Koalitionsstreit Neuer Innenminister will Vorratsdatenspeicherung rasch regeln
Zwischen Union und FDP gibt es schon länger Uneinigkeit über das Gesetz der Vorratsdatenspeicherung. Nun will der neue Innenminister Friedrich den Zwist klären.
Der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) strebt eine rasche Einigung bei den Streitthemen innerhalb der Koalition an – insbesondere eine Lösung mit der FDP bei der umstrittenen Vorratsdatenspeicherung. Er wolle möglichst schnell zu einem Ergebnis kommen und bald mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) Gespräche führen.
Die Sicherheitsbehörden müssten in die Lage versetzt werden, effizient das Instrumentarium zu nutzen, was zur Terrorbekämpfung möglich sei, sagte Friedrich bei seinem ersten Auftritt in Berlin. Er vertrete hier die gleiche Auffassung wie sein Amtsvorgänger Thomas de Maizière, der als Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenbergs ins Verteidigungsministerium gewechselt ist.
Im vergangenen Jahr hatte das Bundesverfassungsgericht die bis dahin geltende Regelung zur Speicherung von Telefon- und Internetdaten zur Kriminalitätsbekämpfung verworfen. Leutheusser-Schnarrenberger legte Anfang dieses Jahres Eckpunkte für eine mögliche Neuregelung vor. Demnach sollen Daten erst beim Verdacht einer Straftat gespeichert und so vor der routinemäßigen Löschung gesichert werden. Unionspolitikern reicht das nicht aus.
- Vorratsdatenspeicherung
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Wer mit wem, wann, wie lange, von wo aus und womit – das ungefähr sind die Informationen, die anhand der Vorratsdatenspeicherung erfasst werden sollen.
Das Gesetz, das das Bundesverfassungsgericht am 2. März 2010 für verfassungswidrig erklärte, war 2008 in Kraft getreten. Es verpflichtete alle Anbieter von Telekommunikation, die mehr als 10.000 Kunden haben, die sogenannten Verbindungsdaten für sechs Monate zu speichern.
Dies bedeutet: Die gesamte Kommunikation und auch alle Kommunikationsversuche via Telefon, SMS, E-Mail oder Internet werden erfasst und sind ein halbes Jahr rückwirkend noch nachvollziehbar. Nicht ihr Inhalt, aber sämtliche Metadaten, die über Art und Umfang des Kontaktes etwas aussagen.
- Das Ende der Unschuldsvermutung
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Diese Daten sollen, so die Idee des Gesetzgebers, Strafverfolgern zur Verfügung stehen und ihnen vor allem bei der Suche nach Terroristen helfen. Allerdings lassen Schätzungen der Kommunikationsanbieter den Schluss zu, dass sie vor allem dazu dienen, leichtere Vergehen wie illegales Datentauschen, Betrug oder Beleidigungen zu verfolgen.
Unabhängig davon ist der Hauptkritikpunkt, dass mit der Vorratsdatenspeicherung jeder Bürger potenziell verdächtig ist und überwacht wird und dass die Datenspeicherung so dazu beiträgt, die Unschuldsvermutung abzuschaffen.
Außerdem gibt es Studien, die zeigen, dass sich anhand von solchen Verbindungsdaten detaillierte Aussagen über das Verhalten der Beobachteten machen lassen und dass die Daten mindestens genauso aufschlussreich sind, wie ein Abhören der Inhalte der Kommunikation.
Zurückhaltend äußerte sich Friedrich zu der von de Maizière angestoßenen Debatte über eine mögliche Zusammenlegung von Bundeskriminalamt und Bundespolizei. Er wolle eine für alle Beteiligten gute Lösung finden, sagte der Minister, in dessen Partei es heftigen Widerstand gegen eine Fusion der beiden Behörden gibt. Zu den Positionen des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann, der als einer der schärfsten Kritiker des Vorhabens gilt, sagte er lediglich, er kenne dessen Argumente. "Das alles gilt es abzuwägen und in Einklang zu bringen."
Derweil riefen ostdeutsche Politiker den neuen Innenminister auf, das Engagement für die neuen Länder nicht zu vernachlässigen. "Ich erwarte, dass sich Hans-Peter Friedrich dem Thema Aufbau Ost genauso konsequent widmet wie sein Vorgänger", sagte der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvize Arnold Vaatz. Er äußerte Zweifel, ob dies bei der Kabinettsumbildung bedacht worden sei.
Die Parteichefin der Linken, Gesine Lötzsch, sagte, schon der bisherige Bundesinnenminister habe "für den Osten nichts getan". "Wenn jetzt noch ein CSU-Mann für den Aufbau-Ost zuständig wird, dann kann der Osten nichts mehr von dieser Bundesregierung erwarten." Lötzsch forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, den Aufbau Ost wieder im Kanzleramt anzusiedeln, wie es früher schon einmal der Fall war. Derzeit liegt die Zuständigkeit beim Bundesinnenministerium.
- Datum 03.03.2011 - 14:35 Uhr
- Quelle AFP, dpa
- Kommentare 22
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Da kommts mir doch echt hoch. Der "aufbau" Ost müsse nun doch endlich mal abgeschlossen sein. Vielleicht sollten Ostdeutsche mal in den Westen kommen und sich die Städte angucken.
Des weiteren ist Hape Friedrich ein Innenminister, den man ganz genau beobachten muss. Da wird es noch zu großen Problemen kommen.
Aufbau Ost sollte ja wohl nicht nur den Aufbau der Infrastruktur und die Außensanierung der Gebäude beinhalten. Der Punkt ist doch, dass es im Osten zum Beispiel keine größeren Firmen gibt, die den Westdeutschen entsprechen würden. Ich vermute mal das keine 3 der 30 DAX Unternehmen ihren Sitz und in Ostdeutschland haben. Daraus resultiert ein gewisses höheres Risiko für die Arbeitsplätze.
Bei der Exzellenzinitiative (http://de.wikipedia.org/w...) sieht Ostdeutschland auch eher schwach begünstigt aus, was unter Anderem an den finanziellen Möglichkeiten der entsprechenden Landesregierungen liegt, die selbst mir Aufbau Ost Geldern nicht besonders gut aussehen.
Aufbau Ost sollte ja wohl nicht nur den Aufbau der Infrastruktur und die Außensanierung der Gebäude beinhalten. Der Punkt ist doch, dass es im Osten zum Beispiel keine größeren Firmen gibt, die den Westdeutschen entsprechen würden. Ich vermute mal das keine 3 der 30 DAX Unternehmen ihren Sitz und in Ostdeutschland haben. Daraus resultiert ein gewisses höheres Risiko für die Arbeitsplätze.
Bei der Exzellenzinitiative (http://de.wikipedia.org/w...) sieht Ostdeutschland auch eher schwach begünstigt aus, was unter Anderem an den finanziellen Möglichkeiten der entsprechenden Landesregierungen liegt, die selbst mir Aufbau Ost Geldern nicht besonders gut aussehen.
Darum gehts doch schon lange nicht mehr.
Es geht um Rechteverwertung und Meinungsverbrechen.
es geht um kontrolle...uber uns..
die EU will das sowas EU weit eingefuhrt wird..
http://www.telegraph.co.u...
http://www.access-control...
http://www.anh-europe.org...
das ist das problem hier...was die EU bürokraten will mussen unsere politiker irgentwie einfuhren..egal wie..aber..die MUSSEN es tun..die haben kein wahl so lang die EU das sagen hat
es geht um kontrolle...uber uns..
die EU will das sowas EU weit eingefuhrt wird..
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das ist das problem hier...was die EU bürokraten will mussen unsere politiker irgentwie einfuhren..egal wie..aber..die MUSSEN es tun..die haben kein wahl so lang die EU das sagen hat
"Leutheusser-Schnarrenberger gehe offenbar von einem Liberalismusbegriff aus, der noch aus dem letzten oder vorletzten Jahrhundert stamme. Der Freiheitsbegriff des 19. Jahrhunderts müsse zu den Akten gelegt werden, sagte Friedrich und verwies auf neue Gefahren durch den internationalen Terrorismus."
"Sieht man sich die Einführungsbegründungen für europäische und amerikanische Gesetze aus den letzten 15 Jahren und ihre dann folgenden praktischen Anwendungen an, dann lassen sich bemerkenswerte Diskrepanzen feststellen. So wurde etwa die Vorratsdatenspeicherung erst als angebliches Ausnahmeinstrument gegen Terroristen beworben, dann sollten die gesammelten Daten nur bei "schweren Straftaten" verwendet werden und schließlich für alles, was via Telekommunikation geschieht. Anfang dieses Jahres war es schließlich so weit, dass ein "Cyberfahnder" im Spiegel indirekt zugab, dass die Behörden die Vorratsdatenspeicherung vor allem für Meinungsdelikte wie "Verunglimpfung" wiederhaben wollen."
http://www.heise.de/tp/r4...
Man kann nur hoffen, dass dieser Person ordentlich Widerstand entgegenschlägt.
"Leutheusser-Schnarrenberger gehe offenbar von einem Liberalismusbegriff aus, der noch aus dem letzten oder vorletzten Jahrhundert stamme. Der Freiheitsbegriff des 19. Jahrhunderts müsse zu den Akten gelegt werden, sagte Friedrich und verwies auf neue Gefahren durch den internationalen Terrorismus."
Terrorismus ist nichts neues, und solche Argument werden gegen demokratische Grundprinzipien seit Jahrhunderten geführt.
Wenn Friedrich heute solche Argument führt, dann ist er entweder geschichtlich absolut ungebildet und naiv, oder er verzerrt die Geschichte absichtlich.
"Leutheusser-Schnarrenberger gehe offenbar von einem Liberalismusbegriff aus, der noch aus dem letzten oder vorletzten Jahrhundert stamme. Der Freiheitsbegriff des 19. Jahrhunderts müsse zu den Akten gelegt werden, sagte Friedrich und verwies auf neue Gefahren durch den internationalen Terrorismus."
Terrorismus ist nichts neues, und solche Argument werden gegen demokratische Grundprinzipien seit Jahrhunderten geführt.
Wenn Friedrich heute solche Argument führt, dann ist er entweder geschichtlich absolut ungebildet und naiv, oder er verzerrt die Geschichte absichtlich.
"der Freiheitsbegriff des 19. Jahrhunderts müsse zu den Akten gelegt werden", dann sollte man den aber ganz genau beobachten.
es geht um kontrolle...uber uns..
die EU will das sowas EU weit eingefuhrt wird..
http://www.telegraph.co.u...
http://www.access-control...
http://www.anh-europe.org...
das ist das problem hier...was die EU bürokraten will mussen unsere politiker irgentwie einfuhren..egal wie..aber..die MUSSEN es tun..die haben kein wahl so lang die EU das sagen hat
...wie lange eine Seite wie das "Guttenplag"-Wiki wohl erreichbar gewesen wäre, wenn wir Vorratsdatenspeicherung und Netzsperren hätten.
sonst nimmt man den Bürgern die Freiheit. Ich sehe diesen Mann als Scharfmacher!
Ist effizienteste Kriminalisierung aller Bürger und nicht "Terrorbekämpfung"
Das freiwillige aktive "Profiling" dem sich User/Verbraucher durch gedankenlose nutzung von Onlineangeboten , EC/Kredikartenzahlung, Rabattsystem unterwerfen braucht man keine staatliche Hilfe zur Seite zu stellen.
Auch das passive datensammeln durch Skripte die einem User heimlich von shoping über news bis zur favorisierten Pornoseite folgen braucht keine unterstützung.
Oder wundern sie sich noch woher Amazon.de weiß welches Buch sie gerne hätten wenn sie vorher auf faz.net eine Kritik dazu gelesen haben?
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