Libyen Gadhafis Truppen auf dem Vormarsch Richtung Osten

Erst Ras Lanuf, jetzt auch Brega: Diktator Gadhafis Militär treibt die Rebellen vor sich her und nimmt Stadt um Stadt ein. Die Alliierten halten sich zurück.

Libysche Rebellen in der Nähe der Stadt Brega

Libysche Rebellen in der Nähe der Stadt Brega

In Libyen werden die Aufständischen immer weiter nach Osten zurückgedrängt. Die Truppen von Machthaber Muammar al-Gadhafi hätten nun auch die Stadt Brega zurückerobert, hieß es von Seiten der Rebellen. Damit haben die Regierungssoldaten nach der Hafenstadt Ras Lanuf innerhalb weniger Stunden eine zweite wichtige Stadt eingenommen.

Die Aufständischen hatten nach der Aufgabe Ras Lanufs am Morgen versucht, sich im 60 Kilometer entfernten Brega zu sammeln und von dort aus neuen Widerstand zu organisieren. Wie der arabische Sender Al Jazeera berichtet, hatten Gadhafis Truppen ihren Vormarsch jedoch von Ras Lanuf gleich in Richtung Brega fortgesetzt.

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Mit der Einnahme der östlich am Meer gelegenen Stadt haben die Truppen Gadhafis nun in rascher Folge die Orte Naufalija, Bin Dschawad und Ras Lanuf entlang der Küste zurückerobert. Zuvor war der zunächst rasante Vorstoß der Aufständischen vor der strategisch und symbolisch wichtigen Stadt Sirte zu Wochenbeginn gestoppt worden.


Vor der Einnahme Bregas durch Regierungstruppen hatte es harte Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Ras Lanuf gegeben. Zunächst war unklar, ob die Rebellen Ras Lanuf tatsächlich aufgeben mussten – inzwischen deutet aber alles darauf hin, dass sie sich aus der Stadt zurückgezogen haben. Medienberichten zufolge hatten Gadhafi-Truppen die Hafenstadt mit Artillerie und Raketenwerfern unter Beschuss genommen. Augenzeugen berichteten von zahlreichen Explosionen im Kampfgebiet, auch Flugzeuge seien über dem Kampfgebiet gesehen worden, hätten aber nicht eingegriffen.

Auch in den Städten Naufalija und Bin Dschawad mussten die Aufständischen zurückweichen, weil sie der Feuerkraft der libyschen Armee unterlegen waren. "Dies sind unsere Waffen", sagte Mohammed, ein Kämpfer der Rebellen und zeigte auf sein Sturmgewehr. "Damit können wir keine Raketen bekämpfen."

Die Soldaten Gadhafis spielten nicht nur ihre bessere Ausrüstung aus, sondern auch ihre größere militärische Disziplin. Außerhalb von Sirte, der Heimatstadt Gadhafis, an der die Rebellen zuvor gescheitert waren, legten sie einen Hinterhalt und umgingen die Aufständischen mit einem Flankenangriff aus der Wüste. Einem solch organisierten Vorgehen haben die Regierungsgegner bislang wenig entgegenzusetzen. Oft gehen die verschiedenen Gruppen unkoordiniert vor. Zu abgestimmten Angriffen kommt es meist erst nach hitzigen Debatten.

Mehrmals verließen die aus militärisch untrainierten Zivilisten bestehenden Rebellen-Truppen fluchtartig ihre Stellungen, wenn sie unter schweren Beschuss der Gadhafi-Truppen gerieten. Laut Human Rights Watch setze das Militär des Machthabers in seinem Kampf gegen Aufständische auch international geächtete Land- und Tretminen ein.

Leser-Kommentare
    • tabe
    • 30.03.2011 um 19:21 Uhr

    Wäre doch besser wenn der Mann abtritt als wenn wir auch noch die Rebellen mit schwerem Gerät bewaffnen müssen.

    Eine Leser-Empfehlung
  1. Ich sehe absolut keine Möglichkeit dafür, dass wir uns in ein paar Jahren ärgern könnten den Rebellen Waffen verschafft zu haben.

    Genauso wenig wie in Afghanistan, im Irak und ach ja in Libyen.

    Aus Schaden wird man anscheinend in Politiker- und Militärkreisen doch nicht klug oder ist das alles nur ein großes Geschäft? Jetzt schnell ein paar veraltete Waffen verkaufen und die Bezahlung erfolgt in Öl?

    Ich bleibe skeptisch.

  2. Es ist geradezu mitleiderregend zu sehen, mit welcher Naivität die Rebellen für ihre Freiheit zu kämpfen versuchen.

    Sie dürften diesen Kampf offensichtlich nicht gewinnen, aber Gaddafi wird nie wieder seine Macht geniessen können.

  3. 4. Frage

    Weiss jemand, ob der Angriff der Aliierten auf Gaddafis Streitkräfte eingestellt worden ist?

    • resist
    • 30.03.2011 um 20:14 Uhr

    Lest mal auf Globalresearch den offenen Brief russ. Ärzte aus Libyen. Hier die Einleitung vom Betreiber von Globalresearch :

    The account provided by the team of Russian Doctors constitutes an eyewitness account of what is happening on the ground in Libya. It contradicts the stream of media disinformation. It confirms that the coaltion is routinely bombing civilian targets. For those progressives who have endorsed the US-NATO "humanitarian mandate", this account provides us with evidence of extensive war crimes by those you claim to be coming to the rescue of civilians. Residential buildings, hospital are being targeted by the coalition's smart bombs. The latter are extremely prcise. The bombing of civilians is deliberate. These are so-called validated targets. they are part of a list of targets.

    Offener Brief russischer Ärzte aus Libyen :

    .......http://globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=23999

    Eine Leser-Empfehlung
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    • kaleb
    • 30.03.2011 um 22:59 Uhr

    ...danke! So muss man sich heutzutage seine Informationen zusammenklauben. Verschiedene Quellen aus verschiedenen Lagern.

    Jetzt wissen wir, dass russische Aerzte in Libyen sind, und dass sie die Aussagen Ihrer Fuehrer 100 % unterstuetzen. Vielleicht sogar 150 %. Ich denke, das sagt mehr uebervorauseilenden Gehorsam und Gedankenzensur aus als ueber die Situation in Libyen...

    Aus welchem Grund sollten die Alliierten Krankenhaeuser und Zivile Bereiche bombardieren? Weil sie Spass am Toeten haben? Weil sie damit Gaddafi schneller schlagen? Damit sie noch schneller die arabische Unterstuetzung verlieren? Es gibt genau Null Gruende, warum sie das machen sollten. Einzige Moeglichkeit sind Kollateralschaeden - die dieser Bericht aber explizit mit seiner Wortwahl "deliberate" ausschliessen will. Wie ein paar russische Aerzte Kollateralschaeden (falls es sie gegeben hat) von "deliberate" Angriffen auf Krankenhaeuser unterscheiden, bleibt dabei schleierhaft (naja, ich hab den Originalartikel nicht gefunden).
    Es bleibt der unschoene Eindruck von "deliberate" Falschinformationen.

    Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/lv

    • kaleb
    • 30.03.2011 um 22:59 Uhr

    ...danke! So muss man sich heutzutage seine Informationen zusammenklauben. Verschiedene Quellen aus verschiedenen Lagern.

    Jetzt wissen wir, dass russische Aerzte in Libyen sind, und dass sie die Aussagen Ihrer Fuehrer 100 % unterstuetzen. Vielleicht sogar 150 %. Ich denke, das sagt mehr uebervorauseilenden Gehorsam und Gedankenzensur aus als ueber die Situation in Libyen...

    Aus welchem Grund sollten die Alliierten Krankenhaeuser und Zivile Bereiche bombardieren? Weil sie Spass am Toeten haben? Weil sie damit Gaddafi schneller schlagen? Damit sie noch schneller die arabische Unterstuetzung verlieren? Es gibt genau Null Gruende, warum sie das machen sollten. Einzige Moeglichkeit sind Kollateralschaeden - die dieser Bericht aber explizit mit seiner Wortwahl "deliberate" ausschliessen will. Wie ein paar russische Aerzte Kollateralschaeden (falls es sie gegeben hat) von "deliberate" Angriffen auf Krankenhaeuser unterscheiden, bleibt dabei schleierhaft (naja, ich hab den Originalartikel nicht gefunden).
    Es bleibt der unschoene Eindruck von "deliberate" Falschinformationen.

    Entfernt wegen Doppelposting. Die Redaktion/lv

  4. Tja, ohne westliche Bodentruppen gehts wohl nicht.
    Na dann weiter mit der Bombardierung und den vielen Toten im Gelände?

    Wie kommt man da wieder heil heraus.
    War die Frau Merkel doch etwa wieder mal fuchsschlau Herr Sarkozy?

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Man liest davon nichts, weil jeder dort so einen "Mist" reinschreiben kann.
    Die Sachen sind in keinster Weise nachvollziehbar. Sollten Sie mehr von russischen Statements in Sachen Libyen lesen, wird Ihnen eine übertriebene Parteilichkeit doch noch auffallen. Interessant ist auch, warum russische Ärzte in Libyen wären? und wann sich Russen einmal für humanitäre Zwecke einsetzten? Untersuchen Sie doch einmal die Beziehungen zw. Russland und Gadhafi.! Machen Sie das mal.

    An die Zeit: Es ist sicherlich sehr schwer zu recherchieren, aber es wäre wirklich interessant, wenn einmal ein Bericht käme, der die ungefähre "Waffenstärke" der beiden Seiten aufzählen könnte, also nicht direkt Waffen, sondern "Kämpfer".

    Somit hätte man einmal einen "Überblick", wie weit die Sache wirklich reicht. Es scheint, dass dort nur einige hundert "Mann" sich gegeneinander bekämpfen, also ein Bataillon.

    Der Kriegsverlauf scheint indessen abhängig zu sein, von der Stimmungslage der westl. "Allianz", was die Sache erst richtig übel macht. Eine halbherzig geführte Mission treibt die Menschen vor allem in eine Richtung, Europa.
    Die Islam-Debatten haben wahrscheinlich noch nicht einmal richtig angefangen.

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    "...Interessant ist auch, warum russische Ärzte in Libyen wären? und wann sich Russen einmal für humanitäre Zwecke einsetzten?..."
    Zunächst habe ich überlegt, den Knopf "bedenklich" zu drücken. Aber ich finde, solch ein dreckiger Rassismus darf nicht unter den Teppich gekehrt werden.
    Ich fürchte allerdings, dass Die Zeit meinen Kommentar löscht.
    @Sternentau: Und wenn die russischen Ärzte einfach in Libyen sind, weil Gadafi bessere Gehälter zahlt als die Heimat? Schließlich ist Libyen - bisher - das Land mit dem höchsten Lebenstandard in Afrika gewesen.

    "...Interessant ist auch, warum russische Ärzte in Libyen wären? und wann sich Russen einmal für humanitäre Zwecke einsetzten?..."
    Zunächst habe ich überlegt, den Knopf "bedenklich" zu drücken. Aber ich finde, solch ein dreckiger Rassismus darf nicht unter den Teppich gekehrt werden.
    Ich fürchte allerdings, dass Die Zeit meinen Kommentar löscht.
    @Sternentau: Und wenn die russischen Ärzte einfach in Libyen sind, weil Gadafi bessere Gehälter zahlt als die Heimat? Schließlich ist Libyen - bisher - das Land mit dem höchsten Lebenstandard in Afrika gewesen.

  6. Der Rebellenhaufen scheint ja bunt zusammengewürfelt zu sein.
    Mit denen kann man wohl keinen Blumentopf gewinnen.
    Solange Gadaffi nicht das Geld ausgeht und seine Soldaten bezahlen kann geht der blutige Zwist weiter.

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