Mit diesem Auto verübten Terroristen einen Bombenanschlag kurz nach Mitternacht vor einer Kirche in Alexandria © Mohammed Abed/AFP/Getty Images

Es war eine blutige Silvesternacht in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria. Bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf eine christliche Kirche starben mindestens 21 Menschen. Die Explosion ereignete sich am Samstag gegen halb eins morgens im Viertel Sidi Beschr, als die Gläubigen aus der Kirche kamen. Nach Angaben des ägyptischen Innenministeriums hatte das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug vor der Kirche geparkt. Das christliche Gotteshaus sowie eine nahe gelegene Moschee wurden durch die Explosion beschädigt.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Mindestens 43 weitere Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt. Darunter seien auch muslimische Passanten gewesen, hieß es.

Der Gouverneur von Alexandria, Adel Labib, sagte dem staatlichen Fernsehen, das Gebiet um den Anschlagsort sei abgesperrt worden. Die Suche nach den Attentätern laufe auf Hochtouren. Die Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden. Die Terroristen hätten etwa 100 Kilogramm Sprengstoff benutzt, berichten Nachrichtenagenturen.

Hunderte Christen versammelten sich unmittelbar nach der Explosion zu Protesten auf den Straßen. Christen und Muslime bewarfen sich nach Augenzeugenberichten mit Steinen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Unruhen zu beenden. Präsident Husni Mubarak rief alle Ägypter auf, sich gemeinsam dem Terrorismus und allen zu widersetzen, die die Sicherheit und Einheit des Landes bedrohten.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich bestürzt über den Anschlag. "Ich verurteile diesen Akt der Brutalität gegen Menschen, die bei einer Messe friedlich das neue Jahr begehen wollten, auf das Schärfste", sagte er.

Nur etwa zehn Prozent der Ägypter sind Christen. Im Januar hatten muslimische Fanatiker vor einer Kirche in Oberägypten acht koptische Christen und einen muslimischen Polizisten erschossen. Im November kam es zu Zusammenstößen, als Christen gegen einen Baustopp für eine Kirche in einer Vorstadt von Kairo protestierten. Ein Christ kam ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt. Dutzende wurden festgenommen.