Shanghai Erneut ausländische Journalisten in China festgenommen

Peking unterdrückt weiterhin Proteste. Ein Dutzend ausländischer Korrespondenten wurde festgenommen, unter ihnen auch ein Deutscher. Er ist mittlerweile wieder frei.

Ausländische Journalisten werden in Shanghai von Polizisten festgehalten

Ausländische Journalisten werden in Shanghai von Polizisten festgehalten

Unter den in Shanghai festgenommenen Journalisten war auch der China-Korrespondent des deutschen Magazins Stern, Janis Vougioukas. Zusammen mit einem spanischen Journalisten und einem guten Dutzend weiteren, meist japanischen Kollegen wurden sie auf eine vorübergehend eingerichtete Polizeistation gebracht, wie Vougioukas telefonisch berichtete. "Wir werden hier in einer Art Untergrundbunker festgehalten und dürfen nicht weg."

Sowohl Vougioukas als auch sein spanischer Kollege sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Ihnen wurde vorgeworfen, gegen Vorschriften verstoßen zu haben, berichteten sie anschließend der Nachrichtenagentur dpa. Die Polizei habe sie belehrt, dass sie eine Genehmigung einholen müssten, bevor sie Bericht erstatten dürften.

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In der Hafenstadt waren nach Angaben Vougioukas' rund hundert Menschen dem Aufruf unbekannter Organisationen zu "Jasmin-Protesten" am Peace Cinema gefolgt. Die Behörden hatten ausländische Korrespondenten ausdrücklich davor gewarnt, in die Gegend um das Kino zu gehen, wo sich bereits vergangenen Sonntag einige hundert Menschen versammelt hatten.

In Peking sicherte ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften die beiden großen Einkaufsstraßen Wangfujing und Xidan in der Innenstadt nicht weit von der Großen Halle des Volkes, wo der Volkskongress seit Samstag seine Jahrestagung abhält. Politiker des Kongresses ließen über einen Sprecher verlauten, sie hielten Unruhen in China wie in der arabischen Welt für "grotesk und unrealistisch."

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die erneute Festsetzung ausländischer Journalisten in China als "sehr beunruhigend" kritisiert. "Wir haben die chinesische Regierung bereits mehrfach aufgefordert, die freie Berichterstattung für deutsche und ausländische Medienvertreter zu gewährleisten", sagte Westerwelle. "Die fortgesetzte Behinderung der Arbeit von Journalisten ist nicht akzeptabel und beeinträchtigt das Ansehen der Volksrepublik China in der weltweiten Öffentlichkeit." Die chinesische Regierung müsse eine freie Berichterstattung sicherstellen.

 
Leser-Kommentare
  1. verwundert mich immer wieder durch ihre Auftritte. Denen scheint nichts zu peinlich zu sein oder auch zu offensichtlich getürkt.
    Ich würde nur gerne wissen, ob die chinesische Regierung tatsächlich denkt, daß alle Leute ihnen jeden absurden Mist problemlos abkaufen, oder ob es ihnen einfach nur völlig egal ist, für wie lächerlich und kindisch man ihr Benehmen hält (hier zB "Straßenreinigung" gegen Spaziergängerversammlung).

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    die Antwort lautet: teilweise wegen der Vorstellung, dass ICH DER "Mr. Right""Mr. Demokratie" und "Mr. Freiheit" usw. BIN.

    • DJP
    • 06.03.2011 um 17:41 Uhr

    Hierzulande scheint der Regierung doch genauso nichts zu peinlich zu sein. Unser neuer Verteidigungsminister bezüglich seiner Terrorwarnungen oder unser alter Verteidigungsminister bezüglich der Plagiatsvorwürfe nehm ich da mal als Beispiele. Das schlimme dabei ist, dass es auch hierzulande genügend Leute gibt, die diesen Mist problemlos abkaufen.

    die Antwort lautet: teilweise wegen der Vorstellung, dass ICH DER "Mr. Right""Mr. Demokratie" und "Mr. Freiheit" usw. BIN.

    • DJP
    • 06.03.2011 um 17:41 Uhr

    Hierzulande scheint der Regierung doch genauso nichts zu peinlich zu sein. Unser neuer Verteidigungsminister bezüglich seiner Terrorwarnungen oder unser alter Verteidigungsminister bezüglich der Plagiatsvorwürfe nehm ich da mal als Beispiele. Das schlimme dabei ist, dass es auch hierzulande genügend Leute gibt, die diesen Mist problemlos abkaufen.

  2. 2. pardon

    und "wenn" gehoert auch zun einer Nachricht.

  3. die Antwort lautet: teilweise wegen der Vorstellung, dass ICH DER "Mr. Right""Mr. Demokratie" und "Mr. Freiheit" usw. BIN.

    • DJP
    • 06.03.2011 um 17:41 Uhr

    Hierzulande scheint der Regierung doch genauso nichts zu peinlich zu sein. Unser neuer Verteidigungsminister bezüglich seiner Terrorwarnungen oder unser alter Verteidigungsminister bezüglich der Plagiatsvorwürfe nehm ich da mal als Beispiele. Das schlimme dabei ist, dass es auch hierzulande genügend Leute gibt, die diesen Mist problemlos abkaufen.

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  4. Mir, der ich dort war, stellte sich das ganz anders dar. Es waren sehr wenige "Jasmin"-Leute, vielleicht 20, die eben auch nicht großartig protestierten, sondern herumstanden. Die Polizei griff nicht ein. Dann kamen Journalisten ohne Drehgenehmigung (die ja oft auch in Deutschland eingeholt werden muss). Diese Journalisten beobachteten nicht, sondern griffen aktiv ein, gingen auf Leute zu und stellten suggestive Fragen. Aus chinesischer Sicht stachelten sie zu Unfrieden auf und wurden kurz mitgenommen, befragt und ermahnt. Das ist schon anders, als es die beleidigten Medienvertreter darstellen.
    Nun übertragen wir das ganze Mal auf Deutschland: Selbst wenn es in Beijing, sagen wir mal 150 Leute waren - das entspricht dann etwa 10 in Deutschland. Wenn nun 10 Leute vor dem Bundestag stünden – ob man dann wohl auch davon spräche, dass eine Revolution quasi kurz bevor stände.

    China hat gewiss Probleme. Doch eben ganz andere, als im Westen propagiert wird. Kaum etwas davon hat mit der Zentral-Regierung zu tun, aber alle mit dem chinesischen Turbo-Kapitalismus. Vor sind sie gegen die Korruption, gegen die Bevorzugung Superreicher, gegen miese Arbeitsbedingungungen. Die C-Parteien würden sich in China sauwohl fühlen. Nur gegen den Islam dürften sie dann nicht so schamlos hetzen.
    Fragt man Chinesen, ob sie sich unterdrückt fühlen, wird man ungläubiges Gelächter ernten.
    Stuttgart 21, Soldatenvereidigung – auch da gabs "ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften". Und das sagt was?

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    Der Appell, den Ball flach zu halten, bedeutet ja nicht Spielverbot.

    ... für diesen Kommentar. Er bestätigt meine Annahme. Wir befinden uns in einer massiven Propaganda, die mich mittlerweile zu der Annahme kommen lässt, dass die Geschichte sich nicht wiederholt, sondern als Quadratur fortsetzt.

    Der Appell, den Ball flach zu halten, bedeutet ja nicht Spielverbot.

    ... für diesen Kommentar. Er bestätigt meine Annahme. Wir befinden uns in einer massiven Propaganda, die mich mittlerweile zu der Annahme kommen lässt, dass die Geschichte sich nicht wiederholt, sondern als Quadratur fortsetzt.

    • sxqckq
    • 07.03.2011 um 9:08 Uhr
    6. sxqckq

    Diese auslaendische Korrespodenten in China interressieren sich gerne an die negative Sachen, wie Fliegen interressiert gerne an faule Eie.

  5. Der Appell, den Ball flach zu halten, bedeutet ja nicht Spielverbot.

    Antwort auf "Verwunderlich"
  6. Die USA haben Manning, den Informant von Wikileaks wegen Hochverrat angeklagt und können ich auch deswegen mit der Todesstrafe belegen. Manning wird in den USA gefoltert. Doch diesen Zustand soll die Welt nicht erfahren. Die USA sind unsere Verbündete und auch in der Ungerechtigkeit noch gerecht.

    Assange wird nach Schweden ausgeliefert, obwohl keine Haftbefehl vorliegt und jetzt soll ich mich wegen eines Stern-Reporters aufregen, der offensichtlich die chinesische Polizei solange provozierte bis er verhaftet wurde, damit es Pressemitteilungen gibt.

    Die BILD ist mittlerweile Standard und Plagiatsvorlage für alle.

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