Mubaraks Rücktritt Die Protagonisten des neuen Ägypten

Der ägyptische Herrscher Hosni Mubarak ist weg. Welche Personen aus Militär und Opposition könnten den politischen Wandel einleiten?

Der neue starke Mann Ägyptens: Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi Anfang Februar, während einer Unterhaltung mit Demonstranten auf dem Tahrir-Platz.

Der neue starke Mann Ägyptens: Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi Anfang Februar, während einer Unterhaltung mit Demonstranten auf dem Tahrir-Platz.

Mohammed Hussein Tantawi, Verteidigungsminister und Vorsitzender des Obersten Rates der Streitkräfte

Seit Freitagabend hat das Militär die Macht am Nil. Die Geschicke des Landes lenkt nun der Militärrat. An dessen Spitze steht Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi, zeitlebens ein kompromissloser Gefolgsmann des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak.

"Das Militär und wir sind eins", hatten die Demonstranten in Kairo tagelang skandiert, seit die Armeeführung durch einen Sprecher verkünden ließ, die Anliegen des "großen ägyptischen Volkes" seien legitim und man werde nicht auf die Demonstranten schießen. Kurz vor seinem weichen Putsch am Freitag legte sich das Militär dann im "Kommunique Nummer 2" öffentlich fest, für einen demokratischen Übergang sorgen.

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Seit dem Sturz der Monarchie 1952 ist Ägyptens Armee das Rückgrat der Macht. Alle Präsidenten kamen bisher aus ihren Rängen. Auch wenn sich die Streitkräfte stets diskret und verschwiegen geben, sie sind keineswegs ein monolithischer Block. Unter den Offizieren der mittleren Ränge gärt es seit langem. "Mubaraks Pudel" nennen sie Armeechef und Verteidigungsminister Tantawi verächtlich, wie ein geheimes Wikileaks-Protokoll aus dem Jahr 2008 berichtet.

Tantawi sei inkompetent, in der Truppe herrsche eine "Kultur des Kadavergehorsams" und die Armee befinde sich unter seiner Führung im Niedergang, lautete die Kritik. Geboren am 31. Oktober 1935, studierte er Militärwissenschaft, war dann Militärattaché in Pakistan und später Kommandeur der Präsidentengarde.

Bei den Kriegen 1956, 1967 und 1973 war er Infanterieoffizier, wie auch sein langjähriger, von ihm rückhaltlos verehrter Chef Hosni Mubarak. Trotzdem steht der umstrittene 75-jährige Feldmarschall jetzt an der Spitze der Junta, die in den nächsten Wochen und Monaten die Geschicke Ägyptens steuert. Mit ihm am Tisch sitzen auch der Oberkommandierende Sami Hafez Enan, Luftwaffenchef Reda Mahmoud Hafez Mohammed sowie Marinechef Mohab Mohammed Hussein Mamish.


Leser-Kommentare
  1. haben die Oppositionsgruppen, und alle beteiligten Demonstranten/innen erwirkt.

    Diese Diskussion sollte in Ägypten stattfinden.

  2. Es ist schon viel Wasser dem Nil runter gelaufen.

    Eine Leser-Empfehlung
  3. 3. Frauen

    Gibt es in Ägypten eigentlich auch Frauen
    ... die am Aufstand mitwirkten
    ... die eine Partei gründen könnten
    ... die an der Macht beteiligt sein möchten?

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Schauen Sie sich doch die vielen Videos aus Ägypten an.
    Dort werden Sie viele Frauen bei den Demonstrationen sehen.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Barak Obama zu verdanken.
    Der hat massiv Einfluß auf das ägyptische Militär genommen, wie wir alle aus den Medienberichten wissen und mit Erfolg.
    Das Militär soll anscheinend, endlich die Demokratie in Ägypten ermöglichen.
    Der Flug zum Mars ist m.E. im Vergleich dazu ein Kinderspiel, aber trotzdem wünsche ich den Arabern für die neue Zeitenwende viel Erfolg.
    In Europa sitzen wir wie beim NDR in der 1. Reihe und können alles life mitverfolgen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Den friedlichen Wandel haben die Ägypter Barak Obama zu verdanken"

    Ja, ja, die Usa sind ein großer Freund des ägyptischen Volkes. Die Amerikaner haben in San Francisco die Gründung Israels betrieben, haben Israel zu einem waffenstarrenden ADHS-Fall gemacht, mittelbar wenigstens zwei Kriege gegen das Land geführt und 30 Jahre lang dessen Militärjunta alimentiert, die gegen die Interessen des Volkes agierte und riesige Vermögenswerte anhäufte.
    Ohne den Neokolonialismus der Usa hätte es gar keiner "Wandlung" bedurft.

    Die Ägypter haben den friedlichen Wandel Obama zu verdanken?!? Ich höre wohl nicht richtig. Den Wandel haben die Ägypter allein sich selbst zu verdanken und sonst niemand! Sie scheinen beim NDR in der letzten Reihe zu sitzen, wenn sie das noch nicht mitbekommen haben.

    "Den friedlichen Wandel haben die Ägypter Barak Obama zu verdanken"

    Ja, ja, die Usa sind ein großer Freund des ägyptischen Volkes. Die Amerikaner haben in San Francisco die Gründung Israels betrieben, haben Israel zu einem waffenstarrenden ADHS-Fall gemacht, mittelbar wenigstens zwei Kriege gegen das Land geführt und 30 Jahre lang dessen Militärjunta alimentiert, die gegen die Interessen des Volkes agierte und riesige Vermögenswerte anhäufte.
    Ohne den Neokolonialismus der Usa hätte es gar keiner "Wandlung" bedurft.

    Die Ägypter haben den friedlichen Wandel Obama zu verdanken?!? Ich höre wohl nicht richtig. Den Wandel haben die Ägypter allein sich selbst zu verdanken und sonst niemand! Sie scheinen beim NDR in der letzten Reihe zu sitzen, wenn sie das noch nicht mitbekommen haben.

    • tabe
    • 12.02.2011 um 15:47 Uhr

    Nicht Personen sondern Technologien wie das Internet

    • Voce
    • 12.02.2011 um 15:52 Uhr

    Geschehen in Ägypten reagieren, doch sie bleibt dennoch verhalten durch die ungewisse Frage: Was kommt jetzt ? Denn die im Westen z.T vorhandene naive Vorstellung, dass sich dort nun in absehbarer Zeit Demokratie im europäischen Sinne entwickeln könnte, ist mehr als unrealistisch. Freie Wahlen werden wohl kommen, doch es bleibt abzuwarten, wohin sie Ägypten führen werden. Die Gefahr einer islamistischen Republik ist zweifellos latent vorhanden, denn die bisher ebenfalls unterdrückte Muslimbruderschaft dürfte aufgrund ihres bisherigen karitativen Engagements,einer Analphabetenquote von ca. 40 % , hoher Arbeitslosigkeit und weit verbreiteter Armut einen nahrhaften Boden für potentielles zukünftiges politisches Agieren vorfinden.

    Eine Leser-Empfehlung
  6. und zwar in der Überschrift. Genitive werden anscheinend jetzt auch in der Zeit überbewertet. ;)

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