Unruhen In Syrien wird wieder demonstriert
Trotz Blutvergießens: Die Proteste gegen die Staatsmacht nehmen kein Ende. Demonstranten sollen in Daraa ein Regierungsgebäude in Brand gesetzt haben.
Einen Tag nach der blutigen Niederschlagung von Protesten in Syrien sind in der Stadt Daraa im Süden des Landes erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Wie schon in den vergangenen Tagen verlangten sie politische Reformen und bürgerliche Freiheiten.
Nach Informationen der oppositionellen Facebook-Seite "Youth Syria for Freedom" setzten Demonstranten in Daraa ein Gebäude der regierenden Baath-Partei in Brand, es sollen Teilnehmer einer Trauerfeier für einen getöteten Demonstranten gewesen sein. Darüber hinaus liefen in Daraa stationierte Armee-Offiziere zu den Regimegegnern über. Diese Angaben konnten zunächst jedoch nicht bestätigt werden.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters haben syrische Sicherheitskräfte zwei Demonstranten getötet, als diese versuchten, ein Regierungsgebäude in der Hafenstadt Latakia anzuzünden.
Das Regime in Damaskus verschwieg die blutigen Unruhen weitgehend. Journalisten wurde der Zugang zu den Orten der Demonstrationen verwehrt. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete lediglich, dass am Vortag "bewaffnete Gruppen" eine Offiziersmesse in Homs und ein Armeehauptquartier in Al-Sanamien bei Daraa angegriffen hätten. In Homs sei eine Person, in Al-Sanamien seien "mehrere Bewaffnete" getötet worden.
In Damaskus trat indes die Führung der Baath-Partei, der Regierungspartei, zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen zusammen. Das staatliche Fernsehen kündigte an, dass "einige wichtige Entscheidungen" bevorstünden. Darunter fielen die Freilassung weiterer politischer Gefangener und eine Regierungsumbildung. Bereits am Donnerstag hatte eine Sprecherin von Präsident Baschar al-Assad politische Reformen in Aussicht gestellt, darunter die Öffnung in Richtung eines Mehrparteiensystems.
Die syrischen Behörden entließen in den vergangenen Tagen mehr als 200 politische Häftlinge aus den Gefängnissen, die meisten von ihnen Islamisten, berichteten Menschenrechtsaktivisten. Die Zahl der aus politischen Gründen inhaftierten Menschen gehe allerdings in die Tausende, fügten sie hinzu.
Am Freitag hatten Sicherheitskräfte in Al-Sanamien nach Angaben der Opposition 23 Demonstranten erschossen. Die südliche Provinz Daraa ist der Brennpunkt der seit einer Woche dauernden Proteste in Syrien. Nach Angaben von Amnesty International haben die syrischen Sicherheitskräfte in dieser Zeitspanne dort insgesamt 55 Menschen getötet. Nach dem Freitagsgebet war es erstmals auch in anderen Städten Syriens zu größeren Kundgebungen für Freiheit und Reformen gekommen. Auch dabei wurden nach Oppositionsangaben bis zu 17 Menschen getötet.
EU-Außenministerin Catherine Ashton verurteilte die gewaltsame Unterdrückung der Proteste. Sie forderte die Regierung auf, Reformen einzuleiten und in einen Dialog mit dem Volk zu treten. Die UN-Menschenrechtsbeauftragte Navi Pillay warnte die Regierung vor einer "Abwärtsspirale von Wut, Gewalt, Töten und Chaos", wenn sie berechtigte Forderungen nach Grundrechten weiter unterdrücke.
- Datum 26.03.2011 - 17:30 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 13
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verhalten gedenkt?!
Immerhin ist Syrien in unmittelbarer Nachbarschaft, und dort erstreben gleichwertig den Aufständischen in Libyen die Bürger eine freie Gesellschaft.
Also Erdogan, wie nun?
Ich hoffe Deutschland setzt sich diesmal mit seinen Boykottvorschlägen im UN-Sicherheitsrat, sofern es diesem überhaupt um Demokratie in Arabien geht, durch.
Die Chance dazu besteht, denn Syrien ist für die USA und GB nicht so interessant, um militärisch einzugreifen. Und für Frankreich gibt es dort eh nichts zu holen.
Sagen sie doch endlich, dass sie gerne die Arabischen Diktaturen an der Macht behalten möchten! (Dass dürfen sie, WIR haben die Meinungsfreiheit schon.)
Aber nur so eine Frage: Ist es denn wirklich so schwer, anderen die Freiheiten die man selbst hat, zu gönnen und zuzugestehen?
Sagen sie doch endlich, dass sie gerne die Arabischen Diktaturen an der Macht behalten möchten! (Dass dürfen sie, WIR haben die Meinungsfreiheit schon.)
Aber nur so eine Frage: Ist es denn wirklich so schwer, anderen die Freiheiten die man selbst hat, zu gönnen und zuzugestehen?
Die damals ohne Grund verschleppten und ins Gefaengniss, ohne ein faires Gerichtsverfahren, gesteckten, sollen nun, als Geste des guten Willens, entlassen werden. Wen versucht der letzte Diktator zu verhoenen? Die entlassenen sassen bereits dreiviertel ihrer Haftstrafe ab und waeren somit ohne diese "Begnadigung" nach Hause gegangen.
Assad tate gut daran, wenn er sich auf eine lange Aufenthalt in Lateinamerika einstellt und entsprechend handelt. Immerhin besser als der Tod. Es tut mir leid, aber so ist es bei den Arabern mit der Blutrache.
Aus oben genannten Ländern hören wir keine Nachrichten mehr, jedenfalls nicht auf dem offiziellen Weg. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
einer blutigen Rache aussetzen.
Schon als Rache für das Massaker von Hama.
Al-Assad wird nicht so glimpflich wie Mubarak davonkommen.
den hiesigen Kommentatoren findet, wie es Libyen genießt.
Auch in Syrien verlieren Menschen ihr Leben auf der Suche nach einem demokratischen System, aber es scheint kaum einen ´zu kratzen´.
Wo sind nur die ganzen Kriegsbefürworter hin, die so vehement gegen Deutschlands Enthaltung im UN-Sicherheitsrat das Wort führten? Wo ist die ganze Befreiungsrhetorik geblieben, die den libyschen Krieg so gerecht machen soll?
Fragen über Fragen.
Aber was soll der Unsinn, den sie da in Bezug auf Libyen verzapfen, mit Syrien zu tun haben?
Wie dem auch sei, es ist den Syrern zu wünschen, dass auch sie sich in eine bessere Zukunft bewegen.
Allerdings ist es wohl illusorisch anzunehmen, dass unser kompetenter Westerwelle vielleicht hier einmal unterstützend eingreift?
(Liebe Zeit, ich vermisse einen Kommentar über unseren hilf- und sprachlosen Außenminister)
Aber was soll der Unsinn, den sie da in Bezug auf Libyen verzapfen, mit Syrien zu tun haben?
Wie dem auch sei, es ist den Syrern zu wünschen, dass auch sie sich in eine bessere Zukunft bewegen.
Allerdings ist es wohl illusorisch anzunehmen, dass unser kompetenter Westerwelle vielleicht hier einmal unterstützend eingreift?
(Liebe Zeit, ich vermisse einen Kommentar über unseren hilf- und sprachlosen Außenminister)
@Hräswelger
Auch wenn Gaddafi-Supporter es nicht erkennen: 'kontextorientiert' heisst die Devise
Schliesslich wurde in Tunesien und Aegypten auch nicht eingegriffen, weil die Umstaende dort anders waren.
Interessanter ist eher, wer in Deutschland alles Probleme mit den Demokratiewellen in Arabien hat. Wenns drauf ankommt, versagen viele.
Die syrischen Demonstranten werden sich bestimmt dafür bedanken, daß hier ´kontextorientiert´abgewogen wird. Ein sehr schwammiger Begriff.
Manche sagen auch, man legt es sich, wie man es braucht!
Die syrischen Demonstranten werden sich bestimmt dafür bedanken, daß hier ´kontextorientiert´abgewogen wird. Ein sehr schwammiger Begriff.
Manche sagen auch, man legt es sich, wie man es braucht!
"Trotz Blutvergießens: " ?
oder doch eher WEGEN Blutvergießens.
Es ist zu hoffen, dass die Völker im Nahen Osten gerade die Obrigkeits-Hörigkeit verlernen.
Aber was soll der Unsinn, den sie da in Bezug auf Libyen verzapfen, mit Syrien zu tun haben?
Wie dem auch sei, es ist den Syrern zu wünschen, dass auch sie sich in eine bessere Zukunft bewegen.
Allerdings ist es wohl illusorisch anzunehmen, dass unser kompetenter Westerwelle vielleicht hier einmal unterstützend eingreift?
(Liebe Zeit, ich vermisse einen Kommentar über unseren hilf- und sprachlosen Außenminister)
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