Inhaftierter Künstler in China Mit Stühlen und Plakaten für Ai Weiwei

Weltweit haben Menschen für die Freilassung des Künstlers Ai Weiwei protestiert. Auch in mehreren deutschen Städten gingen Hunderte auf die Straße.

Unterstützer des inhaftierten chinesischen Regimekritikers Ai Weiwei sind heute auch in Deutschland auf die Straße gegangen. In Städten wie Berlin, München, Hamburg oder auch Minden beteiligten sich mehrere Hundert Demonstranten an einer weltweiten Protestaktion, zu der im sozialen Netzwerk Facebook aufgerufen worden war.

Die Demonstranten in Berlin brachten zahlreiche Stühle mit und ließen sich zum stillen Protest vor dem chinesischen Botschaftsgebäude nieder. Einige Demonstranten hatten Plakate mit dem Bild des Regimekritikers mitgebracht. Auf Transparenten war die Frage zu lesen: "Wo ist Ai Weiwei?"

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An der Protestaktion beteiligten sich auch Künstler. Unter dem Motto "1001 Stühle für Ai Weiwei" sollten auch in New York, Stockholm, London, Paris, Wien, Moskau, Madrid oder Hongkong jeweils um 13 Uhr Ortszeit Stühle vor chinesischen Botschaften und Konsulaten aufgestellt werden. Die Aktion spielte an Ai Weiweis documenta-Beitrag "Fairytale" im Jahr 2007 in Kassel an.

Ai Weiweis Schwester Gao Ge sagte, sie sei nicht sicher, dass die weltweiten Proteste gegen die Inhaftierung zur Freilassung ihres Bruders beitragen würden. "Ich glaube aber nicht, dass die internationalen Proteste seine Lage verschlimmern", sagte sie. Es gebe weiter keine Informationen dazu, wo Ai Weiwei sich aufhalte.

Ai Weiwei war am 3. April kurz nach Eröffnung der deutschen Ausstellung "Die Kunst der Aufklärung" in Peking festgenommen worden. Seit seiner Inhaftierung fehlt von Weiwei jedes Lebenszeichen. Die chinesischen Behörden werfen dem weltweit erfolgreichen Künstler Wirtschaftsdelikte vor. Dagegen betrachten viele westliche Staaten das Vorgehen Chinas gegen den Regierungskritiker als Verletzung der Meinungsfreiheit.

Die FDP-Bundestagsfraktion forderte die Freilassung des Künstlers. Die Vorwürfe gegen ihn schienen immer abstruser zu werden, sagte die menschenrechtspolitische Sprecherin Marina Schuster. "Es drängt sich der Verdacht auf, dass ein Künstler, der offen seine Meinung sagt, mundtot gemacht werden soll." Weiwei müsse umgehend freigelassen werden. Als historische Kulturnation stehe es China schlecht zu Gesicht, künstlerische Freiheiten zu beschneiden.

Auch der Menschenrechtsausschuss des Bundestags äußert in einem Brief an Chinas Staatschef Hu Jintao großes Unverständnis über die Festnahme, wie der Spiegel berichtete. Der CDU-Menschenrechtspolitiker Michael Brand sagte dem Magazin, Chinas KP müsse die Zwangsjacke für die individuelle Freiheit der Kunst lockern, wenn sie die individuelle Kreativität in Wissenschaft und Wirtschaft stärken wolle.

Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ Berichte dementieren, wonach sie sich persönlich bei der chinesischen Führung für die Freilassung des inhaftierten Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei eingesetzt haben soll. Eine Regierungssprecherin bezeichnete einen Spiegel-Bericht als unzutreffend, wonach Merkel am vergangenen Wochenende der chinesischen Regierung eine persönliche Botschaft übermittelt habe. Allerdings sei die Haltung der Bundeskanzlerin von Ai Weiwei "klar und bekannt".

Gegen die derzeit in Deutschland diskutierte vorzeitige Schließung der deutschen Kunstausstellung in Peking sprachen sich der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann und der Berliner Staatssekretär für Kultur, Andreas Schmitz, aus. "Ich bin ein großer Verfechter von Möglichkeiten, auch in schwierige Länder mit kulturellen Auftritten zu gehen. Wenn man jetzt zurückzieht, dann ist nichts gewonnen", sagte Lehmann in einem Interview des Deutschlandfunks.

Im Tagesspiegel schrieb Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz, der Gedanke, die Kunst der europäischen Aufklärung im Herzen Pekings zu präsentieren, habe etwas Faszinierendes. "Trotz ihres verkorksten Auftakts: Die Ausstellung muss bleiben."

 

 
Leser-Kommentare
  1. Das Konzept "1001 Stuehle" werde laut dem Vorwurf von dem Kuenstler aus Xian von Ai geklaut. Was fuer ein absurdes Theater! Bei Plagiat gibt es auch Doppelmoral? Was habt ihr bei Herrn zu Gutenberg gemacht?

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    Hallo Tomatenmiteier, hätte gerne zu der Behauptung eine Quellenangabe.

    Vielen Dank im Voraus,

    best E.

    • Jeru
    • 17.04.2011 um 23:22 Uhr

    Wie sie tatsächlich glauben können, dass Plagiate (selbst wenn an den Vorwürfen etwas real sein sollte) ein Grund für die Verhaftung sei, ist mir ein Rätsel.

    China verhaftet AiWeiWei wegen Plagiat? Wegen Plagiat? Plagiat.. China.. hmmm.
    Sie sind doch sonst alle so schlau wenn es darum geht, "Lügen" unserer eigenen Politiker aufzudecken, warum schlucken sie so bereitwillig alles was aus China kommt? Warum kommen diese Vorwürfe nur gerade zur Rechten Zeit..

    ABER

    Völlig unabhängig davon was AiWeiWei macht, sagt, denkt, ob man ihm zustimmt oder nicht, ob er genial ist oder einfach nur weiß wie man Geld macht oder noch soviel kopiert hat..

    man vergisst das wesentliche, dass man KEINEN Menschen mal eben aus Willkür sprulos verschwinden lassen darf. Er könnte ein Mörder sein und es wäre noch immer nicht in Ordnung.
    Jedem der hier Sprüche ablässt wie "AiWei Wer?" oder "Da wird jemand eingesperrt, weil er die Werke anderer klaut"
    wünsche ich, dass er auch mal ein paar Wochen in einem chinesischen Gefängnis verbringt, ohne Anklage und irgendwelchem Kontakt zu seiner Familie.

    Der schwache Vergleich zu Herr Gutenberg erübrigt sich nach minimaler Denkanstrengung.

    Der Künstler selbst hat in einem TV-Interview gesagt, dass dies nicht stimmt und nichts geklaut wurde. Er wollte in seinem Blog eine Gegendarstellung schreiben wurde ab zensiert. War auf Arte zu sehen.

    Hallo Tomatenmiteier, hätte gerne zu der Behauptung eine Quellenangabe.

    Vielen Dank im Voraus,

    best E.

    • Jeru
    • 17.04.2011 um 23:22 Uhr

    Wie sie tatsächlich glauben können, dass Plagiate (selbst wenn an den Vorwürfen etwas real sein sollte) ein Grund für die Verhaftung sei, ist mir ein Rätsel.

    China verhaftet AiWeiWei wegen Plagiat? Wegen Plagiat? Plagiat.. China.. hmmm.
    Sie sind doch sonst alle so schlau wenn es darum geht, "Lügen" unserer eigenen Politiker aufzudecken, warum schlucken sie so bereitwillig alles was aus China kommt? Warum kommen diese Vorwürfe nur gerade zur Rechten Zeit..

    ABER

    Völlig unabhängig davon was AiWeiWei macht, sagt, denkt, ob man ihm zustimmt oder nicht, ob er genial ist oder einfach nur weiß wie man Geld macht oder noch soviel kopiert hat..

    man vergisst das wesentliche, dass man KEINEN Menschen mal eben aus Willkür sprulos verschwinden lassen darf. Er könnte ein Mörder sein und es wäre noch immer nicht in Ordnung.
    Jedem der hier Sprüche ablässt wie "AiWei Wer?" oder "Da wird jemand eingesperrt, weil er die Werke anderer klaut"
    wünsche ich, dass er auch mal ein paar Wochen in einem chinesischen Gefängnis verbringt, ohne Anklage und irgendwelchem Kontakt zu seiner Familie.

    Der schwache Vergleich zu Herr Gutenberg erübrigt sich nach minimaler Denkanstrengung.

    Der Künstler selbst hat in einem TV-Interview gesagt, dass dies nicht stimmt und nichts geklaut wurde. Er wollte in seinem Blog eine Gegendarstellung schreiben wurde ab zensiert. War auf Arte zu sehen.

  2. Hallo Tomatenmiteier, hätte gerne zu der Behauptung eine Quellenangabe.

    Vielen Dank im Voraus,

    best E.

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    Antwort auf "Das Konzept"
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    http://www.google.com.hk/...

    Das sind Diskussionen und Blogartikel auf Chinesisch, die von chin. Kuenstlern und Schriftstellern geschrieben wurden.

    Gruss!

    Tomatenmiteier

    http://www.google.com.hk/...

    Das sind Diskussionen und Blogartikel auf Chinesisch, die von chin. Kuenstlern und Schriftstellern geschrieben wurden.

    Gruss!

    Tomatenmiteier

  3. 4. Links

    http://www.google.com.hk/...

    Das sind Diskussionen und Blogartikel auf Chinesisch, die von chin. Kuenstlern und Schriftstellern geschrieben wurden.

    Gruss!

    Tomatenmiteier

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    Antwort auf "Quellenangabe?"
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    der chinesischer Sprache nicht mächtig. Würde mich also freuen, derartige Quellen eventuell auf Englisch (z.B. BBC oder so) zu bekommen. Nun ja es sei dahingestellt ob sich andere Künstler beschweren. Nichtsdesdo trotz kann keine staatliche Führung einen Menschen "verschwinden lassen." Diese Form von Menschenrechtsverletzung ist mit nichts zu rechtfertigen.

    Best E.

    der chinesischer Sprache nicht mächtig. Würde mich also freuen, derartige Quellen eventuell auf Englisch (z.B. BBC oder so) zu bekommen. Nun ja es sei dahingestellt ob sich andere Künstler beschweren. Nichtsdesdo trotz kann keine staatliche Führung einen Menschen "verschwinden lassen." Diese Form von Menschenrechtsverletzung ist mit nichts zu rechtfertigen.

    Best E.

  4. Es wird mit Bildern erklaert, wie Ai die Ideen ganz deutlich von anderen Kuenstlern darunter auch von deutschen Kuenstlern geklaut habe.

    http://bbs.m4.cn/thread-3...

    Es ist ausserdem gefragt, woher Ai soviel Geld hat. Millionen Euro.

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    • mayu
    • 17.04.2011 um 23:22 Uhr

    Haha, lustiger Name. Ich musste mal auf Reise durch Guizhou eine Woche lange Rührei mit Tomaten essen, nachdem die Tante mitbekommen hatte, dass mir das schmeckt. Ich mag es jetzt nicht mehr.

    Die Meisten seiner Millionen dürfte aus Deutschland sein, hier ist es schick sich einen Regimekritiker ins Wohnzimmer zu hängen. Das heißt aber nicht, daß ich ihm seinen Erfolg nicht gönne.
    Und Wohnzimmer meinte ich eher bildlich, weil soviel fürs Wohnzimmer gibt es von ihm nicht. Er produziert eher für Dokumenta, Ausstellungen, etc.

    In China kenne ich Künstler, die seine Kunst nicht so toll finden, muss aber sagen, dass diese Künstler auch nicht so toll sind. Da könnte auch Neid im Spiel sein.

    • mayu
    • 17.04.2011 um 23:22 Uhr

    Haha, lustiger Name. Ich musste mal auf Reise durch Guizhou eine Woche lange Rührei mit Tomaten essen, nachdem die Tante mitbekommen hatte, dass mir das schmeckt. Ich mag es jetzt nicht mehr.

    Die Meisten seiner Millionen dürfte aus Deutschland sein, hier ist es schick sich einen Regimekritiker ins Wohnzimmer zu hängen. Das heißt aber nicht, daß ich ihm seinen Erfolg nicht gönne.
    Und Wohnzimmer meinte ich eher bildlich, weil soviel fürs Wohnzimmer gibt es von ihm nicht. Er produziert eher für Dokumenta, Ausstellungen, etc.

    In China kenne ich Künstler, die seine Kunst nicht so toll finden, muss aber sagen, dass diese Künstler auch nicht so toll sind. Da könnte auch Neid im Spiel sein.

  5. http://www.tudou.com/prog...

    Ai hat angeblich bei ihm abgeschrieben. Herr Yue erklaert, wie Ai Weiwei bei ihm abgeschrieben hatte.

  6. ist das Veralten der Demonstranten abstoßend. Da wird jemand eingesperrt, weil er die Werke anderer klaut und in Bahrain werden friedliche Demosntranten mit Hilfe saudischer Truppen niedergemetzelt und es interessiert keine Sau. Die Leute sind so leicht zu beeinflußen und zu benutzen..

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