Tunesien Warum wir tunesische Oliven brauchen

Wenn sich die wirtschaftliche Lage in Tunesien nicht bessert, wird die Demokratie keine Chance haben. Die EU muss die Wirtschaft fördern, kommentiert Steffen Richter.

Ein tunesischer Bauer mit seiner Herde

Ein tunesischer Bauer mit seiner Herde

Die Außenpolitiker Deutschlands und der EU wollen beim Demokratieaufbau helfen. Erst in Tunesien und nun in Kairo. Gerade erst versprach Außenminister Guido Westerwelle in Tunis deutsche Hilfe auf dem weiteren Weg zur Demokratie. Das Land könne zum "Vorbild für die gesamte Region" werden. Auf Westerwelle folgt am Montag die Chefdiplomatin der EU, Catherine Ashton. Auch sie wird Hilfe anbieten.

Europa hat durch die Wende von 1989 reichlich Erfahrungen. Es weiß, wie zivilgesellschaftliche Strukturen aufzubauen und Parteien zu gründen sind. Es kann staatsrechtlichen Rat geben, wenn es darum geht, eine moderne Verfassung zu schreiben. Das alles ist wichtig – und wird nicht ausreichen.

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Denn trotz des Umbruchs kommen auf der süditalienischen Insel Lampedusa gerade viele Flüchtlinge an. 5000 Tunesier sind in wenigen Tagen dort gelandet. Sie fliehen vor der harten ökonomischen Realität des Wandels. Es waren ja nicht nur die politische Unterdrückung und die Kleptokratie des Ben-Ali-Regimes, die zum Sturz des Diktators führten. Es waren auch die hohe Arbeitslosigkeit unter den zum Teil exzellent ausgebildeten jungen Menschen und die steigenden Lebensmittelpreise, die die Menschen auf die Straße trieben. Jetzt nutzen sie die Chance, endlich Richtung Europa ausreisen zu können, um dort zu arbeiten.

Wenn es den Menschen materiell schlecht geht, ist ihnen egal, wer zu Hause regiert. Deshalb braucht Tunesien so bald als möglich eine gesunde ökonomische Grundlage, um stabile politische Strukturen aufzubauen. Eine schlechte sozialwirtschaftliche Lage könnte sonst das Modell Demokratie diskreditieren. Im schlimmsten Fall könnten radikale Muslime vom Schlage der Hamas von einer anhaltenden ökonomischen Misere profitieren.

Dublin II.

Die Verordnung der Europäischen Union aus dem Jahr 2003 besagt, dass Asylbewerber bis zur Prüfung ihrer Anträge in dem EU-Land bleiben und versorgt werden müssen, in dem sie zuerst europäischen Boden betreten haben. Dahinter steht, dass jeder Asylsuchende nur einen Antrag innerhalb der Mitgliedstaaten stellen soll. Für den Fall, dass einzelne Länder mit der Aufnahme von Flüchtlingen überfordert sind, hat die EU-Kommission in Brüssel vorgeschlagen, die Dublin-II-Verordnung temporär auszusetzen. Das Gros der EU-Staaten lehnt das mit dem Argument ab, damit würde Asylmissbrauch begünstigt.

Frontex

Zum Schutz der EU-Außengrenze wurde 2004 die Agentur Frontex gegründet. Um im Mittelmeer die illegale Einwanderung nach Europa zu verhindern, dirigiert Frontex nationale Einsatzkräfte bei der Küstenüberwachung. Flüchtlingsboote werden abgefangen und in die Gewässer afrikanischer Staaten eskortiert. Stellt ein EU-Land ein Hilfsgesuch, kann Frontex für den Einsatz eine Truppe von Grenzbeamten aus den Mitgliedstaaten zusammenstellen. 2010 verringerte sich durch den Einsatz von Frontex-Grenzschützern in Griechenland der Flüchtlingsstrom über die türkische Grenze erheblich.

Lampedusa

Die italienische Mittelmeerinsel liegt zwischen Tunesien und Italien. 200 Kilometer von Sizilien und nur 110 Kilometer von der Ostküste Tunesiens entfernt, ist sie ein auch noch mit kleinen Booten vergleichsweise leicht zu erreichendes Ziel für Flüchtlinge, die über Afrika kommen. Innerhalb weniger Tage sind jetzt 5000 Flüchtlinge aus Tunesien auf Lampedusa angekommen. Die nur 20 Quadratkilometer große Insel zählt selbst 4500 Einwohner. Die Weiterleitung der Flüchtlinge in andere EU-Staaten ist nach dem Dublin-II-Abkommen nicht möglich. Die Ankunft weiterer Flüchtlinge soll durch einen Einsatz der EU-Grenzagentur Frontex verhindert werden.

Will Europa den Übergang Tunesiens – und weiterer arabischer Länder – in die Demokratie unterstützen, muss es sich also genauso intensiv mit dem grauen Alltag der Daseinsvorsorge beschäftigen, wie mit hehren zivilgesellschaftlichen und politischen Zielen.

Als erste Maßnahmen könnte sich Berlin beispielsweise dafür einsetzen, dass die Visa-Regeln für Tunesier in der EU gelockert und dass Handelshemmnisse für Agrarprodukte aus ihrer Heimat erleichtert werden. Die Bundesregierung könnte zudem Hermes-Bürgschaften, die staatlichen Exportkreditgarantien für deutsche Unternehmen, vereinfachen. 

Der deutsche Außenminister hat in Tunis schon (ganz leise) den Export landwirtschaftlicher Produkte von dort nach Europa erwähnt. Nur versprechen konnte er nichts, denn Länder wie Spanien und Frankreich werden sich gegen die Konkurrenzprodukte aus dem Süden wehren. Weshalb es an Berlin wäre, seinen EU-Nachbarn dabei zu helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Freiheit und Demokratie eine Chance zu geben, auf beiden Seiten des Mittelmeeres.

 
Leser-Kommentare
  1. "Länder wie Spanien und Frankreich werden sich gegen die Konkurrenzprodukte aus dem Süden wehren."

    Ausgerechnet Spanien, das in der Vergangenheit viel Erfahrung mit Flüchtlingen gemacht hat, wehrt sich dagegen das Problem bei der Wurzel anzupacken.
    Da kriegt man eine Wut...
    Ich kann dem Artikel nur zustimmen, die EU sollte mal endlich von ihrer Zoll-Politik abrücken und die Freihandelspolitik durchführen der sie sich angeblich verschrieben hat.
    Und diejenigen die Angst vor der Konkurrenz haben sollten mal an eines der obersten Prinzipien der "freien" Marktwirtschaft denken: Qualitätssteigerung, statt Paragraphenreiterei zum Schutz der eigenen schlechten Produkte.

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    Das mit dem Freihandel ist nicht so ganz einfach, denke ich.

    Wenn sich die Standarts und die Vorschriften zweier Länder unterscheiden, kann das eine Land mit dem anderen nicht mithalten. Ich denke an Naturschutz oder Einsatz von Chemikalien.

    Beispiel: Leder kann man so oder so gerben, umweltschädlich oder umweltverträglicher. Wie soll es anders sein, das umweltschädliche Verfahren ist billiger.

    Lässt man also Freihandel ohne Beschränkung zu, sind wir mit schuldig, wenn in anderen Ländern Flüsse verseucht werden.(China)

    • dacapo
    • 14.02.2011 um 19:50 Uhr

    Und wo soll Spanien sein vieles Olivenöl verkaufen, nur mal zur Diskussion gestellt. Alle Bäume fällen? Mal ganz abgesehen davon, werden die Olivenbäume in Spanien weniger künstlich bewässert. Tunesien hat sehr viel an Infrastruktur nachzuholen, da gibt es über zehn Jahre sehr viel Arbeit. Um landwirtschaftliche Erzeugnisse wirtschaftlich und wassersparsam zu erzeugen braucht es auch noch viel Infrastruktur. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet sind nordafrikanische Länder nicht so geeignet für die Landwirtschaft. Es muss generell künstlich bewässert werden.

    • Cando
    • 15.02.2011 um 10:35 Uhr

    Der Freihandel ist als Vertragsziel in den Unionsverträgen in Form des "gemeinsamen Binnenmarktes" vorgeschrieben. Dieser bezieht sich jedoch ausschließlich auf das Territorium der Europäischen Union - nicht aber auf außereuropäische Drittstaaten wie Tunesien. Die Union ist dementsprechend eben nicht diesem schrankenlosen Freihandel verschrieben: Die Marktfreiheiten gelten ausdrücklich nicht für Drittstaaten.

    Das kann man ohne schlechtes Gewissen als Protektionismus bezeichnen, ist aber ein maßgeblicher Pfeiler unseres Wohlstands in Europa.

    Was den Artikel anbelangt: Sind wir durch Afghanistan nicht mittlerweile belehrt worden, dass man sich eine Demokratie nicht kaufen kann? Tunesische Oliven kaufen und dafür Demokratie in Tunesien schaffen. Wäre es doch nur so einfach...

    Das mit dem Freihandel ist nicht so ganz einfach, denke ich.

    Wenn sich die Standarts und die Vorschriften zweier Länder unterscheiden, kann das eine Land mit dem anderen nicht mithalten. Ich denke an Naturschutz oder Einsatz von Chemikalien.

    Beispiel: Leder kann man so oder so gerben, umweltschädlich oder umweltverträglicher. Wie soll es anders sein, das umweltschädliche Verfahren ist billiger.

    Lässt man also Freihandel ohne Beschränkung zu, sind wir mit schuldig, wenn in anderen Ländern Flüsse verseucht werden.(China)

    • dacapo
    • 14.02.2011 um 19:50 Uhr

    Und wo soll Spanien sein vieles Olivenöl verkaufen, nur mal zur Diskussion gestellt. Alle Bäume fällen? Mal ganz abgesehen davon, werden die Olivenbäume in Spanien weniger künstlich bewässert. Tunesien hat sehr viel an Infrastruktur nachzuholen, da gibt es über zehn Jahre sehr viel Arbeit. Um landwirtschaftliche Erzeugnisse wirtschaftlich und wassersparsam zu erzeugen braucht es auch noch viel Infrastruktur. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet sind nordafrikanische Länder nicht so geeignet für die Landwirtschaft. Es muss generell künstlich bewässert werden.

    • Cando
    • 15.02.2011 um 10:35 Uhr

    Der Freihandel ist als Vertragsziel in den Unionsverträgen in Form des "gemeinsamen Binnenmarktes" vorgeschrieben. Dieser bezieht sich jedoch ausschließlich auf das Territorium der Europäischen Union - nicht aber auf außereuropäische Drittstaaten wie Tunesien. Die Union ist dementsprechend eben nicht diesem schrankenlosen Freihandel verschrieben: Die Marktfreiheiten gelten ausdrücklich nicht für Drittstaaten.

    Das kann man ohne schlechtes Gewissen als Protektionismus bezeichnen, ist aber ein maßgeblicher Pfeiler unseres Wohlstands in Europa.

    Was den Artikel anbelangt: Sind wir durch Afghanistan nicht mittlerweile belehrt worden, dass man sich eine Demokratie nicht kaufen kann? Tunesische Oliven kaufen und dafür Demokratie in Tunesien schaffen. Wäre es doch nur so einfach...

  2. Helfen beim Demokratieaufbau?
    Viel besser wäre es hier die fehlenden Arbeitsplätze zu schaffen
    die ja erst das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
    Italien verspürt bereits die Folgen der unkontrollierten Zuwanderung aus en Maghreb Staaten wie: Algerien, Mauretanien, Marokko, Libyen und Tunesien und andere frikanischen Länder werden folgen.

    Eine gute Diktatur ist noch besser als eine schlechte Demokratie.
    Leider war sie in Tunesien korrumpiert.

  3. solange die billigsten Agrarprodukte auf den afrikanischen Agrarmarkten in Afrika - z.B. Dakar - aus Europa kommen, solange werden auch Flüchtlinge den Weg nach Europa suchen.
    Und Tunesien ist da nur ein kleines Land. Europa bezahlt diese verfehlte Politik mehrfach

    1. Steuergelder für Exportsubventionen der Überschüsse
    2. Die Verbraucher zahlen mehr für Nahrungsmittel (nicht nur Oliven...)
    3. Die Verwaltung des Flüchtlingsproblems ist keineswegs
    umsonst
    4. Wer glaubt noch an die hehren Worte der Politiker zum Thema Freihandel und Entwicklung
    5. Solange das Problem nicht gelöst wird, wird es grösser
    und damit immer schwieriger zu lösen.

  4. und in einem autokratisch regierten Land kann man auf materieller Ebene durchaus besser leben als in einem, wo man alle vier Jahre sein Kreuzchen machen darf. China zum Beispiel, Singapur oder Taiwan unter Chiang Kai-shek.

    Andererseits schützt das Kreuzchenmachen nicht vor wirtschaftlichem Niedergang, siehe Griechenland, USA oder Großbritannien.

    Was haben die zig Milliarden Entwicklungshilfe, die in den letzten Jahrzehnten in Afrika versickert sind, denn nun bewirkt?

    Woher nehmen unsere EU-Politiker den Optimismus, dass sich durch weitere EU-Milliarden in absehbarer Zeit in Afrika Staaten entwickeln können, die auch nur annähernd das materielle Niveau Rumäniens oder Serbiens erreichen?

    Tunesische Olivien sind schön und gut, aber was nutzt die tunesische oder marokkanische Olivenernte des Jahres 2034 den den potentiellen Armutsmigranten in Kairo, Nairobi, Algier oder Kabul jetzt?

    In Europa geht zusehends ein Staat nach dem anderen wirtschaftlich den Bach runter, allen Rettungsschirmen und politischen Durchhalteparolen zum Trotz. Die sozialromantischen Spendierhosenzeiten sind längst vorbei. Wir können auf Dauer nicht einmal unseren eigenen gewohnten Lebensstandard halten, geschweige, dass wir langfristig die Mittel hätten, jedem, der das Schleusergeld aufbringen kann, ein warmes Plätzchen in der sozialen Hängematte zu garantieren.

    Reicht ja schon, wenn immer mehr Europäer durch die löchrigen Maschen der Matte fallen.

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    Bitte wo sehen Sie in China Wohlstand? In den großen Metropolen vielleicht, ja. Aber wenn man sich mal auf dem Land umschaut oder in den zahlreichen Fabriken, in denen die Billig-Güter für den europäischen und nordamerikanischen Markt produziert werden, sieht das ganz anders aus und ich behaupte mal, dass der Menschenanteil dort wohl größer ist.
    Zudem ist materieller Wohlstand nicht alles, was ein Mensch braucht um gut leben zu können. Ich für meinen Teil habe lieber die Möglichkeit alle paar Jahre "Kreuzchen zu machen", wie Sie es nennen, und nehme dafür gern auch etwas geringeren Wohlstand in Kauf.
    Das im Artikel angesprochene Problem halte ich allerdings für durchaus schwerwiegend. Denn Menschen, die in ihrem Leben absolut keine Perspektive sehen, tendieren leider dazu radikalen populistischen Gruppen ihre Stimme zu geben, womit wohl in Tunesien niemandem gedient wäre.
    Und zu Ihrer Frage nach der Entwicklungshilfe: In einer Demokratie gibt es (im Idealfall) keine Korruption und damit würde zukünftige Entwicklungshilfe in einem demokratisierten Land auch nicht "versickern" wie in einer Diktatur. Schlimm ist eher, dass die Entwicklungshilfe in der Vergangenheit scheinbar an zu wenige Bedingungen geknüpft war, bis dann jetzt plötzlich der große Aufschrei kam (siehe auch der Artikel "Huch, ein Unrechtsstaat http://www.zeit.de/kultur...) Hoffentlich werden daraus mal Lehren gezogen für den zukünftigen Umgang mit Staaten in ähnlicher Lage.

    Bitte wo sehen Sie in China Wohlstand? In den großen Metropolen vielleicht, ja. Aber wenn man sich mal auf dem Land umschaut oder in den zahlreichen Fabriken, in denen die Billig-Güter für den europäischen und nordamerikanischen Markt produziert werden, sieht das ganz anders aus und ich behaupte mal, dass der Menschenanteil dort wohl größer ist.
    Zudem ist materieller Wohlstand nicht alles, was ein Mensch braucht um gut leben zu können. Ich für meinen Teil habe lieber die Möglichkeit alle paar Jahre "Kreuzchen zu machen", wie Sie es nennen, und nehme dafür gern auch etwas geringeren Wohlstand in Kauf.
    Das im Artikel angesprochene Problem halte ich allerdings für durchaus schwerwiegend. Denn Menschen, die in ihrem Leben absolut keine Perspektive sehen, tendieren leider dazu radikalen populistischen Gruppen ihre Stimme zu geben, womit wohl in Tunesien niemandem gedient wäre.
    Und zu Ihrer Frage nach der Entwicklungshilfe: In einer Demokratie gibt es (im Idealfall) keine Korruption und damit würde zukünftige Entwicklungshilfe in einem demokratisierten Land auch nicht "versickern" wie in einer Diktatur. Schlimm ist eher, dass die Entwicklungshilfe in der Vergangenheit scheinbar an zu wenige Bedingungen geknüpft war, bis dann jetzt plötzlich der große Aufschrei kam (siehe auch der Artikel "Huch, ein Unrechtsstaat http://www.zeit.de/kultur...) Hoffentlich werden daraus mal Lehren gezogen für den zukünftigen Umgang mit Staaten in ähnlicher Lage.

  5. Das mit dem Freihandel ist nicht so ganz einfach, denke ich.

    Wenn sich die Standarts und die Vorschriften zweier Länder unterscheiden, kann das eine Land mit dem anderen nicht mithalten. Ich denke an Naturschutz oder Einsatz von Chemikalien.

    Beispiel: Leder kann man so oder so gerben, umweltschädlich oder umweltverträglicher. Wie soll es anders sein, das umweltschädliche Verfahren ist billiger.

    Lässt man also Freihandel ohne Beschränkung zu, sind wir mit schuldig, wenn in anderen Ländern Flüsse verseucht werden.(China)

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    • chamsi
    • 14.02.2011 um 18:21 Uhr

    und ich beobachte seit einiger Zeit, dass
    ein immer größerer Anteil von Bioobst und Gemüse,
    Feigen, Datteln, Nüssen zum Beispiel aus der
    Türkei kommen.
    Biolandwirtschaft ist personalintensiver,
    erzielt aber auch höhere Preise.
    Bei den relativ geringen Arbeitskosten in
    Nordafrika spräche so einiges für eine EUFörderung
    dieses Bereiches.

    • chamsi
    • 14.02.2011 um 18:21 Uhr

    und ich beobachte seit einiger Zeit, dass
    ein immer größerer Anteil von Bioobst und Gemüse,
    Feigen, Datteln, Nüssen zum Beispiel aus der
    Türkei kommen.
    Biolandwirtschaft ist personalintensiver,
    erzielt aber auch höhere Preise.
    Bei den relativ geringen Arbeitskosten in
    Nordafrika spräche so einiges für eine EUFörderung
    dieses Bereiches.

  6. > Jetzt nutzen sie die Chance, endlich Richtung Europa ausreisen zu können, um dort zu arbeiten. <

    Wer hat wem eine Chance gegeben? Welche Ausbildung haben die 5000 Tunesier auf der Insel Lampedusa? Wie kommt der Autor zur Folgerung, dass sie in Europa eine Stelle finden werden? Wie kommt er zu der Annahme, dass es sich um teilweise exzellent ausgebildete junge Menschen handelt?

    Alles Fragen auf die der Artikel keine Antworten liefert.

    14 Leser-Empfehlungen
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    zum Thema Einwanderung für ziemlich beschränkt aber der Artikel ist wirklich nicht einleuchtend.

    Warum sollen die vermeintlich exzellent ausgebildete Tunesier nach Europa einreisen anstatt in diesem historischen Moment in Tunesien Aufbauarbeit zu leisten? Was Tunesien jetzt vor allem braucht das ist nicht die EU oder die USA, sondern das sind kompetente und motivierte Tunesier! Ich finde das ist jetzt wirklich der schlechteste Zeitpunkt um sich in Tunesien vom Acker zu machen.

    Was mir auch noch nicht ganz klar ist warum der Autor meint, dass die vermeintlich exzellent ausgebildete Tunesier sich ausgerechnet als Olivenverkäufer verdingen sollen, anstatt ihre exzellente Ausbildung zu nutzen, da fehlt im Artikel irgendwie der rote Faden.

    zum Thema Einwanderung für ziemlich beschränkt aber der Artikel ist wirklich nicht einleuchtend.

    Warum sollen die vermeintlich exzellent ausgebildete Tunesier nach Europa einreisen anstatt in diesem historischen Moment in Tunesien Aufbauarbeit zu leisten? Was Tunesien jetzt vor allem braucht das ist nicht die EU oder die USA, sondern das sind kompetente und motivierte Tunesier! Ich finde das ist jetzt wirklich der schlechteste Zeitpunkt um sich in Tunesien vom Acker zu machen.

    Was mir auch noch nicht ganz klar ist warum der Autor meint, dass die vermeintlich exzellent ausgebildete Tunesier sich ausgerechnet als Olivenverkäufer verdingen sollen, anstatt ihre exzellente Ausbildung zu nutzen, da fehlt im Artikel irgendwie der rote Faden.

  7. [Europa hat durch die Wende von 1989 reichlich Erfahrungen.]

    Diesbezüglich geht es auch den Bürgern Europas immer schlechter und schlechter.

    Materiell hat sich zwar viel verbessert, aber geistig ist hier jeder weitaus mehr angespannt als vor der sog. Wende.

    [Es weiß, wie zivilgesellschaftliche Strukturen aufzubauen und Parteien zu gründen sind.]

    Bitte? Unsere Etablierten wissen doch nur, wie man die anderen neuen Parteien schlechtredet. Das sie aber selbst Müll produzieren, sehen sie nicht (Thema: Alternativlos).

    [Es kann staatsrechtlichen Rat geben, wenn es darum geht, eine moderne Verfassung zu schreiben.]

    Auch hier sollten unsere Politiker davor abgehalten werden. Wir müssen mit denen leider leben, aber diesbezüglich müssen wir zum Wohle aller vor ihnen schützen.

    Wie hier mit Verfassungen umgegangen wird und wie die Gesetze hier gemacht werden, befürchte ich, dass sie es lieber alleine für sich regeln sollten. Unsere Politiker würden ehe nur zu ihrem eigenem Vorteil die Gesetze vorschreiben (natürlich unter der Rubrik "Rat").

  8. Ja, Europa muss die Handelsbeschränkungen mit den arabischen und afrikanischen Ländern aufheben. Aber der Export tunesischer Oliven bringt Tunesien reichlich wenig. 18 Prozent der Tunesier sind heute noch in der Landwirtschaft beschäftigt (mit abnehmender Tendenz). Nein, Tunesien - und auch andere in der Entwicklung stehende Staaten mit einem hohen Bevölkerungswachstum können nur durch massiven Ausbau der Industrie den Anschluss an die Weltwirtschaft gewinnen.

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    • Zeugma
    • 15.02.2011 um 8:17 Uhr

    Naja, nachgeholte Industrialisierung als Allheilmittel ... sorry, aber das klingt nach der typischen Nachkriegsnaivität bzgl. "Entwicklungshilfe".

    Klar, es müssen nur alle armen Länder der Welt ordentlich Industrieprodukte herstellen, dann klappt es von selbst.
    Der Trend global geht zum Viertwagen und alle zwei jahre ein neuer "Made in Africa".

    Gott sei Dank schwimmt die Erde ja auf einem sich selbst nachfüllenden Ölsee und auch andere Ressourcen sind unbegrenzt vorhanden.

    Packen wir's an. Es sit so einfach ...

    Zweifel?

    in den 90 jahren besass Ich ein haus naehe sfax und wunderte mich ueber Das seltsame Kleine tankschiff meines olivenanbauenden nachbarn, Das woechentlich voll olivenoel nachts auslief . Auf meine nachfrage sagte er mir: Ich fahre ein mal woechentlich nach sizilien, verkaufe Das oel an einen freund, der es als eigenproduktion dann von der eu subventionieren last. Ein gutes geschaeft fuer beide seiten. Von Diesen Kleinen olivenoel tankern gibt Es. hunderte
    Soviel nur eu subvention.
    Der betrug laeuft schon viele jahre routinemaessig so.

    • Zeugma
    • 15.02.2011 um 8:17 Uhr

    Naja, nachgeholte Industrialisierung als Allheilmittel ... sorry, aber das klingt nach der typischen Nachkriegsnaivität bzgl. "Entwicklungshilfe".

    Klar, es müssen nur alle armen Länder der Welt ordentlich Industrieprodukte herstellen, dann klappt es von selbst.
    Der Trend global geht zum Viertwagen und alle zwei jahre ein neuer "Made in Africa".

    Gott sei Dank schwimmt die Erde ja auf einem sich selbst nachfüllenden Ölsee und auch andere Ressourcen sind unbegrenzt vorhanden.

    Packen wir's an. Es sit so einfach ...

    Zweifel?

    in den 90 jahren besass Ich ein haus naehe sfax und wunderte mich ueber Das seltsame Kleine tankschiff meines olivenanbauenden nachbarn, Das woechentlich voll olivenoel nachts auslief . Auf meine nachfrage sagte er mir: Ich fahre ein mal woechentlich nach sizilien, verkaufe Das oel an einen freund, der es als eigenproduktion dann von der eu subventionieren last. Ein gutes geschaeft fuer beide seiten. Von Diesen Kleinen olivenoel tankern gibt Es. hunderte
    Soviel nur eu subvention.
    Der betrug laeuft schon viele jahre routinemaessig so.

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