Proteste in Syrien Syrische Einsatzkräfte schießen erneut auf Demonstranten

In mehreren syrischen Städten haben Tausende gegen die Staatsgewalt protestiert. In Daraa im Süden des Landes erschossen Sicherheitskräfte erneut Demonstranten.

"Daraa ist Syrien" riefen hunderte von Demonstranten in der syrischen Hauptstadt Damaskus. In Daraa waren zahlreiche Regimegegner erschossen worden.

"Daraa ist Syrien" riefen hunderte von Demonstranten in der syrischen Hauptstadt Damaskus. In Daraa waren zahlreiche Regimegegner erschossen worden.

In der Nähe der südsyrischen Stadt Daraa haben Regierungskräfte erneut auf Demonstranten geschossen. Ein Aktivist berichtete der Nachrichtenagentur AFP, es habe sich um Teilnehmer eines Demonstrationszuges gehandelt, der in Richtung Daraa marschiert sei. 

Zur Zahl der Opfer liegen noch keine gesicherten Angaben vor. Mindestens 20 Menschen seien getötet worden, berichtete ein Augenzeuge dem Sender Al Jazeera. Die Opposition sprach auf ihren Websites von 23 Toten und 140 Verletzten. Sie warnte Aktivisten in der Provinz Daraa davor, die Verletzten ins örtliche Krankenhaus zu bringen. Dieses werde von den Sicherheitskräften kontrolliert.

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Aus den umliegenden Dörfern hatten sich Tausende Menschen in einem Protestmarsch auf den Weg nach Deraa gemacht, berichteten Augenzeugen. Sie wollten der mehr als hundert Menschen gedenken, die zwei Tage zuvor bei einem Einsatz der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in der Stadt getötet worden waren.

Die Demonstranten fordern überdies einen demokratischen Wandel im Land, das seit mehr als 40 Jahren von der Familie Assad autoritär regiert wird. Sie skandierten auch Parolen gegen den Bruder al-Assads, den Oberkommandierenden der Republikanischen Garde. "Maher, Du bist ein Feigling", riefen Tausende in Daraa.

Auch in Damaskus waren Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um ihre Solidarität mit den in Daraa getöteten Menschen zum Ausdruck zu bringen. "Wir opfern unser Blut, unsere Seele für Euch in Daraa", riefen sie in Sprechchören. Drei Demonstrationen wurden aufgelöst, Dutzende Regierungsgegner festgenommen. Gleichzeitig fuhren rund 1000 Anhänger des syrischen Präsidenten mit ihren Autos durch Damaskus, um Stimmung für den Staatschef zu machen.

Die Präsidentenberaterin Buthaina Schaaban hatte am Donnerstag ein Reformpaket versprochen. Man wolle die Verabschiedung eines neuen Parteiengesetzes vorantrieben und die Beendigung des seit 1963 geltenden Ausnahmezustandes prüfen, sagte Schaaban. Außerdem solle es künftig keine willkürlichen Verhaftungen mehr geben.

Die Opposition reagierte skeptisch auf die Reformankündigung des Präsidenten. Echte Reformen seien nicht zu erwarten, hieß es in den Internet-Foren der Regimegegner. "Das ist nicht genug, wir wollen Würde und Freiheit", sagte ein Aktivist am Freitag am Rande einer Beerdigung in Daraa.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy rief Syrien auf, den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten zu beenden. "Jeder Staatsführer, insbesondere jeder arabische Staatsführer, muss wissen, dass die Reaktion der internationalen Gemeinschaft und Europas fortan dieselbe sein wird", sagte Sarkozy am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. "In jeder Demokratie gibt es Demonstrationen, und dabei kann es zu Gewalt kommen. Aber in keiner Demokratie kann es hingenommen werden, dass die Armee mit scharfer Munition auf Demonstranten schießt."

Leser-Kommentare
  1. der soll sich die Leichen seiner zivilen Bombenopfer in Lybien ansehen damit ihm richtig schlecht wird dem Möchtegern-Napoleon

  2. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

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    Es spricht für ZEIT-Online, daß hier auch BILD-Leser ihre Meinung veröffentlichen können.

    • luro
    • 26.03.2011 um 7:56 Uhr

    schlimmer gehts nimmer

    Es spricht für ZEIT-Online, daß hier auch BILD-Leser ihre Meinung veröffentlichen können.

    • luro
    • 26.03.2011 um 7:56 Uhr

    schlimmer gehts nimmer

  3. Korruption, aber es kann nicht hingenommen werden, daß ein Staatschef von Ghaddafi seine Wahlkampagne finanzieren läßt, und daß seine Außenministerin, die mittlerweile ausgetreten ist, von Bin Ali ihre finanziert. Sarkozy braucht keine Fingerzeigen zu erheben, denn der König ist nackt! Seine Kolonialsprechweise ist einfach ekelhaft.

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  4. "Sozial" heißt nicht automatisch "autoritär". Ihre "Argumentation" zeigt Ihr Unwissen. Denn was die Linkspartei will, wissen Sie nicht. Sie will zuallerst keinen ewig wachsenden Neoliberalismus.

    Aber was hat der Artikel überhaupt zutun mit der Linkspartei?? Betreiben Sie Wahlkampf für die BaWü Landtagswahlen?

  5. Wir sollten Syrien sofort bombardieren und für deutsche Ordnung sorgen. Dann können wir uns auch gleich die anderen Länder vornehmen die drumherum liegen. Von denen könnte ja auch ne Gefahr ausgehen. Und wenn wir grade dabei sind setzen wir uns genehme Diktatoren ein und die Sklaverei ein. Wat mut dat mut.

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    da gibt's doch kein Öl ?

    da gibt's doch kein Öl ?

    • Zenj
    • 25.03.2011 um 19:08 Uhr

    Ist das wirklich die Meinung der internationalen Gemeinschaft und Europas? Wenn die bislang hofierten Tyrannen nun nicht spuren werden sie einfach ausgebombt. Na Waffen und Munition sind ja genug vorhanden...
    - Wer trifft eigentlich die Entscheidungen. Immer muss ich, auch in der Zeit, lesen, Deutschland enthält sich, Deutschland greift ein, Deutschland ist doof. Wer ist denn dieser Deutschland. Ich jedenfalls nicht. Westerwelle? Na nicht allein, die Merkel und noch paar Figuren? Auf jeden Fall nur eine Handvoll Individuen. Desgleichen beim 'Weltsicherheitsrat', da beschliessen Einzelne über Krieg und Frieden - und später war's ich wieder gewesen ....

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    • dacapo
    • 25.03.2011 um 19:10 Uhr

    Sonst noch alles in Ordnung?

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