Proteste in Ägypten Dreißig Jahre Allmachtswahn
Verschwörungstheorien kursieren, die öffentliche Ordnung verschwindet. Doch der Präsident will nicht gehen. Lieber reißt er sein Land in den Abgrund.
© PATRICK BAZ/AFP/Getty Images

Verwüstungen an einer Barrikade am Tahrir-Platz in Kairo
Unter Ägypten öffnen sich die Pforten zur Hölle. Vor zwei Wochen noch sonniges Ferienziel mit zwölf Millionen Urlaubern im Jahr, verwandelte sich der arabische Musterschüler in punkto Stabilität praktisch über Nacht in ein brodelndes Chaos. Das für seine Freundlichkeit berühmte Land droht in Gewalt und Anarchie zu versinken.
Eine seltsam brutale Fremdenfeindlichkeit macht sich breit, die vor kurzem noch niemand für möglich gehalten hat. Tagsüber jagen Regimeschläger auf Kairos Straßen junge Oppositionelle und Ausländer. Nachts verbarrikadieren Bürgerwehren ihre Viertel, auch Polizisten müssen sich vor durchgeladenen Schrotflinten und blanken Schlachtermessern durchsuchen lassen. So sieht es aus, wenn in einem Staat die öffentliche Ordnung zusammenbricht.
Und trotzdem klammert sich der greise Hosni Mubarak weiter an seinen Thron. Lieber endet er als Todesengel vom Nil, der alles mit sich in den Abgrund reißt, als dem Druck seines eigenen Volkes weichen. Noch ein letztes Mal – so scheint es – will sich der schwer kranke 82-Jährige an seinen undankbaren Untertanen rächen, bevor er selbst in sein Grab sinkt.
Freiwillige Aufgabe von Macht, das ist weder in Ägypten, noch in allen anderen arabischen Staaten Bestandteil der politischen Kultur. Macht wird in dieser Region nicht auf Zeit vergeben, sondern auf Lebenszeit. Politische Eliten richten sich auf Jahrzehnte ein, lassen niemanden hochkommen. Mit dem Potentaten verflochtene Personenverbände sichern dessen Macht und dürfen dafür die Pfründe der Nation untereinander aufteilen.
Politik versteht sich in erster Linie als Loyalitätspflege und Machtsicherung, nicht als Gestaltung des Gemeinwohls für alle Bürger der Nation. Entsprechend rücksichtslos sind die Gepflogenheiten der Machtausübung – genauso wie jetzt die Gewalt auf der Straße der um ihre Privilegien fürchtenden Regimetreuen. Kompromisse, die zentrale Übung politischer Mäßigung, gelten als Schwäche und als Gesichtsverlust. Berechtigte Interessen der Gegenseite zu berücksichtigen, die eigenen Machtansprüche im Blick auf das Gemeinwohl zu zügeln, kommt arabischen Potentaten nicht in den Sinn.
Wer aufmuckt und Alternativen fordert, wird niedergemacht, aus dem Weg geräumt oder eingesperrt. Bei der letzten Parlamentswahl im November ließ Mubarak die gesamte Opposition auf ganze drei Prozent der Mandate zusammenquetschen, um das Feld für seine reibungslose Thronfolge zu planieren.
- Datum 05.02.2011 - 15:27 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Man kann bisweilen noch nicht einschätzen, in welche Richtung sich die Proteste und das politische Geschehen entwickeln werden. Sicher ist jedoch der Umstand, dass das ägyptische Volk solange demonstrieren wird, bis Präsident Husni Mubarak abdankt und den Weg für eine neue Regierung freimacht! Denn das Land Ägypten, die Bürger, sind so sehr vom Vorbild Tunesien fasziniert und gleichzeitig davon überzeugt, dass Mubarak genauso wie Ben Ali gehen wird:
http://2010sdafrika.wordp....
Bin gespannt, wie lange das noch dauern soll. Regierungschef Schafik hat gerade einen Rücktritt abgelehnt. Und das obwohl Obama angeblich schon längst mit der Regierung und dem Militär um einen Abtritt verhandelt. Irgendwo kam die Meldung, das Mubarak nach Montenegro 'fliehen' soll und alles vorbereitet werden würde. Alles nur Gerücht? Wenn das tatsächlich nichts war, steht Obama jetzt wie ein begossener Pudel dar. Egal was der dann der Welt zu verkünden hat, es wird wahrscheinlich nur Müll sein. Der Freiheitsheld, der keiner sein darf. Traurig.
Was soll jetzt noch kommen? Putsch?
Kurze und knappe Zusammenfassung der Zustände. Leider fehlen mir in diesem wie auch in sämtlichen anderen Artikeln Hinweise darauf, was Deutschland zur Gewalt und Unterdrückung in vielen Ländern beiträgt.
In einem anderen Artikel wird zitiert: "Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums wurden alle Rüstungsexporte aus Deutschland nach Ägypten ausgesetzt."
Hört Hört! Späte Einsicht.
So lang Deutschland immer noch "Rüstung" (im Klartext: Waffen zum Töten) in alle Welt exportiert, ist jeder von uns ein Stück weit mit schuld daran, wenn mit diesen Waffen Menschen umgebracht werden.
Damit muss endlich Schluss sein !!!
Wer sagt denn, dass die Demonstranten in Ägypten die Mehrheit der Bevölkerung repräsentieren und ob die Forderungen nach einem Rücktritt Mubaraks gerechtfertigt sind? Viele Ägypter sind von den Einnahmen aus dem Tourismus abhängig und haben keine Interesse daran, dass sie durch die Unruhen ihrer Existenzgrundlage beraubt werden.
Gerade in Deutschland haben wir die Erfahrung gemacht, dass Demonstrationen und die veröffentlichte Meinung in den Medien nicht von vorneherein für den Mehrheitswillen der Bevölkerung stehen.
Man darf nur an die Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten 1981 erinnern, als 300.000 Menschen gegen den Nato-Doppelbeschluss protestiert haben. Dies war zwar sehr beeindruckend aber nicht unbedingt mehrheitsfähig. Damals gab es eine Sozialdemokratische Regierung mit einem Kanzler Helmut Schmidt.
Betrachtet man aber die Montagsdemonstrationen 1989 war damals auch nicht due Mehrheit der Menschen auf der Straße. Trotzdem gibt es die DDR heute nicht mehr und erst recht kurz nach der Wende war die Mehrzahl der Ansicht, dass es gut so war. Von der Anzahl der Demonstranten Rückschlüsse auf die Mehrheit in der Bevölkerung schlieen zu wollen ähnelt also eher gestochere im Nebel.
informieren Sie sich erst mal über das Land und die Leute.
Wichtig: Auch ausländische Presse verfolgen. Nutzen Sie die Möglichkeit mit Menschen aus Ägypten zu "reden". Ich empfehle dazu ägyptische Blogs u.ä. Medien. Dann werden auch SIE evtl. schlauer.......
Am Ende werden Sie feststellen, dass der Protest von der überwältigenden Mehrheit getragen wird.
Betrachtet man aber die Montagsdemonstrationen 1989 war damals auch nicht due Mehrheit der Menschen auf der Straße. Trotzdem gibt es die DDR heute nicht mehr und erst recht kurz nach der Wende war die Mehrzahl der Ansicht, dass es gut so war. Von der Anzahl der Demonstranten Rückschlüsse auf die Mehrheit in der Bevölkerung schlieen zu wollen ähnelt also eher gestochere im Nebel.
informieren Sie sich erst mal über das Land und die Leute.
Wichtig: Auch ausländische Presse verfolgen. Nutzen Sie die Möglichkeit mit Menschen aus Ägypten zu "reden". Ich empfehle dazu ägyptische Blogs u.ä. Medien. Dann werden auch SIE evtl. schlauer.......
Am Ende werden Sie feststellen, dass der Protest von der überwältigenden Mehrheit getragen wird.
Die Politik der deutschen Regierung und des "Westens" insgesamt ist opportunistisch und heuchlerisch. Bis vor kurzem galt Mubarak als Garant für Frieden und Stabilität in der arabischen Welt und war für den Westen ein verlässlicher Partner. Jetzt, wo es Demonstrationen gegen ihn gibt, wird er wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen.
aufgenommen,
sie werden sich die Finger verbrennen, denn bei fundamentalistischen Muslemen gelten andere Regeln.
[...]
Gekürzt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/lv
Der phantasiert auch von einer islamistischen
Kooperation mit westlichen "Kräften" :)))
http://www.huffingtonpost...
6. "Deutsche Stellen haben Kontakt mit der Moslembruederschaft aufge
aufgenommen,
sie werden sich die Finger verbrennen, denn bei fundamentalistischen Muslemen gelten andere Regeln."
Die Muslimbruderschaft war unter Mubarak verboten,man muß befürchten,dass diese nach Mubarak stark an Einfluss gewinnen werden.
Der phantasiert auch von einer islamistischen
Kooperation mit westlichen "Kräften" :)))
http://www.huffingtonpost...
6. "Deutsche Stellen haben Kontakt mit der Moslembruederschaft aufge
aufgenommen,
sie werden sich die Finger verbrennen, denn bei fundamentalistischen Muslemen gelten andere Regeln."
Die Muslimbruderschaft war unter Mubarak verboten,man muß befürchten,dass diese nach Mubarak stark an Einfluss gewinnen werden.
http://www.n-tv.de/politi...
»"Heute steht nicht nur die Weltwirtschaft, sondern die Weltordnung auf dem Spiel", sagte er. Es sei nicht klar, wie die Unruhen ausgehen werden und was die langfristigen Konsequenzen für die Welt sind.«
»Rasmussen forderte deshalb die europäischen Mitgliedstaaten des transatlantischen Militärbündnisses zu einem stärkeren, auch finanziellen Engagement in die Verteidigungspolitik auf. «
Der Staat muss mehr Waffen kaufen und es müssen mehr Waffen in die Krisenstaaten exportiert werden, damit sich so ein Unfall wie in Tunesien oder Ägypten nicht wiederholt. Die Bundeswehr übt schon mal Aufstandsbekämfung in Afghanistan, die Bundespolizei mit anderen europäischen Milizen in Lehnin, und das ganze wird wissenschaftlich am Sonderforschungsbereich 700 in Berlin unterstützt.
Der phantasiert auch von einer islamistischen
Kooperation mit westlichen "Kräften" :)))
http://www.huffingtonpost...
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