USA Kalifornien fürchtet das nächste Beben
Die Erdbebenkatastrophe in Japan hat in den USA eine Debatte über die Sicherheit der kalifornischen Atommeiler ausgelöst. Auch dort kann es zu Erdbeben kommen.
© David McNew/Getty Images

Das Kernkraft San Onofre in Kalifornien (Archivbild)
Das Erdbeben in Japan hat die hitzigen innenpolitischen Debatten in den USA verdrängt. Bis Freitag dominierte der Streit um Sparprogramme und die Entmachtung der Gewerkschaften; seither blicken die Amerikaner auf die Verwüstungen auf der anderen Seite des Pazifiks – und fragen, ob ihnen schon bald Ähnliches droht.
In Kalifornien liegt die Wahrscheinlichkeit eines schweren Bebens innerhalb der nächsten Jahrzehnte bei mehr als 90 Prozent. Was wären die Folgen für die 37 Millionen Einwohner und die vier Atomreaktoren dort?
Die USA sehen sich in einer Schicksalsgemeinschaft mit Japan, aus doppeltem Grund. Erstens liegen sie geografisch näher an Japan als Europa. Zweitens wirkt die Katastrophe wie eine Warnung für die eigene Zukunft. Die Tsunamis, die das Beben im Westpazifik auslösten, erreichten wenige Stunden später Hawaii und dann Kalifornien – wenn auch stark abgeschwächt. Das 2004 eingerichtete Frühwarnsystem bewährte sich. Die Bewohner der Pazifikinseln und der US-Westküste konnten rechtzeitig gewarnt werden.
Wenn aber die Erde eines Tags genauso vehement in Kalifornien, Oregon oder Washington State bebt, wird die Vorwarnzeit für die Bewohner dort kurz sein. Wie jetzt in Japan werden nach dem Beben nur wenige Minuten bleiben, ehe die Tsunami-Wellen über die eigene Küste hereinbrechen. Das Frühwarnsystem hilft nur denen, die weit genug entfernt leben.
Direkt betroffen fühlen sich die USA auch wegen ihrer Militärbasen in Japan und den mehr als 35.000 Amerikanern, die dort stationiert sind. Sie sind wohlauf und helfen nun bei der Rettung Überlebender und den Aufräumarbeiten. Hilfsteams aus den USA werden über den Militärflugplatz Misawa eingeflogen, der nahe am Erdbebengebiet liegt, aber intakt blieb. Die Flugzeugträgergruppe "Ronald Reagan" ist am Sonntag eingelaufen. Sie wird als schwimmendes Lazarett und schwimmender Flughafen zum Auftanken der Rettungshubschrauber dienen.
Vor allem hat das japanische Beben den Amerikanern aber ihre eigene Verletzlichkeit vor Augen geführt. Die generelle Gefährdung Japans und Kaliforniens durch schwere Erdbeben schätzen US-Experten wie Tom Jordan, Direktor des südkalifornischen Erdbebenzentrums, als "verdammt ähnlich" ein. Tim Melbourne von der Universität des Staats Washington glaubte bisher: "Die Japaner sind viel besser vorbereitet als wir."
War das ein Irrglaube? Oder war die Analyse richtig, dass die Japaner die Folgen eines Erdbebens bei Bauvorschriften und Sicherheitsvorkehrungen planvoller berücksichtigt haben, als man das in den USA tut – und muss man befürchten, dass die Schäden einer solchen Katastrophe in Amerika noch gravierender wären?
- Datum 13.03.2011 - 18:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wenn ich so etwas lese, fällt mir immer wieder Kant`s "Was ist Aufklärung" (wen`s interessiert: nachlesen!)ein. Solange wir leben wie die berümten drei Affen (ich sehe nichts, ich höre nichts, ich sage nichts) werden menschengemachte Katastrophen zunehmen. Die Kalifornier wissen, dass sie auf einem Pulverfass gebaut haben. Die Frage hier ist nicht ob, sondern wann es (Das "Super"-Beben) passiert. Die Folgen wären tatsächlicher "gravierender" als in Japan, sofern es überhaupt eine Steigerung von Katastrophe und menschlichem Leid gibt.
Unsere Atomkraftwerke waren nie sicher, sind nicht sicher und werden nie sicher sein! Wann wird auf diese Tatsache entsprechend reagiert?
San Clemente liegt aber zwischen Los Angeles und San Diego und nicht zwischen Los Angeles und San Francisco.
Richtig. Das "San Clemente" ist im Text verrutscht. Die beiden weniger gefährdeten San-Onofre-Meiler liegen bei San Clemente zwischen Los Angeles und San Diego. Die beiden Diablo-Canyon-Meiler dagegen nördlich von L.A. Grüße und Danke, Markus Horeld
Richtig. Das "San Clemente" ist im Text verrutscht. Die beiden weniger gefährdeten San-Onofre-Meiler liegen bei San Clemente zwischen Los Angeles und San Diego. Die beiden Diablo-Canyon-Meiler dagegen nördlich von L.A. Grüße und Danke, Markus Horeld
war auch mein erster Gedanke. So ein Tsunami auf SF und LA? Eieieiei.
Ein Erdbeben in Valley wuerde uns alle treffen. Das Who-is-Who der IT-Welt und das "halbe" Internet befindet sich nun mal dort. Google, Facebook, Apple..... Wenn es da zu Ausfaellen kommt wird es sicherlich auch uns treffen.....
...schon bewusst, dass das Internet dezentral funktioniert, sprich auch beim Ausfall mehrerer Hauptknotenpunkte alles weiterläuft oder? Das war swchließlich die Idee hinter dem Arpanet.
...schon bewusst, dass das Internet dezentral funktioniert, sprich auch beim Ausfall mehrerer Hauptknotenpunkte alles weiterläuft oder? Das war swchließlich die Idee hinter dem Arpanet.
Richtig. Das "San Clemente" ist im Text verrutscht. Die beiden weniger gefährdeten San-Onofre-Meiler liegen bei San Clemente zwischen Los Angeles und San Diego. Die beiden Diablo-Canyon-Meiler dagegen nördlich von L.A. Grüße und Danke, Markus Horeld
"Die Tsunamis, die das Beben im Westpazifik auslöste_n_, erreichten wenige Stunden später Hawaii und dann Kalifornien – wenn auch stark abgeschwächt." ... bitte streichen Sie dem "auslösten" das n, denn MIT ihm wird die Kausalität der Auslösung umgekehrt...
"Die Tsunamis, die das Beben im Westpazifik auslöste_n_, erreichten wenige Stunden später Hawaii und dann Kalifornien – wenn auch stark abgeschwächt." ... bitte streichen Sie dem "auslösten" das n, denn MIT ihm wird die Kausalität der Auslösung umgekehrt...
„Oder war die Analyse richtig, daß die Japaner die Folgen eines Erdbebens bei Bauvorschriften und Sicherheitsvorkehrungen planvoller berücksichtigt haben, als man das in den USA tut – und muß man befürchten, daß die Schäden einer solchen Katastrophe in Amerika noch gravierender wären?“
Außerdem würde Kalifornien im Gegensatz zu Japan mit seinem äußerst disziplinierten Volk höchstwahrscheinlich in bürgerkriegsähnlichen Zuständen versinken. Die Vorgänge bei der Überschwemmung von New Orleans waren ein Flammenzeichen an der Wand.
Ist es nicht wahrscheinlich, dass die Japaner amerika- und fortschrittshörig die laschen Sicherheitsrichtlinien der US-Amerikaner übernommen haben (ein wenig strenger zwar, aber immer noch ignorierend, dass auch der Fall eines <7,8-Erdbebens kombiniert mit einer Tsunamiwelle eintreten kann)?
noch viel lernen:
Ökologische Stadtplanung der kurzen Wege, Bürgersteige und Fahrradwege bauen, Häuser dämmen statt Klimaanlage.....
was für ein archaisches Land, die USA!
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion des Artikelthemas. Danke. Die Redaktion/wg
Europa hätte vermutlich auch so großzügig gesiedelt, wenn es so viel Platz gehabt hätte. Sieht man ja an Heerstrassen und an Paris, Rom und Berlin, dass das Bewusstsein für Weiträumigkeit durch aus vorhanden war.
Und deswegen geht es da vermutlich auch sachlicher zu bei der Frage der Nutzung der Kernkraft. Man weiss, man kann nicht alles haben und die Steuerknute sowie Zwangsumsiedlungen sind da halt schwer durchzusetzen.
Das wäre ja Voraussetzung für Ihre Anregung, alles klein zu machen. Die USA sollten drüber nachdenken über die Erbebengefahr für die Meiler. Aber bitte nicht mit deutscher Hysterie. Z. B. Abschalten in Deutschland, aber dann Atomstrom aus Frankreich. Solche Doppelmoral erlauben sich Militär und Geheimdienste, aber die zivile Gesellschaft nicht so einfach wie hierzulande.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion des Artikelthemas. Danke. Die Redaktion/wg
Europa hätte vermutlich auch so großzügig gesiedelt, wenn es so viel Platz gehabt hätte. Sieht man ja an Heerstrassen und an Paris, Rom und Berlin, dass das Bewusstsein für Weiträumigkeit durch aus vorhanden war.
Und deswegen geht es da vermutlich auch sachlicher zu bei der Frage der Nutzung der Kernkraft. Man weiss, man kann nicht alles haben und die Steuerknute sowie Zwangsumsiedlungen sind da halt schwer durchzusetzen.
Das wäre ja Voraussetzung für Ihre Anregung, alles klein zu machen. Die USA sollten drüber nachdenken über die Erbebengefahr für die Meiler. Aber bitte nicht mit deutscher Hysterie. Z. B. Abschalten in Deutschland, aber dann Atomstrom aus Frankreich. Solche Doppelmoral erlauben sich Militär und Geheimdienste, aber die zivile Gesellschaft nicht so einfach wie hierzulande.
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