Nahost : Wie Israel den Frieden verspielt hat

Die Veröffentlichung der Nahost-Geheimakten ist brisant – vor allem in einer Region, in der die Geheimniskrämerei zum diplomatischen Alltag gehört.

Der arabische Fernsehsender Al Jazeera hat zusammen mit der britischen Tageszeitung Guardian geheime Verhandlungsdokumente zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde veröffentlicht. Sind sie authentisch, bergen die insgesamt 1600 Akten politischen Sprengstoff – für die Palästinenser ebenso wie für Israel.

Aus den bislang bekannt gewordenen Akten geht hervor, dass die Palästinenserführung in den Friedensverhandlungen wesentlich weitreichendere Zugeständnisse an Israel gemacht hat als bislang bekannt. Im Kern geht es dabei vor allem um die für Muslime wie Juden emotional wie symbolisch aufgeladene Bedeutung Jerusalems sowie um den Status palästinensischer Flüchtlinge.

Ahmed Kureia, der palästinensische Chefunterhändler im Jahr 2008, wird in den Dokumenten mit dem Vorschlag zitiert, dass Israel alle Siedlungen im Osten der Stadt mit einer Ausnahme – Har Homa – annektieren könne. Ein Vorschlag, der bislang nicht öffentlich bekannt war. Der Tempelberg, eine der heiligsten Stätten des Islam, sollte nach Kureias Vorschlag unter internationale Kontrolle kommen.

Später soll der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat eine geografische Teilung der Altstadt Jerusalems vorgeschlagen haben, bei der Israel die Kontrolle über das jüdische Viertel und einen Teil des armenischen Viertels erhalten hätte. Israel hätte das größte Jerusalem bekommen, das es jemals in der jüdischen Geschichte gab, wird Erekat zitiert.

Neben Jerusalem und der Siedlerfrage ist das Schicksal der rund fünf Millionen palästinensischen Flüchtlinge das andere große Konfliktfeld. Das Gros der Palästinenser lebt heute in Jordanien, sowie im Gaza-Streifen und im Westjordanland. Verhandler Erekat schlug vor, sich auf eine symbolische Zahl Rückkehrer zu einigen. Danach sollten über einen Zeitraum von zehn Jahren nur insgesamt 100.000 Palästinenser in ihre Heimat zurückkehren.

Die Friedensgespräche von 2008 scheiterten, als Israels damaliger Premier Ehud Olmert über Korruptionsskandale stürzte und 2009 zurücktrat. Zum Jahreswechsel 2008 auf 2009 brachte der israelische Angriff auf Gaza die Verhandlungen endgültig zum Stillstand. Die Palästinenser boten der neuen, rechten Regierung von Premier Benjamin Netanjahu an, die Verhandlungen dort wieder aufzunehmen, wo sie 2008 abgebrochen wurden, doch Netanjahu lehnte dies ab.

Sind die Dokumente authentisch?

Zwar ist erst ein Bruchteil der Akten bekannt, doch hat bislang niemand dem Inhalt der Geheimdokumente grundlegend widersprochen. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas, eine zentrale Figur im Verhandlungsprozess, warf Al Jazeera lediglich vor, die Positionen beider Seiten bewusst verwirrend darzustellen. Es ist sogar denkbar, dass die Dokumente von der Palästinensischen Autonomiebehörde an die Medien weitergereicht wurden.

Zumindest einen guten Grund hätte sie dafür: Im Nahost-Prozess herrscht eine große Diskrepanz zwischen dem, was die palästinensische Führung verhandelt und dem, was die Bevölkerung weiß. "Es gibt eine jahrzehntelange Tradition der Hinterzimmergespräche und Intransparenz, die dem gesamten Prozess schadet", berichtet Michael Bröning, Direktor der Friedrich Ebert Stiftung (FES) in Jerusalem. Das beginnt mit den Verhandlungen von Oslo 1993 bis zu den letzten Gesprächen unter Barack Obama.

Ein Grund für die Geheimniskrämerei war immer, dass es eine Reihe von Tabus gibt, auf palästinensischer wie auf israelischer Seite. Das größte dabei ist die Teilung Jerusalems. Die Intransparenz wurde zu einem Kernproblem der Nahost-Gespräche. Sie hatte zur Folge, dass es die palästinensische Führung in Ramallah nicht geschafft hat, die Bevölkerung für die Verhandlungsergebnisse mit ins Boot zu holen, so FES-Mann Bröning. Vor diesem Hintergrund sei es nachvollziehbar, dass es keinen Mangel an Leuten gibt, die Verhandlungsakten an die Medien weitergeben.

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Kommentare

231 Kommentare Seite 1 von 29 Kommentieren

ach bitte

"Wie Israel den Frieden verspielt hat"

wieso wurde dieses angebot nicht noch mal dem netanjahu gemacht? statdessen haben die palaestinenser ein siedlungsstopp gefordert, was bei fruehren verhandlungen nie erwaehnt wurde.

"Die Palästinenser boten... Benjamin Netanjahu an, die Verhandlungen dort wieder aufzunehmen, wo sie 2008 abgebrochen wurden, doch Netanjahu lehnte dies ab."

habe ich was verpasst? gabs da nicht noch eine forderung nach siedlungsstopp.

"nur insgesamt 100.000 Palästinenser in ihre Heimat zurückkehren."

fuer einen staat so gross wie israel sind 100 000 fremde palaestinenser, deren gesinung sowieso nie haette nachgeprueft werden koennen, ganz bestimmt keine symbolische zahl und ist unakzeptabel.

es ist immer wieder lustig, wie halbwahrheiten unter das volk gemischt werden.

Widerspruch zum Siedlungsstopp

Da muss man natürlich sofort widersprechen, unabhängig davon, ob die Berichte nun echt sind oder nicht.
Der Siedlungsstopp war nämlich zu diesem Zeitpunkt zwar auch eine palästinensische Forderung, hauptsächlich aber das Ergebnis einer Vermittlung durch die USA, zur Vorbereitung auf die Verhandlungen. Kam ja sogar auch befristet zustande, verbindlich. Als es dann allerdings losgehen sollte, wurde der Siedlungsstopp mit den Worten beendet, man hätte ja nie die Absicht gehabt, dies auch umzusetzen. Dadurch wurden die Vermittlungen überflüssig, denn zumindest eine Seite hatte offensichtlich kein Interesse daran, den Worten auch Taten folgen zu lassen. Möglicherweise, das wird sich jetzt zeigen, hat Netanjahu auf diese Weise verhindert, sich ernsthaft mit weitreichenden Ageboten auseinander zu setzen.

Siedlungsstopp

Wie kann man einen Siedlungsstopp eigentlich in Frage stellen? Sollen die Palästinenser die Israelis so lange weitersiedeln lassen, bis von Ihrem künftigen Staat nichts mehr übrig ist?!

Unabhängig von dieser ganz unjuristischen Betrachtungsweise verstößt Israel mit seine Besiedelung gegen Art. 46 Abs. 6 der vierten Genfer Konvention.

Das Ziel ist doch ganz offensichtlich. Während Israel die Palästinenser hinhält, wird die eigene Position durch die Siedlungsaktivitäten immer weiter ausgebaut und verfestigt. Denn die Abtretung besiedelter Gebiete wird in den Verhandlungen einen politisch deutlich höheren Preis fordern als karges Land.

Wie kann Israel einen Frieden verspielen, des es nicht will?

Israel hätte seit jahrzehnten Frieden,wenn es denn seinen Landraub und Völkerrechtsbruch beenden würde.

Israelische Propaganda und der Einfluss diverser Israelverheiligenden Lobbies,wie der AIPAC,hat bisher dafür gesorgt,dass die internationale Gemeinschaft Israel bei jedem Verbrechen gegen das Völkerrecht ungeahndet dieses fortsetzen lässt,sodass unsere Gesetze auch von uns mit unserer Solidarität zum Schutz der israelischen Gewaltokkupation bespuckt werden.

Wenn die Palästinenser endlich einseitig einen Staat ausrufen und vor der UN ihr Recht einklagen werden, wird sich zeigen, wie sehr Israel uns zu Verbrechern gegen das Völkerrecht gemacht hat, denn Waffen und Geld für die Besatzung kommen auch aus Deutschland!

Aber es scheint hier ja wenig auszumachen, wenn man zu Mittätern israelischer Morde zur Erhaltung der Besatzung wird, wie beim vom Goldstone Report dokumentierten Gaza Massaker. Die Palästinenser mussten halt dafür büßen, dass Israel es für sein Recht hält, die Palästinenser in Gaza nur knapp über dem Hungertod dahinvegetieren zu lassen, wie en, es aus den Wikileak Dokumenten zu entnehmen ist. Wieso sollte man sich auch gegen den Israelischen Würgegriff wehren dürfen sollen, wenn die Israelische Propaganda soviel Erfolg hat, dass das Völkerrecht keine Rolle mehr spielt.

So werden auch hier viele Stimmen auftauchen,die die Propaganda einer angeblichen Selbstverteidigung verbreitenn und die von Israel um ihr Menschenrecht betrogenen Palästinenser beschuldigen.

@infoman - faktenresistenz....

"Israel hätte seit jahrzehnten Frieden,wenn es denn seinen Landraub und Völkerrechtsbruch beenden würde."

seit jahrzehnten meinen sie? wieso haben die araber keinen frieden mit israel geschlossen, als es weder jersusalem noch andere teile besetzt waren? die araber haben noch vor kurzem die vernichtung israels und nicht die rueckgabe der gebiete gefordert.

"Verbrechern gegen das Völkerrecht"

was ist das?

"Aber es scheint hier ja wenig auszumachen, wenn man zu Mittätern israelischer Morde zur Erhaltung der Besatzung wird,"

solange man ueber weit groessere verbrechen in china, russland, sri lanka und tuerkei schweigt, sollte man israel tatsaechlich nicht zu hart nehmen.

", wie beim vom Goldstone Report dokumentierten Gaza Massaker. "

in goldstone wird das israelische vorgehen kritisiert, aber es wird nicht als massaker bezeichnet.

"ie Palästinenser in Gaza nur knapp über dem Hungertod dahinvegetieren zu lassen"

luege. die palaestinenser in gaza haben hoere lebensstandarts als z.b. ihre brueder in aegypten.

"Wieso sollte man sich auch gegen den Israelischen Würgegriff wehren dürfen sollen, wenn die Israelische Propaganda soviel Erfolg hat, dass das Völkerrecht keine Rolle mehr spielt."

gaza ist kein besetztes gebiet und befindet sich in einem krieg gegen israel. daher steht dem israel nach dem voelkerrecht zu sich zu wehren.

Machen Sie sich doch nicht lächerlich,

... selbst dem größten Verteidiger der israelischen Politik dürfte doch mittlerweile klar sein, dass die israelische Politik das Einzige Hindernis auf dem Weg zum Frieden ist.

Sehen Sie sich das doch einfach mal die Fakten an. Die Palästinenser haben praktisch ihre heiligen Stätten aufgegeben um Frieden zu schließen. Was komm von Israel? Eine Ablehnung.

Ich versteh auch nicht wie man diesen Staat noch weiter verteidigen kann. So viele Verbrechen wie der bereits begangen hat. Aber anstatt endlich Kritik zu üben, wie es ein guter Freund tun würde, suhlen wir Europäer uns immer noch in Schuldgefühlen und lassen Israel bei all seinen Verbrechen gewähren.

Und kommen Sie mir bloß nicht mit den "Israel muss weg"- SPrüchen. Fahren SIe mal nach Brandenburg, dort hören Sie das in jedem 2ten Dorf. Wird deshalb Deutschland gleich als komplett rechtsradikal eingestuft, nur weil es einige Spinner unter uns gibt? Ich bitte Sie.

Sagte doch, dass Israelische Propaganda sogleich folgen wird.

Mag ja sein, dass man 1400 erbombte und erschossene Palästinenser nicht als Massaker empfindet, wenn man Menschenrechte für Palästinenser nicht vorsieht.

Aber diese offensichtliche Geisteshaltung spricht für sich, insbesondere unter den Umstand, wie von geleugnet wird, dass Gaza in Geiselhaft gehalten wird, obwohl die Abriegelung von Gaza für jeden nichtdebilen Menschen offensichtlich ist. Als ob nicht israelische Politiker öffentlich bekundet hätten, die Gaza Bevölkerung knapp am Hungertod vorbei gefangen halten zu wollen. Mag ja sein, dass das in der hiesigen Presse nicht berichtet wird, aber Wikileaks hat das schon längst offiziell gemacht.

Was die Deutsche Mittäterschaft beim Gaza MNassaker betrifft, so ist die Aussage von Bundeskanzlerin Merkel

"Wir stehen hinter Israel"

nie in Bezug zu China oder Russland gefallen, so dass Sie wegen den blind von Ihnen verbreiteten Propaganda kaum ahnen, welchen Unsinn Sie mir geantwortet haben.

Wenn Sie was über die israelischen Völkerrechtsverbrechen wissen wollen, so können Sie das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes zur Landraubmauer lesen. verstehen dürften Sie aber wenig, so wie Sie Fakten leugnen, die nur noch die ganz blinden und schamlosen leugnen können. Als ob es das Jahrzehnt existierende Friedensangebot von Saudiarabien nicht geben würde und ohne den israelischen Eroberungskrieg von 1967 nicht schon längst Frieden geben würde.

"1400 erbombte und erschossene Palästinenser"

als opfer eines 'massakers' empfindet die 1100-1400 toten nur, wer vorgeschichte und verlauf der gaza-operation vergessen oder verdrängt hat. nach dem rückzug aus gaza gingen 7000-8000 raketen und mörsergeschosse auf israelisches territorium nieder und terrorisierten, töteten und verletzten israelische zivilisten. ungeachtet der wiederholten androhung militärischer gegenmaßnahmen setzten hamas, islam.jihad +co. ihre kriegerische aggression fort. noch am vortag des beginns von 'cast lead' appellierte olmert an die bevölkerung von gaza, sich gegen ihre terrorregierung zu erheben und so die militäraktion noch abzuwenden. als antwort lachte der kriegsbereite mob seinen hohn über diesen appell in tv-kameras. als israel dann tat, wozu es genötigt wurde, lachte keiner mehr. dass es trotz der schlechterdings beispiellosen begleitmaßnahmen zur schonung der zivilbevölkerung (inkl. der vorab-bekanntgabe von angriffszielen durch warnbeschuss und rundfunk- und sms-mitteilungen) zu der beklagenswerten zahl an zivilen opfern kam, lag daran, dass die hamas zivilisten und zivile einrichtungen systematisch als 'schutzschilde' missbrauchte (haniyeh selbst verkroch sich während der angriffe in einem krankenhaus) und viele gazaner sich entschieden (mit ihren familien) in den gefahrenzonen zu verbleiben (auf fotos sah man immer wieder fliehende zivilisten vor brennenden hamas-einrichtungen). schuld an den toten waren alleine der aggressor hamas und die verblendung eines teils der gaza-bevölkerung.

Lachen...

"als israel dann tat, wozu es genötigt wurde, lachte keiner mehr."

... kann man immer noch über solche Kommentare, falls es einem nicht im Halse steckenbleibt.
Israel wurde zu gar nichts genötigt. Es hat dieses Massaker vollkommen freiwillig verübt.
Hier ein paar Fakten: http://www.youtube.com/wa...
Diese "die Opfer sind selber schuld"-Rechtfertigungsversuche sind einfach nur noch ekelerregend.

Oh oh...

Auch wenn viele der Fakten, die Sie anführen richtig sind, frage ich mich, wer hier wirklich verblendet ist.
Sie schreiben "schuld an den toten waren alleine der aggressor hamas und die verblendung eines teils der gaza-bevölkerung."
Warum schützen diese Menschen teilweise mit Absicht die Hamas selbst mit ihrem Leben? Weil, wenn auch mit dem immer falschen Mittel der Gewalt, jemand für ihre Freiheit kämpft!
Woran liegt es denn, daß wir in Europa nur hinschauen, wenns wieder kracht? An so verblendeten Menschen wie Ihnen, die die Alleinschuld pauschal den Palestinensern zuschieben!
Schauen Sie doch mal ein wenig genauer und weiter zurück, Guerillakrieg führt nur, wer so verzweifelt ist, daß er mit anderen Mitteln nicht weiterkommt und wenn ein großer Teil der Bevölkerung hinter den bombenden Klapskallis steht, müssen die Umstände gravierend sein.
Evtl. sollten Sie mal selbst dorthinfahren, um Ihre Scheuklappen loszuwerden und der schreienden Ungerechtigkeit, die in Gaza herrscht gewahr zu werden. Sie würden nie wieder einen solchen Unsinn über die Lippen bringen. Habe beide Seiten gesehen, daher denke ich, kann ich mir über die Situation zumindest ein Urteil erlauben, das nicht im gemütlichen Fernsehsessel herangewachsen ist.

Was für ein höhnischer Kommentar

Palestinians killed between 2005 and 2007 by Israeli forces: 1290
Israelis killed by rockets fired from Gaza (2005 - 2008): 3
http://www.krysstal.com/d...
http://www.rememberthesec...

Diese Raketen, die vermutlich aus Verzweiflung gebastelt und abgeschossen werden während jahrelanger Willkür und Agressionen auf israelischer Seite (Die Operzahlen sprechen für sich) dienen Ihnen als Rechtfertigung??? Luftangriffe auf dicht besiedeltes Gebiet mit 4000 Einwohnern pro Quadratkilometer und Sie kommen hier mit menschlichen Schutzschildern???
Mit Ihrer Einstellung könnten Sie Weltkriege rechtfertigen.
Verlangen Sie von niemandem, Sie ernst zu nehmen.

@44 BettyBloomer

http://www.lrb.co.uk/v31/...

Hier können Sie die Fakten über die Israelische Propaganda lesen, die Sie in Ihrem Kommentar ebenfalls verbreiten.

Die Fakten lassen sich schlicht vereinfachen, wenn denn das Lesen solcher Mühe bereitet. Israel wollte ein freies Gaza verhindern, weil dann das noch weiter zur Landraubbesiedelung vorgesehene Westjordanland auch aus dem israelischen Würgegriff hätte freigelassen werden müssen. Deshalb hat es Gaza abgeriegelt um Not zu erzeugen, so wie die Mafia ihre Opfer bestraft, wenn diese wagen ihre Peiniger zu ohrfeigen, hat Israel das Gaza Massaker statuiert.

Sie tun hier so, als ob es ein Recht für jüdische Israelis geben würde, über die Freiheit der Palästinenser zu bestimmen. Israel wollte nicht den von der Hamas für ihre Freiheit angebotenen Waffenstillstand, sondern die Palästinenser weiter quälen und die Herrschaft über die Freiheit der Palästinenser behalten. Den Preis der Ausübung eines Massenmordes, hat es zielstrebig umgesetzt.

1400 ermordete Palästinenser,darunter 400 Kinder,gegen ca 10 tote jüdische Israelis sprechen für sich, wenn man Menschenrechte für Palästinenser nicht ablehnt. Aber, wie Sie zeigen, kann man nicht von jedem erwarten,dass er die von Deutschland beanspruchten humanistischen Werte Deutschlands vertritt. Merkel hat dies auch gezeigt.

Ein paar Infos über die Verbrechen, die Sie als rechtmäßig erachten:

http://www.stoptorture.or... second thoughts_ENG_WEB.pdf

Wer denn sonst?

Wenn die Hamas als Organistion auch Machtinteressen verfolgt, so besteht sie aus einzelnen Menschen und die treten in die Hamas ein, weil sie für ihre Familie, ihr Volk und sich eine Verbesserung erreichen wollen. Somit kämpft die Mehrheit der Menschen, die in der Hamas sind, nicht für nebulöse Ziele, sondern für ihre Freiheit und Unabhängigkeit.
Wir hier in Europa und die Amerikaner können wohl lange nicht so stark wie die Jungs von der Hamas behaupten, für Freiheit in Gaza was zu tun, wir wollen eigendlich nur, daß "da unten" endlich mal Ruhe ist.
Oder sehen Sie das, wenn Sie ehrlich sind?

Wir sollten uns nicht mehr von Israel instrumentalisieren lassen

Israel muss nach so vielen Jahren immer noch auf dem eigenen Existenzrecht rumreiten - was deutlicher Beleg dafür ist, wie wenig selbstverständlich dieser Staat sich selbst in Nahost sieht.

Tatsächlich scheint Israel immer mehr nur ein postkoloniales Abenteuer zu sein. Dass es bis heute dort unten nicht als neuer Nachbar akzeptiert ist, sollte angesichts des Verhaltens der Israelis aber nicht verwundern.

Europa sollte sich nicht länger von Israel in das Schlamassel reinziehen lassen und endlich Masstäbe anlegen, wie sie an andere Unrechtsstaaten auch angelegt werden.

Und wie üblich wird bei Ihrer Argumentation

außen vorgelassen, dass es einen Waffenstillstand gab, der weitgehend eingehalten wurde (man kann nicht hinter jeden Fanatiker 2 Polizisten stellen). Als dann dieser Zeitraum zu Ende ging und eigentlich die Zeit für eine Fortführung und vor allem für eine Öffnung gekommen war, beging Israel eine gezielte Tötung, vulgo Mord, an missliebigen Politikern im Gaza-Streifen. Ein Schelm, wer da an Provokation denkt, um den lange geplanten Waffengang beginnen zu können.
Dann reagierten die Palästinenser wie erwartet und Israel hatte seinen Vorwand.
http://de.wikipedia.org/w...

# 59 "auch" Machtinteressen ist gut...

Es ist richtig, dass sich die islamistische Muslimbruderschaft in Gaza lange Zeit auf "moralische" und soziale Hilfe beschränkte und auch der politisch karikative Teil der 1986 gegründeten Hamas (dem palästinensischen Arm der Muslimbruderschaft)wurde zunächst sogar von Israel finanziell und organisatorisch unterstützt.
Die Situation änderte sich aber 1987 mit dem Beginn der ersten Intifada,die Hamas dazu nützte, Hass zu schüren und Gewalttaten zu verüben.

Das Parteiprogramm der Hamas finden sie in deren Charta von 1988.

Die Lebensbedingungen der Menschen in Gaza haben sich seit Machtübernahme der Hamas 2007 jedenfalls massiv verschlechtert, nicht verbessert.

Auch hierzu mal was grundsätzliches:

"... Die Situation änderte sich aber 1987 mit dem Beginn der ersten Intifada,die Hamas dazu nützte, Hass zu schüren und Gewalttaten zu verüben.

Das Parteiprogramm der Hamas finden sie in deren Charta von 1988...."

Lassen wir mal beiseite, dass die Intifada noch unter legitimen Widerstand gegen Besatzung und nicht unter Terrorismus fiel, folglich auch nicht sonderlich taugt, um daraus eine moralische Belastung der daran Beteiligten zu stricken: Hamas ist eher eine Massenbewegung, als solche ideologisch relativ amorph und nun wahrlich alles andere als eine straff organisierte, einheitliche und hierarchische Partei. In ihr gibt es gleichermaßen radikale, wie auch pragmatische Strömungen. Und an diesem Punkt kommt Israel ins Spiel, das nun seit etlichen Jahren wirklich alles nur erdenkliche unternimmt, damit die radikalen Strömungen auch ja schön oben schwimmen - die Israelis sind die einzigen, die von der Oberhand der radikalen Kräfte in der Hamas wirklich profitieren.

"...Die Lebensbedingungen der Menschen in Gaza haben sich seit Machtübernahme der Hamas 2007 jedenfalls massiv verschlechtert, nicht verbessert...."

Es liegt mir fern, einer Hamas sonderliche ökonomische Kompetenz zu attestieren, das kann ich nicht beurteilen. Aber angesichts der Tatsache, dass Gaza seither einer weitreichenden illegalen Blockade unterworfen wird und eher als ein großes Freiluftgefängnis bezeichnet werden muss, wirkt diese Aussage nur zynisch.

Zynisch?

Ich habe sachlich auf die Veränderung im Handeln der Hamas, auf die Hamas-Charta 1988 und in diesem Kontext auf die Zustände in Gaza hingewiesen, die seit der Machtübernahme der Hamas 2007 in Gaza herrschen.

Sie bezeichnen das als zynisch, ich bin hingegen der Ansicht, dass es lediglich sachlich und korrekt die Realität in Gaza wiedergibt, wie auch Menschenrechtsorganisationen festgestellt haben.

Natürlich ist für Sie klar, dass bei radikalen Strömungen Israel seine Finger irgendwie mit im Spiel haben muss, schließlich hilft es den Betonköpfen auf israelischer Seite und bei Hamas gibt es ja nicht nur Radikale sondern auch Pragmatiker.....
Sorry, sowas überzeugt mich nicht und macht auf mich den Eindruck eines hilflos wirkenden Versuchs, die Hamas zu verharmlosen und "die Israelis" zu verteufeln. Wenn Sie bei Hamas differenzieren wollen, sollten sie das auch bei Israelis tun.

Ihrer Ansicht, die Intifada falle per se unter die Rubrik legitimer Widerstand, kann ich in dieser pauschalen Form nicht zustimmen. Bei keiner Seite "heiligt" der Zweck alle Mittel.

Kontroverse Standpunkte hin oder her Sie sollten versuchen,

"... Ich habe sachlich auf die Veränderung im Handeln der Hamas, auf die Hamas-Charta 1988 und in diesem Kontext auf die Zustände in Gaza hingewiesen, die seit der Machtübernahme der Hamas 2007 in Gaza herrschen.

Sie bezeichnen das als zynisch,..."

... redlich zu bleiben. Ich habe diese Ihre Aussage:

"...Die Lebensbedingungen der Menschen in Gaza haben sich seit Machtübernahme der Hamas 2007 jedenfalls massiv verschlechtert, nicht verbessert...."

... als zynisch bezeichnet, nicht weniger, nicht mehr. Sie können sich nun noch so sehr um verharmlosende Paraphrasierungen bemühen oder sich selbst Sachlichkeit attestieren, wer die katastrophalen sozioökonomischen Bedingungen des Gazastreifens betont, um Hamas zu belasten, hingegen die weitreichende und außerhalb Israels weitestgehend einhellig als illegal eingestufte Blockade nicht einmal in einem nebensächlichen Kontext bei der Erörterung dieser Zustände erwähnt, IST zynisch.

Das da:

"... Ihrer Ansicht, die Intifada falle per se unter die Rubrik legitimer Widerstand, kann ich in dieser pauschalen Form nicht zustimmen ..."

... ist übrigens falsch. Grundsätzlich muss kein Mensch auf der Welt eine militärische Besatzung seiner Heimat hinnehmen. Die Grenze des legitimen Widerstandes zum Terror wird da überschritten, wo bspw. Gewalt gegen Zivilisten und zivile Ziele in Israel verübt wird. Auf das grundlegende Verhältnis zwischen Hamas und Israel kommen wir im weiteren noch zu sprechen.

Diese Klarstellung wurde Zeit!

Vermutlich haben The Guardian und Al Djazeera dem Nahen Osten - und vielleicht dem Frieden überhaupt, einen großen Gefallen getan. Nun kann Israel seinen notorisch mangelnden Verständigungswillen nicht mehr hinter angeblicher palästinensischer Unbeweglichkeit verstecken.

Mein Bauch sagt schon lange, daß seit Rabin der Friedenswille des demokratischen Kontrahenten erloschen ist. Netanhahus Schein-Verhandlungsbereitschaft waren schon während seiner 1. Regierungsperiode in den 90-er Jahren geradezu ein Ärgernis.

Also - nun werden hoffentlich die Karten neu gemischt.

Die Israelis können, wie Sie sagen,....

....sich nicht mehr hinter einer Unbeweglichkeit der Politiker der Fatah verstecken. Ob das für palästinensische Politiker und die Bevölkerung gilt, stellt sich jedoch anders da, wie die Reaktionen der Hamas zeigen. Wäre eine solche Vereinbarung, wie sie in den Dokumenten sichtbar wird durchsetzbar gewesen? Leider werden wir das nie wissen.

Persönlich glaube ich nicht, dass eine Lösung alleine mit Palästinenser und Israelis wahrscheinlich ist. Dazu scheinen die Probleme und das gegenseitige Misstrauen zu groß. Da würde sich eher eine Supranationale Lösung mit unabhängigen Gerichten und Polizei sowie anderen Ordnungskräfte vielleicht auch mit einer internationalen Stadt Jerusalem unter UNO Regentschaft anbieten. Dafür reicht aber der internationale Wille nicht aus, würde es doch Geld und Truppen am Ort erfordern.

Wenn man einmal in den Dokumenten liest...

... wird es einem ganz schwummrig vor der Arroganz Israels und z.B. Condi Rice.
Z.B. das Treffen hier...
http://www.guardian.co.uk...

Livni sagt klar und deutlich, dass als Kompensation für behaltene Siedlungen den Palästinensern kein Land als Ausgleich gegeben werden soll (Seite 4)

Dann soll ganz kompliziert (Idee C.Rice) überlegt werden, wie Israel die Siedlung Ariel behalten kann, aber die Wasserresourcen dennoch nicht den Palästinensern genommen werden sollen.... völliger Dünnsinn. (unabhängig davon natürlich setzt Rice Vorschlag die Flüchtlingsfrage durch Umsiedlung nach Südamerika zu lösen dem ganzen noch die Krone auf
Condoleezza Rice: send Palestinian refugees to South America
http://www.guardian.co.uk...

Beim Lesen in den Protokollen, hatte ich den Gedanken, dass es nur eine Lösung gibt, um diesen ganzen Detailfragen, an denen sich alles immer wieder aufhängt, zu entkommen:

Ganz klar die 1967 Linie durch internationale Truppen sichern lassen. Die israelischen Siedlungen jenseits der Grünen Linie werden palästinensisch, die Siedler leben in Palästina.
Die Palästinenser verzichten auf das Rückkehrrecht und ziehen in das Palästina in den 67 Grenzen. Frei werdende Wohnungen in Siedlungen werden von palästinensischen Flüchtlingen bezogen. Möglicherweise entsteht dabei eine Verschmelzung beider Bevölkerungen oder aber eine klare Trennung in ihrem jeweils eigenem Land.

Was Saeb Erekat selbst

dazu sagt sehen Sie hier: http://www.zeit.de/politi...

Es ging mehr darum "Testballons" steigen zu lassen und die Position der Gegenseite abzuklopfen. Einige dieser Vorschläge wurden gemacht, obwohl es nie eine Intention gab, diese auch umzusetzen.

Wie auch immer ALLE Beteiligten dementieren diese Protokolle.
Auch ein anderer Teilnehmer der Gesprächsunden, Elliott Abrams, ist skeptisch. http://blogs.cfr.org/abra...

Gewisse Zitate scheinen durchaus dazu geeignet die PA-Unterhändler zu unterminieren. Das Erekat den hebräischen Begriff für Jerusalem benutzt haben soll, scheint schon unwahrscheinlich. Das aber Ahmed Qurei zu Tzipi Livni gesagt haben soll, er würde Sie wählen, läßt starke Zweifel an der absoluten Korrektheit der Dokumente aufkommen. http://transparency.aljaz...

Da fehlt doch was...

Wieso wird nicht erwähnt, daß die Palästinenser als Vorbedingung für neue Verhandlungen seit einiger Zeit einen Siedlungsstopp nennen? (Sollte dies nicht eher Gegenstand der Verhandlungen sein?) Wieso wird nicht erwähnt, daß Israel Gaza nicht aus Langeweile angegriffen hat, sondern weil es von dort zu fortgesetzten Angriffen auf israelisches Gebiet kam? Wieso wird kaum erwähnt, welches Problem Abbas hat, diesen Kompromiß (der auf Leitlinien aus dem Jahr 2000 beruht!) seinen Landsleuten zu vermitteln, die sich noch immer Luftschlösser bauen? Und wieso wird gerade mal im Vorbeigehen kurz erwähnt, daß die Hamas diesen Kompromiß niemals akzeptieren und ihre Vernichtungspolitik gegenüber Israel fortsetzen wird?

Die Palästinenser-Führung muß ihre eigenen Leute belügen, um überhaupt verhandlungsfähig zu sein, aber Israel verspielt angeblich den Frieden. Ist schon klar...