Fidel Castro Der Alt-Kommunist dankt ab

Kaum ein linker Staatschef erfreute sich größerer Bekanntheit als Fidel Castro. Was auch an seiner langen wie harten Regentschaft liegt. Nun tritt er ab.

Fidel Castro auf dem Parteitag in Havanna

Fidel Castro auf dem Parteitag in Havanna

Für ein paar Tage konnte Fidel Castro noch einmal eintauchen in den Strudel der Geschichte. Die historischen Momente seines Kampfes für ein freies Kuba flimmerten über die Bildschirme der Welt. Havannas Kommunisten hatten anlässlich des 50. Jahrestages des Sieges über die USA in der Schweinebucht zum ersten Parteitag seit 14 Jahren eingeladen, und die internationalen Medien überboten sich in historischen Rückblicken.

Doch aus dem "Maximo Lider", dem größtmöglichen Führer, ist ein alter Mann geworden, der mit der Tagespolitik abgeschlossen hat. Fidel Castro ist nun auch offiziell nicht mehr in einer Führungsrolle der kommunistischen Partei Kubas (PCC) aktiv. In den berühmt-berüchtigten "Reflexionen von Fidel", die der mittlerweile 84 Jahre alte Revolutionsführer immer dann von sich gibt, wenn es ihm danach ist, verkündete Castro seinen endgültigen Rückzug.

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Wenige Stunden später tritt er leicht gebeugt, zitternd und mit einer blauen Trainingsjacke bekleidet, wie sie nur Castro tragen kann, noch einmal vor den Parteitag. Seine getreuen Gefolgsleute klatschen minutenlang Beifall, einige haben Tränen in den Augen. Sie wissen: Es ist vielleicht der letzte große öffentliche Auftritt ihres Parteiführers. Castro schweigt, zeigt sich in der Nähe seines Bruders und Nachfolgers. Es ist seine Art, seinem Volk zu zeigen, wem seine Sympathie gehört.

Mit Castro tritt wohl der schillerndste Politiker Lateinamerikas der vergangenen Jahrzehnte von der Bühne. Der Mann, der seinen Ruf als Guerillero pflegte wie kaum ein anderer Revolutionär, macht Platz für seinen nur unwesentlich jüngeren Bruder Raúl. Die neu aufgestellte Führungsspitze der kommunistischen Partei hat ein Durchschnittsalter von rund 80 Jahren. Die in Miami erscheinende Kuba-kritische Zeitung El Nuevo Herald spottet darauf am Abend: "Die Zukunft Kubas liegt in den Händen der Greise der Revolution." Ein Generationswechsel sieht anders aus.

In den wilden 1950er Jahren musste der gelernte Jurist seine erste herbe Niederlage hinnehmen. Der Aufstand gegen den Diktator Fulgencio Batista misslang, Castro wurde zu einer langen Haftstrafe verurteilt. "Die Geschichte wird mich freisprechen", sagte der unbeugsame Kämpfer damals und er sollte Recht behalten. Am 1. Januar 1959 marschierte Castro als begnadigter, ehemaliger Häftling an der Spitze der Revolution in die Hauptstadt ein. Seitdem bestimmte Castro die Geschicke der Insel, ganze Generationen, die danach geboren wurden, kennen nur einen Führer an der Spitze ihres Landes: Fidel Castro. Kein kubanischer Richter wagte es anschließend mehr, gegen Castro vorzugehen, auch wenn es dazu Anlass genug gegeben hätte.

Der Mann spielte stets mit seinem Image: Mal Frauenheld, mal Zigarrenfetischist, mal Revoluzzer, aber immer vor allem eines: Ein knallharter Machtpolitiker, der seine Feinde und Konkurrenten skrupellos aus dem Weg räumte. Bis heute hat Castro etwas geschafft, was vor ihm keinem anderen Diktator auf dieser Welt gelungen ist. Viele Menschen sehen in ihm vor allem einen Helden wie aus einem Kinofilm, und nicht den am Mord von politisch Andersdenkenden verantwortlichen Verbrecher.

Leser-Kommentare
  1. eine Scheibe abschneiden.
    Fiedel geht mit 84 Jahren in Rente. In D Land wird schon rumgemault wenn man "erst" mit 67 in Rente gehen darf. Da fehlt doch irgendwie der "revolutionäre Elan"!

  2. "Was auch an seiner langen wie harten Regentschaft liegt."

    Wie kann man andere "Regentschaften" definieren?
    Er war nicht auf Sozialismus/Kommunismus zu Beginn festgelegt!
    War Batista weich?
    Was war an der Regentschaft von Helmut Kohl weich?
    Was an der von Frau Thatcher?
    Oder der an eines US-Präsidenten?
    Oder Machthaber in der Sowjetunion?
    Oder auch Franco in Spanien?

    Fragen über Fragen!

    Eine Leser-Empfehlung
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    dass ein Vergleich von Helmut Kohl mit Franco und Castro ziemlich absurd ist... ;-)))

    dass ein Vergleich von Helmut Kohl mit Franco und Castro ziemlich absurd ist... ;-)))

  3. dass ein Vergleich von Helmut Kohl mit Franco und Castro ziemlich absurd ist... ;-)))

    Antwort auf "Eine Frage der Zeit!"
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    16 Mill. Menschen warten immer noch auf die blühenden Landschaften, die mit harter Regierungsarbeit sowohl unter Hr. Kohl als auch unter der Regentschaft seiner Nachfolger irgendwie nicht zustanden kommen wollen. Banken ausgenommen.

    16 Mill. Menschen warten immer noch auf die blühenden Landschaften, die mit harter Regierungsarbeit sowohl unter Hr. Kohl als auch unter der Regentschaft seiner Nachfolger irgendwie nicht zustanden kommen wollen. Banken ausgenommen.

  4. Da gibts nicht zu beschoenigen.
    Da hockt ein Diktator, und der gehoert endlich weg.

    Er hat in seinem Leben genug Schaden angerichtet. Kuba koennte es laengst besser gehen - und dafuer ist vor allem er verantwortlich. Er ist schuldig am Tod vieler, von Folterungen, Verletzungen ...

    Generell haben alle Diktaturen/Diktatoren vom Planeten zu verschwinden. Das 21. Jahrhundert sollte das letzte sein, bei dem sozialistische und islamistische Gaddafis, Castros, Cavez, Hamas, Ahmadinedschad und wie derlei Unrat auch immer heisst, noch den Planeten belaestigen. Zukuenftige demokratische Menschen werden sich mal an den Kopf greifen, dass es ueberhaupt Menschen gab, die derlei Schotter auch nur ansatzweise supportet hatten - der einzige Grund fuer deren Existenz im uebrigen!

    Was bei Gaddafi, Casto und dergleichen noch erschwerend hinzukommt, ist ihre intellektuelle Armut. Sie sind noch nicht einmal geistig irgendwie interessant. Einfachste Dinge haben sie gar nicht gerafft, ueber all die Jahre simple Mechanismen nicht gelernt. Allein die voellig vertrottelten, hinterwaeldlerischen Kindergartenparolen vom vorvorletzten Jahrhundert.

    Da hockt jemand, hat alle Macht (im Unterschied zu manch anderen Diktatoren, die in bestehende Strukturen kamen und deren Gestaltungsraum tatsaechlich beengt ist).
    Und was haben diese Nieten getan und geschaffen?

    Wenn schon unbedingt autoritaer, dann haetten diese Volltrottel mal von Singapur lernen sollen. So macht man das.

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    Waren sie schon mal auf Kuba? Und wenn ja, waren sie schon mal auf Haiti, Puerto Rico, DomRep ect.? Da kennen sie sicherlich auch den Unterschied. Oder sie wollen nicht sehen.
    Zu Kuba sage ich nur:
    Höchste Lebenserwartung, bestes Gesundheitssystem, geringste Kriminalät, geringste Kindersterblichkeit, bester Bildungsdurchschnitt, meiste Studenten in ganz Lateinamerika. Und das unter der Knute des amerikanischen Boykotts.
    So und jetzt sagen sie mir mal was zu unserer Diktatur des Kapitals. Was, ...ihnen fällt nichts ein?

    Keiner ist so blind, wie der, der nicht sehen will.

    Waren sie schon mal auf Kuba? Und wenn ja, waren sie schon mal auf Haiti, Puerto Rico, DomRep ect.? Da kennen sie sicherlich auch den Unterschied. Oder sie wollen nicht sehen.
    Zu Kuba sage ich nur:
    Höchste Lebenserwartung, bestes Gesundheitssystem, geringste Kriminalät, geringste Kindersterblichkeit, bester Bildungsdurchschnitt, meiste Studenten in ganz Lateinamerika. Und das unter der Knute des amerikanischen Boykotts.
    So und jetzt sagen sie mir mal was zu unserer Diktatur des Kapitals. Was, ...ihnen fällt nichts ein?

    Keiner ist so blind, wie der, der nicht sehen will.

  5. wenn sie nicht eher zum Weinen wären. Fidel Castro ist ein Verbrecher und Mörder, der darüber hinaus sein Land heruntergewirtschaftet und 60 Jahre lang ausgebeutet hat. Natürlich gibt es auch zufriedene Leute, in jeder Diktatur. Es gibt sogar ganz viele, die einfach zufrieden sind, wenn sie in irgendwas beissen können und sonst nichts. Denen ihre eigene Freiheit nichts bedeutet. Sie wissen nämlich oft gar nicht mehr, was eigentlich Freiheit ist.
    Es wäre mal auch interessant eine Umfrage zu machen, wieviele Kommunisten aus dem Westen (und aus Deutschland), aus dem kapitalistischen Sumpf nach Kuba emigriert sind oder es tun wollen. Man würde dadurch nämlich die äusserst zynische Heuchelei aufdecken von denen, die aus dem wohlhabenden Zustand aus das Elend von Tausenden beobachten, ihren eigenen Verstand belügen und sich durch die wüsteste Propaganda des Regimes über das angebliche Top-Niveau des kubanischen Gesundheitswesens bestätigt fühlen. Es ist einfach nur zum Kotzen. was alles an eigener Ehre manche Leute opfern, nur damit sie nicht zugeben müssen, dass der Sozialismus niemals funktioniert hat und niemals funktionieren wird.

    • TDU
    • 20.04.2011 um 15:07 Uhr

    Für die Toten und die Zufriedenen ist er verantwortlich. Ein Aspekt, den viele Herrscher und Systeme für sich in Anspruch nehmen können.

    Aber welcher Preis wurde dafür gezahlt? Ich würde ihn gerne Fragen, ob er damit zufrieden ist, dass er seinem Volk überwiegend wenig Möglichkeiten der Entfaltung der eigenen Fähigkeiten geboten hat. Und wieviel Energie er verschwendet hat für den Erhalt seiner Macht, die er vielleicht besser woanders eingesetzt hätte, um die Menschen von seinem Weg zu überzeugen.

  6. Waren sie schon mal auf Kuba? Und wenn ja, waren sie schon mal auf Haiti, Puerto Rico, DomRep ect.? Da kennen sie sicherlich auch den Unterschied. Oder sie wollen nicht sehen.
    Zu Kuba sage ich nur:
    Höchste Lebenserwartung, bestes Gesundheitssystem, geringste Kriminalät, geringste Kindersterblichkeit, bester Bildungsdurchschnitt, meiste Studenten in ganz Lateinamerika. Und das unter der Knute des amerikanischen Boykotts.
    So und jetzt sagen sie mir mal was zu unserer Diktatur des Kapitals. Was, ...ihnen fällt nichts ein?

    Keiner ist so blind, wie der, der nicht sehen will.

    14 Leser-Empfehlungen
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    Sie haben echt den besten Witz des Tages hier gemacht. Herzlichen Glückwunsch. Erstmal sollten sie mich auf die Quellen verweisen, wo sie Ihr Wissen über diese Errungenschaften geschöpft haben. Falls Sie UNO meinen, dann können Sie es sofort vergessen, oder mir nur einen einzigen lebendigen Menschen nennen, der auf Kuba frei recherchieren kann. Alles was Sie da schreiben stützt sich auf die Daten, die von der kubanischen Regierung stammen. Glauben Sie mir, ich war auf Kuba und konnte mich überzeugen wie es in den Krankenhäusern aussieht, wo niemand von außerhalb reingelassen wird (es sei denn, er ist so gut getarnt, wie ich es unverdienterweise sein konnte).
    Und meine Frage haben Sie nicht beantwortet: Warum ziehen Sie nicht aus dem kapitalistischen Elend dorthin? Und falls Sie es nicht können, wie vielen Leuten aus Ihrem Frenudeskreis haben sie dasselbe bereits empfohlen?
    Fakt ist nämlich, dass man kein einziges kommunistisches Land jemals gesehen, wo Menschen aus der ganzen Welt sich hineindrängen würden, wie es im Falle unserer Wohlstandsgesellschaften wohl läuft.
    Machen Sie sich hier bitte nicht lächerlich.

    Brave Eisenhannes! Dem habe ich nichts weiter hinzu zu fügen. Genau so habe ich das auch erlebt.

    Sie haben echt den besten Witz des Tages hier gemacht. Herzlichen Glückwunsch. Erstmal sollten sie mich auf die Quellen verweisen, wo sie Ihr Wissen über diese Errungenschaften geschöpft haben. Falls Sie UNO meinen, dann können Sie es sofort vergessen, oder mir nur einen einzigen lebendigen Menschen nennen, der auf Kuba frei recherchieren kann. Alles was Sie da schreiben stützt sich auf die Daten, die von der kubanischen Regierung stammen. Glauben Sie mir, ich war auf Kuba und konnte mich überzeugen wie es in den Krankenhäusern aussieht, wo niemand von außerhalb reingelassen wird (es sei denn, er ist so gut getarnt, wie ich es unverdienterweise sein konnte).
    Und meine Frage haben Sie nicht beantwortet: Warum ziehen Sie nicht aus dem kapitalistischen Elend dorthin? Und falls Sie es nicht können, wie vielen Leuten aus Ihrem Frenudeskreis haben sie dasselbe bereits empfohlen?
    Fakt ist nämlich, dass man kein einziges kommunistisches Land jemals gesehen, wo Menschen aus der ganzen Welt sich hineindrängen würden, wie es im Falle unserer Wohlstandsgesellschaften wohl läuft.
    Machen Sie sich hier bitte nicht lächerlich.

    Brave Eisenhannes! Dem habe ich nichts weiter hinzu zu fügen. Genau so habe ich das auch erlebt.

    • HH7
    • 20.04.2011 um 15:23 Uhr
    8. Castro

    Eines muss man Castro lassen: In seinem Land kommen einem nicht total verwahrloste Kinder wie in Haiti oder der Dominikanischen Republik entgegen.

    Sein größtes Problem im Lande war wohl die Nähe zu den USA: Der reale Sozialismus - so erlebte ich in Havanna - wird vor allem durch diejenigen erschwert, die sich auf ins Land geschickte Devisen ihrer Exil-Verwandtschaft stützen können bzw. sich beim Abzocken von Touristen am erfolgreichsten betätigen.

    Erst dadurch gelangt ein enormes Ungleichgewicht in die kubanische Gesellschaft.

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    Also: Es macht nichts, dass es schlecht ist, denn es könnte immer schlechter werden :)))

    Also: Es macht nichts, dass es schlecht ist, denn es könnte immer schlechter werden :)))

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