Bewaffnete Männer haben Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in der ägyptischen Hauptstadt Kairo angegriffen. Hunderte Angreifer, mit Messern und Macheten bewaffnet, hätten den Platz gestürmt, berichtete das Staatsfernsehen. Die Demonstranten wehrten sich mit Steinen und Stöcken gegen die Angreifer, bei denen es sich um Anhänger des gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak handeln soll. TV-Bilder zeigten, wie Steine geworfen wurden und sich die Demonstranten verstreuten und in Deckung gingen.

Der Tahrir-Platz hatte während des Volksaufstands gegen den im Februar gestürzten Präsidenten das Zentrum der Proteste dargestellt. Noch immer harren Hunderte Aktivisten der Demokratiebewegung auf dem Platz aus, um den Druck auf das Militär zu erhöhen, das nach dem Sturz Mubaraks die Macht übernommen hat.

Die Ausschreitungen ereigneten sich zeitgleich mit einem Treffen der Übergangsregierung mit dem obersten Militärrat. Bei dem Treffen sollte über ein Gesetz beraten werden, nach dem Anstiftung zum Hass mit dem Tod bestraft werden kann, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Die politische Lage in Ägypten bleibt weiter instabil, weil die in Verruf geratene Polizei seit den regierungskritischen Protesten von den Straßen verschwunden ist. Die Armeeführung versucht derzeit die Ordnung wiederherzustellen. Erst am Dienstag waren während Ausschreitungen zwischen Muslimen und christlichen Kopten in Kairo elf Menschen getötet und 110 verletzt worden. Die größte Oppositionsgruppe, die Muslimbrüder, warfen den Anhängern Mubaraks vor, die Gewalt zu schüren.