Die Rebellen in Libyen erhalten einem Bericht der New York Times zufolge Unterstützung durch Geheimdienste. Agenten der CIA helfen den Gegnern von Machthaber Muammar al-Gadhafi seit Wochen mit verdeckten Aktionen, wie die Zeitung berichtet. Die Spione kundschaften demnach mögliche Ziele für Luftschläge aus und versuchten überdies, Kontakte zu den Aufständischen zu knüpfen.

Auch "Dutzende" Agenten des britischen Geheimdienstes MI6 und Mitglieder von Spezialkommandos seien in Libyen aktiv, heißt es unter Berufung auf britische Regierungsbeamte. Sie versorgten die britischen Streitkräfte mit Informationen über Ziele für Luftschläge, Stellungen und Bewegungen von Gadhafis Militär. Die Regierung in Washington lehnte es ab, sich zu Geheimdienstmissionen zu äußern.

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Nach den jüngsten Rückschlägen der Aufständischen im Kampf gegen das Regime war innerhalb der Nato ein Streit über mögliche Waffenlieferungen an die Rebellen entbrannt. Während die USA und Großbritannien die UN-Resolution zur Unterstützung des libyschen Volkes so auslegen, dass Waffenlieferungen möglich sind, sprachen sich Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und auch die italienische Regierung klar dagegen aus.

Die Resolution 1970 schließt "die direkte und indirekte Lieferung, den Verkauf und die Übergabe von Waffen oder damit verbundener Materialien jeder Art" aus. Der Beschluss 1973 erlaubt "alle notwendigen Maßnahmen" zum Schutz von Zivilisten in Libyen. Hinzu kommt, dass die UN ihr Embargo gegen die Regierung Gadhafi verhängt haben. In der ostlibyschen Stadt Bengasi existiert jedoch eine Art Nationalrat der Aufständischen, den Frankreich bereits als Übergangsregierung diplomatisch anerkannte.

US-Präsident Barack Obama wollte in einem Interview des Sender NBC Militärhilfe nicht ausschließen. Es gebe nach wie vor keine Entscheidung darüber, die Regimegegner oder irgendeine andere Gruppe in Libyen mit Waffen zu versorgen, sagte Präsidentensprecher Jay Carney. Die USA prüften Optionen für alle Arten von Unterstützung für das libysche Volk.

Seit Mittwoch hat die Nato das Kommando über die Militäraktionen gegen das Regime. Das Militärbündnis setzt auf Grundlage der UN-Resolution eine Seeblockade vor der libyschen Küste durch und überwacht eine Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land. Zudem fliegt die Luftwaffe Angriffe auf Militärstellungen Gadhafis, um die Zivilbevölkerung vor dem nationalen Militär zu schützen. Gadhafis Truppen eroberten trotz der Militäreinsätze des Auslands immer mehr Orte zurück, die Aufständischen mussten immer weiter nach Osten zurückweichen.  Wie der  Nachrichtensender Al-Arabija berichtete, kehrten am Donnerstag bewaffnete Regimegegner in die Küstenstadt Marsa Brega zurück, aus der sie am Vortag von den Regierungstruppen vertrieben worden waren. Oppositionelle sagten, in der Oasen-Stadt Kufra im Süden Libyens seien etliche Offiziere der Chamies-Brigade zu den Aufständischen übergelaufen.

Die Regierung Gadhafis erlitt zugleich einen weiteren personellen Verlust. Überraschend setzte sich Außenminister Mussa Kussa nach Großbritannien ab. Er wolle dem Regime in Tripolis nicht länger dienen, ließ er mitteilen.