IrakkriegAngeblicher Chemie-Ingenieur narrte BND und Bush-Regierung

Die USA nutzten seine Informationen über Biowaffen, um den Irakkrieg zu begründen. Nun bekennt sich der BND-Informant Dschanabi der Lüge. Er habe Saddam stürzen wollen.

Ein irakischer Informant hat zugegeben, vor dem Irakkrieg falsche Angaben über die Existenz von Massenvernichtungswaffen in dem Land gemacht zu haben. "Vielleicht hatte ich Recht, vielleicht nicht", sagte Rafid Ahmed Alwan El Dschanabi der britischen Zeitung The Guardian. "Ich hatte die Chance, etwas zu fabrizieren, um das Regime zu stürzen", sagte der Iraker, der dem Bundesnachrichtendienst (BND) unter dem Codenamen "Curveball" Informationen über vermeintliche Biowaffen und geheime Anlagen geliefert hatte.

"Ich musste etwas für mein Land tun, also habe ich das gemacht, und ich bin zufrieden, denn jetzt gibt es im Irak keinen Diktator mehr", sagte Dschanabi. Den BND beschreibt er als "leichtgläubig". Der deutsche Geheimdienst habe ihm selbst dann noch Glauben geschenkt, als er im Jahr 2000 einer Lüge überführt worden war. Dschanabi hatte behauptet, es gebe irakische mobile Biowaffenanlagen.

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Der damalige US-Außenminister Colin Powell nutzte Dschanabis Angaben über die Biowaffen-Trucks in seiner Rede vor den Vereinten Nationen am 5.Februar 2003. Er beschrieb ihn als "Chemie-Ingenieur", der "eine der Anlagen beaufsichtigte".

Im Irakkrieg wurden mehr als 100.000 Zivilisten getötet. Zudem zerstörte er das politische Ansehen von Ex-US-Präsident George W. Bush, seines Verteidigungsministers Donald Rumsfeld und ihres Verbündeten, dem britischen Premierminister Tony Blair.

 
Leserkommentare
  1. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/vv

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    • joG
    • 16.02.2011 um 11:18 Uhr

    ...So sind die Schwierigkeiten mit Geheimdienstinformationen. Curveball ist ein gutes Beispiel. Seine Aussagen bestätigten die Annahmen und die Aussagen anderer Agenten. Sie schienen lange Zeit robust. Trotzdem waren sie falsch.

    Ein wenig peinlich ist jedoch, dass diese Information relativ stark dazu beitrug, dass man einmarschierte. Dass sie gerade von Schröders Leuten kam und diese verhinderten, dass die Amis mit Curveball zur Verifizierung direkt sprechen konnten ist pikant, beteuerte man in Berlin doch, man wolle den Krieg nicht.

    • joG
    • 16.02.2011 um 11:18 Uhr

    ...So sind die Schwierigkeiten mit Geheimdienstinformationen. Curveball ist ein gutes Beispiel. Seine Aussagen bestätigten die Annahmen und die Aussagen anderer Agenten. Sie schienen lange Zeit robust. Trotzdem waren sie falsch.

    Ein wenig peinlich ist jedoch, dass diese Information relativ stark dazu beitrug, dass man einmarschierte. Dass sie gerade von Schröders Leuten kam und diese verhinderten, dass die Amis mit Curveball zur Verifizierung direkt sprechen konnten ist pikant, beteuerte man in Berlin doch, man wolle den Krieg nicht.

  2. Schön, dass nun ein Sündenbock ausserhalb der Regierungen der USA, GB und deren Verbündeter gefunden worden ist, dem man die alleinige Schuld in die Schuhe schieben kann. (Das jedenfalls schein mir das Ziel dieses Spins zu sein.)

    Die Frage ist nun, selbst wenn man dieser Story glauben schenkt, ob BND und US-Regierung ihm tatsächlich glauben geschenkt haben, oder ob dieser (Des-)Informant lediglich als Ausrede herangezogen wurde, um das politische Ziel (Umsturz Husseins und damit Widergewinnung der Kontrolle über den Irak) endlich umsetzen zu können.

    Rechtlich dürfte dieser Spin jedenfalls nichts ändern, denn unbestätigte Deffamierungen sind keine völkerrechtliche Grundlage für einen Krieg, für den es nie eine Legitimation gab und für den sich bis dato noch niemand verantworten mußte (sieht man von den scheinheiligen und ergebnislosen Befragungen Blairs ab).

    10 Leserempfehlungen
  3. Bei den Massenmördern und Wirtschaftskriminellen Bush/Rumsfeld/Blair von Ansehen zu sprechen ist echt ein Hohn.
    Das der BND nicht weiss wo es lang, können Sie ständig lesen. Die erhalten Ihre einzig verwertbaren Infos vom Mossad oder anderen Geheimdiensten, peinliche Truppe

    Eine Leserempfehlung
  4. Gab es nicht schon vor den Krieg berichter darüber das der informant extrem gegen Sadam eingestellt ssein und so womöglich die Falsche Wahrheit leifer könnte.

    Naja machen wir uns mal nichts vor. Er hat den Irak Krieg nicht ausgelöst. Man hätte sonst nur nach weiteren informanten gesucht bis man einen Gefunden hätter der das so Ertzählt wie man es brauchte. Sämtliche prüfungen duchr die UN hat man ja auch als Nutzlos abgelehnt und deren Berichte als Falsch gekenzeichnet weil sie nichts gefunden haben.

    Man Suchte nach einen Grund für den Krieg und da waren Bio-Waffen nun mal gantz toll nach den die Geschichte mit den Nuklearwaffen bei der UN eher lachkrämpfe wenger der schlech gefälschen Dokumente ausgelöst hatte.

    SO hatte man jemanden der sagte Sadm ist böse, das wollte man hören, also zog man in den Krieg.

    Also nimmt ihn jetzt nicht zu ernst oder sagt gar er hätte den Krieg ausgelöst. Der Auslöser war der 9/11 nach dem Bush Beweise verlangte um Sadam damit in Verbindung zu bringen. Von da an wollte man den Kieg und suchte nur noch nach Gründen der WElt das zu erklären.

    Warscheinlich wusten die Geheimdienste das er lügt, aber man brauchte halt die information weil man nichts besseres gefunden hatte. Und es hat ja Geklapt wie man gesehen hat.

    2 Leserempfehlungen
  5. ern lebt jetzt bestimmt im Irak mit Freuden und geniesst das, was er für sein Land tun musste.

  6. Als ob man den Irak angeriffen hat, weil irgentein Chemiker angeblich Biowaffen gesehen hat ;)

    Es war völlig egal ob es Gründe dafür gab oder nicht. Der Irak musste angegriffen werden weil Saddam zu unbequem wurde. Der wollte doch tatsächlich sein Öl in EURO handeln!

    Merke: Es gibt eigentlich nie einen trifftigen Grund ein Land anzugreifen. Gründe will nur die Bevölkerung des Angreifers um ein gutes Gewissen zu haben. Wie man ihnen dieses gute Gewissen verschafft ist erstmal nebensächlich. Im Irak waren es eben Massenvernichtungwaffen.

    4 Leserempfehlungen
  7. ...in DenHaag vor Gericht stellen?
    Gibt es ein Gesetz mit dem man ihm verurteilen kann?
    Oder passiert wieder nichts, wie bei seinen Auftraggebern?

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    • joG
    • 16.02.2011 um 11:18 Uhr

    ...So sind die Schwierigkeiten mit Geheimdienstinformationen. Curveball ist ein gutes Beispiel. Seine Aussagen bestätigten die Annahmen und die Aussagen anderer Agenten. Sie schienen lange Zeit robust. Trotzdem waren sie falsch.

    Ein wenig peinlich ist jedoch, dass diese Information relativ stark dazu beitrug, dass man einmarschierte. Dass sie gerade von Schröders Leuten kam und diese verhinderten, dass die Amis mit Curveball zur Verifizierung direkt sprechen konnten ist pikant, beteuerte man in Berlin doch, man wolle den Krieg nicht.

    Antwort auf "gemeinheit!"
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    Schröders Leute?

    Wäre schön wenn Sie das belegen könnten, weil ich dann noch einen Grund mehr hätte Schröder zu verurteilen. Ich fürchte

    Schröders Leute?

    Wäre schön wenn Sie das belegen könnten, weil ich dann noch einen Grund mehr hätte Schröder zu verurteilen. Ich fürchte

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