Finanziert wird der Sender durch reiche libysche Geschäftsleute im Ausland, einer steuerte sofort 250.000 Dollar bei. Vier Stunden dauert das tägliche Programm zunächst, soll aber nach den Worten von Shammam kontinuierlich ausgebaut werden. Einmal am Tag gibt es zwanzig Minuten lang Nachrichten. Geplant ist auch eine regelmäßige halbstündige Talkrunde entweder im Studio in Doha, London oder Bengasi.

Katar zählt im Nahen und Mittleren Osten inzwischen zu den wichtigsten Unterstützern des libyschen Aufstands. Als einziges arabisches Land erkannte das Emirat den "Provisorischen Nationalrat" der Rebellen als "einzige legitime Vertretung des libyschen Volkes" an. Mit vier Jagdbombern ist es an den alliierten Luftangriffen beteiligt und liefert den Rebellen mit Tankschiffen Benzin nach Tobruk im Austausch gegen Rohöl.

Der vom Emir al-Thani finanzierte Sender Al Jazeera erbost nicht nur Libyens Muammar al-Gadhafi , sondern alle nahöstlichen Potentaten, die um ihre Throne fürchten. " Fuck Qatar und Al Jazeera " tobte Gadhafis Sohn Seif al-Islam noch Ende Februar in einem Interview mit der Zeitung Al-Sharq al-Awsat . Kurz danach lockten Getreue des Regimes an der Stadtgrenze von Bengasi ein Team von Al Jazeera per Telefon in einen Hinterhalt. Kameramann Ali Hassan al-Jaber, der auf dem Rücksitz des Wagens saß, wurde tödlich getroffen. An der Beerdigung in seiner Heimat Katar nahm demonstrativ auch Staatschef Hamad bin Khalifa al-Thani teil.