Libyen USA wollen mehr als Flugverbotszone
Zur Stunde berät der UN-Sicherheitsrat erneut über Sanktionen gegen Gadhafi. Alle schauen auf die Vetomächte China und Russland. Und in Libyen tobt der Krieg weiter.
Der Westen erhöht seinen Druck auf den Weltsicherheitsrat, Militäraktionen zum Schutz der Zivilbevölkerung in Libyen zu autorisieren. "Wenn Gadhafi siegt, sendet das die klare Botschaft: Gewalt zahlt sich aus", schrieb Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nun auf seiner Facebook-Seite. Er nannte das Vorgehen Gadhafis außerdem ein "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".
Seit dem Mittag tagt der UN-Sicherheitsrat in der Libyen-Frage und wollte noch heute eine Entscheidung verkünden. Frankreich ist Diplomatenkreisen zufolge zuversichtlich, dass eine Flugverbotszone verhängt werden kann. Außenminister Alain Juppe flog eigens nach New York, um vor dem UN-Gremium für ein militärisches Eingreifen zu plädieren. Frankreich habe zusammen mit Großbritannien und dem Libanon einen Resolutionsentwurf vorgelegt, erklärte das Außenministerium in Paris. Der Text sehe eine Ausweitung der Sanktionen und "alle notwendigen Mittel" vor, um die Offensive der Truppen von Gadhafi zu stoppen.
Auch die USA vollzogen unter dem Eindruck der Ereignisse in Libyen einen Sinneswandel und ziehen nun ebenfalls militärische Schritte in Betracht, "die eine Flugverbotszone einschließen und vielleicht auch darüber hinausgehen", wie die Botschafterin Washingtons bei den UN, Susan Rice, formulierte. Auch das US-Verteidigungsministerium ist inzwischen der Ansicht, eine Flugverbotszone werde nicht ausreichen. Die eigentliche Frage sei, ob eine Flugverbotszone der letzte Schritt sei oder die "erste Etappe" einer größeren internationalen Intervention, sagte Luftwaffen-Chef Norton Schwartz. Für die Vorbereitung einer Flugverbotszone benötige die US-Luftwaffe "mindestens eine Woche".
Italien, die frühere Kolonialmacht in Libyen, signalisierte am Donnerstag ebenfalls erstmals Zustimmung, während Deutschland nach wie vor jede bewaffnete Aktion ablehnt. Die Bundesrepublik ist wie die anderen nicht-ständigen Sicherheitsratsmitglieder Indien und Südafrika skeptisch, ob es sich auf einen militärischen Konflikt einlassen soll.
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Die Einsatzpläne der Nato sind offenbar fertig gestellt. Um eine Resolution im Sicherheitsrat zu verabschieden, müssen neun der fünfzehn Mitglieder zustimmen. Die ständigen Ratsmitglieder können außerdem ein Veto einlegen – ob China und Russland von ihrem Recht Gebrauch machen, blieb bis zum Abend offen. Russland hatte erst im Januar 2010 mit Libyen Waffenlieferungen in Höhe von vier Milliarden Dollar vereinbart, ein Geschäft, das noch nicht abgewickelt ist. China war vor Beginn des Volksaufstandes mit mehr als 30.000 Arbeitern in Libyen tätig. Die Chinesen bauten im Auftrag Gadhafis eine neue Eisenbahntrasse an der Küste sowie mehrere gigantische Wohnsiedlungen im Gesamtwert von mehr als zehn Milliarden Dollar.
Die libysche Führung drohte für den Fall eines militärischen Eingreifens des Auslands mit Angriffen auf den Luft- und Seeverkehr im Mittelmeer. "Jeder ausländische militärische Einsatz gegen Libyen wird den Luft- und Seeverkehr im Mittelmeer gefährden", sagte ein Sprecher des libyschen Verteidigungsministeriums nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Jana. Jedes "bewegliche Element", egal ob ziviler oder militärischer Herkunft, werde dann Ziel einer "libyschen Gegenoffensive" sein.
Wie der Sprecher der Aufständischen, Mustafa Gheriani, erklärte, haben Gadhafis Kampfflugzeuge am Morgen den Flughafen von Bengasi sowie angrenzende Wohngebiete bombardiert. Über die Zahl der Opfer gab es bis zum Nachmittag keine gesicherten Informationen. Ansonsten aber sei die Lage ruhig.
Gadhafi kündigte für den Abend eine Offensive seiner Regierungstruppen in Bengasi an. Diejenigen, die ihre Waffen niederlegen würden, würden verschont, sagte Gaddafi in einer vom libyschen Fernsehen übertragenen Audiobotschaft. Das Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, die Armee habe die "entscheidende Schlacht" um die drittgrößte libysche Stadt Misrata gewonnen und stehe "vor den Toren von Bengasi".
Rebellensprecher Gheriani bezeichnete die Nachricht vom unmittelbaren Eintreffen der Regierungstruppen als "Propagandalüge". Nach seinen Angaben haben die Regimegegner einen der eingesetzten Kampfjets über Bengasi abgeschossen. Auch die strategisch wichtige Stadt Adschabija, die letzte Ortschaft vor Bengasi, sei nach wie vor in der Hand der eigenen Kämpfer. Während der Gefechte am Vortag jedoch seien "zahllose Zivilisten" getötet worden.
An den Weltsicherheitsrat appellierte Gheriani, endlich eine Flugverbotszone einzurichten sowie Panzer und Artillerie Gadhafis zu bombardieren. "Worauf warten sie noch – Gadhafi führt Krieg gegen seine eigenes Volk", sagte er. Die Bewohner seien den Kriegswaffen des Diktators völlig hilflos ausgeliefert, "es ist wie Tontaubenschießen".
Derweil rüsten sich Hilfsorganisationen an der libysch-ägyptischen Grenze auf einen Massenansturm von Flüchtlingen. In den vergangenen Tagen waren bereits zahlreiche Autos mit Familien aus Tobruk, Al-Baida und Bengasi zur Grenze gekommen, um sich auf ägyptischem Territorium in Sicherheit zu bringen. Bislang campieren rund 3000 Afrikaner nahe der Grenzstation, die meisten haben keine Papiere. Sie dürfen jedoch nicht weiter nach Ägypten einreisen, auch weil Kairo unter ihnen ehemalige Söldner Gadhafis vermutet. Das Internationale Rote Kreuz und die Organisation Ärzte ohne Grenzen haben ihr Personal in den letzten Tagen aus Bengasi abgezogen.
- Datum 17.03.2011 - 16:56 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/vv
Nachdem der Tschad vor zwei Wochen Gaddafi mit 100 millitärischen Fahrzeugen unterstützte, macht sich "der Westen" offenbar ernsthafte Gedanken, über wirkungslose Appele und Sanktionen mit eher langfristigen Wirkungen, hinauszugehen.
Ich bin für eine millitärische Intervention weil ich annehme, dass viele der Aufständischen junge und intelligente Menschen sind, die zu recht in einer besser Umgebung aufwachsen wollen.
Westerwelle handelt, wie ich finde, kalt und berechnend.
(Ja eine millitärische Intervention ist nicht das Aufstellen eines Verkehrsschildes - gut erkannt.)
.. liberal, denn sonst würde er sich liberalen Grundwerten verpflichtet fühlen. Und zu denen gehört der Kampf für Freiheit und Demokratie. Ghaddafi lacht sich tot über unseren Außenminister ... Ich finde die deutsche Haltung peinlich und beschämend. Und die Kanzlerin regiert ganz auf Stillstand ... Sie ähnelt immer mehr ihrem Ziehvater Kohl, der sich auch nicht mehr vom Fleck bewegt hat.
Es kotzt mich richtig an, dass wegen solcher Politiker Menschen sterben müssen. Ja, Japan ist ein wichtiges Thema, nur der Natur haben wir nichts entgegenzusetzen, einem Diktator namens Ghaddafi schon ...
Wenn sie die Tatenlosigkeit ankotzt, dann melden sie sich doch als Freiwilliger bei einem der Kriegsparteien (die libyschen Aufständischen sind über jeden Helfer froh).
Es ist immer leicht nach Krieg zu rufen, wenn ihn die anderen führen müssen.
....fliegen und die Kollateralschäden auf die deutsche Kappe nehmen? Sie wollen deutsche Stiefel auf libyschen Boden stellen? Nur interessehalber.
Es ist schon schön zu sehen wie Westerwelle auf der internationalen politischen Bühne sein ganzes Können unter Beweis stellt. Es wäre schöner gewesen, wenn er dem Bürger diese Blamage erspart hätte. Aber wie es immer ist: aus dem Nichts kommt nichts.
Die USA, Großbritannien und Frankreich - auch Italien - haben Oel-Interessen in Libyen. Deutschland nur geringfügig.
Es geht hier nicht um Menschenrechte sondern um handfeste Wirtschaftsinteressen. Gadhafi hätte viel mehr Oel fördern können, hat er aber nicht, weil er die Oelreserven des Landes schonen wollte.
Wann ist es denn jemals bei militärischen Einsätzen um Menschenrechte gegangen ??
In der Politik werden Interessen verfolgt. Menschenrechte sind da nur Sprechblasen fürs Volk.
Wenn Deutschland militärisch mit eingreift, bleiben nur die Kosten an Deutschland hängen incl. möglicher Entschädigungszahlungen für evtl. zu Schaden gekommene Zivilisten. (s. Afghanistan)
Den Profit streichen die Anderen ein.
Darum : Kein deutscher Soldat sollte jemals libyschen Boden betreten.
Westerwelle hat recht. Hoffentlich fällt die Bundesregierung nicht wieder um.
Wenn sie die Tatenlosigkeit ankotzt, dann melden sie sich doch als Freiwilliger bei einem der Kriegsparteien (die libyschen Aufständischen sind über jeden Helfer froh).
Es ist immer leicht nach Krieg zu rufen, wenn ihn die anderen führen müssen.
....fliegen und die Kollateralschäden auf die deutsche Kappe nehmen? Sie wollen deutsche Stiefel auf libyschen Boden stellen? Nur interessehalber.
Es ist schon schön zu sehen wie Westerwelle auf der internationalen politischen Bühne sein ganzes Können unter Beweis stellt. Es wäre schöner gewesen, wenn er dem Bürger diese Blamage erspart hätte. Aber wie es immer ist: aus dem Nichts kommt nichts.
Die USA, Großbritannien und Frankreich - auch Italien - haben Oel-Interessen in Libyen. Deutschland nur geringfügig.
Es geht hier nicht um Menschenrechte sondern um handfeste Wirtschaftsinteressen. Gadhafi hätte viel mehr Oel fördern können, hat er aber nicht, weil er die Oelreserven des Landes schonen wollte.
Wann ist es denn jemals bei militärischen Einsätzen um Menschenrechte gegangen ??
In der Politik werden Interessen verfolgt. Menschenrechte sind da nur Sprechblasen fürs Volk.
Wenn Deutschland militärisch mit eingreift, bleiben nur die Kosten an Deutschland hängen incl. möglicher Entschädigungszahlungen für evtl. zu Schaden gekommene Zivilisten. (s. Afghanistan)
Den Profit streichen die Anderen ein.
Darum : Kein deutscher Soldat sollte jemals libyschen Boden betreten.
Westerwelle hat recht. Hoffentlich fällt die Bundesregierung nicht wieder um.
Deutschlands Regierung geschämt habe.
Wenn Amerika, England und Frankreich das Herz in die Hand nehmen und Lybien helfen, hoffe ich, dass Deutschland anschließend kein Tropfen Öl aus Lybien bekommt!
Ich würde mich für das lybische Volk sehr freuen und selbst sehr begrüßen, wäre der Diktator abgesetzt und eine gewählte, periodisch wechselnde Volkspräsentation an der "Macht".
Die Aufständischen sind sehr geschwächt, aber sollte der UN-Sicherheitsrat grünes Licht geben und binnen einer Woche die Flugverbotszone um-und durchgesetzt werden, so wäre die Frage, ob die Aufständischen damit bereits zurechtkämen, geschwächt wie sie sind. Ich kann mir das nicht vorstellen.
Ich sehe für sie höchstens eine Chance, würde man die potenzielle Flugverbotszone zu einem Luftkrieg mit gezielten Angriffen auf Panzer, schweres Gerät und Stellungen sowie Flughäfen umwandeln.
Dabei würden allerdings mehr als nur militärische Mobilien und Immobilien zerstört werden. Was, wenn sich die Regierungstruppen in der Stadt verbarikadieren. Soll man die auch bombardieren?
Gesetz des Falles, es wäre möglich, den Krieg ohne große Opfer unter den Zivilsten zu gewinnen, wer bezahlt den Wiederaufbau?
Die nächste Frage, eine ethische, soll man ein Volk unter den Fängen einen Diktators belassen, unter dem keine oder wenige Menschen getötet werden oder interventieren und die Gefahr von möglichen hunderttausenden von Opfern eingehen?
Die nächste Frage ist, wie man dann dem König von Bahrain entgegen treten soll, der auf sein Volk ebenfalls schießen lässt.
Wer bezahlt den Wiederaufbau?
Gaddafis Vermögen wird auf 150$ Mrd geschätzt und Libyen ist der ölreichste Staat Afrikas und hat gute 6 Mio Einwohner.
Das eingefrorene Geld in Deutschland, England und Amerika soll nach dem Sturz Gaddafis dem libyschen Volk zurückgegeben werden. Durch den Ölverkauf würde doch auch wieder Geld nach Libyen überwiesen.
Ich hoffe, dass es so geschieht.
Aussitzen. Das beherrscht unsere Regierung perfekt. Aussitzen und dann die Meinung der Mehrheit aufgreifen. Ändert sich diese Mehrheit, ändert diese Regierung die Ihrige.
Ekelhaft!
Der Wiederaufbau ist auch ein Geschäft...
Antwort auf Ihre Frage:
"Wer bezahlt den Wiederaufbau"
Der Michel bezahlt ihn.
:-OO
Gruß Max Stockhaus
Wer bezahlt den Wiederaufbau?
Gaddafis Vermögen wird auf 150$ Mrd geschätzt und Libyen ist der ölreichste Staat Afrikas und hat gute 6 Mio Einwohner.
Das eingefrorene Geld in Deutschland, England und Amerika soll nach dem Sturz Gaddafis dem libyschen Volk zurückgegeben werden. Durch den Ölverkauf würde doch auch wieder Geld nach Libyen überwiesen.
Ich hoffe, dass es so geschieht.
Aussitzen. Das beherrscht unsere Regierung perfekt. Aussitzen und dann die Meinung der Mehrheit aufgreifen. Ändert sich diese Mehrheit, ändert diese Regierung die Ihrige.
Ekelhaft!
Der Wiederaufbau ist auch ein Geschäft...
Antwort auf Ihre Frage:
"Wer bezahlt den Wiederaufbau"
Der Michel bezahlt ihn.
:-OO
Gruß Max Stockhaus
es Demokratiebewegungen, die unterdrückt werden, sollen wir nachhelfen?
Der Iran ist kein Vorzeigeobjekt, aber demokratisch besser als diese Staaten und Israel, welches ein ganzes Volk terrorisiert.
Ich bin gegen eine Intervention. Möglicherweise ist sie zu spät, die Rebellen hätten wohl keine Chance mehr. Aber wer möchte schon ein weiteres Irak? Nun, im Irak gab es keine solchen Aufstände und er hat auch mehr Einwohner, aber es ist vorstellbar, dass ähnliche Zustände auftreten.
Falls man sich für eine Flugverbotszone entscheiden sollte, muss man sich fragen lassen, warum wir in Bahrain wegsehen und wieso man die Diktaturen am Golf bisher stützte und tollerierte.
Die USA sind heuchlerisch. Sie kooperieren mit diesen Staaten obwohl sie (so auch die Irakkriegsbegründung) angeblich nur Demokratie und Freiheit verbreiten wollten.
Nicht anders war es im Iran. Der Schah Persiens wurde gestürzt wie es die Ägypter getan haben, denn er soll ein Gewaltherrscher und Unterdrücker gewesen sein, aber die USA haben ihn unterstützt und wieder eingesetzt. Nach dem zweiten Sturz durch das iranische Volk entstand die Regierung, die dem USA - Deutschland eigentlich überhaupt nicht - sehr abgeneigt ist.
Nicht verwunderlich, wollten die Amerikaner Zwecks Öl einen ihnen zugeneigten Herrscher im rohstoffreichen Iran wissen.
Man sollte sich von den USA fern halten. Nur wir Europäer können noch handeln, die USA sind als Partner eine einzige Belastung (Stichwort Afg)
Gruß
dabei gibt es zur Zeit gar keinen Grund zum Lachen.
Wir sind Ghadafis Schergen gegenüber völlig gleichgültig.
Menschenrechtsverletzungen sind der kanzlerin egal.
Eine traurige Regierung
... irgendwelche Hirngespinste, was der Westen angeblich dort will. Öl wurde schon vorher gefördert und exportiert.
Es sind die Libyer selbst, die Ghaddafi ein- für allemal loswerden wollen. Sie haben über 40 Jahre still gelitten, und der Mann ist mehr als skrupellos.
Es wäre schon viel gewonnen, wenn Deutschland, wenn es sich denn nicht aktiv beteiligen kann oder will, zumindest die No-Fly-Zone und ein aktives Eingreifen nicht verhindern würde.
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