Proteste China will Widerstand im Keim ersticken

China fürchtet Proteste wie im arabischen Raum. Polizisten gehen hart gegen Demonstranten der "Jasmin-Revolution" vor, der Regierungschef verspricht mehr Gerechtigkeit.

Polizisten in Shanghai vertreiben Demonstranten

Polizisten in Shanghai vertreiben Demonstranten

China enthüllte am Sonntag einmal mehr sein hässliches Gesicht als Polizeistaat. Die glitzernde Fassade der aufstrebenden Wirtschaftsmacht trat in den Hintergrund, als die Sicherheitskräfte in zwei Dutzend Städten mit geballter Macht auftraten. Das Signal war eindeutig: Wer versuchen sollte, mit etwaigen "Jasmin-Protesten" nach arabischem Vorbild seinen Unmut über Ungerechtigkeiten in China zum Ausdruck bringen zu wollen, muss mit der vollen Härte der Staatsgewalt rechnen.

Demonstrativ wurden in Peking und Shanghai ein paar Verdächtigte abgeführt. Mehr als ein Dutzend ausländischer Korrespondenten wurden vorübergehend festgenommen. Ein ausländischer Videojournalist wurde sogar niedergeschlagen, mehrfach ins Gesicht getreten und lag am Sonntagabend im Krankenhaus. Ziemlich rabiat traten die Polizisten auch gegen ihr eigenes Volk auf, verdächtigten jeden Passanten beim Einkaufsbummel, schikanierten und schubsten diejenigen herum, die sich das nicht gefallen lassen wollten.

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Seit dem ersten Aufruf zu Protesten wurden bereits Dutzende Bürgerrechtler unter Hausarrest gestellt oder festgenommen. In Schnellverfahren wurde Anklage gegen Internetaktivisten erhoben, die den Aufruf zu sonntäglichen Protesten nur weitergeleitet hatten. Der Vorwurf: "Untergrabung der Staatsgewalt." Dafür kassierte der heutige Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo einst elf Jahre Haft.

Wehret den Anfängen, lautet die Losung der kommunistischen Führer. Der "arabische Virus" darf sich nicht in China ausbreiten. Nicht erst die Unruhen in der arabischen Welt, sondern schon die 1989 blutig niedergeschlagene Demokratiebewegung in China hatte sie gelehrt, dass Aufstände im Keim erstickt werden müssen. "Die Macht kommt aus den Gewehrläufen", lautet das immer noch geltende Erbe des Revolutionärs Mao Tsetung, der noch eins wusste: "Ein einziger Funke kann einen Steppenbrand auslösen."

Deswegen heiligt der Zweck die Mittel, verriet vergangene Woche eine hohe Regierungsquelle die Denkweise: "Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, damit China nicht den falschen Weg geht." Der richtige Kurs heißt wirtschaftlicher Fortschritt und alle Macht der Partei, die dafür vom Volk absolute Gefolgschaft verlangt. Zwar verfolgt China seit drei Jahrzehnten erfolgreich wirtschaftliche Reformen, aber politisch stagniert das Land, was sich noch als größte Gefahr für den wirtschaftlichen Wohlstand erweisen könnte.

Mit ihrer sechs Jahrzehnte währenden Alleinherrschaft müssen sich Chinas kommunistische Führer immer öfter den Vergleich mit arabischen Herrschern wie Husni Mubarak oder Muammar al-Gadhafi gefallen lassen. Gadhafi wollte sich sogar selbst ein Beispiel an dem Pekinger Massaker von 1989 nehmen, als er einen Militäreinsatz gegen die Demonstranten androhte: "Die Einheit Chinas war wichtiger als diese Leute auf dem Tian'anmen-Platz", sagte der libysche Staatschef.

Die Überreaktion der chinesischen Sicherheitskräfte auf den Protestaufruf demonstriert eigene Unsicherheit. Chinas Regierungschef Wen Jiabao blies am Wochenende zur Propaganda-Offensive. Er räumte gesellschaftliche Spannungen ein und sicherte mehr soziale Gerechtigkeit zu. Aber mit bloßen Versprechen wollen sich viele Chinesen nicht mehr abspeisen lassen. "Ich habe das Gefühl, dass viele Leute darauf warten, dass endlich etwas passiert", sagte der im Exil in Taiwan lebende ehemalige Studentenführer Wu'er Kaixi. "Die chinesische Regierung hat viel darüber nachgedacht. Sie weiß, dass sie nur eine Chance hat - und zwar indem sie jedes Aufbegehren schon in den Anfängen unterdrückt."

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis China auseinander bricht.

    Ich kann nicht für andere sprechen, aber lieber nehme ich die wirtschaftlichen Folgen hier in kauf als ein China als neue USA.

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    • DrLi
    • 27.02.2011 um 20:40 Uhr

    Als Chinese kann ich die Angst vor China in Deutschland nicht nachvollziehen.
    Erstens, hat China die 10fahce Bevölkerung der USA, aber nicht mal die Hälfte dessen BIP. Also ist China ein armes Land, das noch Jahrzente bräuchte, um eine Supermacht zu werden.
    Zweistens, China hat in der Historie Deutschland nie etwas angetan. Im Gegenteil, Deutschland hat trotz 8500 km Entfernung mit anderen Mächten zusammen nach China einmarschiert, zur Unterdrückung des Boxeraufstandes. Wenn, dann hat China Grund zur Befürchtung der fremden (Deutschen?) Invasion.
    Drittens, lieber verstümmeln wir uns selbst z.B durch die Ein-Kind-Politik als ins fremde zu expandieren.
    Lieber erhoffe ich von den freien Westen Unterstützung für die Chinesische Bevölkerung nach mehr Menschenrechte und Freiheiten als unbegründete und diffuse Ängste vor der dunklen Macht China.

    • DrLi
    • 27.02.2011 um 20:40 Uhr

    Als Chinese kann ich die Angst vor China in Deutschland nicht nachvollziehen.
    Erstens, hat China die 10fahce Bevölkerung der USA, aber nicht mal die Hälfte dessen BIP. Also ist China ein armes Land, das noch Jahrzente bräuchte, um eine Supermacht zu werden.
    Zweistens, China hat in der Historie Deutschland nie etwas angetan. Im Gegenteil, Deutschland hat trotz 8500 km Entfernung mit anderen Mächten zusammen nach China einmarschiert, zur Unterdrückung des Boxeraufstandes. Wenn, dann hat China Grund zur Befürchtung der fremden (Deutschen?) Invasion.
    Drittens, lieber verstümmeln wir uns selbst z.B durch die Ein-Kind-Politik als ins fremde zu expandieren.
    Lieber erhoffe ich von den freien Westen Unterstützung für die Chinesische Bevölkerung nach mehr Menschenrechte und Freiheiten als unbegründete und diffuse Ängste vor der dunklen Macht China.

  2. Die Schlagzeile lautet:
    "Polizisten gegen hart gegen Demonstranten der "Jasmin-Revoltuion" vor, der Regierungschef verspricht mehr Gerechtigkeit."

    'Polizisten gegen hart gegen'? He?

    Ich glaube da sollte "gehen" stehen...
    Vielen Dank, der Fehler wurde behoben. Die Redaktion/wg

    • DrLi
    • 27.02.2011 um 20:40 Uhr

    Als Chinese kann ich die Angst vor China in Deutschland nicht nachvollziehen.
    Erstens, hat China die 10fahce Bevölkerung der USA, aber nicht mal die Hälfte dessen BIP. Also ist China ein armes Land, das noch Jahrzente bräuchte, um eine Supermacht zu werden.
    Zweistens, China hat in der Historie Deutschland nie etwas angetan. Im Gegenteil, Deutschland hat trotz 8500 km Entfernung mit anderen Mächten zusammen nach China einmarschiert, zur Unterdrückung des Boxeraufstandes. Wenn, dann hat China Grund zur Befürchtung der fremden (Deutschen?) Invasion.
    Drittens, lieber verstümmeln wir uns selbst z.B durch die Ein-Kind-Politik als ins fremde zu expandieren.
    Lieber erhoffe ich von den freien Westen Unterstützung für die Chinesische Bevölkerung nach mehr Menschenrechte und Freiheiten als unbegründete und diffuse Ängste vor der dunklen Macht China.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sehr geehrter Herr Li,

    die »Angst vor China« beruht auf verschiedenen Faktoren:
    Zum einen ist sie tatsächlich diffus und ist eine Anst vor dem Unbekannten, vor dem Fremden. Auch spielt eine Verunsicherung über die eigene Stärke mit hinein, die aus den jüngsten Krisen entstanden ist.
    Zum anderen aber gibt es auch gute Gründe, sich über China sorgen zu machen: Obwohl das Land in weiten Teilen noch stark unterentwickelt ist, ist China bereits eine bedeutende Macht, eine Macht, die um Anteile an vielen Märkten konkurriert und bereits über viel Einfluss verfügt. Dabei lässt sich beobachten, dass die chinesische Führung mit aggressiven und fragwürdigen Mitteln agiert, um sich weltweit Einfluss und Rohstoffe zu sichern, dass Werte, die für die Gesellschaft in Deutschland von fundamentaler Bedeutung sind, von der Staatsführung nicht unbedingt geteilt werden.
    Im Kontakt mit Deutschen werden Sie aber sicherlich bemerkt haben, dass das Streben der Chinesen nach einem besseren Leben, nach mehr Rechten und Freiheiten und ihr Mut dabei auf große Sympathie stößt.

    ich kann sie vom subjektiven Standpunkt aus verstehen, aber vom objektiven nicht. CHINA ist eine Grossmacht auf dem Gebiet der Banken, sogar eine Weltmacht, grösser als die USA. China hat die USA und andere Staaten auch in Europa längst in die Tasche gesteckt, durch die Kredite.
    natürlich hat Deutschland nicht die Absicht China anzugreifen, aber Ängste können bei wirtschaftlicher Abhängigkeit schon mal aufkommen. Die Einkind-Gesellschaft Chinas (aufgezwungen!) ohne Ventil in moralischer, ethischer und religiöser Hinsicht ist eine entpersönlichte Gesellschaft, und obendrein unnatürlich. Das ist ein Fakt! Wenn eine Familie gerne 2 oder mehr Kinder haben wollte, andere Menschen hingegen gerne ledig leben möchten oder gar religiös, hat China nur Repressionen als Antwort. Das ist sehr bedenklich und gegen das Menschenrecht.

    So aufgeschlossen man auch sein will, ein Blick in die Geschichte zeigt einfach, dass bei mehreren Machtpolen auch große Spannungen auftreten. Ein paar eurozentrische Beispiele:
    Spanien <-> Frankreich <-> England ; frühes Kolonialzeitalter
    Frankreich <-> England ; um 1800 rum (->Kontinentalsperre)
    Europa vor dem 1. Weltkrieg
    USA <-> UdSSR ; im kalten Krieg

    Es gibt noch genügend andere Beispiele, auch in Asien, aber das sind schon mal die offensichtlichsten. Obwohl zeitweise Krieg den Frieden unterbrach (oder auch andersherum ;) ), gab es selbst im Frieden erhebliche Spannungen und eine sich vertiefende Abgrenzung.

    Daher war 1989/90 auch so eine unglaubliche Befreiung. Plötzlich gab es bloß noch einen wirklichen Machtpol und dann auch noch einer der sich zwar durchaus einmischte, aber doch nicht so oft. Solange man keine für die USA nach ihrer Sicht erhebliche Bedrohung darstellte, wurde man in Ruhe gelassen. Plötzlich war die Welt zwar unter einer Macht gefangen, aber weil es (fast) die ganze Welt war, war doch wieder (fast) jeder frei. Nun hat die USA bestimmt nicht perfekt gehandelt, aber sehr viel besser ist es kaum möglich... schlechter doch sehr leicht.

    Meine Angst vor China ist also keine Angst vor dem Fremden, sondern vor dem Bekannten. Eine Welt mit zwei Machtpolen. Wenn sich Russland erholt hat und Indien sich auch als Weltmacht begreift, sind es vier.
    Da kaum Aussicht besteht, dass man sich nicht als Konkurrenz sieht, ergibt das eine erneute Teilung der Welt. :(

    Lieber Dr. Li,

    die meisten Deutschen wissen nicht viel ueber China, denn Deutschland ist seit 1945 traditionell "westorientiert".
    Man ist nicht sonderlich an anderen Weltregionen interessiert und man findet nur selten gut recherchierte Artikel in den Medien.

    Ohne jetzt die Details dieses Artikels diskutieren zu wollen, sieht man doch schon an der Wahl der Mischsprache " in Peking und Shanghai", dass hier sorglos dahingeschludert wurde.

    Denn die beiden Staedte werden auf Deutsch
    Peking und SCHanghai geschrieben, bzw. auf Chinesisch Beijing und Shanghai.

    Das habe ich schon etliche Male hier im Forum moniert,die Redaktion bringt aber immer wieder solch einen Mischmasch.

    Kurz gefasst, die Berichtserstattung in Deutschland kombiniert mit menschlichen Existenzaengsten fuehrt zur einer Furcht bzw. zu einer negativen Meinung ueber China.

    • joG
    • 28.02.2011 um 11:27 Uhr

    ....Nixons, als er mit China die ersten schritte zur Öffnung verhandelte. Die Folgen entwickeln sich heute noch sichtbar und die Erfolge sind dramatisch.

    Die Gefahren großer Autokratien sind aber nicht zu vernachlässigen. Kommen sie unter Druck und das tun sie, das ist System immanent, gibt es immer die Versuchung die nationalistische Karte zu spielen. Diese hat katastrophales Potential.

    Selbst eine gutartige Implosion des Systems birgt bei Chinas heutigem Grad der Einbindung in die Weltwirtschaft die Gefahr schwerer mittelfristiger Krisen in der Wirtschaft. Diese könnten weit grösser sein, als die der letzten Finanzkrise.

    Sehr geehrter Herr Li,

    die »Angst vor China« beruht auf verschiedenen Faktoren:
    Zum einen ist sie tatsächlich diffus und ist eine Anst vor dem Unbekannten, vor dem Fremden. Auch spielt eine Verunsicherung über die eigene Stärke mit hinein, die aus den jüngsten Krisen entstanden ist.
    Zum anderen aber gibt es auch gute Gründe, sich über China sorgen zu machen: Obwohl das Land in weiten Teilen noch stark unterentwickelt ist, ist China bereits eine bedeutende Macht, eine Macht, die um Anteile an vielen Märkten konkurriert und bereits über viel Einfluss verfügt. Dabei lässt sich beobachten, dass die chinesische Führung mit aggressiven und fragwürdigen Mitteln agiert, um sich weltweit Einfluss und Rohstoffe zu sichern, dass Werte, die für die Gesellschaft in Deutschland von fundamentaler Bedeutung sind, von der Staatsführung nicht unbedingt geteilt werden.
    Im Kontakt mit Deutschen werden Sie aber sicherlich bemerkt haben, dass das Streben der Chinesen nach einem besseren Leben, nach mehr Rechten und Freiheiten und ihr Mut dabei auf große Sympathie stößt.

    ich kann sie vom subjektiven Standpunkt aus verstehen, aber vom objektiven nicht. CHINA ist eine Grossmacht auf dem Gebiet der Banken, sogar eine Weltmacht, grösser als die USA. China hat die USA und andere Staaten auch in Europa längst in die Tasche gesteckt, durch die Kredite.
    natürlich hat Deutschland nicht die Absicht China anzugreifen, aber Ängste können bei wirtschaftlicher Abhängigkeit schon mal aufkommen. Die Einkind-Gesellschaft Chinas (aufgezwungen!) ohne Ventil in moralischer, ethischer und religiöser Hinsicht ist eine entpersönlichte Gesellschaft, und obendrein unnatürlich. Das ist ein Fakt! Wenn eine Familie gerne 2 oder mehr Kinder haben wollte, andere Menschen hingegen gerne ledig leben möchten oder gar religiös, hat China nur Repressionen als Antwort. Das ist sehr bedenklich und gegen das Menschenrecht.

    So aufgeschlossen man auch sein will, ein Blick in die Geschichte zeigt einfach, dass bei mehreren Machtpolen auch große Spannungen auftreten. Ein paar eurozentrische Beispiele:
    Spanien <-> Frankreich <-> England ; frühes Kolonialzeitalter
    Frankreich <-> England ; um 1800 rum (->Kontinentalsperre)
    Europa vor dem 1. Weltkrieg
    USA <-> UdSSR ; im kalten Krieg

    Es gibt noch genügend andere Beispiele, auch in Asien, aber das sind schon mal die offensichtlichsten. Obwohl zeitweise Krieg den Frieden unterbrach (oder auch andersherum ;) ), gab es selbst im Frieden erhebliche Spannungen und eine sich vertiefende Abgrenzung.

    Daher war 1989/90 auch so eine unglaubliche Befreiung. Plötzlich gab es bloß noch einen wirklichen Machtpol und dann auch noch einer der sich zwar durchaus einmischte, aber doch nicht so oft. Solange man keine für die USA nach ihrer Sicht erhebliche Bedrohung darstellte, wurde man in Ruhe gelassen. Plötzlich war die Welt zwar unter einer Macht gefangen, aber weil es (fast) die ganze Welt war, war doch wieder (fast) jeder frei. Nun hat die USA bestimmt nicht perfekt gehandelt, aber sehr viel besser ist es kaum möglich... schlechter doch sehr leicht.

    Meine Angst vor China ist also keine Angst vor dem Fremden, sondern vor dem Bekannten. Eine Welt mit zwei Machtpolen. Wenn sich Russland erholt hat und Indien sich auch als Weltmacht begreift, sind es vier.
    Da kaum Aussicht besteht, dass man sich nicht als Konkurrenz sieht, ergibt das eine erneute Teilung der Welt. :(

    Lieber Dr. Li,

    die meisten Deutschen wissen nicht viel ueber China, denn Deutschland ist seit 1945 traditionell "westorientiert".
    Man ist nicht sonderlich an anderen Weltregionen interessiert und man findet nur selten gut recherchierte Artikel in den Medien.

    Ohne jetzt die Details dieses Artikels diskutieren zu wollen, sieht man doch schon an der Wahl der Mischsprache " in Peking und Shanghai", dass hier sorglos dahingeschludert wurde.

    Denn die beiden Staedte werden auf Deutsch
    Peking und SCHanghai geschrieben, bzw. auf Chinesisch Beijing und Shanghai.

    Das habe ich schon etliche Male hier im Forum moniert,die Redaktion bringt aber immer wieder solch einen Mischmasch.

    Kurz gefasst, die Berichtserstattung in Deutschland kombiniert mit menschlichen Existenzaengsten fuehrt zur einer Furcht bzw. zu einer negativen Meinung ueber China.

    • joG
    • 28.02.2011 um 11:27 Uhr

    ....Nixons, als er mit China die ersten schritte zur Öffnung verhandelte. Die Folgen entwickeln sich heute noch sichtbar und die Erfolge sind dramatisch.

    Die Gefahren großer Autokratien sind aber nicht zu vernachlässigen. Kommen sie unter Druck und das tun sie, das ist System immanent, gibt es immer die Versuchung die nationalistische Karte zu spielen. Diese hat katastrophales Potential.

    Selbst eine gutartige Implosion des Systems birgt bei Chinas heutigem Grad der Einbindung in die Weltwirtschaft die Gefahr schwerer mittelfristiger Krisen in der Wirtschaft. Diese könnten weit grösser sein, als die der letzten Finanzkrise.

  3. 4. @DrLi

    Ich kann diese Angst auch nicht nachvollziehen.
    Wirtschaftlich ist China natürlich auch eine sehr grosse Chance für Deutschland und für den rest der Industrienationen auch.
    Auf der anderen Seite MUSS China lernen mit ihren Bürgern Menschlich umzugehen, und da sollte wie DRLI schon sagte der Westen Unterstützung leisten, das geht durchaus über den Wirtschaftlichen teil der Zusammenarbeit

  4. Das Signal war eindeutig: Wer versuchen sollte, mit etwaigen "Jasmin-Protesten" nach arabischem Vorbild seinen Unmut über Ungerechtigkeiten in China zum Ausdruck bringen zu wollen, muss mit der vollen Härte der Staatsgewalt rechnen.

    In Deutschland nicht?
    Proteste werden auch bei uns nur so lange toleriert wie man mit ihnen nichts bewirkt oder die verfestigten Herrschaftsstrukturen sich nicht in Gefahr sehen.

    Zudem brach die chinesische Revolution allerdings auch diesmal nicht aus.

    "Doch wie damals gab es auch an diesem Sonntag keine sichtbaren Zeichen eines Protests gegen die chinesische Einparteiherrschaft. Die Konfrontation verlief deshalb nicht zwischen Polizei und Demonstranten, sondern zwischen der Polizei und den ausländischen Journalisten. Besonders hatten es die Behörden offenbar auf die Kamerateams ausländischer Fernsehsender abgesehen."

    http://www.faz.net/s/RubD...

  5. 6. @ DrLi

    Die Deutschen haben vor allem Angst, was anders ist, noch nicht gemerkt?
    Durch Angst rennen die Leute zur Arbeit, Angst schafft System.

    Am schlimmsten ist die Angst vor dem Leben.!

  6. bitte korrigieren Sie den Rechtschreibfehler: "China fürchtet Proteste wie im arabischen Raum. Polizisten gegen hart gegen Demonstranten der "
    gehen statt gegen!
    Vielen Dank für den Hinweis, der Fehler wurde behoben. Die Redaktion/wg

  7. In den letzten 20 Jahren haben sich etliche Menschenrechte in China verbessert: Zwangsverheiratung, freie Berufswahl, keine Hungertoten etc.. Diese Dinge scheinen vielen in Deutschland als selbstverständlich, China hat hier Verbesserungen für seine Menschen erreicht, wenngleich noch nicht im ganzen Lande. Klar gibt es viele Defizite-aber eben auch Erfolge. Hört sich vielleicht arrogant an, aber man versteht China wahrscheinlich erst wenn man dort war.

    Ich habe in China gelebt, und es war eine schöne Zeit. Was immer passiert: Wir sollten den Menschen dort das Beste wünschen und nicht auf Unruhen hoffen mit dem Motiv, China wirtschaftlich und außenpolitisch zu schwächen!!!

    Wenn wir in Deutschland wirtschaftlich und technologisch agil bleiben, brauchen wir keine Angst vor China zu haben.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • DrLi
    • 27.02.2011 um 21:31 Uhr

    Einverstanden mit atomic 190.

    Was mir fehlt von der chinesischen Führung, ist eine Art Roadmap der oft von ihnen selbst beschwörten politischen Reform mit Visionen, Zielsetzungen und Meilensteinen. Meinetwegen Rechtsstaat, Wahlen auf der Komunalebene, die der Kreisebene, ...
    Vielleicht mute ich dem Einparteisystem zu viel zu. Wer will schon zum Ziel setzen, sich selbst abzuschaffen.
    Vielleicht manche Politikberater oder auf manchen Foren kann man diese Ideen der Chinesischen Führung anbringen. Hat Karl mark nicht gesagt, dass die Komunistn das ziel hat, sich selbst abzuschaffen?

    • reven
    • 27.02.2011 um 22:06 Uhr

    Die Organistoren der Jasmin-Proteste fordern nach unabhängiger Rechtsprechung, mehr Rechtsstaatlichkeit und schritteweise Demokratisierung in China, also eine friedliche Transformation.Das wäre das Beste für China.
    Das ist auch das, was Liu Xiaobo und die Charta08 fordern.Ein gewaltiger Umsturz ist immer ein großes Risiko.Die chinesische Geschichte hat gelehrt, dass aus einem politischen Vakuum im Folge eines Umsturzes erst nach langer Zeit wieder Ordnung hergestellt werden kann.
    Und wie reagiert die KPCh-Regierung darauf?
    Sie lässt Liu Xiaobo zu 11 jahren haft verurteilen, verfolgt Bürgerrechtler, verweigert jeglichen Verzicht ihres Machtmonopols auf die Justiz und Armee, verschärft die Zensur und Medienkontrolle und unterdrückt die Jasmin-Proteste.Während sich die sozialen Probleme (z.B.Korruption und Vetternwirtschaft, Zwangsenteigenungen)mehr und mehr häufen, während die Spannungen zwischen Regierung und Volk Jahr zu Jahr zunehmen, hält die KPCh immer noch hartnäckig an ihrem absoluten Machtanspruch fest und
    verspielt somit die Zukunft des Landes.Sie kann dadurch die riesigen Probleme nicht entschärfen, sondern nur unterdrücken.Ein friedlicher Wandel rückt so in immer weitere Ferne, je länger die Probleme ungelöst bleiben, und je mehr sich die Probleme häufen.Das kann nicht im Interesse Chinas sein.

    • reven
    • 27.02.2011 um 22:11 Uhr

    Die KPCh-Führung kann sich vielleicht noch an die Qing-Dynastie erinnern.Auch in den letzten 30 jahren der Qing-Dynatie haben die Qing-Herrscher verschiedene Wirtschafts-und soziale Reformen durchgeführt und das Land modernisiert.Jedoch indem sich die Qing eine politische Reform verweigerten und an dem Machtmonopol der Mandschu Adliger festhielten, war eine Revolution letztendlich unausweichlich geworden.

    Viele hohe KPCh-Funktionäre sind sich den Risiken in China durchaus bewusst.Viele haben ihre Angehörigen, Frauen und Kinder und Liebhaberinnen längst ins Ausland gebracht.Auch ein Großteil der gehobene Mittelschicht kann kaum noch warten, nach Westen auszuwandern und sich ausländische Ausweise zu besorgen.Zurückgelassen werden am Ende vorallem jene Chinesen sein, die schon immer sozial benachteiligt sind, auf einem sinkenden Schiff.

    Ist das, was Sie sich für China wünschen?

    • DrLi
    • 27.02.2011 um 21:31 Uhr

    Einverstanden mit atomic 190.

    Was mir fehlt von der chinesischen Führung, ist eine Art Roadmap der oft von ihnen selbst beschwörten politischen Reform mit Visionen, Zielsetzungen und Meilensteinen. Meinetwegen Rechtsstaat, Wahlen auf der Komunalebene, die der Kreisebene, ...
    Vielleicht mute ich dem Einparteisystem zu viel zu. Wer will schon zum Ziel setzen, sich selbst abzuschaffen.
    Vielleicht manche Politikberater oder auf manchen Foren kann man diese Ideen der Chinesischen Führung anbringen. Hat Karl mark nicht gesagt, dass die Komunistn das ziel hat, sich selbst abzuschaffen?

    • reven
    • 27.02.2011 um 22:06 Uhr

    Die Organistoren der Jasmin-Proteste fordern nach unabhängiger Rechtsprechung, mehr Rechtsstaatlichkeit und schritteweise Demokratisierung in China, also eine friedliche Transformation.Das wäre das Beste für China.
    Das ist auch das, was Liu Xiaobo und die Charta08 fordern.Ein gewaltiger Umsturz ist immer ein großes Risiko.Die chinesische Geschichte hat gelehrt, dass aus einem politischen Vakuum im Folge eines Umsturzes erst nach langer Zeit wieder Ordnung hergestellt werden kann.
    Und wie reagiert die KPCh-Regierung darauf?
    Sie lässt Liu Xiaobo zu 11 jahren haft verurteilen, verfolgt Bürgerrechtler, verweigert jeglichen Verzicht ihres Machtmonopols auf die Justiz und Armee, verschärft die Zensur und Medienkontrolle und unterdrückt die Jasmin-Proteste.Während sich die sozialen Probleme (z.B.Korruption und Vetternwirtschaft, Zwangsenteigenungen)mehr und mehr häufen, während die Spannungen zwischen Regierung und Volk Jahr zu Jahr zunehmen, hält die KPCh immer noch hartnäckig an ihrem absoluten Machtanspruch fest und
    verspielt somit die Zukunft des Landes.Sie kann dadurch die riesigen Probleme nicht entschärfen, sondern nur unterdrücken.Ein friedlicher Wandel rückt so in immer weitere Ferne, je länger die Probleme ungelöst bleiben, und je mehr sich die Probleme häufen.Das kann nicht im Interesse Chinas sein.

    • reven
    • 27.02.2011 um 22:11 Uhr

    Die KPCh-Führung kann sich vielleicht noch an die Qing-Dynastie erinnern.Auch in den letzten 30 jahren der Qing-Dynatie haben die Qing-Herrscher verschiedene Wirtschafts-und soziale Reformen durchgeführt und das Land modernisiert.Jedoch indem sich die Qing eine politische Reform verweigerten und an dem Machtmonopol der Mandschu Adliger festhielten, war eine Revolution letztendlich unausweichlich geworden.

    Viele hohe KPCh-Funktionäre sind sich den Risiken in China durchaus bewusst.Viele haben ihre Angehörigen, Frauen und Kinder und Liebhaberinnen längst ins Ausland gebracht.Auch ein Großteil der gehobene Mittelschicht kann kaum noch warten, nach Westen auszuwandern und sich ausländische Ausweise zu besorgen.Zurückgelassen werden am Ende vorallem jene Chinesen sein, die schon immer sozial benachteiligt sind, auf einem sinkenden Schiff.

    Ist das, was Sie sich für China wünschen?

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  • Quelle dpa
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