Unruhen in Nordafrika Tunesien schließt alle Schulen und Universitäten
Für die tunesischen Schüler und Studenten findet auf unbestimmte Zeit kein Unterricht statt. Die Regierung schloss infolge der Unruhen alle Bildungseinrichtungen des Landes.
© STR/AFP/Getty Images

Krawalle in der Stadt Rgeb
Nach den gewaltsamen Protesten gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit hat die tunesische Regierung alle Bildungseinrichtungen geschlossen. Von Dienstag an finde an Schulen und Universitäten kein Unterricht mehr statt, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Tap eine Erklärung des Bildungsministeriums. Die Entscheidung gelte bis auf weiteres. Während der Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften waren am Wochenende mindestens 14 Menschen getötet worden.
Die Trauerzüge für die Opfer der Unruhen schlugen am Montag in Gewalt um. Augenzeugen berichteten, in den Städten Gassrine und Rgeb habe die Polizei Warnschüsse abgegeben, um die Menschenmenge aufzulösen. Rgeb sei umstellt. Im gesamten Stadtgebiet seien 2000 Menschen in Auseinandersetzungen mit Polizisten verwickelt. "Die Polizei setzt Tränengas ein und hat das Feuer eröffnet", sagte ein Bewohner, der sich als Augenzeuge bezeichnete. Berichte über Tote und Verletzte lagen zunächst nicht vor. Tunesische Behörden waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Präsident Zine al-Abidine Ben Ali warf den Demonstranten in einer Fernsehansprache unterdessen terroristische Handlungen vor. Die Auseinandersetzungen seien das Werk maskierter Banden, die nächtens Regierungsgebäude und Privathäuser angegriffen hätten. Die USA und die EU äußerten sich besorgt über die Eskalation und riefen zur Mäßigung auf. Das tunesische Außenministerium bestellte deshalb den amerikanischen Botschafter ein.
Auch im Nachbarland Algerien hatte es in den vergangenen Tagen Krawalle gegeben. Hier entzündeten sich die Proteste vor allem an den hohen Lebensmittelpreisen.
- Datum 10.01.2011 - 20:18 Uhr
- Quelle Reuters
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Da sich die "Zeit" ja so gut mit der Fremdenlegion und mit Nordafrika auskennt, dass sie jeden Schmarrn abdruckt, den irgend ein Windei als Biograpie abläßt, sei ein kleiner Hinweis gestattet:
Die Probleme, die Tunesien und die Algerie jetzt haben, gleichen auf Punkt und Strich jenen, die zum Algerienkonflikt 1957 geführt haben - nur mit einem Unterschied: Nun kann man Frankreich nicht mehr als Unterdrücker benennen - diese Probleme sind hausgemacht.
Algerien hat in Wahrheit nie wirklich Frieden gehabt - auch wenn es in den 1970-er Jahren kurz so ausgesehen hat und man das Land halbwegs gefahrlos bereisen kann (was jetzt schon lange nicht mehr der Fall ist). Algerien hatte immer mit islamischen Fundamentalisten zu kämpfen und hat den Fehler gemacht, sich die Terroristen generationsweise ins Haus zu laden - der "Westen" oder Europa hat den Fehler gemacht, die Algerie nur als Rohstoffresource wahrzunehmen und nicht als echten Handelspartner - dafür werden wir noch bezahlen.
Tunesiens Herrscher ist es lange geglückt, mit harter Hand gegen den Terrorismus vorzugehen, hat aber die sozialen Probleme nicht ernst genommen, auch mangels ausreichender Finanzen nicht ausreichend ernst nehmen können - und auch hier hat Europa das Land nur als Tourismus-Resource wahrgenommen und nicht als echten Handelspartner.
Der tunesische Herrscher wird alt - und der Terrorismus wartet auf seine Chance - nun hat er sie... leider!
bestand die Möglichkeit die Islamisten demokratisch einzubinden, was ja bei der Wahl 1991 ja auch geschehen war.Die Islamische Heilsfront, die vorher kein Terror gemacht hat und ausschliesslich als soziale und karikative Organisation auftrat, hat diese Wahlen gewonnen.Ebenjene Wahlen wurden aber vom Militär annulliert und der Präsident abgesetzt, mit anderen Worten das Militär hat geputscht und der Westen hat seelenruhig zugeschaut und teilweise applaudiert, in der irrigen Annahme eine islamistische Machtergreifung in Nordafrika verhindert zu haben.Die Islamische Heilsfront sah sich um ihren Wahlsieg betrogen und ging in den Untergrund.Der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt.
bestand die Möglichkeit die Islamisten demokratisch einzubinden, was ja bei der Wahl 1991 ja auch geschehen war.Die Islamische Heilsfront, die vorher kein Terror gemacht hat und ausschliesslich als soziale und karikative Organisation auftrat, hat diese Wahlen gewonnen.Ebenjene Wahlen wurden aber vom Militär annulliert und der Präsident abgesetzt, mit anderen Worten das Militär hat geputscht und der Westen hat seelenruhig zugeschaut und teilweise applaudiert, in der irrigen Annahme eine islamistische Machtergreifung in Nordafrika verhindert zu haben.Die Islamische Heilsfront sah sich um ihren Wahlsieg betrogen und ging in den Untergrund.Der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt.
Dabei wünscht sich doch die EU, allen voran Frankreich, die Demokratie in Nordafrika... weniger Terror, weniger Islamismus, mehr Freiheit. Jetzt schießen seit Wochen korrupte Polizeistaaten, schlimmer als in Iran und Afghanistan, ihre Untertanen über den Haufen, und die EU bleibt still?!
Dabei haben diese jungen Leute mit der l'AQMI und der FIS der alten Generation nichts am Hut. Sie könnten wirklich der Ausgangspunkt für eine zivile, demokratische Revolution von unten sein. Eine Revolution, die die gesamte arabische Welt erfassen könnte, ohne völkerrechtswidrige Übergriffe und teure Militäreinsätze. Aber was tut die EU? Nichts.
Nur zur Erinnerung Deutschland hat die Demokratie auch nur mit fremder Hilfe geschafft (selbst die Ostdeutschen konnten sich ins gemachte Nest legen). Haben die Menschen vor unserer Haustür nicht das gleiche Recht auf liberté, égalité, fraternité?
Wenn ich an Sarkozys primitive Reaktionen gegenüber kritischen Journalisten denke (Pädophilenvergleich), dann gehe ich davon aus, dass der Kerl seine nordafrikanischen Arbeitskollegen beneidet.
Schade, schade, was da läuft. Es ist immer die gleiche Leier: Um der guten Geschäfte willen unterstützt der Westen irgend welche korrupten Bastarde, die die Demokraten niederknüppeln - und die lachenden Dritten sind die Islamisten...
Eigentlich kennen wir das ja vom Iran. Aber gescheiter sind wir nicht geworden. Solange wir unsere Geschäfte tätigen können und unser Öl kriegen, ist jeder Drecksack in der arabischen Welt recht.
Wir Europäer werden für unsere Bequemlichkeit einen hohen Preis bezahlen. Aber mit hohen Preisen haben wir ja in der Vergangenheit reichlich Erfahrungen machen können...
Und da wundern wir uns, dass der Islamismus die ganze islamische Welt infiziert. Mich wundert's überhaupt nicht!
haben Sie im Iran oder Afgahnistan hingesehen wie gut es funktioniert wenn man Islamischen Arabern eine schöne Demokratie wie in Europa bringen möchte ?
Wenn ich an Sarkozys primitive Reaktionen gegenüber kritischen Journalisten denke (Pädophilenvergleich), dann gehe ich davon aus, dass der Kerl seine nordafrikanischen Arbeitskollegen beneidet.
Schade, schade, was da läuft. Es ist immer die gleiche Leier: Um der guten Geschäfte willen unterstützt der Westen irgend welche korrupten Bastarde, die die Demokraten niederknüppeln - und die lachenden Dritten sind die Islamisten...
Eigentlich kennen wir das ja vom Iran. Aber gescheiter sind wir nicht geworden. Solange wir unsere Geschäfte tätigen können und unser Öl kriegen, ist jeder Drecksack in der arabischen Welt recht.
Wir Europäer werden für unsere Bequemlichkeit einen hohen Preis bezahlen. Aber mit hohen Preisen haben wir ja in der Vergangenheit reichlich Erfahrungen machen können...
Und da wundern wir uns, dass der Islamismus die ganze islamische Welt infiziert. Mich wundert's überhaupt nicht!
haben Sie im Iran oder Afgahnistan hingesehen wie gut es funktioniert wenn man Islamischen Arabern eine schöne Demokratie wie in Europa bringen möchte ?
@ Herr Inzinger
Wie Sie bei diesem Thema auf Terrorismus kommen, ist mir schleierhaft. Muß wohl ein Reflex sein.
Was hier gerade geschieht war doch vorhersebar und trotzdem wundert man sich, wenn es kracht. Eine extrem junge Bevölkerung, ohne Aufstiegeschancen, regiert von einer autokratischen Elite. Das kann nur in einem gewaltsamen Ausbruch von Wut und Verzweiflung enden. Diese nordafrikanischen Regime sind von sich aus überhaupt nicht in der Lage, solche Probeme zu erkennen, geschweigedenn sie zu lösen.
Das kann, muß aber nicht zwangsläufig radikale Islamisten als Rattenfänger auf den Plan rufen. Die werden nur stärker, wenn sich nichts ändert.
Ich hoffe diese Dynamik ebbt nicht ab und führt am Ende zu demokratischen Reformen.
blogger schreiben von 10 toten heute. im dieser moment es gibt unruhen in die stadt bizerte und woanders. in kasserine es gibt keine blutkonserven mehr. zu viele verletzte. blogger schreiben von zwischen 25 und 45 tote und 60 schwer verletzte.
in einige staedte werden bilder von der president zerstoert. sogar schulkinder demonstieren. keine journalists erlaubt. frankreich sagt nichts, deutsche regierung auch nicht. von italy niemand erwertet das...
demokratie und freiheit - ja aber nur wenn ihnen passt?
ist eine mit Deutschland eng befreundete brutale Diktatur, nicht nur im Geiste. Die dürfen ihre Untertanen ermorden und foltern. Das stört die deutschen Regierenden nicht wirklich.
Es ist etwas vollkommen anderes wenn man solch Dinge dem verhassten Iran vorwerfen kann.
Der nächste Unterschied ist, im Iran handelt es sich um überwiegend politisch motivierte Proteste mit der "richtigen" Stoßrichtung und in Tunesien überwiegt noch der soziale Protest. Den würde man in Deutschland ja kaum anders niederschlagen. Stuttgart 21 war ein kleiner Vorgeschmack hinsichtlich der Werkzeuge.
Ich wüßte gerne mal ob Deutschland in Tunesien auch Polizeikräfte ausbildet und in welchem Maße wir dieser faschistischen Diktatur Waffen liefern.
ist eine mit Deutschland eng befreundete brutale Diktatur, nicht nur im Geiste. Die dürfen ihre Untertanen ermorden und foltern. Das stört die deutschen Regierenden nicht wirklich.
Es ist etwas vollkommen anderes wenn man solch Dinge dem verhassten Iran vorwerfen kann.
Der nächste Unterschied ist, im Iran handelt es sich um überwiegend politisch motivierte Proteste mit der "richtigen" Stoßrichtung und in Tunesien überwiegt noch der soziale Protest. Den würde man in Deutschland ja kaum anders niederschlagen. Stuttgart 21 war ein kleiner Vorgeschmack hinsichtlich der Werkzeuge.
Ich wüßte gerne mal ob Deutschland in Tunesien auch Polizeikräfte ausbildet und in welchem Maße wir dieser faschistischen Diktatur Waffen liefern.
Deutschland und seine Medien haben sich noch nie zu solchen Konflikten geäußert, es sei denn sie werden als kommunistisch, oder fanatisch eingestuft.
Wir sind einfach zu beschränkt, was das Territorium der "Demokratie" betrifft.
Abgesehen davon müssen es die Tunesier auch unter sich ausmachen.
Solange sie unsere Produkte einkaufen, und uns nicht über den Weg laufen, stören solche "Gesellschaftsordnungen " nicht.
Solange sie unsere Produkte einkaufen, und uns nicht über den Weg laufen, stören solche "Gesellschaftsordnungen " nicht.
------------------
:) nicht einkaufen (sie haben ja eben nicht die Mittel dazu), sondern billig produzieren sollen sie für uns Sextourismus, Öl und Gas, Billigwaren für KIK, billige Arbeitskräfte für Spanien und Italien und dabei gefälligst das Maul halten.
Demokratie bedeutet eben Gewerkschaften, Streiks. Wer will das aber?
Ich finde es nur traurig, wenn in der deutschen öffentlichen Diskussion immer auf die fehlende Demokratisierung in arabischen Ländern verwiesen wird (und Israel dafür als Leuchtturm in der Wüste herhalten muss), und eigentlich klar ist, dass die Bevölkerung sehr wohl bereit ist für den demokratischen Umschwung, der aber ohne äußere Hilfe gegen einen hochgerüsteten Polizeiapparat nicht stattfinden kann. Man lebt in Tunesien und Algerien wirklich in ständiger Angst, weitaus schlimmer noch als im 'Schurkenstaat' Iran.
Solange sie unsere Produkte einkaufen, und uns nicht über den Weg laufen, stören solche "Gesellschaftsordnungen " nicht.
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:) nicht einkaufen (sie haben ja eben nicht die Mittel dazu), sondern billig produzieren sollen sie für uns Sextourismus, Öl und Gas, Billigwaren für KIK, billige Arbeitskräfte für Spanien und Italien und dabei gefälligst das Maul halten.
Demokratie bedeutet eben Gewerkschaften, Streiks. Wer will das aber?
Ich finde es nur traurig, wenn in der deutschen öffentlichen Diskussion immer auf die fehlende Demokratisierung in arabischen Ländern verwiesen wird (und Israel dafür als Leuchtturm in der Wüste herhalten muss), und eigentlich klar ist, dass die Bevölkerung sehr wohl bereit ist für den demokratischen Umschwung, der aber ohne äußere Hilfe gegen einen hochgerüsteten Polizeiapparat nicht stattfinden kann. Man lebt in Tunesien und Algerien wirklich in ständiger Angst, weitaus schlimmer noch als im 'Schurkenstaat' Iran.
Wenn ich an Sarkozys primitive Reaktionen gegenüber kritischen Journalisten denke (Pädophilenvergleich), dann gehe ich davon aus, dass der Kerl seine nordafrikanischen Arbeitskollegen beneidet.
Schade, schade, was da läuft. Es ist immer die gleiche Leier: Um der guten Geschäfte willen unterstützt der Westen irgend welche korrupten Bastarde, die die Demokraten niederknüppeln - und die lachenden Dritten sind die Islamisten...
Eigentlich kennen wir das ja vom Iran. Aber gescheiter sind wir nicht geworden. Solange wir unsere Geschäfte tätigen können und unser Öl kriegen, ist jeder Drecksack in der arabischen Welt recht.
Wir Europäer werden für unsere Bequemlichkeit einen hohen Preis bezahlen. Aber mit hohen Preisen haben wir ja in der Vergangenheit reichlich Erfahrungen machen können...
Und da wundern wir uns, dass der Islamismus die ganze islamische Welt infiziert. Mich wundert's überhaupt nicht!
"Wir Europäer werden für unsere Bequemlichkeit einen hohen Preis bezahlen."
Welche Möglichkeiten habe ich hier? Wenn ich das tun würde was getan werden müsste, erginge es mir nicht anders als den Protestierenden in Tunesien. [...]
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er
"Wir Europäer werden für unsere Bequemlichkeit einen hohen Preis bezahlen."
Welche Möglichkeiten habe ich hier? Wenn ich das tun würde was getan werden müsste, erginge es mir nicht anders als den Protestierenden in Tunesien. [...]
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er
Solange sie unsere Produkte einkaufen, und uns nicht über den Weg laufen, stören solche "Gesellschaftsordnungen " nicht.
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:) nicht einkaufen (sie haben ja eben nicht die Mittel dazu), sondern billig produzieren sollen sie für uns Sextourismus, Öl und Gas, Billigwaren für KIK, billige Arbeitskräfte für Spanien und Italien und dabei gefälligst das Maul halten.
Demokratie bedeutet eben Gewerkschaften, Streiks. Wer will das aber?
Ich finde es nur traurig, wenn in der deutschen öffentlichen Diskussion immer auf die fehlende Demokratisierung in arabischen Ländern verwiesen wird (und Israel dafür als Leuchtturm in der Wüste herhalten muss), und eigentlich klar ist, dass die Bevölkerung sehr wohl bereit ist für den demokratischen Umschwung, der aber ohne äußere Hilfe gegen einen hochgerüsteten Polizeiapparat nicht stattfinden kann. Man lebt in Tunesien und Algerien wirklich in ständiger Angst, weitaus schlimmer noch als im 'Schurkenstaat' Iran.
Das brauchen Sie mir nicht schreiben. In Ägypten ist es nicht viel anders.
"Solange sie unsere Produkte einkaufen, und uns nicht über den Weg laufen, stören solche "Gesellschaftsordnungen " nicht."
Das war eher zynisch gemeint.
Denn eigentlich kümmern wir uns um andere Gesellschaften/ Länder nicht wirklich, es sei, der große Bruder pfeift. Die "Dritte Welt" wird von uns vorwiegend als Billiglohnländer angesehen.
Von uns ist dort nichts zu erwarten.
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