Am Tag eins nach dem Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Mubarak kehrt in Kairo allmählich wieder Normalität ein. Seite an Seite entfernten Soldaten und Anwohner Straßensperren und Betonblöcke am Tahrir-Platz. Mit Triumphgesängen, Hupkonzerten, Autokorsos und Feuerwerk hatten die Ägypter zuvor die ganze Nacht hindurch Mubaraks Rücktritt gefeiert. Am Samstagmorgen tanzten auf dem Tahrir-Platz in der Hauptstadt Kairo immer noch zahlreiche Menschen. Sie schwenkten ägyptische Fahnen und hielten auf einer nahegelegenen Brücke Autos an, um mit den Fahrern zu feiern.

"Oh Morgen des Sieges", rief ein Jugendlicher. "Das ist eine große Feier, wir sind wie neugeboren", sagte Ussama Tufik Saadallah, ein 40 Jahre alter Agraringenieur. "Das ist das Ende der Ungerechtigkeit. Im Vergleich zu anderen Ländern waren wir im Rückstand, jetzt besitzen wir im Ausland, in der arabischen Welt, hohes Ansehen." Der Oppositionspolitiker und Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei sagte laut BBC: "Das ist der schönste Tag meines Lebens."

Viele Menschen hatten erneut auf dem Tahrir-Platz – zentraler Ort und Symbol der 18 Tage langen Proteste gegen Mubarak – übernachtet. Viele andere machten die ganze Nacht kein Auge zu. Bei Tagesanbruch beteten Tausende auf dem Platz: Ein feierlicher Moment, sagten Augenzeugen.

Noch ist unklar, wie lange die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz bleiben wollen. Viele der Demonstranten hatten in der Nacht zum Samstag erklärt, dass sie jetzt klare Aussagen von der Militärführung erwarteten. Diese müssten Aufschluss über einen konkreten Fahrplan zu fairen und demokratischen Wahlen und zur Übergabe der Macht an eine künftige gewählte Regierung geben.