit mit einem Bahnhof vergleichen möchte...

    Aber bei Stuttgart21 hatte man aufgrund der Menschenmassen das Gefühlt ganz Deutschland wäre gegen den Bahnhof. Was ja nicht stimmte. Lediglich die vielen Menschen auf einem Haufen ließen den Eindruck entstehen.

    Machen wir uns nichts vor. Mubarak ist ein übler Despot. Jedoch stellen die vielen Demonstranten auf den Kairoer Strassen definitiv nicht die Mehrheit dar. Es sind zwar viele Menschen, aber wieviele Menschen sind für Mubarak?

    Im Iran hat man auch bei Aufführungen der Mullahs das GEfühl das ganze Land stehe hinter ihnen. Das Gegenteil ist der Fall.

    Also wenn die Opposition eines Landes auf die Barrikaden geht, so ist das für mich noch lange keine Revolution.

    Eher ein Zeichen dafür das nun die andere an die Futtertröge möchten.

    Eine Leser-Empfehlung
  7. ... kommen sie auch nicht weiter.

    Der Westen spielt sich gar nicht als Richter auf. Eher zeigen wir auf die Mißstände in den arabischen Ländern. Und das Debakel der arabischen Länder ist nicht nur die Schuld der dortigen Despoten oder des Westens. Die Bevölkerung hat einen erheblichen Anteil an diesem Chaos.

    Eine Leser-Empfehlung

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