Unruhen Syriens Führung kündigt Reformen an
Der syrische Präsident al-Assad kündigt an, die Aufhebung des Ausnahmezustands zu prüfen. Der Opposition reicht das nicht, sie ruft zu neuen Protesten auf.
Nach tagelangen Unruhen und blutigen Übergriffen der Sicherheitskräfte hat die syrische Führung umfassende Reformen angekündigt. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad "prüft Mittel und Wege, um den Ausnahmezustand zu beenden", erklärte Präsidentensprecherin Buthaina Schaaban auf einer Pressekonferenz in Damaskus. Der Ausnahmezustand gilt in Syrien seit 1963.
Auch die Einführung eines Gesetzes, das die Gründung von politischen Parteien ermöglicht, werde erwogen. Eine Kommission werde die blutigen Vorfälle in der südlichen Provinz Daraa untersuchen und dabei "die Anliegen der Bürger anhören". Die Sprecherin von Präsident Baschar al-Assad sagte, die Forderungen Demonstranten seien "legitim, sie sind die Forderungen aller Syrier".
Schaaban versprach außerdem nicht weiter konkretisierte Lohnerhöhungen, eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Staatsbediensteten und Maßnahmen zum Kampf gegen die Korruption. Die Forderungen der Demonstranten in Daraa bezeichnete sie als "legitim". Die syrische Opposition wies die Ankündigung als nicht ausreichend zurück.
Nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe nahmen die Behörden einen bekannten Regierungskritiker fest. Der Menschenrechtler Masen Darwisch sei nach einem Verhör am Mittwoch nicht mehr auf frei gelassen worden. Syrische und ausländische Menschenrechtsorganisationen berichteten zudem von zahlreichen Festnahmen, amnesty international veröffentlichte eine Liste mit 93 Menschen, die seit Beginn des Monats festgenommen wurden. Es sei aber davon auszugehen, dass die wahre Zahl der Festnahmen sehr viel höher liege.
Präsidentensprecherin Schaaban wiederholte die schon früher vom Regime vorgebrachte Behauptung, dass "bewaffnete Banden" die Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften provoziert hätten. Beweise für diese Behauptung liegen bislang nicht vor.
Die Ankündigung erfolgte nur einen Tag nach den blutigen Zusammenstößen in der Provinz Daraa, wo rund 20.000 Menschen für demokratische Reformen demonstriert hatten. Dort waren nach Darstellung der Opposition am Vortag mindestens 80 Menschen getötet worden, als Sicherheitskräfte das Feuer auf Demonstranten eröffnet hatten. Alle Opfer wiesen Schusswunden auf, hieß es in ersten Berichten.
- Datum 24.03.2011 - 19:25 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle dpa, AFP, Reuters
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





um die zehn Jahre alt von Polizisten wegen
Fresko-Freiheitsparolen festgenommen wurden
und trotz Protesten der Bevölkerung nicht
mehr auf freien Fuss gesetzt worden sind.
Dies ist der Anfang vom Ende Assads auch
wenn die europäischen Staaten ihm Asylanten
routinemässig zum Abschöpfen anlieferten und auch sonst mit Assad eng kooperierten.
Man schaue sich diese Ordnung und Selbstgewissheit an: http://www.youtube.com/wa...
Wer hätte es damals gewagt, dem Inbegriff der kollektiven Organisiertheit, dem bestorganisierten System aller menschlichen Systeme, die Zukunftsfähigkeit abzusprechen? Niemand, der klar denken konnte! Vielleicht hofft Assad darauf, dass seine Landsleute eine andere menschliche Natur haben? Vielleicht hat er recht. Aber was, wenn er sich irrt? Dafür hat er keine Pläne. Assad und Kollegen saßen möglicherweise die ganze Zeit auf einem Pulverfass. Jetzt ist der Chaos mit all den eigenwilligen dynamischen Prozessen und unvorhersehbaren Kettenreaktionen da. Ihr Ausgang - ungewiss.
Wie ist es möglich, dass bei jeder Demonstration in den arabischen Länder immer unbewaffnete Zivilisten sterben? Auch noch von den eigenen Leuten? Ist ein Menschenleben in diesen Ländern so niedrig angesetzt, dass eigene Polizisten einfach draufhalten ? Welcher Skandal als in Stuttgart ein Demonstrant am Auge verletzt wurde...
Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich und differenziert. Danke. Die Redaktion/wg
Wahrscheinlich werden es Reformen sein, die der Assad-Sippe noch mehr Macht und Brutalitaet erteilen und erlauben. Reformen, die die geerbte, zu vererbende und auf ewig zielende Alleinherrschaft Assad auf keinen Fall in Frage stellen duerfen.
Assad jr. hat - genau wie sein Vater, der in den achtziger Jahren mit Panzern und schwerer Artillerie auf Demonstranten schiessen liess und dabei einen kompletten Stadtviertel in Schutt und Asche legte - auf harmlose Demonstranten schiessen lassen und dabei 200 von denen toetete.
Bislang haben sich die arabischen Despoten mehr oder weniger die gleiche Rhetorik bedient. Es war eine Rhetorik der Luegen und Taeuschung.
Fuer Assad hat der count down begonnen. An Machterhalt zu denken waere daher eine Zeitvergeudung. Er sollte, die ihm noch verbliebene Zeit fuer das Nachdenken an einer Flucht nach Lateinamerika.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren