Laut mehrerer Berichte ist das Internet in Libyen nicht mehr zu erreichen. Bestätigt wird dies durch Googles Transparency Report, der die Zugriffe auf Google-Dienste für einzelne Länder anzeigt. Seit Freitag sind dort keine Zugriffe mehr verzeichnet.

Auf der dem Osten Libyens vorgelagerten griechischen Insel Kreta begann ein Truppenaufmarsch der westlichen Mächte. Wie griechische Medien und Augenzeugen aus der Region berichteten, liefen bereits zwei große amerikanische Schiffe in der Bucht von Souda ein, darunter der Hubschrauberträger USS Kearsarge. An Bord seien rund 1200 Mann, darunter fast 800 Marineinfanteristen, berichtete der griechische Rundfunk. Das Schiff eignet sich sowohl für Landungsunternehmen als auch für Evakuierungsaktionen.

Zudem sollen im nahegelegenen Flughafen von Souda-Akrotiri Spezialeinheiten aus verschiedenen Nato-Staaten, darunter auch aus Deutschland, angekommen sein. Genaue Zahlen wollte das Verteidigungsministerium in Athen nicht nennen. Einwohner der Region sagten, sie hätten mindestens sechs Transall-Maschinen gesichtet. Schon am Donnerstag waren auf Kreta rund 400 Soldaten aus den USA eingetroffen, hieß es aus diplomatischen Quellen. Die Bucht und der Flughafen von Souda bilden einen der größten Marine- und Luftwaffenstützpunkte des westlichen Militärbündnisses im Mittelmeer.

Nato, EU und USA haben aber deutlich gemacht, dass ein Militäreinsatz gegen Libyen vorerst nicht geplant sei. Allerdings planten die zuständigen Militärs etwa die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen.

Am Samstagnachmittag lief im Hafen Iraklion auf Kreta eine griechische Fähre mit insgesamt 1200 Menschen an Bord ein. Mehr als 800 stammen aus Bangladesch. Die anderen Passagiere kommen aus den Philippinen und Korea. An Bord war auch ein Deutscher, berichtete das griechische Staatsradio. Bis Montag sollten insgesamt 2700 Ausländer aus Libyen auf Kreta ankommen. In der vergangenen Woche waren mehr als 15.000 Chinesen aus Libyen nach Kreta gebracht worden. Sie wurden umgehend mit Sonderflügen in ihre Heimat geflogen.

In Tunesien beteiligte sich die Bundeswehr an einer Evakuierungsaktion des UN-Flüchtlingswerkes UNHCR für Ägypter, die aus Libyen in das Nachbarland geflüchtet waren. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums helfen insgesamt 600 deutsche Soldaten mit drei Schiffen dabei, von der tunesischen Stadt Gabes aus Hunderte Ägypter in den kommenden Tagen in ihr Heimatland zurückzubringen. Auch in Großbritannien halten sich nach offiziellen Angaben Einheiten bereit, um sich bei Bedarf an Hilfs- oder Evakuierungsaktionen zu beteiligen.