Zwangsumerziehung Chinas Polizei deportiert tibetische Mönche

Ab zur "patriotischen Umerziehung": Chinesische Polizisten haben ein tibetisches Kloster gestürmt. Mehr als 300 Mönche sollen abtransportiert worden sein.

Chinas Regierung hat bestätigt, dass es jüngst schwere Zwischenfälle im tibetischen Kloster Kirti in Südwestchina gegeben hat. "Einige wenige Mönche haben schon längere Zeit die soziale Ordnung schwer gestört", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Hong Lei, in Peking. Die Regierung des Kreises Ngaba (Provinz Sichuan) habe für das Kloster eine "kollektive Rechtserziehung" angeordnet. Das Vorgehen sei notwendig, "um die normale religiöse Ordnung zu wahren".

Auf exiltibetische Berichte, wonach bei der Erstürmung des Klosters in der Nacht zum Freitag zwei Menschen ums Leben gekommen seien, ging der Sprecher nicht ein. Nach Angaben von exiltibetischen Organisationen wurden mehr als 300 Mönche gewaltsam an einen unbekannten Ort abtransportiert, um eine "patriotische Umerziehung" über sich ergehen zu lassen.

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Zahlreiche meist ältere Menschen hätten versucht, die Mönche zu schützen und Blockaden gebildet, um Polizisten, Soldaten und Funktionäre daran zu hindern, in das Kloster einzudringen. Sie seien auch gewaltsam entfernt und in vier Armeelastwagen weggebracht worden, berichtete die Organisation Free Tibet. Dabei seien ein 60-jähriger Mann und eine 65-jährige Frau ums Leben gekommen. Ihre Todesursache habe bislang nicht unabhängig geklärt werden können.

Einige jüngere Teilnehmer an der Blockade seien noch in Haft, während Ältere freigelassen worden seien. Free-Tibet-Direktorin Stephanie Brigden äußerte ihre "tiefe Sorge" über das Schicksal der fortgebrachten Mönche und Demonstranten.

Seit Mitte März gibt es Unruhen in Ngaba, nachdem sich ein Mönch des Klosters selbst verbrannt hatte. Schon Mitte April hatten chinesische Sicherheitskräfte vergeblich versucht, in das Kloster einzudringen, um Mönche zwischen 18 und 40 Jahren zur Umerziehung abzuholen. Damals wurden mehr als 2000 Mönche zeitweise völlig von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem Sicherheitskräfte das Kloster eingekesselt und belagert hatten.

Die Lage in Ngaba ist seit dem Volksaufstand in Lhasa und vielen anderen tibetisch bewohnten Gebieten vor drei Jahren angespannt. Die kommunistische Volksbefreiungsarmee war 1950 in Tibet einmarschiert. Das größte Hochland der Erde wurde in der Folge der Volksrepublik einverleibt. Seither wehren sich viele Tibeter gegen die Fremdherrschaft der Chinesen.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Überall auf der Welt scheinen ja Revolte zu geben, sicherlich sind die westlichen Staaten nicht ganz unschuldig dabei. Hier Geld für die Opposition geben, dort Waffen verteilen, die Liste wird sich beliebig lang fortsetzen.

    Merkwürdigerweise hört man so wenig von den Einmischungen der westlichen Staaten, was China angeht. Dort werden auch Menschen mit Repressionen unterdrückt wie in Syrien oder anderswo, wo bleiben hier die hoch gelobten Töne über Demokratie und so einen Kram ?

    Hilfsbedürftige Menschen scheinen auf dieser Welt offentsichtlich nur nach Gutdüngen geholfen. Da wo was zu holen gibt, hilft man oder wie in china auch nicht.

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    sind nicht ALL~mächtig
    - In China leben ca. 1,336 Mrd. Menschen!

    Selbst wenn die westlichen Staaten hier eingreifen würden, wäre das für mich reine Heuchelei, denn dieselben Weststaaten machen China reich und mächtig durch die vielen Importe aus diesem Land...

    sind nicht ALL~mächtig
    - In China leben ca. 1,336 Mrd. Menschen!

    Selbst wenn die westlichen Staaten hier eingreifen würden, wäre das für mich reine Heuchelei, denn dieselben Weststaaten machen China reich und mächtig durch die vielen Importe aus diesem Land...

  2. sind nicht ALL~mächtig
    - In China leben ca. 1,336 Mrd. Menschen!

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    pah, ich gebe Ihrem dem Vorredner völlig Recht, und lege noch eins drauf:
    Den "westlichen Staaten" sind Moral und Demokratie doch völlig egal. VÖLLIG! Selbst wenn sie mächtig genug wären.
    Es geht um Profit und Rohstoffe, nicht um Demokratie und Menschenrechtspolizei - diese Begriffe werden hergenommen wo man sie braucht.
    Wir müssten China nicht mal angreifen um es unter Druck zu setzen. Handelsverbote und Boykotte würden dem Land viel mehr schaden.. Dabei tun wir das Gegenteil: Wir Kaufen dumpinglohn Produkte und Ausbeuterei Waren - sehr viel aus China - aber vom gesamten Globus. Das ist die wahre Bigotterie der ach so moralisch hoch entwickelten und "guten" westlichen Staaten. Und genau deshalb wird sich für die friedlichen und wahrlich edlen Buddhisten im Himalaya auch völlig wurscht.

    pah, ich gebe Ihrem dem Vorredner völlig Recht, und lege noch eins drauf:
    Den "westlichen Staaten" sind Moral und Demokratie doch völlig egal. VÖLLIG! Selbst wenn sie mächtig genug wären.
    Es geht um Profit und Rohstoffe, nicht um Demokratie und Menschenrechtspolizei - diese Begriffe werden hergenommen wo man sie braucht.
    Wir müssten China nicht mal angreifen um es unter Druck zu setzen. Handelsverbote und Boykotte würden dem Land viel mehr schaden.. Dabei tun wir das Gegenteil: Wir Kaufen dumpinglohn Produkte und Ausbeuterei Waren - sehr viel aus China - aber vom gesamten Globus. Das ist die wahre Bigotterie der ach so moralisch hoch entwickelten und "guten" westlichen Staaten. Und genau deshalb wird sich für die friedlichen und wahrlich edlen Buddhisten im Himalaya auch völlig wurscht.

  3. Ich fürchte, auch bei uns könnte das eines Tages greifen: Alles was nicht "passt" wird nieder gemacht. Es gibt kein Recht für Andersdenkende.
    Wen kümmert schon das Los einiger Gelbmützen und Kuttenträger im fernen Bergland?
    Es ist und bleibt zum Heulen! Machen wir nur weiterhin unseren großen Kotau vor Chinas Geld und seinen geistigen Mauern.

    • oannes
    • 26.04.2011 um 15:21 Uhr

    Wer stört hier eigentlich die soziale Ordnung? Doch wohl die chinesischen staatskapitalistischen Betonköpfe!

    Kommunistisch kann man das chinesische Modell mit Sicherheit schon längst nicht mehr nennen.

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    [...]Eine Demokratie wird dieser menschenverachtende Staat nie werden. Durch Ausbeutung seiner Bürger schwingt sich China zu Weltmacht auf und wird eines Tages mit seinen Geldreserven die ganze Welt beherrschen. Da ist patriotischen Umerziehung von Möchen und anders denkenden Bürgern einfach Fakt. Und wir legen den Machthabern mit unserem Gierkapitalismus weitere Trümpfe auf den Tisch.
    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

    [...]Eine Demokratie wird dieser menschenverachtende Staat nie werden. Durch Ausbeutung seiner Bürger schwingt sich China zu Weltmacht auf und wird eines Tages mit seinen Geldreserven die ganze Welt beherrschen. Da ist patriotischen Umerziehung von Möchen und anders denkenden Bürgern einfach Fakt. Und wir legen den Machthabern mit unserem Gierkapitalismus weitere Trümpfe auf den Tisch.
    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

  4. [...]Eine Demokratie wird dieser menschenverachtende Staat nie werden. Durch Ausbeutung seiner Bürger schwingt sich China zu Weltmacht auf und wird eines Tages mit seinen Geldreserven die ganze Welt beherrschen. Da ist patriotischen Umerziehung von Möchen und anders denkenden Bürgern einfach Fakt. Und wir legen den Machthabern mit unserem Gierkapitalismus weitere Trümpfe auf den Tisch.
    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

    Eine Leser-Empfehlung
    • LP
    • 26.04.2011 um 16:06 Uhr

    ...ob ein Boykott chinesischer Produkte sinnvoll ist. Aber selbst gegen diese Form des Protestes wendet sich der Dalai Lama. "Nicht alle Chinesen sind schlecht" so sein Motto. Was können die vielen Menschen in China für ihre politischen Führer?

    Andererseits: Die chinesische Politik bezieht ihre Macht im wesentlichen aus der wirtschaftlichen Stärke des Landes. Wenn deutlich würde, dass mehr und mehr westliche Konsumenten in China gerfertigte Produkte meiden, weil sie das chinesische System ablehnen, dann dürften dies auf lange Sicht den Reformern Oberwasser geben. Damit wäre dann auch den Menschen in China geholfen. Und was lehrt uns der Buddhismus: Achte auf den langfristigen Nutzen deines Handelns.

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    das Land wurde boykottiert, wenn das sicher auch die "einfachen Schwarzen" traf. Wie weit sich diese beiden Regime vergleichen lassen, da bin ich wirklich ratlos.

    das Land wurde boykottiert, wenn das sicher auch die "einfachen Schwarzen" traf. Wie weit sich diese beiden Regime vergleichen lassen, da bin ich wirklich ratlos.

  5. das Land wurde boykottiert, wenn das sicher auch die "einfachen Schwarzen" traf. Wie weit sich diese beiden Regime vergleichen lassen, da bin ich wirklich ratlos.

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  6. Wie können diese Menschen mit gutem Gewissen MÖNCHE gewaltsam aus ihrem Kloster "entfernen" um sie "umzuerziehen" ?
    Und wer sind wir, dass wir so etwas zulassen ?
    Menschen die ihre Macht SO missbrauchen haben Sie nicht verdient und missbrauchen Sie!
    Wir müssen uns vor Augen führen, dass diese Menschen nur eine solche Macht haben, durch die Menschen die hinter ihnen stehen, es ist ZEIT für eine neue Weltordnung !
    Jeder muss für sich selbst Verantwortung übernehmen, wenn wir das schaffen, brauchen wir keine "Männer des Volkes" mehr die dies für uns tun. Von uns bestimmt um unsere Rechte zu vertreten, tun sie letztendlich auch nur das was SIE für richtig halten...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Kommentare 18
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  • Schlagworte Polizei | Tibet | China | Lhasa | Sichuan | Peking
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