US-Schulden Amerika ist fast wie Griechenland
Die US-Schulden wachsen dramatisch. Doch Demokraten wie Republikaner schweigen über die notwendigen Sparmaßnahmen, denn 2012 wird gewählt.
© Stephen Chernin/Getty Images

Die Schuldenuhr in New York in einer Aufnahme von 2004 - mit seinerzeit noch vergleichsweise niedrigem Stand
Sind die USA noch zu retten? Ein Drittel der laufenden Ausgaben kann das Land nur durch Aufnahme neuer Schulden decken. Die Gesamtverschuldung durchbricht gerade die Schallmauer der kompletten Wertschöpfung eines Jahres. 14.300.000.000.000 Dollar. Amiland ist abgebrannt. Es ist das neue Griechenland – nur viel schlimmer.
Erstens sind die USA die größte Volkswirtschaft der Erde, mit weitem Abstand vor der neuen Nummer zwei, China. Zweitens hängt die wichtigste Weltwährung, der Dollar, von der Seriosität amerikanischer Finanzpolitik ab. Drittens war die Finanzkrise nur der Auslöser; die Probleme enden nicht, wenn die Konjunktur anspringt. Die Ursachen sind vielmehr struktureller Natur, auch die US-Bevölkerung altert, die staatlichen Zuschüsse zu den Sicherungssystemen explodieren. Viertens muss die Rettung von innen kommen. Im Fall Griechenlands hatten die Euro-Partner Druckmittel: Sie machten ihre Hilfe abhängig von Athens Selbstdisziplin. Es gibt keine Autorität, die die USA in ähnlicher Weise auf den Pfad der Tugend zurückzwingen kann.
In Washington jedoch tun beide Lager, der demokratische Präsident und die republikanische Kongressmehrheit, derzeit alles, um den Ernst der Lage zu verschleiern. Sie überschütten die Öffentlichkeit mit Sparplänen und Rettungsstrategien. Die entpuppen sich bei näherem Hinsehen als Tricksereien und spitzbübische Beispiele kreativer Buchführung. Obama gaukelt dem Volk vor, er könne die Neuverschuldung bis 2021 auf drei Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) und die Gesamtschulden auf 77 Prozent des BIP zurückfahren. Das entspräche nahezu den Stabilitätskriterien für die Euro-Zone. Die Rechnung beruht freilich auf der Annahme, dass die USA in jedem der nächsten zehn Jahre 3,9 Prozent Wachstum erreichen und die Arbeitslosenrate entsprechend sinkt. Wer mag das glauben?
Die Republikaner wiederum behaupten, man müsse nur die "Verschwendung" bei Sozialausgaben und Auslandshilfe beenden, dann werde alles gut. Sie halten auch an der Illusion fest, der Staat könne seine Finanzen ohne neue Einnahmen in Ordnung bringen.
Der Grund für diese Märchenstunden: 2012 wird gewählt. Keine Seite möchte der anderen eine Vorlage für deren mutmaßliche Wahlkampfstrategie liefern. Die Republikaner wollen Obama als "Sozialisten" präsentieren, der zu viele Aufgaben dem Staat übertrage und sich dann nicht anders zu helfen wisse, als die Steuern zu erhöhen. Und Obama hält sich mit konkreten Vorschlägen bedeckt, um die Konservativen in eine Zwickmühle zu zwingen: Sie sollen entweder als erste ihre Sparpläne offenlegen, damit sie der Zorn der Bürger trifft. Oder sie müssen, um das zu vermeiden, die Entscheidung zu höheren Schulden mittragen.
Beide Lager wissen, was nötig wäre: Ein höheres Renteneinstiegsalter, Kürzungen beim Militär, bei der Grundrente (Sozial Security) und der kostenlosen Gesundheitsversorgung der Senioren (Medicare) sowie höhere Steuern auf Einkommen und Energieträger. Den Bürgern machen die hohen Schulden Angst. Sie verlangen Einsparungen, freilich nur im Allgemeinen. Sobald es konkret wird, regt sich Widerstand. Mit so vielen Schwindeleien kann man – vielleicht – Wahlen gewinnen, nicht aber die USA vor der Pleite retten.
- Datum 15.02.2011 - 19:11 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
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Was würden wir nur ohne den Tagespitzel machen ... gelassener bleiben!
dass die Vereinigten Staaten eine Sozial Security haben...;)
Nicht? Security ist doch das Wort Nummer 1 in Amiland :) Nur vor ihren eigenen Wirtschaftsverbrechern können/wollen sie sich nicht schützen... ;)
Nicht? Security ist doch das Wort Nummer 1 in Amiland :) Nur vor ihren eigenen Wirtschaftsverbrechern können/wollen sie sich nicht schützen... ;)
...nicht genüßlich zusehen, wenn der "Weltenherrscher" über die Klinge springt?
wenn die Amerikaner keine Konsumgüter mehr kaufen (weil sie damit beschäftigt sind Arbeit zu finden und ihre Schulden zurückzuzahlen), werden die Schwellenländer keine deutschen Investitionsgüter mehr benötigen.
Also ums mal deutlich zu sagen, finde ich diese Art von Schadenfreude schon ziemlich abstoßend. Es mag ja sein, dass die Regierungen der USA nicht immer nach besten moralischen Maßstäben handeln aber welche Regierung tut das schon. Es mag ja sein, dass grade die militärischen Interventionen (an denen übrigens alle westeuropäischen Staaten beteiligt) viel Schmerz und Leid in der Welt verursachen. All dies ist aber kein Grund sich darüber zu freuen wenn normale Menschen dort in Arbeitslosigkeit geraten und dort die Armut steigt. Es sind nämlich nie die Entscheidungsträger die unter sowas zu leiden haben. Soviel zu der moralischen Seite bei solcher Häme.
Rein vernunftmäßig ist es wohl kaum in deutschem Interesse die USA wirtschaftlich/gesellschaftlich fallen zu sehen. Erstens, ist das einer unserer wichtigsten Absatzmärkte. Zweitens haben wir fleißigen Deutschen auch einen großen Teil unserer Ersparnisse in den USA investiert (man könnte sagen, weil wir uns so sehr am Exportüberschuss aufgegeilt haben, wussten wir nicht was wir mit den dollars anfangen sollen und haben sie einfach dort wieder investiert und dort die Finanzblasen mit aufgebaut.)
Und zum letzen sind wir ja auch mit den USA im selben militärischen Boot. Wir sind die unter den treuesten Verbündeten der USA. Und wenn der Hegemon fällt, was passiert dann mit den Hofschranzen, die sich immer im Schatten des Hegemon bereichert haben?
wenn die Amerikaner keine Konsumgüter mehr kaufen (weil sie damit beschäftigt sind Arbeit zu finden und ihre Schulden zurückzuzahlen), werden die Schwellenländer keine deutschen Investitionsgüter mehr benötigen.
Also ums mal deutlich zu sagen, finde ich diese Art von Schadenfreude schon ziemlich abstoßend. Es mag ja sein, dass die Regierungen der USA nicht immer nach besten moralischen Maßstäben handeln aber welche Regierung tut das schon. Es mag ja sein, dass grade die militärischen Interventionen (an denen übrigens alle westeuropäischen Staaten beteiligt) viel Schmerz und Leid in der Welt verursachen. All dies ist aber kein Grund sich darüber zu freuen wenn normale Menschen dort in Arbeitslosigkeit geraten und dort die Armut steigt. Es sind nämlich nie die Entscheidungsträger die unter sowas zu leiden haben. Soviel zu der moralischen Seite bei solcher Häme.
Rein vernunftmäßig ist es wohl kaum in deutschem Interesse die USA wirtschaftlich/gesellschaftlich fallen zu sehen. Erstens, ist das einer unserer wichtigsten Absatzmärkte. Zweitens haben wir fleißigen Deutschen auch einen großen Teil unserer Ersparnisse in den USA investiert (man könnte sagen, weil wir uns so sehr am Exportüberschuss aufgegeilt haben, wussten wir nicht was wir mit den dollars anfangen sollen und haben sie einfach dort wieder investiert und dort die Finanzblasen mit aufgebaut.)
Und zum letzen sind wir ja auch mit den USA im selben militärischen Boot. Wir sind die unter den treuesten Verbündeten der USA. Und wenn der Hegemon fällt, was passiert dann mit den Hofschranzen, die sich immer im Schatten des Hegemon bereichert haben?
Ich kauf mir von meinen Ersparnissen schon mal jede Menge Alkohol und Zigaretten.
Bald haben wir Tauschhandel, dann kriege ich wenigstens noch ein Brot beim Bäcker gegen eine Schachtel Kippen.
Denn das Brot kostet dann wieder 5000 Euro.
:-)
Dann gibt es wieder eine französische Revolution, der Brotpreis sinkt und es gibt wieder Demokratie.
Coole Idee!
Dann gibt es wieder eine französische Revolution, der Brotpreis sinkt und es gibt wieder Demokratie.
Coole Idee!
Nicht? Security ist doch das Wort Nummer 1 in Amiland :) Nur vor ihren eigenen Wirtschaftsverbrechern können/wollen sie sich nicht schützen... ;)
wenn die Amerikaner keine Konsumgüter mehr kaufen (weil sie damit beschäftigt sind Arbeit zu finden und ihre Schulden zurückzuzahlen), werden die Schwellenländer keine deutschen Investitionsgüter mehr benötigen.
Dann gibt es wieder eine französische Revolution, der Brotpreis sinkt und es gibt wieder Demokratie.
Ich glaube eher das die Amis uns dafür zahlen lassen werden das sie uns ihren Schutz "gewähren".
Wenn ich mich recht Erinnere wurde das bereits von einem US Senator angeregt.
Die Amis haben sonst nichts anzubieten. Nur Waffen und die Leute die sie Bedienen.
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